“Ich habe in 20 Jahren Open Source nicht erlebt, dass sich die Entwicklung so weit von den Wünschen der User abkoppelt.”

Eine Lösung im Blocksize-Problem ist immer noch nicht näher gerückt, der Streit in der Community geht weiter. Während Kernentwickler Gregory Maxwell einen weichen, für viele unbefriedigenden Pfad skizziert, klagt Jeff Garzik darüber, dass die Kernentwickler durch ihr Nicht-Handeln die Ökonomie des Bitcoins gravierend verändern. Gegen den Willen der User.

Beinah zwei Wochen nach dem zweiten Scaling Bitcoin Workshop scheint eine Lösung des Skalierbarkeits-Problems weiterhin fern zu sein. Während die Anzahl der täglichen Transaktionen auf mehr als 200.000 gestiegen ist, kontinuierlich 5.000 bis 15.000 Transaktionen in der Warteschleife liegen und Transaktionen gerne mehrere Stunden brauchen, bis sie bestätigt werden, haben die Core-Entwickler noch immer keinen Fahrplan für eine Erhöhung der Skalierbarkeit vorgelegt. Sie scheinen ihn nicht einmal zu diskutieren.

Stattdessen scheinen die Core-Entwickler Maßnahmen einzuleiten, um das Problem der mangelnden Skalierbarkeit auf eine andere Weise zu lösen: indem sie die Nutzung des Netzwerkes einschränken. Neben Opt in RBF – das es ermöglicht, unbestätigte Transaktionen durch Transaktionen mit höheren Gebühren zu ersetzen und die Annahme unbestätigter Transaktionen zumindest erschwert – wurde kürzlich der Vorschlag in das nächste Update aufgenommen, die “Block Priority Size” auf 0 zu senken, was effektiv bedeutet, dass Transaktionen ohne Gebühr nicht nur lange dauern, sondern gänzlich unmöglich sind. Langfristig soll, so ein oft gehörter Plan, ein “Gebührenmarkt” (“fee market”) dafür sorgen, dass die Blockchain frei von Spam bleibt. Was jedoch Spam ist, bleibt dabei undefiniert. Ist ein Kaffee bei Starbucks, eine Cent-Spende an das bitcoinblog.de und eine Privatisierung von Bitcoins durch Transaktionsketten bereits Spam?

Kapazität erhöhen, aber ohne größere Blöcke

Ein Beitrag von Gregory Maxwell, Chefentwickler von Blockstream und einer von fünf Entwicklern mit Pull-Access zum Bitcoin-Protokoll, fasst die Resultate von Scaling Bitcoin Pt. II auf der Mailing-Liste der Entwickler zusammen:

  • Bitcoin ist ein digitales Bargeld auf P2P-Basis, das funktioniert, ohne dass jemandem zu vertrauen ist. Er ist keine generelle Datenbank und kann und soll nicht den Bedarf zur dauerhaften Speicherung authentischer Daten erfüllen.
  • Eine Menge abgeschlossener und laufender Entwicklungen verbessert den Bitcoin:
    • libsec245k1 wurde kürzlich in den Code gebracht. Dies erbrachte eine große Verbesserung der Block-Validierung.
    • Visionbits (BIP9) ist kurz vor der Vollendung. Es wird dem Bitcoin-Netzwerk ermöglichen, “in-flight soft-forks” durchzufüren. Dies wird die Geschwindigkeit der Entwicklung erhöhen.
    • Segregated Witness erhöht die Skalierbarkeit und Kapazität der Blockchain und wird damit auch das gegenwärtige Limit erhöhen. Daneben hat Segregated Witness zahlreiche weitere Vorteile.
  • Es ist noch eine große Menge weiterer Ideen in Arbeit, wie man die Kapazität des Netzwerkes erhöhen kann, ohne die Bandbreite zu erhöhen (also ohne die Blöcke größer zu machen). Mit ihnen kann man bei fortbleibend hoher Dezentralität eine hohe Kapazität erreichen.
  • Ab einem gewissen Zeitpunkt werden diese Erhöhungen der Kapazität jedoch nicht ausreichen und es wird nötig sein, einen moderaten Anstieg der Blockgröße in Betracht zu ziehen.

Gleichzeitig vertritt Maxwell die Ansicht, dass so rasch wie möglich alle Protokoll-Änderungen eingeleitet werden sollten, um das Lightning-Netzwerk zu aktivieren, während ein Gebühren-Markt (“Fee Market”) dafür sorgen soll, dass die Transaktions-Gebühren die Miner auch dann bezahlen, wenn die Erträge aus dem Block-Reward geschrumpft sind. Die gegenwärtige Situation sei noch weit davon entfernt, alarmierend zu sein.

