Kurs von Bitcoin Cash explodiert: Neue Spielregeln fürs Bitcoin-Mining

Bringt nicht ganz die aktuelle Situation zum Ausdruck: Zwei Warzenscheine kämpfen. Bild von Martin Pettitt via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Das Wochenende sah einen massiven Anstieg des Kurses von Bitcoin Cash. Zusammen mit der Anpassung der Schwierigkeit am Sonntag hat dies eine neue Epoche des Bitcoin-Minings eingeleitet, in der die Miner ihre Asics auf die profitablere der beiden Bitcoin-Chains richten.

Am Wochenende ist der Preis von Bitcoin Cash (BCH) förmlich explodiert (das wichtigste zur Bitcoin Cash Fork). Noch am Donnerstag stand eine Einheit der Fork von Bitcoin bei etwa 300 Dollar. Am Donnerstag-Nachmittag stieg der Kurs auf etwa 450 Dollar, um am Freitag weiter zu ziehen und sogar die 700 Dollar zu durchbrechen.

BCH-Gegner wie BitFury Boss George Kikvadze twitterten:

Allerdings war diese Einschätzung der Intelligenz von BCH-Käufern verfrüht. Denn der Kurs von Bitcoin Cash war auch am Samstag in Gipfelsteiger-Stimmung. Er kletterte auf 700, 800, 900 Dollar und schwebte am frühen Abend für einige Momente sogar über 1.000 Dollar. Damit hatte sich die Marktkapitalisierung von Bitcoin Cash innerhalb weniger Tagen von 5 Milliarden auf fast 15 Milliarden Dollar erhöht. Ich glaube, so schnell hat noch kein Coin 10 Milliarden Dollar zugelegt.

Preis & Marktkapitalisierung von Bitcoin Cahs. Quelle: Coinmarketcap.com

Am Samstag wurde Bitcoin Cash auf den weltweiten Börsen wie verrückt gehandelt. Zwar stellten die koreanischen Börsen, allen voran Bithumb, rund 50 Prozent des Handelsvolumens. Aber auf so gut wie allen Börsen, auf denen BCH gelistet wird, hatte dieser Coin das höchste Handelsvolumen. Insgesamt hatte der Handel mit BCH allein am Samstag ein Volumen von rund 3,8 Milliarden Dollar. Ein vor der Fork gekaufter Bitcoin, der sowohl BTC als auch BCC ist, erreichte kurzfristig einen Wert von mehr als 5.000 Dollar.

“SegWit2x Misinformationen”

Ich sehe vor allem zwei Gründe für den rasanten Kursanstieg von Bitcoin Cash. Beginnen wir mit dem kleineren Grund: dem Unfrieden auf der Bitcoin-Blockchain. BCH war von Anfang an als eine Art Absicherung konzipiert, falls das SegWit2x-Abkommen scheitert.

Dieses Scheitern wurde am Wochenende erneut wahrscheinlicher. Es begann damit, dass BitPay in einem Blogpost erklärt hat, wie man den von BitPay entwicklelten Bitcoin-Client Bitcore fit für SegWit macht. Neben einigem anderen erläuterte der Post, dass man Bitcore aktualisieren muss. Er verschwieg jedoch, dass dieses Bitcore-Update nicht nur SegWit, sondern auch 2x enthält – also eine Hardfork auf 2MB bei Block 494.784 aktivieren wird, was etwa im November sein wird. Es folgte ein Aufschrei der Community, oder zumindest von Social Media Accounts, die behaupten, für die Community zu sprechen, BitPay wurde zur “Firma not grata” auf den wichtigen Bitcoin-Foren. Undsoweiter. Am Ende wurde die Wallet Copay, die von BitPay entwickelt wurde und über Bitcore läuft, gar von Bitcoin.org entfernt.

