Donald Trump nominiert Bitcoin-Unternehmer für Leitung der FDA

Donald Trump, 2013. Bild von Gage Skidmore via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Möglicherweise wird Balaji Srinivasan, Chef des Bitcoin-Startups 21.co, Leiter der amerikanischen Lebens- und Arzneimittelaufsicht. Überhaupt finden sich im Team des angehenden Präsidenten Donald Trump überraschend viele Fans von Bitcoin und Blockchain.

Ab einem gewissen Level ist Erfolg nicht zwingend Voraussetzung für mehr Erfolg. So wie zahlreiche Supermanager ungeachtet ihrer (Mis-)Erfolge an die Spitze anderer Unternehmen berufen werden, nachdem sie mit hohen Abfindungen ihren bisherigen Arbeitgeber verlassen, so muss ein Serienunternehmer wie Balaji Srinivasan keine Erfolge vorweisen, um sich für höhere Weihen zu qualifizieren.

Vor kurzem hat der angehende US-Präsident Donald Trump erklärt, dass der Gründer und Chef des Bitcoin-Unternehmens 21.co möglicherweise Leiter der Food and Drug Administration wird. Die FDA abgekürzte Behörde ist für Lebensmittelüberwachung sowie die Zulassung von Arzneimitteln zuständig.

Entscheidend für die Kandidatur dürften kaum Srinivasans Erfolge mit dem von ihm gegründeten Bitcoin-Startup 21.co gewesen sein. Zwar gelang des dem Unternehmer, mit 116 Millionen Dollar die bis dato höchste Kapitalspritze für die Unternehmung zu erhalten, einen speziellen Mining-Chip in alle Geräte zu bringen, doch das, was es letztendlich lieferte, blieb weiter unter den Erwartungen.

Der 21-Bitcoin-Computer ist ein überteuerter Raspberry, dessen implementierter Mining-Chip in der Regel nicht einmal die Stromkosten einspielt; die Plattform, durch die 21.co den Handel mit Mikrodienstleistungen von Computern gegen Bitcoins eröffnen möchte, stagniert größtenteils; die Software, um Computerleistung zu kaufen oder zu verkaufen, ist weiterhin im Alpha- oder Betastadium; und auf dem Blog hat die Firma seit Juni 2016 nichts Neues mehr angekündigt. Sieht nicht nach der Revolution aus, die Srinivasan den Investoren versprochen hat, und vielleicht sind die schleppenden Erfolge der Grund, weshalb er sich eine neue Aufgabe ohne Bitcoins sucht.

Für den Job als Leiter der FDA qualifiziert sich Srinivasan weniger durch Erfolge mit 21.co als durch seine vorherigen Unternehmungen sowie seine politische Haltung. So hat der Unternehmer zuvor die Biotech-Firma Counsyl mitgegründet und geholfen, einen Test zu entwickeln, mit dem noch während der Schwangerschaft geprüft werden kann, ob ein Kind am Down-Syndrom oder anderen schweren, genetisch bedingten Behinderungen leiden wird. Srinivasan ist zudem für seine liberale Einstellung bekannt, die er bevorzugt über ein Medium kundtut, das auch dem angehenden US-Präsidenten gefällt: twitter. Mit der Nominierung für die Leitung der FDA hat Srinivasan allerdings seine bisherigen Tweets gelöscht. Viele davon sind jedoch nach wie vor über archive.is zu finden; das Magazin Gizmode zitiert einige von ihnen, aus denen hervorgeht, dass Srinivasan die Behörde für Arzneimittelzulassungen vor allem als Hemmschuh für Innovationen ansieht und ihr am liebsten die Zähne ziehen würde.

Diese liberale bzw. libertäre Einstellung sowie eine gewisse Bekanntschaft in Unternehmer-Kreisen scheint die wichtigste Qualifikation von Srinivasan zu sein. Er ist nicht der erste Bitcoin-freundliche Kandidat, den der künftige Präsidenten für hohe Ämter nominiert. So hat Trump den deutschstämmigen Milliardär, PayPal-Gründer und Investor Peter Thiel in das “Presidential Transition Team Executive Committee” geholt. Thiel hatte schon zuvor mehr als eine Million Dollar für Trumps Wahlkampf gespendet. Für ihn hat Bitcoin mit der Schaffung einer neuen Währung das erreicht, was PayPal nicht geschafft hat; er schreibt der Kryptowährung des Potenzial zu, die Welt zu verändern, und hat mehrere Millionen in den Bitcoin-Payment-Processor BitPay und – obacht: Balaji Srinivasans 21.co investiert.