So sehr Maxwell zuzustimmen ist, dass die Skalierbarkeit von Bitcoin nicht nur an der Blockgröße, sondern auch an vielen weiteren Faktoren hängt – dass das Resultat von Scaling Bitcoin ist, zunächst auch auf eine moderate Erhöhung der Blockgröße zu verzichten, enttäuscht. Ein Konsens für eine Blocksize-Erhöhung ist weiterhin nicht gegeben, und eine Erhöhung ohne Konsens kommt für die Kernentwickler weiterhin nicht in Frage.

Unausgesprochen befürworten Maxwell und andere Kernentwickler damit eine alternative Perspektive auf den Bitcoin: Der Bitcoin soll nicht ein alltägliches Zahlungsmittel für alle und jeden Zweck sein, sondern ein digitales Gold mit zensurresistenten, privaten Transaktionen, die knapp und damit teuer sind. Leider sind diese auseinanderdriftenden Versionen, was Bitcoin sein soll, nur selten Teil der Debatte um die Blocksize.

Nicht-Handeln schafft Veränderung, Handeln gewährleistet Kontinuität

Ein vielsagender Beitrag von Jeff Garzik in der Mailing-List der Entwickler greift die ökonomische Bedeutung des Blocksize-Themas nun entschieden auf. Garzik, der meist durch nüchterne und weitgehend neutrale Beiträge auffällt, deutet an einigen Stellen an, dass er alles andere als zufrieden mit dem gegenwärtigen Zustand ist. Garziks Leitprinzip ist, wie bei Maxwell, dass der Bitcoin-Service lebendig, sicher, dezentral und resistent gegen Zensur bleiben soll – aber, und hier liegt der Unterschied in den Perspektiven: für so viele User wie möglich.

Im Kern sagt Garziks Beitrag, dass das Nicht-Handeln der Kernentwickler dafür sorgen wird, dass sich der ökonomische Rahmen des Bitcoins ändert. Nicht-Handeln schafft Veränderung, während Handeln Kontinuität gewährleistet.

Garzik schreibt, dass es zu einem “Fee-Event” (“Gebühren-Ereignis”) kommen wird, wenn mehr als eine Woche lang die Blöcke zu mehr als 95% voll sind. Wenn das “Fee-Event” eintritt, müssen die Nutzer durch die Gebühren um die knappen Plätze in den Blöcken konkurrieren. Ein solches Ereignis leitet einen gravierenden ökonomischen Wandel des Bitcoin-Netzwerkes ein: “… eine Periode des Markt-Chaos’, in der große Veränderungen der Preise und des Sets wirtschaftlicher Akteure in einer kurzen Zeitspanne auftreten.”

Das Fee-Event würde die Gebühren je Transaktion erhöhen und einige Akteure aus dem System auspreisen. Sämtliche Projekte, die auf einer großen Anzahl von kleinen Blockchain-Transaktionen aufbauen, sind im Prinzip gegessen; ebenso jede Firma, deren finanzieller Erfolg davon abhängt, dass sie sehr viele Transaktionen prozessiert. BitPay beispielsweise, oder auch jeder andere Zahlungsdienstleister, hat in diesem Modell sehr limitierte Profit-Aussichten.

Gefahr des moralischen Missbrauchs

Die derzeitige Lage ist absurd. Wenn die Entwickler handeln und die Blocksize erhöhen, ist dies “konservativ”, da es die bestehenden ökonomischen Rahmenbedingungen erhält. Wenn sie hingegen nicht-handeln, ist dies “progressiv”, da es das derzeitige wirtschaftliche Modell durch ein anderes ersetzt: durch einen Gebühren-Markt, auf dem um knappe Transaktionen konkurriert wird.

In der Möglichkeit für Kernentwickler, durch das Nicht-Handeln die Rahmenbedingungen erheblich zu verändern, liegt eine Gefahr des moralischen Missbrauchs (“moral hazard”): “Wenige Kernentwickler können ein Veto gegen den Anstieg [der Blocksize] einlegen und dadurch die Bitcoin-Ökonomie verändern und einige Unternehmen aus dem System drängen. Es stellt eine geringere Gefahr des moralischen Missbrauchs dar, die gegenwärtige Ökonomie zu erhalten (indem man die Blockgröße erhöht), und darauf zu verzichten, eine solche Macht auszuüben.”

