Bitcoiner in Indien verlieren ihr Bankkonto

Das Gesicht von Mahatmar Gandhi ziert die meisten indischen Geldscheine. Die Regierung versucht seit einigen Jahren, sein Konterfei aus dem Umlauf zu ziehen. Bild von mrkittums via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Leute aus Indien berichten darüber, dass bereits Banküberweisungen an Bitcoin-Börsen der Anlass dafür sein kann, dass die Bank ihr Konto schließt. Es scheint, als ginge das System dort immer mehr dazu über, die Kryptowährung zu bekämpfen.

„Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie über, dann bekämpfen sie dich, dann gewinnst du“. Das dürfte eine der häufigsten Zitate sein, die auf Bitcoin angelegt werden.

Erst wurde die Kryptowährung von allen ignoriert. Dann haben die, die davon gehört haben, über sie gelacht. Ein Witz, dass so eine Digitalwährung zur Konkurrenz der echten Währungen werden soll. Mittlerweile wird Bitcoin von vielen Seiten bekämpft, etwa durch eine strenge Regulierung in vielen Ländern, die verhindern soll, dass sich die Kryptowährung in die Wirtschaft einschleicht. Der nächste Schritt wäre dann, wenn man dem Zitat glaubt, dass Bitcoin gewinnt.

Das berühmte Zitat wird Mahatma Gandhi zugeschrieben. Da aber kein Belegt dafür da ist, dass der große indische Friedensrevolutionär es tatsächlich gesagt hat, gilt es als eines der am häufigsten verwendeten Fehlzitate. Möglicherweise geht es auf eine Ansprache von Nicholas Klein, einem Führer einer amerikanischen Textil-Gewerkschaft, von 1918 zurück, die relativ ähnlich gehalten ist. Eine andere Option ist, dass sie ein Essay von Gandhi in dem Buch „Freedom’s Battle“ paraphrasiert, in der dieser voraussagt, dass die „Nicht-Kooperation“ die Phase des Lächerlichen durchschreitet.

Wie auch immer – Zitate gehören allen, und wenn dieses legendäre Zitat dem großen Gandhi zugeschrieben wird, dann sei es so. Es passt einfach zu gut, zu so vielen Dingen, sowohl zu Gandhis Bewegung als auch zu Kryptowährungen. Umso passender, dass gerade das Land, aus dem der Spruch angeblich kommt, Indien, derzeit immer aktiver in die dritte Phase übergeht – und Bitcoin bekämpft.

Bitcoin-User verlieren ihr Bankkonto

Die Zentralbank des Landes hat es Banken bereits verboten, mit Kryptowährungs-Unternehmen zusammenzuarbeiten. Nun zeigt das Verbot Wirkung. Einige Banken haben nun ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen so angepasst, dass es ihren Kunden nicht gestattet ist, Kryptowährungen zu benutzen, für welchen Zweck auch immer. Dass dies nicht nur eine leere Floskel ist, die die Zentralbank zufriedenstellen soll, zeigt der Fall der Digibank, einer nach eigenen Angaben „revolutionären Art von Bank.“

Ein indischer Bitcoin- und Twitteruser postet einen Screenshot, der ein Schreiben der Digibank an einen Kunden zeigt. Darin heißt es: „Wir haben einige Transaktionen in deinem Account festgestellt, die mit Tradern oder Brokern von virtuellen Währungen zu tun haben. Da diese Transaktionen nicht erlaubt sind, sind wir gezwungen, einen ‚Credit Freeze‘ zu verhängen. Das bedeutet, dass du von nun an kein Geld mehr auf deinen Account einzahlen kannst.“ Aber es kommt noch schlimmer: Die Bank kündigt ihrem Kunden an, dass sein Account in 30 Tagen vollständig geschlossen wird.

Schon einige Tage zuvor hatte eine indische Bitcoinerin per Twitter einen Screenshot gepostet, der einen Brief der Kotak Mahindra Bank abbildet. Ein Review ihrer Transaktionen habe ergeben, dass manche von diesen „in den Handel mit virtuellen Währungen“ involviert sind. Auch ihr wird angekündigt, dass ihr Bankkonto binnen 30 Tagen geschlossen wird.

