Mining-Pool will 291 Bitcoin spenden, die “zwielichte Quelle” versehentlich als Gebühr bezahlt hat

Piggie. Bild von Henning Leweke via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Stell’ dir vor, jemand schickt dir versehentlich 291 Bitcoin – und jeder sieht zu. Dies ist gestern dem Mining-Pool BitClub passiert. Ein Unglücksrabe hat Bitcoins im Wert von mehr als 120.000 Euro als Gebühr versendet. Nun sucht BitClub den Besitzer des Geldes.

Es gibt Dinge, von denen man sich wünscht, man hätte sie nie gemacht. Ein falsches Wort gesagt, und einen Beziehungsstreit vom Zaun gebrochen; in einem Moment nicht aufgepasst, und das Auto an den Baum gefahren. Oder eben eine Transaktion abgesendet, in der man Betrag und Gebühr verwechselt hat.

Schwer zu sagen, wie so etwas passiert, aber es passiert. Dies beweist diese Transaktion, die der Mining-Pool BitClub gestern eingeblockt hat. Ein Unbekannter hat nicht 291 Bitcoin mit einer Gebühr von 0,0001 Bitcoin versendet, sondern – ihr könnt es euch vorstellen. Mit 316 Bitcoin Belohnung war der Block mit der Höhe 409008 der bisher einträglichste in der Geschichte des Bitcoin-Minings.

Bitcoin-Transaktionen sind irreversibel, was in diesem Fall sehr ungünstig ist. Ob ein solcher Irrtum korrigiert wird, obliegt alleine der Willkür des Miners. Wenn er nett ist, zahlt er die 291 Bitcoin zurück, wenn er gierig ist, lässt er es. Immerhin ist die Blockchain transparent, was in diesem Fall ein Vorteil ist. Denn jeder weiß, dass es der Pool BitClub war, der die Transaktion gemined hat.

Unmittelbar nachdem diese spektakuläre Transaktion gesichtet wurde, gab es prompt per twitter und reddit Aufforderungen an BitClub, “das Richtige” zu tun. Es gibt zwar keinen Mechanismus, das Geld zurückzuholen, aber einen moralischen Druck, es zurückzugeben.

Wie es aussieht, folgt der Pool den Ermahnungen. DavidRindfleisch vom BitClub-Support-Team schrieb auf reddit: “Wir warten derzeit darauf, dass sich jemand meldet und beweist, dass er der Sender der Transaktion ist, damit wir ihm die Bitcoins zurück senden können.” Bislang habe sich aber noch niemand gemeldet. Die Transaktion selbst nennt DavidRindfleisch “unique”: “Sie sieht auf den ersten Block so aus, als stamme sie von einem Mixing-Service oder einer Art von automatisiertem Payment-Script, das eine Fehlfunktion hatte.”

Sollte sich niemand melden, “geben wir sie zurück an die Bitcoin Community! Wir finden, dass diese Bitcoins nicht uns gehören oder unseren Mitgliedern, und weil es ein Fehler vom jemandem war, der wie eine zwielichtige Quelle wirkt, wollen wir es nutzen, etwas Gutes zu tun.” Wenn sich der Besitzer nicht innerhalb einer Woche meldet, spendet BitClub die 291 Bitcoins. Pläne sind, sie an die Bitcoin Core Entwicklung zu geben, an die Bitcoin Foundation und an andere Charitys, die die Community vorschlägt.

“Das gibt uns die Gelegenheit, zu beweisen, dass wir einer von den Guten sind, obwohl wir das Stigma tragen, ein MLM zu sein,” so DavidRindfleisch, “Wir hoffen, dies öffnet manchen die Augen, was für eine Art von Organisation wir sind, aber ehrlich gesagt ist es wahrscheinlicher, dass die Leute weiterhin glauben, was sie glauben wollen, und wir weiterhin tun, was wir seit dem Start von BitClub vor 18 Monaten tun: unser Geschäft.”

Das BitClub-Netzwerk hat unter allen Bitcoin Mining Pools den vermutlich schlechtesten Ruf. Grund ist, dass es Multi-Level-Marketing (MLM) betreibt und damit fast automatisch gedanklich in die Nähe von Pyramidenspielen gestellt wird. In der Affäre der 291-Bitcoin-Gebühren verhält sich MLM so vorbildlich, dass manche schon gemeint haben, dies sei ein abgekartertes Spiel mit dem Ziel, PR zu betreiben. Aber wir wollen an dieser Stelle nicht zu negativ sein. Die Reaktion von BitClub verdient Lob – nicht aber unbedingt das Geschäftsmodell.

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4 Comments on Mining-Pool will 291 Bitcoin spenden, die “zwielichte Quelle” versehentlich als Gebühr bezahlt hat

  1. Glücklicherweise kann so etwas mit richtigem Geld nicht passieren.

    • Doch sicher.. ich sage bloß Bankenkrisen, Zypern, Griechenland.. Geld verbrennt.. Mit Bitcoin kann so etwas nicht passieren. Stichwort: Paperwallet.. Sie könnten sich sogar den Privaten Schlüssel sonst wo hin tattoowieren lassen 😉

  2. Was ist richtiges Geld?

  3. Waterloo // 2. May 2016 at 12:05 // Reply

    Es braucht keine Bankenkrise. Im Betragsfeld der Überweisung die z.B. achtstellige Kundennummer angeben, im Verwendungszweck den Betrag, schon ist das Chaos perfekt.

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