Am vielleicht deutlichsten Pro-Bitcoin ist jedoch der von Trump als Chef des Office of Management and Budget nominierte Mick Mulvaney. Der Republikaner hat bereits gelobt, dass Bitcoin nicht durch den Staat manipuliert werden kann; er hat mit dem Abgeordneten Jared Polis “Bitcoin Caucus” gegründet, eine Initiative, die Bitcoin in Washington bekannt machen soll; nachdem er und Polis seit zwei Jahren mit der Lobbygruppe Coin Center kooperieren, rühmt ihn diese als “vorwärts schauenden Anführer.” Neben Bitcoin hält Mulvaney große Stücke auf die “Blockchain-Technologie”, der er das Potenzial zuschreibt, “die Finanzindustrie, die US-Wirtschaft und die Bereitstellung von Regierungsdienstleistungen zu revolutinieren.”

Auch die Tech-Unternehmer Elon Musk (Tesla), Travis Kalanick (Uber) und Indra Nooyi (PepsiCo), die Trump zu Strategie-Beratern berufen hat, scheinen offen für Bitcoin zu sein. In jedem Fall erkennen sie das Potenzial der Blockchain-Technologie. Ob Donald Trump für die Welt und die USA eine gute Nachricht ist, ob Srinivasan eine gute Wahl für ein Amt ist, oder nicht, ist die eine, offene Frage. Hingegen scheint klar zu sein, dass die Präsidentschaft Trump für Bitcoin und Blockchain eher keine Katastrophe werden wird.

 

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18 Comments on Donald Trump nominiert Bitcoin-Unternehmer für Leitung der FDA

  1. “Ob Donald Trump für die Welt und die USA eine gute Nachricht ist, ob Srinivasan eine gute Wahl für ein Amt ist, oder nicht, ist die eine, offene Frage”

    Na ja, für mich ist das eher eine etwas “optimistische” Sichtweise. Alles was ich bisher darüber gelesen, gesehen, gehört habe deutet für mich auf das krasse Gegenteil hin. Ein Egozentriker, tapfer rechts- oder besser gesagt rechts-außen-konservativ twittert ungeniert die übelsten Beschimpfungen und und Behauptungen in die Welt. Seine Anhänger sind wohl ähnlich gewickelt / gestrickt na dann “gute Nacht” schöne neue Welt. Jeder gegen jeden, USA zuerst, alle anderen können mich mal was ist denn das für ein Weltbild. Und bitte komme mir niemand mit dem Spruch “war ja noch nie anders”, es geht hier und jetzt um den zukünftigen Chef dort nicht um die Vergangenheit.

    Alles in Allem, ich erwarte nichts gutes von diesem “Dummbeutel”.
    Ars…oc. bleibt Ars..l.ch und wird sich verhalten wie ein Solches.

  2. Ökonomisch schauts für die USA mittlerweile dunkel und düster aus. Mit Trumps Isolations-Politik sieht es nach schwerer Rezession aus. (https://nexus.nordea.com/#/article/33085)
    Und das deutet daraufhin, dass wir bei BTC die 1100-Marke bald wieder vorübersausen sehen.

  3. forexlegend // 16. January 2017 at 15:31 // Reply

    Mir gefällt wie Trump vorgeht. Auch scheint er seine Leute sorgfältig auszuwählen.
    Leider wird man bei seiner Amtszeit eine Krise herbeirufen:Der DowJ und der S&P haben höchststände, und diese müssen endlich nach unten korrigiert werden. Auch ist der Dollar am abheben. Ich erwarte endlich die Rezession, in der wir schon längst hätten sein müssen.

  4. Hier ein Beispiel aus dem Interview mit der “Bild”-Zeitung. Darin wirft Trump den deutschen Autobauern vor, unfair zu agieren. In manchen US-Straßen stünde vor jedem Haus ein Mercedes-Benz, in Deutschland aber nicht die entsprechende Zahl an US-Autos. “Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland? Nicht allzu viele, vielleicht gar keine, man sieht dort drüben gar nichts, es ist eine Einbahnstraße.”

    Was Trump nicht sagt: General Motors hatte den Verkauf seiner Marke Chevrolet in Europa 2015 eingestellt, um seine deutsche Tochter Opel zu unterstützen.

    Was kann einem an solchen “hanebüchenen” Aussagen gefallen. Entweder er ist sich bewusst was er da Falsches sagt oder er weiß es nicht besser. Beides ist nicht gut.

    Und selbst wenn es so wäre wie er sagt, hat sicher seinen Grund warum keiner einen Chevrolet kaufen mag. Aber Wettbewerb schaut doch anders aus als dieser “Schwachmat” sich das vorstellt. 35% Strafzölle – mach doch. Behaltet doch Euren Scheißdreck – ich will den eh nicht haben!