Indien fährt derzeit einen sehr strengen Kurs gegen Bargeld. Die Regierung hat Ende 2016 einen Großteil des bestehenden Bargeldes für ungültig erklärt, um die Inder dazu zu drängen, auf digitale Zahlungsverfahren zu setzen. Dies diene der finanziellen Inklusion der Inder, hat aber auch den Hintergrund, dass die Regierung Schwarzarbeit und Steuervermeidung durch Barzahlungen unterbinden möchte. Gleichzeitig scheint Indien ein beliebtes Ziel von Anti-Bargeld-Kampagnen wie der „Better Than Cash“-Initiative zu sein, in der Stiftungen, halbstaatliche Gremien und Konzerne im Zahlungswesen wie Mastercard zusammenarbeiten, um das Zahlungswesen zu digitalisieren.

Kritiker wie Norbert Häring sehen diesen Kurs als verheerend an, da er in eine dystopische Zukunft führt. Indem das Bargeld verbannt wird, können Regierungen und Konzerne die digitalen Zahlungsströme überwachen und kontrollieren, was nicht nur zu einem Verlust von Privatsphäre führt, sondern den Bürgern jede Autonomie im Besitz über ihr Geld raubt. Gerade in Indien kommt hier noch hinzu, dass die Kampagne mit der Schaffung großer biometrischer Datenbanken einhergeht, die die Identität der Menschen noch fester mit ihren Zahlungen verknüpft.

Bitcoin könnte für die Inder in dieser Situation extrem wichtig sein – während es für die Regierung gleichsam wichtig ist, den Aufstieg von Kryptowährungen zu verhindern, um ihre Politik durchzusetzen.

Über Christoph Bergmann (1435 Beiträge)
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17 Kommentare zu Bitcoiner in Indien verlieren ihr Bankkonto

  1. Ich kann die Aufregung über die Abschaffung von Bargeld und der Privatsphäre nicht nachvollziehen. Inhaltlich schon, aber meiner Meinung nach wird es höchste Zeit, dass Bargeld extrem limitiert wird. Wann benutze ich denn Bargeld? Beim Bäcker, okay. Beim Autokauf? Nein, weil es zu umständlich ist. Außer natürlich, ich habe was zu verbergen.
    Und so ist es auch bei vielen Pizzerien, Pommesbuden etc. Hier wird bevorzugt Bargeld genommen, um die Einnahmen zu verschleiern und Steuern zu sparen. So ist es auch bei der Hinterhofwerkstatt oder sonst wo.
    Einige meiner Bekannten leben genau hiervon, sprich mit Bargeld Steuern zu sparen und andere Leistungen zu erschleichen.

    • Ich bin froh dass derzeit nicht viele deiner Meinung sind…. Hoffe ich doch…

    • Der Preis für eine Welt ohne Kriminalität ist die Freiheit. Leider merken die Schafe es erst dann wenn sie dem Leit-Schaf hinterher in den Abgrund springen.

    • wow, ich glaube du bist hier zu 100% falsch, also bei allen cryptocoin seiten.
      diese bekannten machen absolut alles richtig und von solchen micheln gibt es leider viel zu wenig!
      bis zum imf eu coin benutze weiterhin plastikkarten oder falls du hipster mässig unterwegs bist, natürlich apple,googly,amazon,ali pay!
      steuer „sparen“ ist absolute plicht für souveräne bürgen!

    • Beim Autokauf? Nein, weil es zu umständlich ist.

      Tatsächlich? Wie stellt man einen Auto(ver)kauf von privat zu privat denn sonst an, zumal dieser meist am Wochenende getätigt wird? Ich kenne das eigentlich nur per Bargeld, selbst bei Vertragspartnern, die sich kennen und vertrauen. Außer Bargeld oder Crypto sehe ich da eigentlich kaum Möglichkeiten, ohne dass einer der Vertragspartner Gefahr läuft, betrogen zu werden. Oder hast Du ein Kartenterminal, mit dem Du Zahlungen von mehreren Tausend Euro mal so entgegen nehmen kannst (und selbst das ist nicht final)? Die meisten Menschen dürften auch tägliche Kartenlimits haben…

      Und so ist es auch bei vielen Pizzerien, Pommesbuden etc. Hier wird bevorzugt Bargeld genommen, um die Einnahmen zu verschleiern und Steuern zu sparen. So ist es auch bei der Hinterhofwerkstatt oder sonst wo.

