Das Flippening – passiert es wirklich?

Flipper jumps! Bild von "null0" via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Bitcoin erreicht mit 2.500 Euro ein neues Allzeithoch. Was normalerweise Anlass zu bedingungslosem Jubel wäre, wird nun von einer leichten Sorge überschattet: Werden andere Altcoins Bitcoin überholen? Kommt es zum “Flippening”, dem Wechsel an der Spitze der Kryptowährungen? Wir schauen uns an, ob die Sorge wirklich relevant ist …

Fangen wir mit der guten, der wundervollen Nachricht an: Auf Bitcoin.de werden derzeit Bitcoins für rund 2.550 Euro gehandelt. Dieser verrückte Preis übertrifft alles, was selbst die kühnsten Optimisten erhofft haben. Als ich im September 2016 eine Umfrage zum Preis in einem Jahr gemacht habe, habe ich notiert, dass die Leser außergewöhnlich optimistisch sind – weil viele erwartet haben, dass Bitcoin in einem Jahr mehr als 500 Euro wert sein würde.

Der Kurs im 1-Jahres-Chart auf Bitcoin.de

So kann es gehen. Bitcoin als Investment schneidet erneut überragend ab, und es hätte wohl niemand vermutet, dass der Tag so schnell kommen würde, an dem man mit einem einzigen Bitcoin einen gebrauchten Kleinwagen oder eine Ikea-Küche kaufen kann. Kann man auf diese Nachrichten anders reagieren als mit einem Jubelschrei, der bis in den Nachbarort zu hören ist?

Ja. Offenbar kann man. In der Kryptoszene findet man immer mehr Leute, die entweder von Bitcoin aus leicht neidisch auf manchen Altcoin blicken – oder von den Altcoins etwas mitleidig auf Bitcoin. Denn während die Profite mit Bitcoin im 3-stelligen Prozentbereich liegen, trumpfen zahlreiche Altcoins mit Gewinnen im 4-stelligen Prozentbereich auf. Schon beginnen manche daher vom “Flippening” zu reden – dem Ereignis, in dem sich die Münze umdreht und nicht mehr Bitcoin der Motor der Kryptowährungen ist, sondern eine andere Währung.

Kann das passieren? Wir schauen uns mal an, was sich im Ranking der Kryptowährungen auf den Plätzen nach Bitcoin tut – und welcher Coin das Potenzial hat, Bitcoin vom Thron zu stoßen.

Wie Altcoins die Bitcoin-Profite in den Schatten stellen

Wenn es eine Webseite gibt, auf die man nicht verzichten kann, wenn man über das Flippening nachdenkt, dann ist das Coinmarketcap.com. Diese Seite unterhält API-Verbindungen zu zahlreichen Börsen und dokumentiert den Kursverlauf aller Kryptowährungen, die auf diesen gehandelt werden. Indem die Seite den Preis mit der Anzahl der Coins multipliziert, erhält sie die “Marktkapitalisierung”, also den Gesamtwert einer Kryptowährung.

Die Webseite Coinmarketcap.com

Heute haben wir erstmal eine gesamte Marktkapitalisierung von mehr als 100 Milliarden Dollar erreicht. Diese Summe bezeichnet den Wert aller Kryptowährungen zusammen. Dieser Wert ist im Lauf der letzten Monate wie vom Affen gestochen nach oben geschossen. Im Januar 2016 betrug er etwa 7 Milliarden Dollar, im Januar 2017 etwa 15 Milliarden und noch im April rund 28 Milliarden. Ende April begann der Wert plötzlich absurd steil zu steigen.

Warum passiert das? Eine Erklärung ist schwer zu finden. Möglicherweise ist es eine Blase. Das Geld sucht nach einem Ort, um unterzukommen, und findet diesen in Bitcoin, der Krypto-Leitwährung, in Ethereum, der spannenden neuen Kryptowährung, oder in Litecoin, Dash oder Ripple, alternativen Kryptowährungen, die nach rund 4 Jahren Lebenszeit immerhin eine gewisse Stabilität versprechen.

Das vielleicht interessanteste an dieser Blase ist jedoch, auf welche Kryptowährungen sie sich verteilt. Alle früheren Blasen – etwa im Herbst 2013 – bestanden fast ausschließlich aus Bitcoin. Als im Winter 2013 plötzlich Litecoin, Peercoin und andere Altcoins in die Höhe schossen, war dies ein klares Zeichen dafür, dass die Blase ihren Höhepunkt erreicht hatte. Heute hingegen sind die vielen Altcoins ein immer größerer Teil der Blase, ohne dass es Anzeichen dafür gibt, dass diese bereits auf ihrem Höhepunkt angelangt ist.