Der gegenwärtig eingeschlagene Weg zu keiner Erhöhung der Blocksize kann zu Chaos führen. “In einer 6,6 Mrd. Dollar Wirtschaft ist es kriminell, ein so gravierendes Ereignis einzuleiten, ohne die Nutzer schon Monate vorher laut zu warnen.” Weder die Nutzer noch die Wallets seien auf ein solches Ereignis vorbereitet. Firmen wie beispielsweise 21.co bauen weiterhin darauf, dass der Bitcoin viel besser skalierbar wird, während Investoren weiterhin Geld in Bitcoin-Startups pumpen, die mit 1 MB Blöcken niemals profitabel sein können, und die User ihre Bitcoins nicht mehr wie gewohnt einsetzen können (um kleine Beträge schnell zu überweisen) und zudem von den Wallets (noch) nicht darin unterstützt werden, in einem Gebührenmarkt die richtigen Gebühren zu finden.

Gegen die Nutzer

Ohnehin wird, so Garzik, das Fee-Event vom größten Teil der Nutzer abgelehnt. Besser gesagt: es wird gewünscht, dass es so weit wie möglich in die Zukunft verschoben wird. Irgendwann, das ist klar, müssen Gebühren die Miner finanzieren. Aber derzeit bekommen die Miner noch eine relativ hohe Summe Bitcoins je Block, weshalb es, so Garzik, eine rationale und berechtigte ökonomische Wahl ist, das System am Anfang mit geringen Gebühren zu unterstützen. “So gut wie alle Bitcoin-Börsen, -Unternehmen und Miner haben erklärt, dass sie eine Erhöhung der Blockgröße wollen.” Das Veto von Kernentwicklern gegen diese Erhöhung eliminiere die Wahlmöglichkeit sämtlicher Akteure, vorläufig auf höhere Gebühren zu verzichten.

Sich für nichts zu entscheiden, ist im Falle der Blocksize-Debatte eine Entscheidung mit sehr viel größen Folgen, als sich für etwas zu entscheiden.

Schließlich schreibt Garzik den Satz, der sowohl Entwicklern als auch Usern zu denken geben sollte: “Ohne zu übertreiben, ich habe in 20 Jahren Open Source nicht erlebt, dass sich die Entwicklung so weit von den Wünschen der User abkoppelt.”

Garzik empfiehlt den Kernentwicklern, die Block-Größe zumindest moderat zu erhöhen, um einen Puffer zu erhalten. Wenn die Blockgröße dagegen bei 1 MB bleiben soll, müssen die Kernentwickler öffentlich bekanntmachen, dass sie die Wende zu einer neuen ökonomischen Rahmenpolitik einleiten. Da das Fee-Event, wenn nicht heute, dann in mehreren Jahren ansteht, sollte sie den Einschlag des Fee-Events gründlich simulieren und testen. Das schlimmste, was sie machen könnten, ist es, das System zufällig und unvorbereitet in einen wirtschaftlichen Wandel schlittern zu lassen.

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28 Comments on “Ich habe in 20 Jahren Open Source nicht erlebt, dass sich die Entwicklung so weit von den Wünschen der User abkoppelt.”

  1. Sehr guter Artikel, v.a. sehr interessant was die ökonomischen Szenarien betrifft. Danke!

  2. Ich hatte schon irgendwo gelesen, dass immer öfter Litecoin verwendet wird um Bitcoin-Guthaben von einer Börse auf eine andere Börse zu verschicken. Könnte das in Zukunft sogar wirklich so passieren, dass Litecoin für den “Kaffee” und Bitcoin für das Auto benutzt wird?

    • Warum nicht? Es wäre zwar etwas anderes, als die Erwartungen der meisten Bitcoin-Fans, aber an sich wäre das ein langfristig durchaus vorstellbares und funktionales Szenario.

    • Name required // 18. December 2015 at 12:06 // Reply

      Würde jedenfalls Sinn machen, da Bitcoin doch etwas träge für kleine und schnelle Transaktionen ist. Insofern ist die Strategie der Kernentwickler vielleicht auch, Bitcoin mehr als Digitales Gold weiter zu forcieren, denn als Währung für den täglichen Einsatz.
      Da es mittlerweile ja auch sehr viele Altcoins gibt, die diesen Einsatzzweck besser bewältigen, wäre es nur konsequent. Und den “Goldstandard” BTC durch viele kleine Gegenwährungen, die für den täglichen Gebrauch besser sind, abzusichern, ist sicher nicht das Schlechteste.

    • Vermutlich ist eine Bitcoin gedeckte parallel Währung die Lösung. Man wechselt ein wenig Bitcoin in diese Währung un zählt damit seine kleinstbeträge in realzeit. Man kann die beiden Währungen 1:1 ineinander umtauschen wie man möchte. Bei LaCita.org wird das schon längere Zeit problemlos praktiziert. Die Währung wird dort LaToshi genannt. Ein wildes hin und her tauschen wird dort allerdings nicht praktiziert.