      Soweit mir bekannt, kann man überall da eine Quittung verlangen und es gibt sogar eine Registrierkassenpflicht in Deutschland, die übrigens jederzeit ohne Vorankündigung durch Betriebsprüfer geprüft werden können. Was nützt denn Kartenzahlung, wenn das Terminal auf eine Offshore Company auf den British Virgin Islands läuft? Und genau über solche Konstrukte läuft die tatsächliche Steuervermeidung/-kriminalität, nicht bei der Pommesbude, die vielleicht durchaus Mal „vergisst“ ein paar Portionen für je 2,50 einzutippen und sich damit um 40 Cent Umsatzsteuer drückt.
      Du hast übrigens noch die kriminellen Kellner vergessen, die ihr Trinkgeld nicht versteuern!

      Außer natürlich, ich habe was zu verbergen.

      Wenn Du das nicht hast, muss Dein Leben ziemlich langweilig sein. Aber es steht Dir frei, Deinen Kontoauszug und Kartenabrechnungen mit uns zu teilen.

      Einige meiner Bekannten leben genau hiervon, sprich mit Bargeld Steuern zu sparen und andere Leistungen zu erschleichen.

      Sprich sie doch drauf an, wenn es Dich stört. Es bleibt Dir auch noch der offizielle Weg, diese bei den entsprechenden Behörden zu melden, wenn Dir tatsächlich danach ist…

      Warst Du schon einmal in Indien? Ich kann Dir von meiner Backpacker Reise 2010 versichern, dass in wohl kaum einem Land der Abgrund zwischen arm und reich so krass (sichtbar) ist. Wenn Du den Menschen, die auf der Straße mit Kindern unter Plastikplanen „leben“ noch das letzte Bargeld das sie entweder erbetteln konnten oder mit einfachen Arbeiten verdient haben und dessen Akzeptanzstellen nimmst, dann hast Du sie wahrscheinlich auf dem Gewissen.

      Wie schon Achim und Andreas in etwa schrieben:
      Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (Benjamin Franklin)

      • wie geht nen das hier mit zitieren???

        Sprich sie doch drauf an, wenn es Dich stört. Es bleibt Dir auch noch der offizielle Weg, diese bei den entsprechenden Behörden zu melden, wenn Dir tatsächlich danach ist…

        ermutige solche leute doch bitte nicht noch, da haben wir eh schon mehr als genug in der gutmenschenzentrale und die werden in dem nahenden wahnsinn eh zumass aus ihren löchern gekrochen kommen….

        Warst Du schon einmal in Indien? Ich kann Dir von meiner Backpacker Reise 2010 versichern, dass in wohl kaum einem Land der Abgrund zwischen arm und reich so krass (sichtbar) ist. Wenn Du den Menschen, die auf der Straße mit Kindern unter Plastikplanen “leben” noch das letzte Bargeld das sie entweder erbetteln konnten oder mit einfachen Arbeiten verdient haben und dessen Akzeptanzstellen nimmst, dann hast Du sie wahrscheinlich auf dem Gewissen.

        korrekt! wieso kommen mir bei gedankengängen in diese richtung irgendwie immer die guidestones in den sinn?

      • @michel
        Zitieren geht mit folgendem Markup (ohne die Punkte dazwischen, muss das nur reinmachen damit es nicht triggert): Hier der Zitierte Text, genau gleich mit „i“ für schrägen Text und „strong“ für fett.

        Man muss sich dessen bewusst sein, dass Denunzieren meist eh auf einen zurückkommt und wenn man schon Offenheit fordert, dann auch tatsächlich in seinem Namen und nicht irgendwie anonym (zumal das eh nicht zum Ziel führt und wahrscheinlich kaum beachtet wird). Oder ist die Privatsphäre dann auf einmal doch wichtig? Selektiv eben „mal ich mir die Welt, wie sie mir gefällt“…

        korrekt! wieso kommen mir bei gedankengängen in diese richtung irgendwie immer die guidestones in den sinn?

        Schnell noch hinreisen, die braucht man bald für die Mauer! Irgendwo muss das Material herkommen, wenn sie keiner finanzieren will…

    • Nette Behauptung; leider ohne jeden Beleg. Hörensagen von Bekannten? Also ich gehe ja nicht blind durch die Geschäftswelt, aber ohne ordentliche Rechnungen sehe ich kaum irgendetwas. Und wo eine Rechnung ist, da sind auch Steuern. Wo automatische Kassensysteme sind, kann auch die Gastronomie nicht mehr betrügen.