Bitcoins Dominanz auf den Kryptomärkten ist in Gefahr

Ein Chart, der immer mehr Beachtung findet, ist dabei der “Bitcoin Dominanz Index”. Diese Kurve zeigt den Anteil an, den Bitcoin am gesamten Kryptowährungs-Markt hat. Und etwa zur selben Zeit, als das gesamte Volumen der Kryptowährungen senkrecht in die Höhe schoss, setzte dieser Wert zu einem nicht minder senkrechten Sturz nach unten an.

Bis März 2017 fiel der Bitcoin-Dominanz-Index nur zu sehr wenigen Gelegenheiten auf weniger als 80 Prozent, und selbst dann niemals auf weniger als 75 Prozent. Ab März jedoch ging es abwärts: 72 Prozent (18. März), 65 Prozent (2. April), 57 Prozent (5. Mai). Am 16. Mai geschah schließlich das Undenkbare: Der Anteil von Bitcoin am gesamten Kryptomarkt sank auf weniger als die Hälfte – und bleibt seitdem zwischen 45 und 49 Prozent.

Es braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie dieser Trend weitergeht. Bitcoin fällt unter 40 Prozent, landet bei 30, stürzt vielleicht sogar in den 20-nochwas-Bereich … während andere Kryptowährungen weiter aufholen, vielleicht sogar eines Tages gleichauf mit Bitcoin werden und dann, wenn es so weitergeht wie bisher, Bitcoin überholen …

Vielfalt oder Flippening?

Es wäre denkbar, dass die Kryptomärkte der Zukunft bunter und vielfältiger werden. Dass es undenkbar wird, dass eine einzelne Währung mehr als 20-30 Prozent am gesamten Markt hält, und wir eine Vielzahl von Währungen haben, die alle für ihren Zweck eingesetzt werden – für besonders private und besonders transparente Transaktionen, fürs Mikropayment, für Smart Contracts und so weiter – und dass diese Währungen weiterhin um den digitalen Goldstandard Bitcoin kreisen. Dies wäre ein Szenario, das Last von Bitcoin nimmt, ohne dessen Stellung als Leitwährung anzugreifen.

Man könnte aber auch argumentieren, dass es nur eine große Kryptowährung geben kann, da bei Geld der Netzwerkeffekt greift, so wie bei Facebook, und da es ja die Idee einer Internetwährung ist, das World Wide Web zur Währungsunion zu machen. Dementsprechend meinen manche, dass ein weiteres Sinken der Bitcoin-Dominanz nicht zu einer kunterbunten Vielfalt von Kryptowährungen führen wird – sondern dazu, dass eine andere Kryptowährung Bitcoin die Krone stiehlt und zur neuen Leitwährung wird. Dieses Ereignis wird das “Flippening” genannt.

Wird Ethereum der neue Platzhirsch?

Die Währung, die sich wie keine andere für das “Flippening” qualifiziert, ist Ethereum. Die erst 2015 gestartete Blockchain mit der turing-vollständigen Skriptsprache hat seit Anfang 2016 einen Aufstieg hingelegt, der selbst in den verrückten Kryptomärkten seinesgleichen sucht. Im Januar 2016 noch etwa 1 Dollar wert, im Lauf des Jahres 2016 auf 10-15 Dollar gestiegen, im März 2017 noch 15,80 Dollar, im April bei 50 Dollar, im Mai bei 100, und heute bei 250 Dollar. Peng.

Ethereum wurde mittlerweile zur de Fakto Leitwährung für die Ausgabe von ICOs, wie jüngst die BAT von Brave. Auf vielen Altcoin-Börsen ist Ethereum eine zweite Leitwährung für den Handel mit anderen Altcoins, und Shapeshifts CEO Eric Vorhees erklärte vor kurzem, dass die digitale Wechselstube mittlerweile einen Teil ihrer Einkünfte in Ether hält. Dank der vielen Möglichkeiten, die die Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain bieten, wird diese mehr und mehr zum Magnet für neue Entwickler. Und mit beinah 200.000 Transaktionen am Tag wird Ethereum schon fast genauso viel genutzt wie Bitcoin.