Vollends für Tatsachen sorgte schließlich ein Post auf dem Blog von Bitcoincore.org. Wer bis dahin noch gehofft hatte, dass SegWit2x ohne Zank und Ärger durchläuft, wird hier eines besseren belehrt. Core – oder die Webseite, die sagt, für Core zu stehen – erklärt, “Misinformationen zu SegWit2x” zu beseitigen. SegWit2x ist eine mit Bitcoin inkompatible Änderung der Regeln, es gibt Versuche, trügerisch vorzumachen, dass ein Upgrade zu SegWit2x notwendig sei. SegWit hat nichts mit SegWit2x zu tun, Core lehnt btc1 (der Client von SegWit2x) einstimmig ab, es gibt keinen Community Konsens für SegWit2x, und so weiter.

Nichts neues in Bitcoin-Land. Im November steht eine Fork aus, die, anders als die BCH-Fork, mit einem Kampf um die Vorherrschaft des Namens “Bitcoin” und des Kürzels BTC einhergehen wird. Die Abspaltung von Bitcoin Cash hat die Hahnenkämpfe um die Bitcoin-Blocksize nicht im geringsten befriedet.

Aber dies ist nur ein Grund, weshalb Bitcoin Cash am Wochenenende explodiert ist, und vermutlich nicht mal der wichtigste.

Miner wechseln zu Bitcoin Cash

Bitcoin Cash startete nur mit einem winzigen Bruchteil der Hashrate von Bitcoin. Eigentlich hätte es unter diesen Umständen ewig gedauert, bis sich die Schwierigkeit des Minings von BCH so anpasst, dass Mining profitabel ist und Blöcke in erträglichem Tempo kommen. Denn eigentlich geschieht dies nur alle 2016 Blöcke, was beim geringen Tempo von BCH Monate gedauert hätte.

Allerdings hat Bitcoin Cash eine flexible Anpassung der Schwierigkeit implementiert. Wenn in 12 Stunden nur 6 Blöcke gefunden werden, fällt die Schwierigkeit um 20 Prozent. So kann die Mining-Difficulty graduell sinken. Nicht so weit wie bei der regulären Anpassung, aber auf ein erträgliches Maß.

Am Freitag und Samstag war die Difficulty bei Bitcoin Cash bereits weit genug gefallen, um eine einigermaßen regelmäßige Produktion neuer Blocks zu gewährleisten. Damit rückte auch der Termin der regulären Anpassung auf Sonntag näher. Bereits am Freitag war klar, dass nach dieser Anpassung Bitcoin Cash potenziell profitabler zu minen ist als Bitcoin. Dies feuerte den Preis an, was in eine sich selbst fütternde Spirale führte: Als der Preis von BCH stieg und sich schließlich verdoppelte und verdreifachte, wurde es bereits am Samstag profitabler für Miner, auf der BCH Chain zu arbeiten anstatt mit der BTC Chain.

Am Sonntag sank dann die Schwierigkeit des BCH Minings erneut erheblich. Ab diesem Moment wurde es plötzlich doppelt oder gar dreifach so profitabel, BCH anstatt BTC zu minen. Prinzipiell jeder rational handelnde Miner müsste in diesem Moment wechseln. Dies hat gravierende Konsequenzen und führt Bitcoin in ein neues Spiel des Mining-Wettbewerbs.

Die neue Wirklichkeit: Zwei Chains konkurrieren um SHA256 Miner

Bisher war BTC die mit weitem Abstand dominante Chain für SHA256 Mining. Die wenigen anderen Chains, die ebenfalls auf SHA256 setzen, überleben nur dank Merged Mining oder auf Gnaden der Bitcoin-Miner. Mit Bitcoin Cash haben sich die Regeln dieses Spiels geändert. Die neue Realität dürfte darin bestehen, dass es zwei Chains gibt, die um dieselben Miner konkurrieren.

Eigentlich hat die Minderheiten-Chain in einer solchen Situation schlechte Aussichten: Wenn der Preis steigt oder die Schwierigkeit fällt, wechseln die Miner von der Mehrheitschain auf diese. Dann poppen die Blöcke schneller auf, die Miner bereichern sich, und wenn die Schwierigkeit wieder steigt, gehen sie zurück zur Mehrheitschain. Die Minerheiten-Chain wird quasi eingefroren, bis diejenigen, die sie aus Idealismus bewirtschaften, genügend Blöcke finden, dass die Schwierigkeit wieder sinken kann. Dann wechseln die Mehrheitsminer wieder, und das Spiel beginnt von vorne.

