Credit China Fintech investiert 30 Millionen Dollar in BitFury

Der Hersteller von Mining-Hardware BitFury wird damit zum bestfinanzierten Bitcoin-Unternehmen. Ein Joint Venture mit Credit China soll der Firma dabei helfen, einen Fuß auf den chinesischen Mining-Markt zu bekommen, der derzeit von BitMain beherrscht wird. Grob vereinfacht könnte man sagen, dass damit die USA und China um den Markt konkurrieren. Wer auch sonst?

Netzwerken lohnt sich! BitFury ist eines der interessantesten, aufgrund seiner politischen Verflechtungen aber auch kontroversesten Bitcoin-Unternehmen. Eigentlich stellt die Firma Mining-Hardware her und ist einer der größten – wenn nicht der größte – Solo-Miner. Darüber hinaus hat sich BitFury nach den ersten Investment-Runden aber als “Blockchain Infrastructure Provider” neu erfunden und eine Fülle von Dienstleistungen rund um Bitcoin und Blockchain entwickelt.

Erst vor kurzem, auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos, hat BitFury den Global Blockchain Council gegründet. Von Anfang an mit dabei war eine Firma, die für BitFury nun womöglich den chinesischen Markt für Mining-Hardware aufbricht: Credit China Fintech aus Hongkong. Wie CNBC berichtet, haben die beiden Firmen ein Joint Venture vereinbart: Credit China wird 30 Millionen Dollar in Aktien von BitFury investieren, und die beiden Firmen werden gemeinsam in China die Mining-Hardware von BitFury verkaufen. Für die in Georgien gegründete und heute in Washington ansässige Firma ist dies der erste Eintritt in den chinesischen Markt.

Phang Yew Kiat, stellvertretender CEO der Credit China Fintech, erzählt CNBC, dass die Firma derzeit zudem die Nutzung der Blockchain auf ihrer eigenen Fintech-Plattform erkundet. Zur Debatte steht eine Anwendung für p2p-Kredite sowie Zahlungsdienstleistungen. Man habe bereits einen betriebsbereiten Prototypen, so Phang, der zumindest in den Laboren funktioniere. Ob es sich dabei um die Bitcoin-Blockchain handelt, an die man mit BitFurys Hardware Transaktionen anhängen kann, oder ob Credit China Fintech und womöglich auch BitFury parallel zur Aktivität mit Bitcoin-Minern auch an einer eigenen, speziellen Blockchain arbeiten, ist nicht bekannt.

Mit einem weiteren Investment von 30 Millionen Dollar hat BitFury nun insgesamt 120 Millionen Dollar eingesammelt. Damit wird das Unternehmen zum wohl bestfinanzierten Bitcoin-Startup überhaupt. Mit der Kooperation mit Credit China Fintech wird BitFury in der Lage sein, seine Mining-Hardware auf dem hoch umkämpften chinesischen Markt anzubieten. Ob die Firma die von ihr hergestellten Miner nur an große Akteure im Mining verkauft, wie derzeit an den Pool BitClub, oder auch an private Miner, bleibt abzuwarten. Es ist aber anzunehmen, dass BitFury eher die großen Mining-Farmen in China anvisiert, da sie ansonsten wie die Konkurrenz ihre Hardware auch über einen Online-Shop verkaufen könnte.

Derzeit wird der chinesische Mining-Markt von BitMain dominiert. Die Firma vertreibt mit der Antminer-Serie die leistungsstärksten und effizientesten Miner auf dem offenen Markt, besitzt mit dem zum Teil selbst bestückten AntPool den größten Mining-Pool der Welt und hat vor kurzem damit Schlagzeilen gemacht, im Nordwesten von China das zweitgrößte Rechenzentrum der Welt aufzubauen, in dem mit satten 135 Megawatt nach Bitcoins geschürft werden soll (135 MW ist etwa so viel, wie die größeren Wasserkraftwerke von EnBW erzeugen). Auch wenn BitMain den Ruf genießt, zuverlässig auszuliefern und der CEO Jihan Wuhan gelegentlich öffentlich auftritt, ist über die Firma und vor allem ihre Investoren wenig bekannt. Angesichts der Wirtschaftsstrukturen in China darf man wohl darüber spekulieren, dass die Regierung ihre Finger irgendwie im Spiel haben wird.

Bei BitFury, dem wohl einzigen wirklichen Konkurrenten von BitMain, sieht es nicht viel besser aus. Mit dem Unterschied, dass BitFury kein Geheimnis um seine engen Verbindungen zu Regierung der USA und anderen Staaten macht und die Partner als auch Investoren einigermaßen transparent sind. Gestärkt wird die ohnehin schon deutliche Verbindung zum Weißen Haus noch mit der erst kürzlich angekündigten Kooperation mit der Anwaltskanzlei Steptoe aus Washington, die dafür bekannt ist, einen guten Draht in die Politik zu haben.

Eine echte Weltmacht, könnte man sagen, muss heutzutage eben ihre Finger auch im Bitcoin-Mining haben. Oder ist es andersherum, und ein großer Miner muss heutzutage gut mit einer Weltmacht können?

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