21.co macht Bitcoin zur integralen Systemressource vom Computern

21.co hat den 21 Bitcoin Computer vorgestellt: ein  System mit integrierter Hard- und Software für Bitcoin. Die erste Version richtet sich an Entwickler. Sie soll den Weg bereiten, um den Computer zum persönlichen Angestellten zu machen, der ein passives Grundeinkommen erwirtschaftet – und dem Individuum die wirtschaftliche Macht zurückgibt.

21.co ist das finanziell am besten ausgestatte Bitcoin-Startup. Es hat im März von Investoren 116 Millionen Dollar Kapital bekommen. Die Mission: einen Bitcoin-Minig-Chip zu entwickeln, der in jedes beliebige Gerät mit Internetanschluss passt. Wie 21.co-Gründer Balaji S. Srinivasan schrieb, sollen diese Chips einen kontinuierlichen Strom an Bitcoin-Bruchteilen erzeugen, die den Geräten bisher unbekannte Anwendungen ermöglichen. Der Bitcoin soll also neue Märkte erschließen.

Nun hat 21.co zusammen mit dem Chiphersteller Qualcomm den ersten Bitcoin-Computer vorgestellt: Eine Linux-Box mit einer 128 GB SD-Karte, einem WiFi-Adapter, einem Asic-Chip und mehr. Vorinstalliert sind ein vollständiger Bitcoin-Knoten mit der gesamten Blockchain, ein Micropayment-Server sowie die 21 Command Line. Der Asic-Chips arbeitet mit 50-125 Gigahash je Sekunde und benötigt 0,16 Joule Energie je Gigahash. Zu haben ist das Ding für 399,99 Dollar über Amazon.

Noch die geringsten Bitcoin-Bruchteile reichen aus, um den Computer mit dem Bitcoin-Netzwerk zu verbinden

Erwirtschaftet damit der Computer an sich ein Bitcoin-Grundeinkommen? Eher nicht. Das Mining wird sich auf den 21 Bitcoin Computern kaum lohnen. Um das Konzept von 21.co zu verstehen, muss man sich von dem Gedanken lösen, “Mining = Profit”, sondern Bitcoin als, wie es Srinivasan sagt, “integrale Systemressource” verstehen. Das System produziert die Währung, die es nutzt. Es kauft auf der einen Seite mit Bitcoins digitale Güter, leiht sich Festplattenspeicher oder CPU-Ressourcen, vergibt Gutscheine durch Colored Coins, authentifiziert sich durch Mikrotransaktionen gegenüber anderen Systemen und mehr. Auf der anderen Seite verkauft der Computer gegen Bitcoins digitale Güter und Dienstleistungen, vom Musikstück hin zu kleinen Arbeiten wir maschinellen Übersetzungen oder Dateikonvertierungen. Der Kern ist, dass noch die geringsten Bruchteile von Bitcoins ausreichen, um einen Computer mit dem Bitcoin-Netzwerk und der Blockchain zu verbinden.

Der 21 Bitcoin Computer liefert also die Hard- und Software, um an das Bitcoin-Netzwerk anzudocken und Mikrobeträge zu versenden und zu empfangen. Die erste Version richtet sich vor allem an Entwickler, um das System zu testen. Über die Command Line kann man sofort Bitcoins minen, indem man einige Proof-of-Works an die Rechenzentren von 21.co sendet, man kann API calls gegen Bitcoins verkaufen, beispielsweise Übersetzungen oder Dateikonvertierungen, einen eigenen Shop für digitale Güter eröffnen, Leute dafür belohnen, Links zu setzen und jede Art von Hardware des Internet-of-Things, von Türen bis zu 3D-Drucker, vermieten. Die Möglichkeiten sind an sich grenzenlos, der persönliche Computer wird zum Angestellten, der ein Grundeinkommen erwirtschaftet.

Die wahre Währung: Computerarbeit

“Die Gewinne in Bitcoin, die man durch den Verkauf von digitalen Gütern und Dienstleistungen mit dem 21 Bitcoin Computer verdient, sind vermutlich viel höher als die Gewinne, die man durch das Mining mit dem 21 Bitcoin Computer macht. Das liegt daran, dass der 21 Bitcoin Computer es dir erlaubt, Bitcoin als echte digitale Währung zu nutzen, um weltweite Zahlungen für deine APIs anzunehmen. Die geschürften Bitcoins sorgen lediglich für einen ständigen Strom an Liquidität im System”, so 21.co auf der Webseite.

Indem die Computer einen Mining-Chip sowie einen Micropayment-Server als Standardausrüstung haben, muss sich der Nutzer keinerlei Gedanken machen, ob und wie er Bitcoins bekommt. Eine kommerzielle Version des 21 Bitcoin Computers wird dem Nutzer vermutlich nicht einmal mitteilen, dass er Bitcoins bezahlt, sondern die Zahlung in clicks integrieren und eventuell den User darüber informieren, dass er noch ein wenig Arbeit investieren muss, um sich diesen click leisten zu können. Bitcoin würde damit zur stillen Währung der Computer-Kommunikation, die unter der Benutzeroberfläche fließt. Genauer gesagt wird Strom in Form von Computerarbeit die wahre Währung, während Bitcoins nur das Medium sind, das sie überweisbar macht.

