User auf chinesischen Börsen müssen sich vielleicht vor Ort verifizieren

Beliebt in China: lange und hohe Mauern. Bild von Ronnie Macdonald via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Und es gibt mal wieder Neuigkeiten von der Regulierung in China. Die Volksbank Chinas, die PBOC, hat ja kürzlich begonnen, die Bitcoin-Börsen zu regulieren. Nun perlt sich ein überraschendes Modell heraus, wie die Börsen die Identität ihrer Kunden feststellen müssen. Zugleich beginnt die erste Börse, ihre Kunden nach Herkunft und Ziel der Gelder auszufragen.

Nachdem die PBOC erste Gespräche mit den großen Börsen Chinas geführt hat, mussten diese rabiate Maßnahmen ergreifen, um zu gewährleisten, dass sie den Auflagen der PBOP nachkommen. Die großen chinesischen Börsen Huobi, OKCoin und BTCChina haben sämtliche Bitcoin-Auszahlungen der Kunden vorübergehend gestoppt. Eigentlich sollte die Sperre nur 30 Tage anhalten; mittlerweile wurde sie aber auf unbestimmte Zeit verlängert. Solange eben, bis die Börsen all das erledigt haben, was die PBOC verlangt.

Zur Regulierung der Börsen gehört auch ein strenges Anti-Geldwäsche-Regime. Laut einem tweet von @cnledger diskutiert die PBOC derzeit mit den Börsen einen Entwurf, demzufolge diese die Identität ihrer Kunden in leiblicher Anwesenheit zu prüfen haben, sofern es um Beträge von mehr als 50.000 Yuan geht (knapp 10.000 Euro).  Ansonsten sollen die Börsen die Identität der Kunden per Video-Ident feststellen.

Bisher ist diese Regel nur ein Vorschlag, und @cnledger merkt an, dass er noch zur Diskussion steht: “Keine Börse in anderen Ländern bittet Kunden, so weit zu reisen, um sich persönlich identifizieren zu lassen.” Sollte diese Regel in Kraft treten, müssten die Börsen in allen größeren Städten Läden zur Identifizierung eröffnen – was auch wieder sein Gutes hätte, so cnledger: “Exzellent für Face-2-Face Werbung”. Wenn dies umgesetzt ist, so cnledger, werde es wohl wieder möglich sein, Bitcoins von den Börsen auszuzahlen.

Neben dieser Info veröffentlicht cnledger auch eine Übersetzung einer E-Mail von Huobi an einen Kunden.

In dieser E-Mail bittet Huobi um Informationen bezüglich der Herkunft der Guthaben sowie der Bestimmung von Auszahlungen. Und zwar soll der der Kunde mit Screenshots belegen, mit welchen Bank-Transaktionen er seinen Account bei Huobi aufgeladen hat, erklären, woher die Guthaben kommen, und dies wenn möglich durch weitere Dokumente belegen.

Des weiteren soll der Kunde Huobi erklären, wohin er Bitcoins überweist. Mit einem Screenshot soll er belegen, dass er Bitcoins beispielsweise auf eine eigene Wallet oder auf die Wallet einer anderen Plattform überweist. Die Informationen, die der Kunden einreicht, wird Huobi an die nationalen Aufsichtsbehörden weitergeben, wo sie als Beweis archiviert werden.

So geht das also, wenn China durchreguliert.

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5 Comments on User auf chinesischen Börsen müssen sich vielleicht vor Ort verifizieren

  1. Klasse! Ein weiterer Grund für den Siegeszug von kommenden dezentralen Börsen 🙂 !

  2. Das ist unausgegoren und Unfug. Internationale Finanzinstitute arbeiten an der Einführung der Video Identifizierung und die Chinesen drehen das Rad zurück ?
    Ich sehe schon die Bilder wie 100derte Chinesen mehrere Tage in einer Schlange vor einem kleinen Holzverschlag anstehen um eine Überweisung in BTC zu tätigen.

  3. Ein sehr gutes Beispiel dafür, dass die Blockgröße nicht beliebig erhöht werden sollte. Mit noch vertretbarem Aufwand ist es möglich, einen Fullnode aufzusetzen und die eigene Wallet über diesen zu verwalten. De nächste Ansatzpunkt für Regulierungswahn wären nämlich Anbieter wie Multibit. Mit einer kleinen Blocksize kann sich nahezu jeder aus diesen Ketten mit relativ einfachen Mitteln befreien. Wäre die Blockgröße 8 MB, wäre Bitcoin schon weit jenseits der TB und damit für einen Otto-Normalverbraucher bereits jetzt schon fast unerreichbar.

    • An meinen Vorposter:
      Was hat die Blockgröße mit den Börsen zu tun?
      Auch mit eigenem Wallet kann da nicht traden.
      Jenseits der TB heist PB also Petabyte. Bei 105GB Blockchain wären das mit 8 MB blocken (vereinfacht) das 8-fache also 840GB und damit so gerade an den TB.
      Der Speicher ist auch weniger das Problem als die quadratisch ansteigende Verifikationszeit mit größeren Blöcken.

      • Nix.. deswegen bezieht sich auch mein Post zu 0% auf Börsen.
        Und “jenseits” der TB war viell. ungünstig formuliert. Ich meinte >1TB und hatte -warumauchimmer- eine Blockchaingröße von 220 GB im Kopf.

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