    Meinungsmanipulation ist noch das “feinfühligste” was mir dazu einfällt. Aber das ist ja heute scheinbar “in”. Hauptsache “meine” Anhänger haben wieder etwas zu grölen, zu beklatschen. Wird schon was “hängenbleiben”. So macht man keine “gute Politik” das wird auch nicht lange gut gehen. Irgendwann merkt doch der “Dümmste” was da vor sich geht. Oder auch nicht. Ach lassen wir das diskutieren hier ich mag das eigentlich nicht, dann kommt es halt so wie es kommen muss. Ende der Diskussion.

  5. Hey Leute der Wahlkampf ist zu Ende und ein Stimmrecht hatten wir sowieso nicht.
    Mich beruhigt es das er noch keine zigtausende Tote auf dem Kerbholz hat und das er die NATO für obsolete erklärt hat. Seine gute Beziehung zu Putin ist auch positiv zu bewerten.
    Wenn er davon nur 10% umsetzt ist er ein Held. Hoffentlich stirbt er nicht den selben Heldentod wie JFK.

  6. Donald Trump ist satoshi nakamoto. 🙂

  7. Das Gewetter gegen Trump ist zu herrlich.. Eine Schande, das.. Ein Politiker, der die Ingeressen seines Volkes vertritt.. Ein Populist! Wo kommen wir denn da hin, wenn Entscheidungen nach dem Willen des Mobs getroffen werden und nicht nach dem Wollen unserer selbsternannten “Elite”?

    Mal ernsthaft: Die Besetzung der Ämter ist sehr positiv überraschend. Das Unterstützer seines Wahlkampfes zuvorderst kommen hat aber einen faden Beigeschmack.. Replace the swamp statt drain the swamp.. Nunja.. Wir wollen ja nicht auf einen Gaul eindreschen, der noch nichtmal gesattelt wurde.

  8. Evelyne Mai // 18. January 2017 at 12:26 // Reply

    IMHO absolutes Ablenkungsmanöver. Zentraler Aspekt spielt nach wie vor das westliche Finanzsystem, welches nicht mehr lange durch Kriegsführung aufrechterhalten werden kann und Dumpfbacke Trump wird alles dafür tun, dieses System aufrechterhalten zu wollen. Da kann er noch so groß einen auf Bitcoin-Sympathisant machen.

  9. @Gregg: “Interessen seines Volkes vertritt” Ich bin mir da nicht sicher ob das die Interessen des amerikanischen Volkes sind die Herr Trump da scheinbar vertritt oder nur seine EIGENEN bzw. die seiner Führungsriege. Ob Aufstachelung zum Rassenhass, Abschottung gegen jeden und das alles wirklich zu den ureigensten Interessen des amerikanischen Volkes sind, man da habe ich wirklich meine Zweifel.
    “Die Besetzung der Ämter ist sehr positiv überraschend” na ja abwarten bis jetzt schaut das für mich eher so aus als ob er seine Milliardär-Kumpels ins Boot geholt hat. Und mit Herrn Steve Bannon ( Webseite “Breitbart” ) hat sich Herr Trump ja einen waschechten “rechten Hetzer” in seine Banschaft geholt. Wenn der den Präsidenten beraten darf kann sich doch jeder an 3 Fingern abzählen was da auf uns, auf die Welt, zukommt. Da sollte doch jeder erkennen was da vor sich geht. Ich verstehe nicht wie man so tun kann wie wenn uns hier das alles nichts angeht bzw. “erst mal abwarten wird nicht so schlimm kommen”.

    @Herr Bert: “Hey Leute der Wahlkampf ist zu Ende und ein Stimmrecht hatten wir sowieso nicht”. Dass der Wahlkampf in USA zu Ende ist – ist mir bekannt. Auch ist mit klar dass weder ich noch sonst jemand hier bei uns ein Stimmrecht hatten. Mein Geschreibsel ist nur ein Kommentar zum Artikel von Christoph, verstehe nicht was du mit deinen Worten sagen willst.
    “Mich beruhigt es das er noch keine zigtausende Tote auf dem Kerbholz hat” – na ja jeder der zum ersten mal in die Politik einsteigt hat wohl großteils diese Eigenschaft(?)
    “Seine gute Beziehung zu Putin ist auch positiv zu bewerten” Schauen wir mal ob die wirklich so gut sind wie es immer zu lesen ist bisher.

    • „Seine gute Beziehung zu Putin ist auch positiv zu bewerten“ Schauen wir mal ob die wirklich so gut sind wie es immer zu lesen ist bisher.