Tägliche Ethereum-Transaktionen laut Etherscan.io

Während die Bitcoin-Entwickler vor allem durch Zaudern und Schrecken vor dem eigenen Erfolg auffallen – man könnte manchmal meinen, sie wünschen sich in eine Zeit zurück, als noch kaum jemand Bitcoin benutzt hat – sind die Ethereum-Entwickler hungrig nach Erfolg und laden ohne Bedenken alles, was möglich ist, auf die Blockchain auf. Zudem hat Bitcoin noch immer mit dem Ruf als Währung der zwielichtigen Gesellen, der Hacker und Drogendealer, zu kämpfen und ist daher für viele Banken weiterhin ein rotes Tuch – während Ethereum im Ruf steht, die möglicherweise weiße Kryptowährung zu sein und dementsprechend beliebt bei Banken ist, die sich seit langem Blockchain ohne Bitcoin wünschen.

Die Überzeugung, Teil der Zukunft zu sein, ist stark in der Ethereum-Community. Gedeckt wird dies durch eine Marktkapitalisierung von 23 Milliarden Dollar, was so viel ist, wie Bitcoin Anfang Mai auf die Waage brachte und heute die Hälfte von Bitcoins Gewicht ausmacht. Es kann relativ schnell gehen, dass Ethereum diesen letzten Abstand aufholt – worauf die Community von Ethereum so sehr wartet, dass es sogar eine Webseite gibt, die anzeigt, wie weit es mit dem Flippening ist.

Aber … noch ist Ethereum nicht bereit

Allerdings ist es aus einer Reihe von Gründen nicht ganz so einfach, wie sich die Ethereum-Community die Sache mit dem Flippening vorstellt. Erstens wäre da der Name. Nicht nur weil Bitcoin ein viel griffigerer Name für digitales Geld ist als Ethereum. Sondern auch, weil es viel einfacher auszusprechen ist. Jeder weiß, wie man “Bitcoin” sagt. Aber “Ethereum”? Die Aussprache ist für Deutsche sowohl Zungenbrecher als auch Mysterium: “Eteerium”, “Itierium”, “Issierium”, “Iffierium” – wie spricht man das nun aus?

Zweitens ist Ethereum noch längst nicht so weit entwickelt wie Bitcoin. Es gibt keine bzw. so gut wie keine Ethereum-ATMs, keine bzw. so gut wie keine Wallets für mobile Geräte, keine bzw. so gut wie keine Light-Wallets, viel weniger Börsen, keinen bzw. so gut wie keinen OTC-Handel wie LocalBitcoins, keine bzw. so gut wie keine Akzeptanz im Handel und so weiter. Ethereum ist eine spannende Plattform für Smart Contracts und Token-Crowdsales für die Projektfinanzierung, ohne Zweifel – aber bis es als digitales Bargeld mit Bitcoin gleichziehen kann, hat es noch einen sehr weiten Weg vor sich. Die Geldwerdung passiert nicht über Nacht, sondern ist ein langer und steiniger Weg.

Drittens muss Ethereum erst noch beweisen, dass es so skalieren kann, wie es verspricht. Denn Ethereum ladet nicht nur Transaktionen auf die Blockchain, so wie Bitcoin, sondern auch selbstausführende Verträge und Token, also, anders gesagt, Code. Dies führt dazu, dass 200.000 Ethereum-Transaktionen vermutlich schon jetzt sehr viel mehr Platz brauchen, als 300.000 Bitcoin-Transaktionen, während das Versprechen von Ethereum, alles auf die Blockchain zu bringen, was möglich ist – Spiele, Verträge, Börsen, Prediction-Markets etc. – dazu führen wird, dass monetäre Transaktionen wie bei Bitcoin nur einen kleinen Teil der Blockchain-Aktivität ausmachen. Um also zur Plattform derselben wirtschaftlichen Aktivität wie Bitcoin zu werden, benötigt Ethereum sehr viel mehr Kapazität. Und während klar ist, dass die Entwickler willig sind, diese bereit zu stellen, gibt es noch keinen klaren Hinweis, dass ihnen dies gelingen wird, ohne dass die Blockchain unter der Datenlast zersplittert.

Die Tendenz der Charts steuert also relativ zielstrebig auf ein “Flippening” von Bitcoin zu Ethereum zu. Die “harten Fakten” hingegen werfen deutliche Zweifel auf, dass dies in absehbarer Zukunft tatsächlich geschehen kann.

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26 Comments on Das Flippening – passiert es wirklich?

  1. Allein aufgrund der enormen Mehrmenge von ETH und XRP ist doch die MarketCap gar nicht so richtig vergleichbar mit BTC.

    Angenommen ich starte einen Coin mit 10 hoch 18 Stück und ein Stück wird mit 0,01€ gehandelt.
    Rechnet euch die MarketCap selbst aus. Er wäre unangefochten auf Platz 1.