Insgesamt führt eine solche Situation zu erheblichen Instabilitäten auf beiden Ketten. Da allerdings die größere Chain mehr Masse hat, ist sie deutlich weniger betroffen. Sie hat weiterhin einigermaßen stabile Blockintervalle, während es durchaus vorkommen kann, dass auf der kleinen Chain für einige Tage alle ein, zwei Minuten ein Block erscheint, und es danach wieder Tage dauert, bis überhaupt ein Block gefunden wird. Im Jahr 2014 hat der Aurorcoin demonstriert, wie verheerend ein solches Hashrate-Switching für die Minerheiten-Chain sein kann.

Bei der Ethereum-Fork konnte Ethereum Classic überleben, weil Ethereum die Schwierigkeit flexibel, alle paar Blöcke, anpasst. Bitcoin Cash konnte sich in diesem Szenario aus zwei Gründen behaupten: Zum einen sorgt die erweiterte Anpassung der Difficulty dafür, dass Perioden des “Einfrierens” nur wenige Tage dauern. Zum anderen kann sie dank der deutlich höheren Blocksize von 8MB auch mit weniger Blöcken sehr viele Transaktionen bestätigen.

Bitcoin in der Todesspirale

Bitcoin Cash hat sich also gegen die schädlichen Folgen davon, als Minderheiten-Chain um die SHA256-Miner zu konkurrieren, immunisiert. Da Bitcoin weder größere Blöcke noch eine vorzeitige Anpassung der Schwierigkeit hat, hat die alte Chain einen Nachteil in einem Szenario zweier konkurrierender Chains. Sie ist nicht darauf vorbereitet, eine ernsthafte Konkurrenz auf demselben Mining-Algorithmus zu haben.

Es gibt die Idee, dass Bitcoin in einer Todesspirale einfrieren wird. Zuerst wechseln die Miner auf die Bitcoin Cash Chain. Damit verliert die Bitcoin Chain an Hashrate. Die Folge ist, dass weniger Blöcke gefunden werden. Die Kapazität von Bitcoin sinkt. Da Bitcoin ohnehin am Limit arbeitet, wird die Anzahl der unbestätigten Transaktionen weiter steigen. Dadurch könnte der Preis fallen. Womit das Mining von Bitcoin weniger unprofitabel wird. Und so weiter.

Am Ende wird Bitcoin unbenutzbar, während Bitcoin Cash an Wert und Hashrate gewinnt und immer stabiler wird. Die einzige Möglichkeit von Bitcoin ist es, entweder selbst eine flexible Anpassung der Difficulty zu implementieren oder gleich den Hash-Algorithmus zu ändern. Da dies aber eine massiv ins Getriebe eingreifende Hardfork erfordert, ist es zweifelhaft, ob sich Core dazu durchringen wird …

In Wirklichkeit: nicht so dramatisch

Wie meist bewahrheitet sich auch hier die Regel “Buy the rumor, sell the news” – man soll kaufen, wenn es ein Gerücht gibt, und verkaufen, wenn das Gerücht zur Wahrheit wird. Bitcoin Cash ist mittlerweile von einem Höhepunkt von mehr als 1.000 auf weniger als 668 Dollar gefallen. BitFurys George Kikvadze hatte damit also doch recht.

Das prophezeite Wechseln der Miner fand noch am Sonntag statt. Zunächst erhöhten Bitcoin.com und ViaBTC – die schon zuvor in kleinem Ausmaß Bitcoin Cash gemined haben – ihren Anteil an BCH auf Kosten von BTC-Hashpower. Einige Stunden später folgten die Mining-Pools btc.top, btc.com und schließtlich Bitmains Megapool Antpool. ViaBTC und btc.top haben angekündigt, einen automatischen Wechsel zur profitableren Chain einzurichten und damit die Mining-Erträge um rund 30 Prozent zu erhöhen. Willkommen in der neuen Wirklichkeit des Bitcoin-Minings.