      Wann sind “gute Beziehungen zu Putin” eigentlich ein Qualitätsmerkmal geworden?

      • Seitdem Putin für alles und jeden verantwortlich gemacht wird. 😉

      • Ok, verstehe den Punkt, kann es nachvollziehen, macht es aber nicht wirklich besser, oder? Nur weil alle Angst vorm Schwarzen Mann haben, ist der Schwarze Mann deswegen noch nicht gut …

      • Ich sehe Putin nicht als den Bösen. Er ist gefährlich, genauso wie jeder andere Anführer einer Großmacht. Der Berichterstattung vertraue ich schon lange nicht mehr und die kurze Zeit, in der eine Besserung absehbar war (nach Köln Jan 2016) hat nicht lange angehalten. Vielleicht bin ich dadurch zu zynisch geworden; für mich selbst ist nahezu jede wertende Berichterstattung der Massenmedien gegenteilig zu interpretieren.

      • Ja, ich vertraue der Berichterstattung auch nicht unbegrenzt, aber am Ende des Tages sind es die Reporter, die in Moskau sind, die mit Oppositionellen und Politikern reden und nicht ich. Woher wenn nicht von denen nehme ich die Informationen, auf denen ich meine Meinung baue? Kaum auf denen von “alternativen Medien”, die von den Mainstreammedien das abschreiben, was ihnen recht ist, und es dann hämisch kommentieren, weil sie eine andere Meinung haben … oder weil sie in einem täglichen Flut von korrekten Meldungen eine Falschmeldung entdecken, womöglich sogar eine absichtlich gesetzte.

        Und Putin: Ex-Geheimdienstler, lässt sich vom Premier zum Präsidente und wieder zum Premier wählen (oder so) und hebelt damit den Sinn der Verfassung aus, hat eine Putin-Jugend, beschäftigt tausende von Internet-Trollen, unterstützt in so gut wie jedem EU-Land rechte Parteien, marschiert in Georgien / der Krim ein, lässt Künstlerinnen verhaften, lässt Oligarchen verhaften, sobald sie ihm unlieb werden, während Russlands Wirtschaft kaputt geht, immer mehr von Öl und Gas abhängig, während sich der Alkoholismus weiter ausbreitet und die Lebenserwartung von Russen sinkt … nee, danke. Die anderen Politiker sind bestimmt nicht perfekt, aber mir um Welten lieber als Putin. Fall nicht darauf rein! das, was wir jetzt haben, ist schlecht, aber das ist kein Grund, sich hinter die noch schlechteren zu stellen (was meiner Meinung nach derzeit rund um die Welt in besorgniserregendem Ausmaß passiert …)

      • Hmm.. hast schon einen guten Punkt da angesprochen. Ich vermisse es ein bisschen, eine glaubenswürdige Berichterstattung zu erfahren. Zum Beispiel das der “Moslem-Ban” eigtl. nur die konsequente Umsetzung eines Gesetzbeschlusses Obamas ist (kein Wort darüber auf MDR-Info oder DLF). Ich informiere mich täglich über alternative Medien und die Hauptmedien und bin über die Divergenzen ebenso häufig erstaunt. Putin ist sicherlich kein “lupenreiner Demokrat”; Da kann ich dir völlig zustimmen. Es ist nur mittlerweile so pervers geworden, dass man nach dem Motto “Der Feind meines Feindes..” agitiert.

        Meine Überzeugung ist, dass gute Verhältnisse zu unserem Nachbarn auch für uns gut sind. Man muss Putin in die Schranken weisen, wenn er zu weit geht und man darf auch nicht alles, was aus dem Kreml kommt wie ein goldenes Kalb behandeln. Was die allgemeine Haltung gegenüber Theresa May und Trump angeht (oder zumindestens das, was man vorgesetzt bekommt) angeht, bahrt es allerdings jeglichem demokratischem Verständnis und jeglicher Vorbehaltslosigkeit. Was wir momentan weltweit beobachten ist eine natürliche Reaktion auf die Geschehnisse (wie am Aktienmarkt) und es ist auch eine gesunde Reaktion. Lässt man Linksextremismus durchbrechen, passieren sehr, sehr ähnliche Dinge, wie im Rechtsextremismus.

        Ich beobachte die aktuelle Entwicklung mit einer Art.. Befriedung. Die Welt wird verrückt; Aber in die andere Richtung. Und das war nach über einem Jahrzehnt wahrlich nötig. Hoffentlich finden wir die Notbremse, wenn es in 5-10 Jahren zu weit zurück geht.