    Das Circulating Supply müsste für die Berechnung angepasst werden.

    Die Cap von ETH müsste also um den Faktor 5,75 dividiert werden, um eine Aussagekräftige Zahl über den Platzhirsch zu bekommen.

    mfg

    • Tony Ford // 6. June 2017 at 22:13 // Reply

      Die Marktkapitalisierung wird errechnet aus Kurs * Anzahl der am Markt verfügbaren Menge.
      Die Marktkapitalisierung ist demnach vergleichbar.

    • Ouch. Da wurde wohl was verdreht. Komplett falsch.

  2. hatallesmann // 6. June 2017 at 16:53 // Reply

    Netter Artikel. Der Bitcoinpreis ist keine Blase! Bitte nochmals die Definition zur Bedeutung Blase in der Finanzwelt recherchieren.

    Wer sich auf Börsen wie Poloniex o.Ä. ein wenig aufhält, findet schnell heraus was gerade passiert.

    Es wird von allerhand Menschen nach dem Gießkannenprinzip in alle erdenklichen Coins investiert. Nur um sicher dabei zu sein, wenn einer davon durch die Decke geht. Der BTC ist dafür die Einstiegswährung und leidet doppelt: Er ist nur Durchgangswährung um dann gegen andere Altcoins verkauft zu werden. Sein nomineller Preis schreckt ab! An der Börse gäbe es längst einen Aktiensplitt.

    Aus der Tatsache, daß die Börsen lieber BTC als Standard verwenden, sehen wir schon wer am Ende das Rennen macht.

    ETH wird am eigenen System crashen in ein paar Jahren.

    Die dunklen Geschäfte werden in Monero getätigt.

    BTC wird bleiben.

    Es werden noch gigantische Summen in diese virtuellen Währungen fliessen. Bin mal gespannt wann der erste Fond ein Produkt auflegt, daß die 20 wertvollsten Coins abbildet und an der Börse handelt. Dann werden die Coinmärkte abartig rasant geflutet.

    Soweit meine Ansicht.

    • Stimme in großen Teilen zu!

      Dunkle Geschäfte sind zum Beispiel in Monero, PIVX oder Bytecoin möglich.

      Dass ETH am eigenen System crashen wird, ist ein logischer Gedanke. Die lebendige und IMHO mehr als beim Bitcoin auf das Wohl der Blockchain orientierte Entwicklergemeinde wird dies hoffentlich zu verhindern wissen.

      Und … natürlich kann man eine sehr schöne Blasenbildung erkennen! Wer dies heute leugnet, ist selbst Bestandteil der Blase. 😉 Wer damals die Manie am Neuen Markt mitgemacht hat, dem springen die Parallelen sicher ins Auge. Damals waren (wie heute Bitcoin &. Co.) die Unternehmen der aufstrebenden New Economy nicht mehr weg zu denken, die Zukunft, genial usw. … was dann kam, kann jeder im Netz nachlesen. Ein schönes Beispiel hierfür: EM.TV

      Wie die Geschichte ausgeht, weiß zum Glück niemand. Alles ist möglich. Und das ist auch gut so. 🙂

      • Dunkle Geschäfte sind zum Beispiel in Monero, PIVX oder Bytecoin möglich.

        Warum sieht die Mehrheit der User bei Coins, die sich auf die Privatsphäre konzentrieren dunkle Geschäfte? Natürlich ist das ein Use-Case, wenn aber Kryptowährungen im Mainstream ankommen sollen, ist eine transparente Blockchain wie bei Bitcoin wahrscheinlich das größte Gegenargument für die meisten Menschen. Oder kennt Ihr jemanden, der gerne seine Kontoauszüge veröffentlichen würde?

        Der einzige wirklich private Coin in Deinem Beispiel ist Monero. Bytecoin ist ein Scamcoin mit 80% Premine, Änderung der Emissionsrate, ausgenutztem infinite Coin Bug und hat keine Entwickler mehr an Bord. PIVX nutzt CoinJoin über Masternodes ähnlich wie Dash, hat aber noch weniger Liquidität in diesen, sodass man im Prinzip mit sich selber mixt, was die Sache ad absurdum macht.

