Goldman Sachs: “Die Blockchain ändert … well, alles”

Die Mega-Investment-Bank Goldman Sachs, eines der Institute, die zu groß sind, um scheitern zu dürfen, interessiert sich schon länger für Bitcoins. Ein neuer Bericht zeigt, wie optimistisch das Finanzinstitut zur Blockchain steht.

Laut dem Business Insider hat Goldman Sachs vor kurzem einen Bericht an seine Kunden verschickt, um diese über aktuelle Themen aufzuklären. Darin schreibt die Bank unter anderem:

“Während der Bitcoin-Hype-Zyklus ruhiger geworden ist, setzen das Silicon Valley und die Wall Street darauf, dass die dahinterliegende Technologie, die Blockchain, Änderungen auslösen kann für … well, alles.”

Laut einem Analysten von Goldman Sachs hat die Blockchain das Potenzial,

“neu zu definieren, was Transaktionen sind und was im Back Office einer Vielzahl verschiedener Branchen passiert. Vom Banking zum Payment zu Notaren zu Wahlsystemen zur Fahrzeugregistrierung zu akademischen Berichten zum Settlement zu Urheberrechten an Kunstwerken – eine verteilte geteilte Bilanz hat das Potenzial, Interaktionen schneller, günstiger und sicherer zu machen.”

Bitcoin war, so der Bericht, erst der Anfang. Nun geht es mit der Blockchain weiter, die jetzt im Zentrum steht.

Damit schließt sich Goldman Sachs einer mittlerweile vorherrschend gewordenen Ansicht im Finanzwesen an, dass nicht ‘Bitcoin das Geld’, sondern ‘Bitcoin die Blockchain‘ die entscheidende Innovation ist. Aus der Perspektive von Banken ist dies verständlich: Am Bitcoin mit seiner Pseudonymität, Volatilität und rechtlichen Unsicherheit kann man sich fast nur die Finger verbrennen. Die Blockchain als Technologie hingegen ist neutral. Und schließlich sind Transaktionssysteme wie der Bitcoin, die einen Mittelsmann überflüssig machen, von Banken auch gar nicht gewünscht, wie ein Analyst der Deutschen Bank meint.

Tatsächlich ist die Blockchain aber mehr als ein leichter genießbarer Bitcoin. Die Technologie bietet Anwendungspotenziale, die weit über den Bitcoin hinausgehen: Als verteilte, dezentrale, effektive, schnelle und unmanipulierbare Datenbank für Transaktionen und Guthaben kann die Blockchain nicht “nur” Geld speichern, sondern so gut wie alles. Zahlreiche Blockchain-Startups demonstrieren, wie sich die Blockchain nutzen lässt, um beispielsweise Wertpapiere oder Urheberrechte zu speichern und zu prozessieren.

Viele dieser Startups nutzen dabei die sicherste und mächtigste bekannte Blockchain – die des Bitcoins. Dazu werden beispielsweise Bitcoins “eingefärbt”, so dass sie neben den Bitcoins noch eine weitere Information mit sich tragen, oder es werden weitere Schichten um die Blockchain gelegt, die mit ihr interagieren. Andere Startups setzen auf andere Blockchains wie die von Ethereum, die insbesondere durch ihre erweiterte Programmierbarkeit interessant für Smart Contracts ist. Das Startup R3 möchte hingegen mit einem Konsortium von mehr als 20 der größten Banken der Welt eine eigene Blockchain bilden.

Goldman Sachs unterstützt zwar das Startup Circle, das sich erst vor kurzem offensiv zum Bitcoin – und nicht zur Blockchain – bekannt hat. Dennoch hätte Goldman Sachs wohl auch gerne eine eigene Blockchain bzw. Kryptowährung. Erst in dieser Woche hat das Finanzinstitut in den USA ein Patent eingereicht für eine “Cryptographic Currency For Securities Settlement”, die es Teilnehmern eines peer-to-peer Netzwerkes ermöglicht, kryptographische Token, die Wertpapiere repräsentieren, mit einem sofortigen Settlement zu tauschen.

Damit folgt Goldman Sachs einem Trend, der nahezu unausweichlich zu sein scheint. Bereits t0 von Overstock sowie die Nasdaq nutzen die Blockchain für das Settlement von Wertpapieren bzw. arbeiten aktiv daran, dies zu tun.

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