Gesamte SHA256 Hashrate sowie relativer Anteil von BTC und BCH. Quelle: Fork.lol.

Laut der Webseite mit dem genialen Titel fork.lol fallen mittlerweile mehr als 25 Prozent der SHA256 Hashrate auf BCH. Das Blockintervall von Bitcoin Cash ist damit drastisch gesunken. Es wird derzeit alle 2-3 Minuten ein neuer Block gefunden. Läutet dies nun die “Todesspirale” ein?

Bislang sind die Folgen für die BTC Chain nicht sehr dramatisch. Die Hashrate hat am Donnerstag ein neues Allzeithoch von 8,2 Petahash erreicht und ist am heutigen Montag auf knapp 6 Petahash gefallen. Allerdings ist dieser Wert nicht tiefer als noch vor etwa 10 Tagen. Damit ist die Blockproduktion zwar leicht verlangsamt, doch eine signifikante Beeinträchtigung von Bitcoin ist nicht zu spüren. Der Mempool füllt sich, die Gebühren erhöhen sich, doch all das ist noch weit von alarmierenden Verhältnissen entfernt.

Hashrate von BTC in den letzten 30 Tagen. Quelle: Blockchain.info

Zudem wird diese krasse Asymmetrie der Profitabilität nur von sehr kurzer Dauer sein. Da BCH-Miner rasend schnell Blöcke finden, rückt die reguläre Anpassung der Schwierigkeit sehr schnell näher. Laut fork.lol ist sie bereits in zwei Tagen zu erwarten. Dann wird sich die Difficulty vervierfachen und die Miner werden wieder zurück zur BTC-Chain wechseln.

Das Spiel um die SHA256-Hashrate hat damit allerdings erst begonnen. Es könnte sein, dass wir auf eine der spannendsten, vielleicht auch verheerendsten, Epochen der Bitcoin-Geschichte zusteuern.

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21 Comments on Kurs von Bitcoin Cash explodiert: Neue Spielregeln fürs Bitcoin-Mining

  1. Top Informationen… bei “Willkommen in der neuen Wirklichkeit des Bitcoin-Minings.” musste ich wirklich schmunzeln 😉

  2. wan wird man BCC/BCH auch auf bitcoin.de handeln können?

  3. “Es folgte ein Aufschrei der Community, oder zumindest von Social Media Accounts, die behaupten, für die Community zu sprechen[…]”

    Gold! 🙂

  4. … jetzt implodiert er wieder.

  5. Ich habe es gerade woanders so geschrieben:
    “Wenn die Coredevs nicht völlig neben der Mütze stehen, dann muss ihnen klar sein, dass sie eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Segwit 2x Leuten (so das New York Agreement hält) niemals gewinnen können, weil ihnen schlichtweg die Hashpower und die Kontrolle über die Börsen fehlen.”

    Dann ist halt btc1 der neue Referenzclient und der heutige BTC wird zum Altcoin.
    Wollen das die Coredevs wirklich??? Mir kommt das manchmal vor wie Erich Honecker in seinen letzten Tagen: “Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!”

    • Genau. Ob der Altcoin mit knapp 10% Hashrate von den Börsen überhaupt gelistet wird darf man bezweifeln. Sind doch beide Coins identisch bis auf die eh notwendige Erhöhung der Blockgrösse. Die kompromisslose Haltung der Core-Entwickler mit der Begründung eine Hardfork sei zu gefährlich weil 2 Coins entstehen könnten ist mitlerweile haltlos, da genau diese Kompromisslosigkeit BitcoinCash erst hervorgebracht hat. Aus meiner Sicht gibt es Grund zum Feiern: Die Core-Entwickler pinkeln sich selbst ans Bein und sind demnächst weg vom Fenster. Dann geht es endlich vorwärts …und weiter aufwärts 🙂

      • Ich gehe hier mal von einem sogenannten Testballon aus seitens der Core-Entwickler. “Mal schauen, ob es eine Mehrheit für unseren Weg geben könnte…”
        Bis November fließen noch viele Blöcke die Chain runter 😉

      • Rakete4 // 22. August 2017 at 23:59 //

        Bitcoin Cash wird endlich den letzten verbliebenen kleinen Minern den Garaus machen dank Covert AsicBoost.