  3. Wo das hin läuft, und dass es nicht gut läuft ist eigentlich schon länger klar.

    Interessant zu wissen wäre, wie sich z.B. bitcoin.de auf dieses Szenario vorbereitet. Wenn die Blocksize nicht vergrößert wird, dann limitiert das die Anzahl der verwendeten, und damit auch die der gehandelten Bitcoins. Das ist ja durchaus ein Risiko für eine Börse, die vielleicht gerne noch wachsen würde.

    Gibt es denn bereits Überlegungen seitens bitcoin.de? Evtl. Unterstützung weiterer virtueller Währungen, die nicht limitiert sind?

    • Ich kann nicht für bitcoin.de sprechen. Wenn bitcoin.de eine offizielle Position einnimmt, werden Sie es hier jedoch erfahren. Bis dahin ist bitcoin.de in dieser Sache vollkommen neutral. Ich verweise auf ein Statement von Gründer Oliver Flaskämper zur Blocksize-Debatte:

      Schwierige Frage: ich denke, dass wir uns der Mehrheit anschließen würden. Grundsätzlich bin ich für eine Anhebung der Blockgröße, da ich denke, dass Bitcoin sich langfristig nur durchsetzen kann, wenn eine kritische Masse von Transaktionen vom Netzwerk prozessiert werden können. Ich kann aber auch die Argumente der Kritiker nachvollziehen.

      – aus einer Umfrage in der deutschen Bitcoin-Szene.

      Eine unkoordinierte Hard-Fork wäre für einen Bitcoin-Marktplatz wie Bitcoin.de ein recht ungünstiges Szenario. Dass eine gleichbleibende Blocksize den Handel beeinträchtigt, trifft höchstens insoweit zu, als dass die Nachfrage nach Bitcoins langfristig sinken bzw. nicht im angemessenen Maße steigen könnte. Da man bei bitcoin.de ohnehin sechs Bestätigungen abwarten muss, bis Bitcoins verkauft werden (ca. 1 Std.), dürfte der Effekt auf den Handel vergleichsweise klein sein. Viel stärker betroffen sind Payment-Provider wie BitPay oder Coinbase, die sich aus verständlichen Gründen daher auch entschiedener für eine Erhöhrung der Blocksize und BIP101 aussprechen.

      • Name required // 18. December 2015 at 12:13 //

        Ja, hoffentlich werden bald auch andere Währungen mit ins bitcoin.de-Angebot aufgenommen. Litecoin und Dogecoin sowie Ripple wären ein guter Anfang.

  4. Name required // 18. December 2015 at 12:01 // Reply

    Ein Fee-Event wäre der Befreiuungschlag für die Altcoins, die dann für die kleineren und schnellen Transaktionen stark an Bedeutung gewinnen werden. Denn eins ist klar: obwohl Bitcoin im Vergleich zur Banküberwiesung relativ schnell ist, kann er mit Altcoins wie Litecoin und noch deutlich schnelleren Coins wie Mooncoin oder gar Fastcoin nicht im Entferntesten mithalten.

    • Möglicherweise ist dies aber ein gesundes Szenario. Man kann nicht alles in eine Blockchain packen, und kleine, schnelle Überweisungen, wie im Microprayment, benötigen auch nicht die Sicherheit, die der Bitcoin als mit sehr sehr weitem Abstand leistungsfähigstes Hashing-Netzwerk der Welt (des Universums?) bietet. Langfristig dürfte es gar nicht verkehrt sein, wenn Litecoins, Monero, Dogecoin etc. für kleine, schnelle Transaktionen verwendet werden. Wenn es zu einem Fee-Event kommt, könnte dies mit der (derzeit) irreführenden Meinung aufräumen, der Bitcoin sei für unendlich viele schnelle Transaktionen geeignet und tatsächlich dem etwas am Boden liegenden Altcoin-Markt neue Energie geben. Das Problem ist hier jedoch die Zersplitterung des Marktes.

      • Name required // 18. December 2015 at 12:17 //

        Eine Zersplitterung ist doch eigentlich der Grundgedanke auch des Bitcioins. Gerade WEIL er nicht zentralisiert ist, ist er doch so erfolgreich.
        Und warum soll das, was auf technischer Ebene eine Grundlage des neuen Geldes ist, nicht auch auf wirtschaftlicher Ebene funktionieren? Es muß eben nur noch bekannter werden, dass es Seiten wie Cryptsy.com oder auch shapeshifter.io gibt, auf denen man schnell die Währungen tauschen kann. Zukünftig könnte dies auch völlig automatisiert gehen, vielleicht in einer Meta-Wallet, die immer die aktuellen Kurse anzeigt und man direkt aus dieser heraus Coins tauschen kann.