        Putin: Lässt Künstlerinnen verhaften, lässt Oligarchen verhaften – das ist an mir vorbeigegangen.. hast du da ein paar Stichworte für mich? Und was sind für dich “rechte Parteien”? Für mich sind rechte Parteien nicht inhärent schlecht. Nationalsozialismus – das Paradebeispiel – war bspw. alles andere als komplett rechts. Das Wort selbst bezeichnet es ja schon.. es ist die Mitte (im statistischen Mittel) aus Links- und Rechtsextremismus.

      • hast du einen Link zu der Muslem-Bann-Geschichte? Davon wusste ich in der Tat nichts. Ich bin gerade auch relativ voyeuristisch unterwegs und lese nur, wie es einen Coup in den USA von Trump und Präsident Bannon gibt …

        Mit Putin / Russland sehe ich es auch so: Gute Beziehungen sind wichtig, Russland ist eine wundervolle Kulturnation und sie hat Putin demokratisch gewählt. Verteufelung ist nicht hilfreich. Ich mag einfach seinen Einfluss auf das Verständnis von Politik, Herrschaft, Freiheit und Krieg / Frieden nicht. Auch wenn man über die Geschichte in Syrien wohl sehr gut streiten kann.

        Künstlerinnen: Pussy Riots (Sibirien), Oligarchen (Chlodorkowski) … Rechte Parteien: AFD, Front National, Wahre Finnen, etc. Ich finde sie auch nicht inhärent schlecht – ok, ein bisschen schon, zugegeben – aber was mir etwa Sorgen macht, ist die sich ausbreitende Europa / EU Feindlichkeit. Wenn Europa zurück in die Kleinstaaterei verfällt, werden wir hier bald nur noch Spielball von Großmächten sein. Dass das derzeitige Modell nicht richtig funktioniert, ist irgendwie auch klar, aber ein zurück in den 1950er Jahre ist auch nicht unbedingt wünschenswert.

      • Zu der “Moslem-Ban” Geschichte:
        http://edition.cnn.com/2017/01/29/politics/how-the-trump-administration-chose-the-7-countries/index.html
        (Ist ein bissl kurios, dazu CNN zu Rate zu ziehen.. Ich weiß; Aber ich nehme für solche Quellen gerne die, die einen Vorbehalt gegen mein Argument haben bzw. deren Vorbehalt gegen das Argument zu erwarten ist.)

        Zu Pussy Riots hab ich nicht viel mitbekommen; Das was ich mitbekommen habe, hätte aber jeden, der sich nicht unter “Künstlerfreiheit” die dazugehörige Narrenfreiheit einverleiben möchte, auch ins Gefängnis gebracht.

        Chodorkowski.. noch nie gehört. Der Einleitungsabsatz auf Wikipedia erscheint mir aber nicht gerade wie ein Unschuldslamm.. ^^
        https://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Borissowitsch_Chodorkowski

        Auch die EU-kritischen Parteien wollen meiner Ansicht nach nicht, dass Europa zerfällt. Die Diktatur der europäischen Kommission muss allerdings ein Ende haben. Wenn sich mein Staat Gesetzen unterwerfen muss, die von einer “Kommission” auf den Weg gebracht werden, die nicht von mir beeinflusst werden kann, kann ich mich auch genausogut den Amis, Chinesen oder Russen unterwerfen. Ich sehe darin keinen Unterschied.

        ___
        Die Mitglieder der Kommission der Europäischen Union, die „EU-Kommissare“, werden von den Regierungen der EU-Staaten nominiert und vom Europäischen Parlament bestätigt.
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        Das Parlament kann ich wählen. Das darf dann Ja oder Nein sagen. Wenn das Ergebnis den Herrschaften nicht passt, wird die Wahl wiederholt, wie es bei Volksabstimmungen auch gerne mal gemacht wird.

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        34 Abstimmungen haben in den verschiedenen EU-Ländern seit 1990 stattgefunden. In 10 Fällen sagte die Bevölkerung Nein. Und von diesen 10 Niederlagen wurden 3 nach einer Wiederholung der Abstimmung in einen Sieg für die EU-Befürworter umgewandelt.
        ___

        Ich finde es schon albern genug, dass ich als Wähler keinen Einfluss auf Kanzler, Präsident, Vorsitzenden des Bundestages, mögliche Koalitionen, (und ein unerfüllbarer Wunsch, wohl.. Mindestqualifikation für Minister!)… habe. Da brauche ich auf diese Ebene nicht noch eine Weitere aufgesetzt. Der Schweiz soll’s übrigens ganz gut gehen, munkelt man. Die halten sich aber aus der ganzen Sache recht geschickt heraus.

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