  6. Mal wieder ein super Artikel mit tollen Infos, merci. Hab den alten bitcoin schon sehr lieb, doch schätze ich dass in den nächsten Monaten bitcoin cash, bitcoin aufgrund seiner Schnelligkeit überholen wird.

  7. Luke-Jr heute mit einer ganz passenden Umfrage zum Thema… https://twitter.com/lukedashjr/status/899401430330724354

    Er persönlich hält weiter an einer Blockgröße von unter 300kb fest, selbstverständlich inklusive SegWit Daten. Im Prinzip muss man ihm Recht geben, wozu die Blockchain unnötig mit Transaktionen zumüllen, wenn BTC bereits einen unlimitierten Mempool hat!

  8. Die Core Entwickler entscheiden das überhaupt nicht alleine, sondern es gibt eine große Nachfrage nach Non-2x.
    Auch ist das Vertrauen in die Core-Entwickler groß.

    • Die Core Entwickler entscheiden das überhaupt nicht alleine, sondern es gibt eine große Nachfrage nach Non-2x.

      Stimmt, ich zahle gerne $5 und mehr für eine simple TX, wie aktuell mit einem Mempool von über 80MB und wahrscheinlich das ATH durchbrechen wird. Ich freue mich schon auf Transaktionsgebühren, die eine Auslandsüberweisung auf einen anderen Kontinent übersteigen… Nur wofür war Bitcoin nochmal gedacht?

      SegWit2x wird kommen, bisher stehen alle Größen in der Bitcoin Wirtschaft zum NY Agreement, nur Core/Blockstream sträubt sich.

      ADDENDUM, 8/17/17, 5:20 PM ET: Note that btc1 includes support for the Segwit2x scaling proposal. You may choose to use any full node supporting Segwit, but our instructions follow this version of Bitcoin because over 95% of Bitcoin miners have adopted Segwit2x. If you are not running Segwit2x, your node will be on a dysfunctional minority chain when the base block size increases to 2MB.

      Quelle: https://blog.bitpay.com/bitcore-segwit-activation/

      Was meinst Du, welche Chain BitPay als “Bitcoin” akzeptieren wird? Bei den Exchanges sieht es nicht anders aus… Dann wird wohl Core zum Altcoin, es reichen ihm dann auch LukeJr’s 300KB Blöcke dicke und falls die Entwicklung bei 2x sich positiv entwickelt, wird auch BCH obsolet werden.

  9. Was ist Merged Mining?

    Es ist doch nicht schlimm, wenn Blöcke nicht in einem gleichmäßigem Takt gefunden werden?
    Ranma

    • Bei Merged Mining nimmt der Miner ein Transaktionsset aus dem Mempool der Chain, die Merged Mining unterstützt (z.B. Namecoin bei Bitcoin, Dogecoin bei Litecoin, DigitalNote bei Monero) und erstellt einen Hash wie er ihn beim Mining immer erstellt. Anders als bei normalem Mining muss dieser Hash keine sonstigen Bedingungen (Schwierigkeit) erfüllen, sondern wird in eine Transaktion der Hauptchain geschrieben und diese wird in das Transaktionsset der Hauptchain aufgenommen, bevor der eigentliche Miningprozess beginnt um einen passenden Hash für die Hauptchain zu finden. Falls der Miner nun einen entsprechenden Hash findet und einen Block generiert, propagiert er diesen wie üblich auf der Hauptchain und propagiert seinen einfach gehashten Block der Merged Chain mit Verweis auf die Transaktion der Hauptchain, die dessen Hash enthält. Dieser wird auf der Merged Chain angenommen, als ob er direkt mit deren Schwierigkeit gemined wäre (falls die Chain überhaupt direktes Mining hat und nicht ausschließlich auf Merged Mining setzt).