      • Name required // 18. December 2015 at 12:19 //

        Sorry, meinte natürlich: http://de.shapeshift.io

      • Name required // 18. December 2015 at 12:23 //

        Und auch dies sollte man als Entwickler im Hinterkopf haben: http://de.shapeshift.io/for-business

        Bin gespannt, wie sich die ganze Sache noch so entwickelt, wenn das Thema Kryptowährungen weiter an Fahrt gewinnt.

  5. BTC zum neuen Gold
    LTC und oder Ripple zum neuen Bargeld
    irgendein Altcoin oder mehrere für das Micropayment

    und beim BTC ne Mindest-Fee einführen von maybe 0.001 oder 0.01 und bei höheren Beträgen zb 0,1% vom Betrag

    mfg

  6. Kann ich nur zustimmen!
    Man kann sich das gut vorstellen, wie das mit Gold früher war- hier hat sich auch Silber als das Geld für den Alltag sowie für die „breite Masse“ (Bevölkerung) durchgesetzt aus ähnlichen Gründen (Trägheit, Teilbarkeit, etc.)

    Litecoin als das digitale Silber eben. Was spricht dagegen?

    Statt Blocksize – Debatte, einfach Alternativen nutzen, die dieses Problem sozusagen „lösen“…

  7. Eine Lösung für die Problematik gibt es bereits mit BitcoinXT und spätestens wenn die Blöcke voll laufen und die Gebühren steigen wird das Marktprinzip des günstigeren Angebots greifen und ab einem kritischen Punkt auf BitcoinXT umgestellt werden.
    Meiner Meinung nach werden diesen kritischen Punkt die großen Player in einem Konsens herbeiführen, d.h. Coinbase und BitPay, sowie diverse Börsen werden in Krisensitzung zur Entscheidung kommen, ab Termin X auf BitcoinXT umzusteigen und die Masse wird zwangsläufig diesem Umstieg folgen.
    Die Gefahr eines Verlustes wäre dann auch marginal, weil wenn die großen Spieler umsteigen, es sehr unwahrscheinlich wird, dass BitcoinXT dann nicht etabliert wird.

    Am Ende bleiben vielleicht noch ein paar Prozente an Bitcoin-Idealisten, die parallel den Bitcoinpfad noch am Leben halten, was aber kaum noch von Interesse sein wird.

  8. Erinnert mich sehr an unsere Politiker in ihrem Elfenbeinturm.
    Bekommen die “Macht” vom Volk, um es zu vertreten und handeln dann in eigenem Interesse GEGEN das Volk.

    Natürlich nicht nur und immer, aber mehr als “gar nicht”.

    BTC fürs Auto und LTC für den Kaffee: totaler Quatsch. Warum sollte man dann nicht auch LTC fürs Auto nehmen?
    Wir sehen ja jetzt bereits, dass es nur EINE CC geben kann. Wenn BTC es nicht geschissen (sorry) bekommt, wird es eine andere werden.

    Traurig und absolut assozial von den verantwortlichen Kernentwicklern!!

    Danke für den guten Bericht.

    LG
    Matthias

    • Naja … von “eigenem Interesse” würde ich nicht reden. Ich versuche auch immer zu vermeiden, es als Sache von Schuld oder Absicht darzustellen, da ich denke, die Kernentwickler wollen wie alle anderen das Beste für den Bitcoin, aber sie sind eben (zu) zögerlich.

  9. Ich bin der Meinung, dass wirtschaftliche Entscheidungen immer von denen getroffen werden sollten, die auch das Risiko dieser Entscheidungen tragen. Im Falle des BTC sind das die Miner. Die ideale Blocksize kann niemand wissen, weil es so viele verschiedene Bedürfnisse und Meinungen wie Menschen gibt. Also muss der Markt das richtige Maß in einem Prozess finden. Wie macht man das? Wie auf jedem Markt, durch einen Konkurrenzkampf der Anbieter (Miner). Die stellen die Hardware für das Netz und tragen die Kosten. Also müssen Sie auch entscheiden können, was sie zu leisten bereit sind und was sie für Ihre Arbeit haben möchten. Jeder Miner muss sein eigenes, individuelles wirtschaftliches Modell vertreten können, welches sich im Konkurrenzkampf mit anderen beweisen muss. Ich bin dafür, dass jeder Miner selbst entscheiden sollte, wie groß sein Block sein soll und wieviel Fee er mindestens verlangen will.