        Eine Blase sehe ich auch und parallelen zur Dotcom Blase, wo jedes “Startup” alleine aufgrund einer Idee gefeiert wurde, ohne am Ende zu liefern. Die meisten der durch ICOs gehypten Coins oder Tokens werden sich wohl oder übel als Schlangenöl entpuppen und zu herben Verlusten führen. Auch bei Ethereum könnte sich die Blase bereits seit längerem zuspitzen, wenn man sich die ETH Preisentwicklung ansieht. Denn sinnvolle Anwendungen sind bisher größtenteils nur angekündigt und das einzige wofür die Ethereum Blockchain aktuell wirklich verwendet wird, sind o.g. ICOs und viele der angekündigten Anwendungen sind nur sinnvoll abzubilden, wenn der ETH Preis niedrig ist…

  3. Der Markt ist darauf bereits angepasst.
    Coins, von denen es super viele gibt sind meist weniger wert, als welche von denen es sehr wenige gibt.
    Vergleich damals 1 Stück DOGE = 0,0000 0030 BTC und 1 Stück 42-Coin 600 BTC.

  4. Der Wert einer “Währung” bemisst sich ja auch nach der “Geldmenge”.

    Während Bitcoin auf max 21 Millionen Stück begrenzt ist, sieht das bei Ether doch ganz anders aus. Geldmengenausweitung reduziert den Wert “Geldes”, also auch von Ether.gegenüber Bitcoin.

  5. Guter ausgewogener Artikel. Allen Maximalisten (sei es BTC oder sonstwas) kann ich nur raten ihre Position zu überdenken und zumindest ein wenig zu diversifizieren.

    So sehr man auch an irgendwas glauben mag (“das und das wird passieren”)- keiner weiß wie es kommen wird. Die möglichen Szenarien für Bitcoin reichen von Fork-Chaos mit Angriffen auf das Netwzerk mit weniger Hashpower und totaler Verunsicherung und Crash bis hin zu einer weiteren Wertsteigerum um ein vielfaches.

    Und man braucht sich nichts vormachen, der derzeitige Stand wo Entwickler den Nutzern sagen “nutzt doch FIAT-Währungen”, Transaktionen langsamer und teurer sind als mit “altmodischen” Finanzinstrumenten wie Paypal, Geschäfte, meist stillschweigend, BTC wieder als Zahlungsmittel entfernen während der Preis aber munter von einem Allzeithoch zum nächsten rennt. Da kann man schon mal das Wort Blase in den Mund nehmen, denn fundamental 5x besser als vor einem Jahr ist Bitcoin ja wohl nicht geworden. Was nicht heissen soll das Bitcoin nicht in einem Jahr 10.000$ Wert sein kann.

    Niemals alle Eier in einen Korb legen – wer das in den letzten Jahren im Cryptobereich berücksichtigt hat ist mehr als gut damit gefahren, und das dürfte sich auch in Zukunft nicht ändern. Ich freue mich auf den Tag an dem ich auf bitcoin.de auch weitere Cryptos direkt kaufen kann.

  6. “Ethereum ist eine spannende Plattform für Smart Contracts und Token-Crowdsales für die Projektfinanzierung, ohne Zweifel – aber bis es als digitales Bargeld mit Bitcoin gleichziehen kann, hat es noch einen sehr weiten Weg vor sich.”
    Ich möchte mal anmerken, dass es für ein “Flippening” in Sachen Market Cap total irrelevant ist, ob man mit einem Coin bezahlen kann. Wenn man den Wert der Fähigkeit, Smart Contracts auszuführen, entsprechend hoch einschätzt, dann kann ETH sehr wohl mehr wert sein.
    Mit BTC kann man in letzter Zeit auch nicht gut bezahlen… trotzdem steigt die Market Cap auch hier (wenn auch langsamer).
     
    Das Argument der Geldengenerweiterung bei ETH wird aber dafür sorgen, dass sich dieser in Zukunft – nachdem der Markt der Meinung ist, dass die Fähigkeiten des Coins adäquat eingepreist sind – schlechter entwickeln dürfte als BTC. Soll heißen, falls es ein “Flippening” gibt, ist die Wahrscheinlichkeit für ein “Re-Flippening” irgendwann recht hoch.
     
    Insgesamt sieht momentan schon vieles nach Crypto-Blase aus. Wenn man z.B. bedenkt, wie einfach das Geld bei ICOs sprudelt, in vielen Fällen ohne wirklich einschätzen zu können, ob wirklich etwas Sinnvolles dahintersteckt… dann fühlt man sich schon an den Neuen Markt erinnert. Und wenn die Blase platzt, dann fallen im Allgemeinen die besonders tief, die schnell hoch geflogen sind. Vorsicht ist angebracht!

