Neue Investitionswelle spült mehr als 40 Millionen Dollar in Bitcoin-Startups

Die Investoren lieben den Bitcoin und derzeit vor allem die Blockchain. In der vergangenen Woche haben einige Startups prächtige Investitionsrunden hingelegt.

30 Mio. $

Das meiste Geld hat das Chain.com bekommen. Das Startup aus San Francisco ermöglicht es Unternehmen und Institutionen, maßgeschneiderte “Blockchain-Netzwerke” zu bilden, über die die verschiedensten Güter und Wertpapiere gehandelt und transferiert werden können. Der Bitcoin spielt dabei, falls überhaupt, eine Nebenrolle; Kern des Geschäftsmodells von Chain ist die Blockchain. Der Wall Street scheint dies zu gefallen: Eine Investorengruppe, die unter anderem Visa, Nasdaq und Citi Ventures umfasst, hat dem Start-Up 30 Millionen Dollar spendiert. Einen Kommentar gibt es von Ramneek Gupta von Citi Ventures: “Blockchain-Technologie stellt einen fundamentalen Generationswandel für Finanzdienstleister dar, und die Plattform von Chain ermöglicht und beschleunigt diesen Wandel. Wir hoffen, Chain zu helfen, die Plattform zu entwickeln und Anwendungen zu bilden. Dies ist ein Teil von der vielgesichtigen Blockchain-Strategie von Citi, die das Potenzial hat, die Erfahrung der Kunden über Währungen und Zahlungen hinaus zu verbessern.”

12 Mio. $

Eine sehr ansehnliche Summe hat auch das Remittance-Startup Abra bekommen. Abra plant, den Markt der internationalen Überweisungen auf den Kopf zu stellen. Das Startup möchte in den nächsten 2 Monaten eine App vorzustellen, die es den Nutzern ausgewählter Märkte erlaubt, Geld mit den Smartphone binnen Minuten über Grenzen zu verschicken, ohne dafür Gebühren für den Währungswechsel zu bezahlen. Anvisiert sind natürlich alle Märkte der Welt. Die Nutzer können Geld entweder durch eine Banküberweisung oder ein Netzwerk von Wechslern einzahlen. Die App wechselt das Geld dann in Bitcoin, zeigt aber das Guthaben weiterhin in der jeweiligen Fiat-Währung an. Genau genommen wissen die Nutzer gar nicht, dass Bitcoins im Spiel sind. Nachdem Abra in einer ersten Investitions-Runde bereits 2 Millionen Dollar eingesammelt hat, brachte die zweite Runde gleich 12 Millionen Dollar ein. Unter den Investoren sind Arbor Ventures, RRE Ventures und First Round Capital.

2,25 Mio. $

Case hat eine weitere Hardware-Wallet für Bitcoins entwickelt. Sie sieht auf den ersten Bildern ein wenig wie ein Taschenrechner aus und hat die Funktion, den User per Fingerabdruck zu identifizieren. Case verspricht, “die sicherste Wallet-Plattform der Welt” gebaut zu haben. Die über Case gespeicherten Bitcoins werden durch Multi-Sig-Verfahren geschützt, die Schlüssel werden in mehrere Teile aufgeteilt und an verschiedenen Orten gespeichert. Case ist bereits eine Partnerschaft mit Digital Asset Holding eingegangen, jener Firma der berüchtigten Blythe Masters, die kurz davor steht, Blockchain-basierte Aktien an die Wall Street zu bringen. Case beschäftigt sich also bereits damit, wie jener Zukunftsmarkt der Blockchain-Technologie in die Hardware-Wallet zu integrieren ist. Den Investoren gefällt dies. In einer von Future\Perfect Ventures geleiteten Investitionsrunde hat das Startup nun 2,25 Millionen Dollar erhalten.

1,6 Mio. $

Geradezu klassisch mutet dagegen Shapeshift.io an, eine Plattform, um Kryptowährungen zu wechseln. Das Besondere am Modell von Shapeshift ist jedoch, dass der Wechsel von der einen Kryptowährung – sagen wir Bitcoin – in die andere – sagen wir Dogecoin – ohne Anmeldung möglich ist. Das Angebot ist seit seinem Start im August 2014 rasend schnell gewachsen, Shapeshift unterstützt 40 digitale Währungen, wodurch es 940 Währungspaare gibt. Von Investoren bekam Shapeshift.io nun 1,6 Millionen Dollar. Unter den Geldgebern sind Barry Silberts Digital Currency Group, “Bitcoin-Jesus” Roger Ver, aber auch Bitfinex, Bitcoin Capital von Max Keiser, Mardal Investments und Bruce Fenton.

1,1 Mio $

Coinalytics war eigentlich eine Infozentrale für den Bitcoin. Die Plattform hat Daten zusammengeführt, einen Bitcoin Volatility-Index errechnet und Marktbewegungen analysiert. Coinalytics hat in den letzten Monaten jedoch begonnen, sich umzuorientieren: Die bislang offene Datenplattform ist verschwunden, stattdessen gibt sich die Firma als umfassender Analyseservice für Blockchains. Ihr Angebot reicht von der Datenabfrage in der Blockchain über Anti-Geldwäsche-Maßnahmen bis hin zur Analyse unbestätigter Transaktionen. Wo genau Mission und Markt von Coinalytics liegen, ist bisher noch nicht ganz klar. Für einige Investoren bietet das Startup aber genügend Potenzial, um mit 1,1 Millionen Dollar beglückt zu werden.

1 Mio. €

Und zuletzt gibt es auch in Europa Investitionen. Die glückliche Firma ist Paymium aus Paris, ein aus einer früher mal relevanten Börse hervorgegangener Zahlungsdienstleister, dem es als einzige europäische Firma gelungen ist, große Unternehmen zu bewegen, Bitcoins zu akzeptieren. Um die Präsenz unter europäischen Händlern auszubauen und neue Geschäftsmodelle rund um die Blockchain zu entwickeln, hat das Unternehmen nun 1 Million Euro bekommen. Unter den Investoren sind die französische Investment-Firmen Newfund und Kima Ventures, die Payment-Firma Glitt sowie einige weitere Business Angels.

About Rudi Seifert (35 Articles)
Ist seit mehreren Jahren ein Bitcoin-Fan. Der Student hat das Mining mittlerweile zwar an den Nagel gehängt, aber seit einigen Monaten dafür die Feder in die Hand genommen. Für unser Magazin schreibt er meistens über aktuelle News.

1 Comment on Neue Investitionswelle spült mehr als 40 Millionen Dollar in Bitcoin-Startups

  1. Nun brauchen wir (besser: der BTC) nur noch mehr Akzeptanzstellen……

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