    Zumindest sollte er Einfluss darauf nehmen können. Der User eintscheidet wieviel er zu zahlen bereit ist. So entsteht ein Konsens zwischen Blockgröße und Preis, den vorher niemand wissen kann. Sollte sich am Mininggeschäft irgendetwas als unwirtschaftlich herausstellen (zu große Blöcke z.Bsp.), so wissen das die Miner als erste und da es ihr Geldbeutel ist, den es betrifft, werden sie die geeigneten Maßnahmen völlig selbständig und vor allen Dingen zeitnah einleiten. Was auch immer das sein wird. So können sich völlig freie Modelle entwickeln von denen heute noch keiner auch nur geahnt hätte, dass diese möglich wären. Wer weiß, vielleicht ist die Größe der Blockchain in Wahrheit garkein echtes Problem, weil man sie vielleicht in der Zukunft aufgeteilt speichern kann oder auf Grund dieser Nachfrage Speicher entwickelt werden, die keine nennenswerten Limits in der Kapazität mehr kennen…u.s.w.

    Und das die Großen die Kleinen schlucken ist auch nur ein Mythos. In Wahrheit schlucken die Inovativen die Festgefahrenen. Die Größe spielt da nur eine untergeordnete Rolle. Und für Innovation gibt es bekanntlich keine Grenzen und immer Konkurrenz.

    Gänzlich falsch hingegen, ist es meiner Meinung nach, dass die Kernentwickler diese Entscheidung treffen und sozusagen einfach festlegen. Sie haben nicht zu entscheiden, was der Bitcoin sein soll oder nicht, da sie in ihrer Funktion keine Marktteilnehmer sind. Selbst wenn man ihnen Rechtschaffenheit unterstellt, diese Entscheidung können sie garnicht treffen, da ihnen hierfür die unüberschaubar komplexen Informationen des Marktes/Marktteilnehmer fehlen und sie auch nicht die Konsequenzen ihrer sicherlichen Fehleinschätzung tragen müssen. Eine Meinung einem anderen per Diktat aufzuzwingen hat noch nie funktioniert. Der BTC sollte frei bleiben, wie ein ruhiger See. Jederzeit bereit an jeder beliebigen Stelle und in jede beliebige Richtung abzulaufen, wo auch immer das sein wird. Niemand kennt die Wahrheit oder die Zukunft. Man kann sich ihr nur demütig und sehr sehr vorsichtig nähern. In einem Prozess!!!

  10. Open Source und deren Möglichkeiten werden bei der Diskussion vergessen, denn es ist mitnichten so, dass Bitcoiner dazu gezwungen werden eine 1MB Blocksize zu nutzen. Es wäre ein Leichtes den Bitcoin Core zu forken und das Limit einfach auf 2MB zu erhöhen, dazu braucht es keine Kernentwickler.

    Wovor viele Bitcoiner eigentlich Angst haben ist es das OpenSource-Prinzip anzuwenden und die Möglichkeiten aktiv zu nutzen. Man ist es eben gewohnt, dass Dinge zentral vorgegeben werden und sich eine zentrale Instanz a la Bank um alles kümmert und fürchtet, wenn man sein Glück selbst in die Hand nimmt, dass es dann schief gehen könnte.
    Man ist es gewohnt sich Microsoft Windows zu laden und zu installieren weil man nach wie vor denkt, dass wenn eine mächtige zentrale Instanz dahintersteht, dies mehr Stabilität und Effektivität verspricht.

    Diese Angst jedoch ist primär bedingt der fehlenden Erfahrungen und jedes Neuland wird erstmal mit großem Behagen empfunden.
    Je mehr man sich aber mit Open Source auseinandersetzt, desto mehr verliert man die Angst davor und desto mehr versteht man, dass das gefürchtete Konkurrenzprinzip wie man es im kommerziellen zentralisierten Bereich gewohnt ist, nicht mehr funktioniert und Veränderungen nicht durch Konkurrenz, sondern durch Assimilation des Big Players erfolgen.

    Der Witz an der Sache ist, dass das Internet selbst bereits dezentral ist und nach dem Open Source Prinzip funktioniert.
    Und so wird es auch bei den Coins sein, es wird am Ende meiner Meinung nach nur ein Coin namens Bitcoin übrig bleiben, weil Bitcoin die Konzepte der Konkurrenz einfach assimiliert und sich zu eigen machen kann. Bitcoin könnte theoretisch selbst Ethereum implementieren und Ethereum überflüssig machen.