  7. Bitcoin wurde gebaut um robust gegen externe Einflussnahme zu sein, von Coin mit der höchsten Marktkapitalisierung war nie die Rede. ABER: Ist Bitcoin weniger Wert wenn die Marktkapitalisierung nicht die größte aller Kryptowährungen ist?
    Sind wir schon so kleinlich eine ganze Währung nur über einen einzigen Statistikwert zu definieren?

    Ich verstehe die Logik nicht ganz => Die Altcoins befinden sich in einer Blase, der Kurs UND die Marktkapitalisierung sind auf einem Allzeithoch, aber jetzt sollen wir uns Sorgen um Bitcoins Dominanz/steigende Marktkapitalisierung der Altcoins machen? Also mit allem nötigen Respekt, aber es wird Zeit mit den Füßen wieder den Boden unter uns zu berühren.

    MfG.,
    BIOS

  8. Fond? Bau dir doch ein eigenes Asset aus den Top 20 auf – hab ich auch so gemacht. Mit 1 BTC im Januar gestartet, ist dieses Asset mittlerweil 12 BTC schwer. Da muss man gar nicht bzw. nicht viel handeln. Und was leider nicht so ganz aus diesem Artikel hervorgeht, ist die Tatsache, dass ETH eigtl. nicht als Währung gedacht ist – sondern (ja, das ist wiederum erwähnt) eine Platform für viele tolle Projekte ist. Dazu muss ich noch sagen, dass WAVES in dem Punkt der Entwicklung (sage nur DEX) fortgeschrittener ist und momentan noch relativ günstig zu haben ist. Die beiden letzten großen ICO”s setzen auf WAVES und ETH. Wenn sich dann noch WAVES steigern sollte, wird es wahrscheinlich Ende des Jahres den Wert haben, welche heute Ether besitzen.

    • FritzHerzrasen // 10. June 2017 at 9:47 // Reply

      Hey HUNOSIT,
      hast du vielleicht Lust mir 1 – 2 (oder auch 20 😉 ) Tipps zu geben wie ich mir ein Asset nach deinem Vorbild aufbaue?

  9. total lächerlich, momentan performt kein Altcoin Bitcoin aus. Und Bitcoin wird weiter steige … kann mir jemand einen plausiblen Grund nennen warum nich ?! Trotzdem empfehle ich in Ether zu diversifizieren, muß ja nicht 1:1 sein.

  10. Christoph // 6. June 2017 at 21:41 // Reply

    Erstmals vielen Dank für die alle deine tollen Artikel. Ich lese deine Artikel alle immer mit Freude und bin auch froh, dass sie auf Deutsch geschrieben sind 😉

    Das hier niedergeschriebene widerspiegelt meine Meinung zum Thema:

    Bezüglich Blase:
    Ich denke schon, dass wir in einer Art Blase sind und aktuell viele Altcoins zu hoch bewertet sind. Wenn man überlegt, welche anderen Firmen einen Marktwert von ca. 100-500 Millionen oder mehr haben. Dabei haben diese Firmen teils über 1’000 oder noch mehr Mitarbeiter. Bei den Altcoins sehe ich aktuell eine Homepage, eine Idee und vielleicht noch einige Apps etc. Rechtfertigt dies einen so hohe Marktkapitalisierung? Welche Leute stehen dahinter? Vielleicht 1-2 welche bei Bitcoin/Ethereum mit im Boot waren, macht dies Kapitalisierung von 100Mio + aus? Ich denke Nein. Beim Höhepunkt der Internetblase gab es in Zürich eine Firma mit einem 100m2 Büro. Die Firma hatte ca. 10 Mitarbeiter und prophezeite ein grossartiges Produkt/Software zu lancieren. Diese kleine 10 Mann Firma war an der Börse und ca. 150Millionen CHF wert. Einige Zeit später nach der Blase war sie verschwunden und das Produkt kam nie auf den Markt. Dies wird mit einigen Altcoin-Projekten definitiv auch geschehen.

    Zukunft?
    Was in Zukunft geschehen wird kann man nur vermuten. Ich denke jedoch, dass viele Altcoins welche einen effektiven Mehrwert zu Bitcoin liefern (Geschwindigkeit, Verträge, Anonymität, Programmiersprache, etc.) überleben und sogar an Wert dazugewinnen können. In aktueller Form wird Bitcoin im Coin-Markt vermutlich eine Art “Gold”/Leitwährung bleiben. Langfristig gesehen muss Bitcoin sich reformieren um konkurrenzfähig zu bleiben. Ich bin jedoch überzeug, dass die Bitcoin Entwickler und alle weiteren Beteiligten dies schaffen können und auch werden. Es sind sich alle Bewusst das es so nicht weitergehen kann, nach dem Hoch der Altcoins umso mehr.