      Der Vorteil für den Miner liegt auf der Hand, denn er bekommt mit praktisch Null Aufwand den Reward der Hauptchain + der Merged Chain (auch wenn dieser vielleicht nur einen Bruchteil des Hauptrewards ausmacht, kann er über die Profitabilität entscheiden oder diese zumindest erhöhen).

      Unregelmäßige Blöcke sind nicht direkt ein Problem, aber sie werden unter Umständen zum Problem, wenn sie zwischen wenigen Minuten und mehreren Stunden variieren, denn mit ihnen schwankt auch die Hashrate und öffnet eine Angriffsfläche für Double Spendings.

  10. Vielen Dank, Christoph für den wie immer sehr informativen Beitrag!

    Man sollte allerdings eines nicht vergessen: eine geringe Difficulty alleine kann die Profitabilität nicht aufrecht halten. Je mehr Coins die Miner für ihre Rechenkapazität bekommen, desto mehr Coins werden die Miner auf den Markt werfen um ihre Rechenkapazität zu bezahlen. Je mehr Coins verkauft werden, desto geringer der Kurs und damit letztlich auch die Profitabilität. Der Kreis schließt sich…

    • Ja, absolut.

      Solange BCH nur einen Bruchteil von BTC wert ist, werden die Erschütterungen des Hashpower-Wechsels auf der BCH Chain immer sehr viel massiver als auf der BTC Chain sein. Die beiden Mechanismen sichern lediglich das Überleben von BCH …

  11. lautre joe // 25. August 2017 at 10:44 // Reply

  12. Dagobert Duck // 27. August 2017 at 0:25 // Reply

    Ich glaube nicht, dass Bitcoin Cash langfristig ein gutes Investment darstellen wird und werde deswegen auch zu dem Zeitpunkt, wenn ich wieder mal Cash (nicht Bitcoin Cash, sondern Euros) übrig habe, kein Bitcoin Cash kaufen, sondern das “gute alte” Bitcoin. Dank dem am Donnerstag nun endlich aktivierten Segwit dürfte es in naher Zukunft zumindest einen Tick schneller werden. Und nicht zu vergessen: Segwit stellt die Grundlage für das Lightning Netzwerk dar, das die Core-Developer bald für Bitcoin aktivieren möchten. Mit dem Lightning Netzwerk stellt Bitcoin Cash trotz seiner 8MB-Blöcke KEINE Konkurrenz mehr für Bitcoin dar. Bitcoin wird also keineswegs als Museumsstück enden, sondern schon sehr bald mit technisch exzellenten Coins wie Ethereum auf Augenhöhe stehen und sich bei der Anzahl von möglichen Transaktionen pro Sekunde selbst hinter den Giganten VISA und Mastercard (keine Coins, macht aber nichts) nicht verstecken müssen. Wer Bitcoin Cash kaufen möchte, soll das ruhig auf einer so renommierten und vertrauenswürdigen Plattform wie Bitcoin.de tun. Es spricht nichts dagegen, ein wenig zu gamblen und auf kurzfristig steigende Preise zu hoffen. Wer langfristig denkt und mehr auf Sicherheit setzt, sollte derweil lieber früher als später sein Bitcoin Cash entweder auf Bitcoin.de für Euros verkaufen oder — noch besser — auf einer Plattform, die das Handelspaar BCH/BTC anbietet (leider derzeit nicht Bitcoin.de), seine Bitcoin Cash gegen Bitcoin eintauschen. (Dies habe ich bereits getan.)

    Ach ja: Falls ihr in eurem Bitcoin.de-Account noch keine BCH kaufen oder verkaufen könnt, wird das sicher bald möglich sein. Ich wurde zur Teilnahme am Beta-Test eingeladen (herzlichen Dank, wobei wenn ich an dem Handelspaar BCH/EUR nicht interessiert bin und auch zukünftig wohl nicht mit BCH handeln werde).

  13. Sven Niemeyer // 27. August 2017 at 16:07 // Reply

    Ich halte ja nicht viel von diesen Kryptowährungen aber man wird wohl in Zukunft nicht daran vorbeikommen.

  14. ..und trotz allem glaube ich immer noch, daß die Menschen im Grunde ihres Herzens Gut sind.

    – Anne Frank.

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