  11. name required // 18. December 2015 at 21:27 // Reply

    “dass das gefürchtete Konkurrenzprinzip wie man es im kommerziellen zentralisierten Bereich gewohnt ist”
    Wie jetzt? Konkurrenz oder Zentralisierung? Beides zusammen geht nicht bzw. schließt sich aus.Entweder freier Markt- oder Sozialismus 🙂

    “Veränderungen nicht durch Konkurrenz, sondern durch Assimilation des Big Players erfolgen.”
    Das scheint ja bei Microsoft mit dem Smartphone nicht wirklich geklappt zu haben 🙂

    • Sorry aber genau dies ist es ja, Open Source wird nicht verstanden.
      Konkurrenz und Zentralisierung widerspricht sich nicht, weil es Konkurrenz innerhalb eines zentral organisierten Systems gibt.
      Auch Assimilation ist in Open Source kein negativer Begriff, sondern eine positive Stärke und dadurch sehr viel freier als jeder andere Closed Source Market.

  12. “Konkurrenz und Zentralisierung widerspricht sich nicht, weil es Konkurrenz innerhalb eines zentral organisierten Systems gibt.”

    Die Zentrale hat keine Konkurrenz. Wen auch? Sonst wäre sie keine Zentrale. Sie ist die wichtigste Instanz in einem zentralistischen System, da sie Letztentscheider ist. Da Sie innerhalb des Systems kein Risiko trägt, gibt es für Ihre Entscheidungen auch kein Disziplinierungsinstrument. Daher sind Fehlentscheidungen wahrscheinlicher. Ob es innerhalb des Systems Konkurrenz zwischen den Untertanen gibt spielt keine Rolle.

    Konkurrenz kann höchstens zwischen zentralisierten Organisationen entstehen. Firmen z.B. Dann besteht für jede “Zentrale” wieder ein Disziplinierungsinstrument und ein Risiko zu scheitern, da die Marktteilnehmer eine Wahl haben. Stichwort: Monopole sind schlecht / Marktführer nicht

    • Eine Bank ist zentral organisiert, dennoch gibt es sehr wohl Konkurrenz. Ein Unternehmen ist zentral organisiert und natürlich gibt es auch hier Konkurrenz.

      Jedes Closed-Source-Unternehmen ist letztendlich zentral organisiert, gibt die Strukturen vor und umhüllt diese mit einer Art “Schutzschicht” um sein Wissen in sich zu bergen und daraus einen Wettbewerbsvorteil zu erhalten.

      Veränderungen werden in einem solchen System logischerweise durch Konkurrenz erreicht, indem ein anderes Closed-Source-Unternehmen mit einem besseren Konzept aufwartet und versucht sich über den Wettbewerber hinweg zu setzen.

      Bei Open-Source funktionieren Veränderungen nicht mehr nach diesem Prinzip der Konkurrenz, sondern eben durch Assimilation.
      Dies ist insofern auch logisch, weil es in einem offenen System keinen Wissensvorsprung gibt, demzufolge gar keine ernsthafte Konkurrenz entstehen kann, denn spätestens wenn das führende Unternehmen merkt, dass es an Attraktivität gegenüber eines Konkurrenten verliert, wird es die Neuerungen des Konkurrenten selbst implementieren und damit den Attraktivitätsunterschied egalisieren.

      Im Übrigen gibt es auch Assimilation unter Closes-Source-Unternehmen, z.B. indem der Marktführer die Konkurrenten aufkauft. Wiederum mit dem Nachteil, dass der Marktführer dadurch die Möglichkeit hat, Innovationen zurück zu halten oder zu unterdrücken. Ferner hat es den Nachteil, dass der Wettbewerber nicht auf bereits bestehendem Wissen des Marktführers aufbauen kann, somit die Eintrittsbarrieren viel zu hoch sind.

  13. Christoph, Glückwunsch für so einen tollen Blog bei dem die Leser mitdiskutieren!

  14. @TonyFord
    Ob es innerhalb einer Bank Konkurrenz zwichen den Angestellten gibt, ist irrelevant, da die relevanten Entscheidungen immer von der Zentrale der Bank getroffen werden, die innerhalb der Bank ohne Konkurrenz ist. Zwischen den Banken kann natürlich wieder echte Konkurrenz entstehen, was ich ja bereits geschrieben habe. Jedoch ist in unserem zentralistisch, sozialistischem Staatssystem diese nur bedingt wirksam. Gerade bei den Banken 😉 (anderes Thema)