    Vielen Dank an alle Leser

  11. Renminbi // 6. June 2017 at 21:46 // Reply

    Herr Bergmann, Sie sind zwar nicht der Pressesprecher von Olli Flaskämper, aber Sie können bestimmt trotzdem die Frage beantworten: Warum bietet Bitcoin.de keinen Handel mit Altcoins an? Fidor arbeitet ja mit Kraken zusammen, und dort wird mit allerlei Digitalwährungen gehandelt. Hat man in Herford keine Angst, den Anschluss zu verpassen? Westfälisches Flippening sozusagen…

  12. Tony Ford // 6. June 2017 at 22:19 // Reply

    Wir befinden uns in einer Phase in der die letzte Lesung noch nicht gelesen ist, d.h. es einen regen Wettbewerb um die besten Blockchainprojekte gibt.
    Hinzu kommt, dass die Individualität des Menschen wahrscheinlich dazu führen wird, dass es eine gewisse Vielfalt geben wird.
    Perspektifisch wird die Phase wohl noch etwas so weitergehen und auf die Spitze getrieben, bevor sich dann die Spreu vom Weizen trennt, d.h. so manch Altcoin wieder auf den Boden der Tatsachen zurückfällt, während andere Coins ihre Erfolgsgeschichte fortschreiten können.
    Auf jeden Fall eine spannende Zeit und Vielfalt ist sicherlich keine schlechte Sache.

    • Ich stimme Dir zu, dass wir noch am Anfang einer Phase interessanter Blockchainprojekte sind, allerdings ist mein Gefühl, dass >90% der Coins / Token (selbst der 100 größten nach Marktkapitalisierung) nicht mehr als Schlangenöl sind und die breite Masse der (neuen) Investoren keinerlei (technischen) Background hat und einfach dummes Geld hinterherwirft, um dabei zu sein. Leider erinnert das sehr stark an die New Economy Blase. Leider habe auch ich nicht die Zeit, mir jedes Whitepaper durchzulesen und mich tiefer mit jedem Coin zu beschäftigen, allerdings gibt es da einige Kandidaten, wie z.B.:

      Dash: Keinerlei Entwickleraktivität auf Github seit 3 Monaten: https://github.com/dashpay/dash – von DashDrive angekündigt für März ist nichts mehr zu hören: https://github.com/dashpay/dash-roadmap – Evolution Alpha (wie Paypal aber wohl nicht mehr viel mit Crypto zu tun) seit einem Jahr für Mitte 2017 angekündigt, weiterhin nur Mockups zu sehen. Blog zwar sehr aktiv, dort geht es aber größtenteils um die Marktkapitalisierung und den Preis, was eher einem MLM System ähnelt.
      Bytecoin: Offensichtlicher Scamcoin auf Platz 10 der Marktkapitalisierung, keinerlei Entwickleraktivität seit über einem Jahr, durch Monero entdeckter Cryptonote Bug sofort nach privater Benachrichtigung ausgenutzt und 1% Coins aus dem Nichts generiert, den Bugfix rückwirkend explizit erst nach diesem Block aktiviert. Seit der öffentlichen Bekanntgabe des Bugs durch die Monero Entwickler am 17.05. hat sich seine Marktkapitalisierung trotzdem von $100M auf $700M versiebenfacht. Wer hier investiert, kann einem fast nicht mehr Leid tun.

      Die Liste ließe sich wahrscheinlich beliebig erweitern, viele Token haben noch keinerlei Technologie dahinter und werden diese auch nach dem ICO nicht entwickeln. Investitionen auf Ankündigungen aufzubauen ist zumindest identisch zur New Economy Blase und damals wurden auch Bewertungen aufgerufen, die durch nichts begründbar waren.

      Auch der Split von ETH und ETC hätte vermieden werden können und wir hätten keine zwei Ethereum (auch wenn ich diese nicht zu den o.g. Scamcoins zähle) und hat zumindest mein Vertrauen in die Dezentralisierung Ethereums stark geschwächt, denn die rückwirkende Änderung der Blockchain als Werkseinstellung für Clients, die automatisch geupdated werden zu aktivieren, war mehr als fraglich. Die “Abstimmung” 12 Stunden vor der Aktivierung hat das nur verstärkt. Der Selloff von massenweise ETC aus dem Premine, um den Preis zu drücken hat auch nicht nur ein “Geschmäckle” hinterlassen. Aber gut, im Prinzip ist ETH das, was die bisherigen Akteure an den Märkten erwarten und diese werden Ethereum vorrangig unterstützen.