“Der Weg der tausend Meilen beginnt mit einem einzelnen Schritt.”

Das Ziel von 21.co ist ambitioniert: “Die Technologie ist nur ein Werkzeug. Unser langfristiges Ziel ist es, dem Individuum die wirtschaftliche Macht zurückzugeben. Genauer gesagt, wir wollen es dir ermöglichen, deine klugen Ideen in ein passives Einkommen zu verwandeln, indem du mit deinem 21 Bitcoin Computer Güter, Spiele oder Dienstleistungen über das Internet verkaufst. Und wir wollen den 21 Bitcon Computer dazu nutzen, Bitcoin zur nächsten fundamentalen Systemressource zu machen, die auf jedem neuen Computer “by default” vorhanden ist. Der Weg der tausend Meilen beginnt mit einem einzelnen Schritt,” schreibt Srinivasan auf dem Blog von 21.co.

Es ist nur schwer zu begreifen, was das Startup wirklich auf den Weg gebracht hat: Ein Computer, der automatisch Bitcoin-Bruchstücke erzeugt und bereits die nötige Ausrüstung hat, um jede Form von digitalem Gut oder Dienstleistung zu kaufen oder zu verkaufen. Damit eröffnet sich ein komplett neuer Markt des Micropayments, der bisher durch die Reibungen im Transaktionswesen im Keim erstickt wurde.

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6 Comments on 21.co macht Bitcoin zur integralen Systemressource vom Computern

  1. Martini Blanco // 22. September 2015 at 15:09 // Reply

    Die Zukunft beginnt !!!

  2. hans klarsicht // 22. September 2015 at 17:39 // Reply

    ich bin ja nicht der schlauste, aber auf den kopf gefallen bin ich auch nicht, doch was genau rechtfertigt nun die 400 usd ganz genau?
    und noch viel weniger versteh ich was hier wirklich so revolutionär sein soll?
    vielleicht hätte man beispiele bringen können…?

    • Diese Frage wurde schon öfters gestellt.

      Ich denke, mit den teuren Hardware-Kosten werden die Rechenzentren sowie die Entwicklungskosten von 21.co finanziert.

      Das Revolutionäre ist, dass Computer damit einen konstanten Strom von Bitcoins sowie eine vorinstallierte Anbindung an ein Micropayment-System für Bitcoins erhalten. Beispiele für Anwendungen gibt es selbstverständlich noch nicht. Aber prinzipiell sollte alles möglich sein: Ich verkaufe auf einem Marktplatz meine Rechenleistung oder meine Rechenleistung, ich kaufe dasselbe, ich bezahle für Clicks, die ich mache, etc. Der Computer wird damit eben von vorneherein zu einem Mitglied eines Micropayment-Marktplatzes auf Bitcon-Basis.

      Natürlcih könnte man das auch anders machen, in dem sich jeder Teilnehmer selbst Bitcoins kauft und dann auf einen von jemand anderem gebauten Marktplatz handelt. Allerdings
      – ist es aufwendig, Bitcoins zu kaufen, v.a. wenn man nur wenige cents in bitcoins braucht
      – muss man erst einmal neue Schnittstellen auf das System aufsetzen

      Ich denke, mit 21.co wird die Zugangsschwelle zu einem solchen Marktplatz für Maschinen erheblich vereinfacht, indem er direkt ins System integriert wird.

  3. Na ja, das Ding kann und wird ziemlich nach hinten losgehen. Sowas funktioniert nur über Stückzahlen und die wird es nicht geben. Der Rest ist einfach nur US Marketing. Das man Punkte sammelt gegen Computerarbeit ist ja auch nun nicht unbedingt neu, ob das nun Cents, Bitcoin oder Hühneraugen heißt. Auch geht die Welt dahin, dass man Hardware von Software trennt, nicht wieder voneinander abhängig macht. Haben die den gar nichts gelernt …

    Na ja, und wenn man extra was an an Rechenleistung verkauft udn kauft, kommen da andere Faktoren dazu, wie z.B. Strom, Verfügbarkeit. usw usw.

    Die Idee, das man den Bitcoin oder was anderes als globale Internetverrechnungseinheit einsetzt und die Jungs mit dem Computer dann einfach immer mitkassieren, wenn einer was macht, ist cool, aber absoluter Unfug, Nicht bei dem Computerpreis. Micropayments sind doch nun wirklich nicht neu, aber bei den Amis gibt es eben genug Investoren, die zuviel Geld haben. Na ja, am Ende sind es dann wieder die Stückzahlen die zählen. Reicht einfach nicht.

  4. Das selbe in Grün (energieeffizient und nachhaltig): pigrid.com/kickstarter

  5. Hmm, 0,16 J/GH. Das ist aber schon sehr effizient, oder?

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