    Assimilierung ist eine Folge von Konkurrenz. Das heißt keine Assimilierung ohne vorherige Konkurrenz. Warum?
    Es gibt unendlich viele Ideen. Um jedoch von einem Marktteilnehmer aufgenommen zu werden, muss diese Idee vorher einen Wettbewerbsvorteil erzeugt haben. Sie hat also vorher mit anderen Ideen konkurriert. Andernfalls lohnt sich eine Assimilierung nämlich nicht. Fortschritt entsteht vorangig aus Konkurrenz, dem Drang besser zu sein als die anderen, um den Markt für sich zu gewinnen. Dieser Drang ist immer und überall gegenwärtig. Das gilt auch bei Open Source. Für den Assimilierenden gibt es jeoch ein Zeitnachteil. Warum sollten die Marktteilnehmer wechseln, wenn der Erstanbieter alles richtig gemacht hat? Das heißt Preis und Qualität stimmen. Der hinterherhinkende Anbieter kann durch Assimilierung lediglich Schadensbegrenzung bereiben, jedoch keinen Wettbewerbsvorteil erreichen. Dies ist Gott sei dank nur duch eigene bedafsgerechte Innovation möglich.

    Für den BTC heißt das konkret. Die Konkurrrenz anderer Anbieter hilft dem BTC besser zu werden. Er muss jedoch, wenn er seine Vormachtstellung behalten will selber innovativ sein. Reine Assimilierung reicht nicht, wie ich oben aufgeführt habe. Andernfalls wird er vom Markt entfernt. Wichtig ist alleine, dass er die Bedürfnisse der Marktteilnehmer am besten befriedigt, die dummerweise vorher niemand genau kennt. Deshalb müssen diese in einem Prozess gefunden werden, der genau von diesen Marktteilnehmern bestimmt wird. Die Kernentwickler gehören leider nicht dazu.

    • ——–
      Das gilt auch bei Open Source. Für den Assimilierenden gibt es jeoch ein Zeitnachteil. Warum sollten die Marktteilnehmer wechseln, wenn der Erstanbieter alles richtig gemacht hat? Das heißt Preis und Qualität stimmen. Der hinterherhinkende Anbieter kann durch Assimilierung lediglich Schadensbegrenzung bereiben, jedoch keinen Wettbewerbsvorteil erreichen
      ——–
      Du vergißt dabei die bereits vorherrschenden Marktverhältnisse. Der Erstanbieter oder bessere Konkurrent bindet eben nur einen kleinen Teil des Marktes an sich, so dass die Frage “Warum wechseln” nicht im Raume steht, weil die deutliche Mehrheit beim hinterherhinkenden Anbieter verharrt. Deshalb gibt es auch keinen Zeitnachteil, weil bis der große Marktführer wie Bitcoin tatsächlich eine Mehrheit an Nutzern verliert, dazu braucht relativ viel Zeit. Ergo kann sich Bitcoin anschauen wie sich neue Dinge wie u.a. Ethereum entwickeln und im Bedarfsfall diese Konzepte implementieren.
      Je größer Bitcoin im Vergleich zum Rest wird, je mehr Unternehmen, Projekte, Menschen, usw. dabei involviert sind, je mehr Kapital bei einem Wechsel verloren gehen würde, desto fixer ist die Marktstellung von Bitcoin, desto länger braucht ein Umstieg zu einem neuen konkurrierenden System, desto unwahrscheinlicher wird ein Umstieg.

  15. Also für mich ist das auf was die Kernentwickler hinarbeiten wollen offensichtlich. Sie wollen mit ihrer Bitcoin Politik das Konzept der Sidechains und somit die eigene Firma Blockstream pushen.
    https://bitcoinblog.de/2015/08/13/blockstream-die-firma-die-altcoins-unnoetig-machen-moechte/

    Sidechains sind ideal um anderweitig Informationen oder “Sidecoins” zu nutzen.

    Im Grunde finde ich das nicht schlecht, allerdings ist Blockstream eine wirtschaftlich arbeitende Firma und hat mit Open Source nicht mehr viel zu tun.

    Wirklich schade finde ich die Tatsache das ein offensichtliches und genials Open Source wie der Bitcoin von deren Kenrwntwickler so gelenckt wird, um ihrer eigenen Firma die größten Möglichkeiten einzuräumen.

    Mit dem Open Source und Community Gedanken hat das leider nicht mehr viel zu tun. Die Kernentwickler stellen sich hier meines erachtens zumindest gegen einen Großteil der Bitcoin Community. Sowas ist nicht schön und auch überhaupt nicht Open Source like. Im schlimmsten

    Wenn sich die Gier des einzelnen gegen mehrere stellt (was hier passiert) geht das im schlimmsten Fall komplett nach hinten los.

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