      Ich bin gespannt, wie sich die Märkte entwickeln werden, insbesondere wenn wir endlich nutzerfreundliche dezentrale Marktplätze bekommen, denn seine Coins irgendwelchen dubiosen Exchanges anzuvertrauen ist auch nicht jedermanns Sache.

  13. 24634tg53hi76 // 7. June 2017 at 2:10 // Reply

    Warum Ethereum bedeutsamer als Bitcoin ist:
    Ab 3:20

    Warum der derzeitge Anstieg der Beginn einer gesunden Wachstumsphase und keine Blase ist:
    http://money.visualcapitalist.com/all-of-the-worlds-money-and-markets-in-one-visualization/

    Wie groß der Blockchain Markt werden wird?
    Laut einer Delloite Studie ca. 10% des Welt GDP. (sry hier kein Link, selbergoogeln)

    Jeder mit Verstand versucht gerade diesen Wachstumsschub nachzuzeichnen. Vom derzeitigen Standpunkt aus ist es eine Verhundertfachung, eine Kapitalisierung von ca. 10 Trillionen Dollar.

    Wachstumsdauer, bis zur finalen, echten Blase ca. 5 Jahre.

    Dies unter der Annahme, dass das Papiergeldsystem weiter stabil bestehen bleibt.

    Sogar Trump redet von Cryptos:

  14. Herbert // 7. June 2017 at 9:37 // Reply

    Für die Cryprto Gemeinde schreit es nach Blase. Vor allen für die, die schon Jahre mitspielen.
    Es kann nur mit einem bladigen Knall enden – siehe die anspielungen auf den neuen Markt.
    Ich kenne einige Leute die dort massive Verluste eingefahren haben. Zu der Zeit war in unseren Büros eines Ingenieubüros mit 20 Leuten 18 investiert. Der halbe Tag ging drauf mit Telefonaten mit den Brokern. Am Tag der infinion Emission war ne Party am laufen. Einer hatte Zuteilung erhalten und die ganze Abteilung ausgehalten. Da wir nur ne Abteilung in einer grösseren Firma waren ist es nicht so stark aufgefallen dass die Produktivität in den Keller fiel. Zusätzlich gab es noch einmal die Woche einen Börsenclubabend. Ich hab damals gebaut und mich schwarz geärgert dass ich Fliesen kaufen musste anstatt Neuemissionen. Glück gehabt, denn kaum jemand hat den Absprung geschafft.
    Vergleicht man dass heute mit den aufgeblasenen Bilanzen der grossen Zentralbanken und den umsummen von Geld die in den Finazmärkten stecken ist der Cryptomarkt ein Fliegenschiss.Die big Player an den Finazmärkten, die bisher Bitcoin und Co nur belächelt haben werden so langsam wach und den ganzen Markt mit Geld bombardieren. Die sind von Natur aus giering und haben bisher nur ein paar Krümel von der Torte abbekommen.Das darf nicht sein. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Wall Street die Zulassung von Crypto Fonds durchsetzt um Ihr Stück vom grossen Kuchen abzubekommen. Dann Brechen alle Dämme was die Preise von Cryptos betrifft.
    Stätesten in drei Jahren ist das Wort Blockchain in aller Munde und zumindest in der Auswahl zum Wort des Jahres. Dann können wir beginnen von einer Blase zu sprechen.

  15. Was Bitcoin bis vor ein paar Monaten hatte war doch eigentlich ein Monopol.
    Also ist es doch eigentlich was gutes, dass die Dominanz abnimmt und andere Währungen an Bedeutung gewinnen.

  16. Nach euren Einschätzungen sollte man mit ICO noch ungefähr drei Jahre lang Geschäftsmodelle finanzieren können. Aber für mich stellt sich die Frage, ob man dafür unbedingt etwas Technisches entwickeln muß oder auch klassische Unternehmen finanzieren könnte. Mit der Entwicklung eines eigenen Coin wäre ich nämlich hoffnungslos überfordert. Dagegen eine Unternehmensanleihe auf die Ethereum-Blockchain setzen, mit den Einnahmen Grundstück, Gebäude und Maschinen kaufen und mit klassischer Produktion loslegen?
    Ranma

  17. Ich muss ja immer ein wenig schmunzeln, wenn von “Währung” die Rede ist – so lange Cryptocoins reines Spekulationsobjekt sind und weiterhin einer derartigen Volatilität unterliegen, werden sie sich als Zahlungsmittel nicht etablieren können.

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