    • Möchtest du selbst jede deiner Transaktion unwiederuflich und transparent an Dritte weitergeben? Das bezieht sich nicht nur auf deine Einnahmen, sondern auch auf deine Ausgaben…Wer beispielsweise anonym einer Stiftung beiwohnen möchte, wird diese Möglichkeit nicht mehr haben etc.

  2. Steuern sind wichtig um einen funktionierenden Staat mit Infrastruktur zu haben und ich zahle gern dafür wrnn es gerecht zugeht.
    Das lässt sich auch mit Privatsphäre und digitalen anonymen Währungen machen.

    Wenn man schon Angst hat das keiner mehr seine Einnahmen deklariert, vllt GNUTaler nehmen wo der Empfänger bekannt und der Sender einer Zahlung anonym ist?

    Ich finde Leute als böse unter Generalverdacht zu stellen ist voll daneben

    • absolut, sehe ich wie wohl jeder genauso.
      betonung halt gerecht und abgabenlast mit 2. und 3. besteuerung, plus wegelagerei (schornsteinfeger, gez, handelskammer, zwang kv etc pp) von inzwischen (je nach situation) 70-75% empfinde ich jetzt irgendwie nicht so richtig fair und gerecht.
      im gegenzug weiter wachsender staatsapparat und pensionen, >1.000.000 obdachlose, alles zerfällt, h4 etc pp usw usf

      • Das Problem liegt wohl in unserer Demokratie, vor allem Parteien(zwang). In einem Unternehmen muss man sich meist Jahre hocharbeiten, als Selbständiger Kundenbeziehungen aufbauen, gute Arbeit leisten und damit dann eventuell wachsen.

        In (unserer) Politik werden Parteien als Ganzes gewählt, die stellen ihre Listen eher nach Beziehungen und Loyalitäten auf und diese sitzen dann mehrere Jahre im Bundestag / Bundesrat, egal was sie (sich) leisten oder nicht. Zu Ministern werden die loyalsten Parteifreunde ernannt, ganz unabhängig von jeweiligen Kompetenzen und diese können sich die wenigsten in kürzester Zeit aneignen. Diese umgeben sich entsprechend mit Staatssekretären und so weiter… Würde ein Konzern (der Größenordnung eines Ministeriums) von heute auf morgen z.B. einen befreundeten Juristen als Produktionsleiter einsetzen, wäre das wahrscheinlich genauso kontraproduktiv und dann liegt die Planung und (unfertige) Durchführung um etliche 10-er Potenzen auseinander. Nur bei einem Betrieb würde man die fehlerhafte Besetzung irgendwann doch ersetzen, in der Politik macht man fröhlich weiter und für die nächste Legislaturperiode wird der Jurist eben zum neuen Technikchef.

        In der Lokalpolitik funktionieren Abläufe, Projekte und Investitionen oft viel besser, obwohl (oder vielleicht gerade deswegen) die meisten Kommunen über sehr geringe Budgets verfügen. Auch da gibt es vereinzelt Vetternwirtschaft (im Kleinen), aber es wird tatsächlich auf mehr Nachhaltigkeit und auf tatsächliche Kompetenzen und Pflichten noch geachtet. Wir bräuchten eine Revolution von unten nach oben, aber das System ist wahrscheinlich schon zu verfestigt (und immer weiter aufgebläht) als dass ich das selbst noch erleben werde…

      • Ein öffentlich rechtlicher Rundfunk der gemeinschaftlich finanziert wird, eine Krankenversicherung für alle, die gemeinschaftlich finanziert wird gehört ebenso zu einer öffentlichen Infrastruktur wie gemeinschaftlich finanzierte Straßen, Strom- und Wasserleitungen.
        Dies alles nicht zu bezahlen mit der Begründung „nutz ich nich , brauch ich nicht“, ist eine sehr egoistische Einstellung. Das heisst nicht dass es keine Alternativen geben kann, aber alles werbefinanziert kommerziell von privaten Firmen zu haben, halte ich für die falsche Variante.

      • @hero
        Habe ich einen öffentlichen Rundfunk in meinem Kommentar denn strikt abgelehnt? Ich halte die Budgets und deren Verwendung jenseits jeder Verhältnismäßigkeit. Ich bin bei der Infrastruktur auch bei Dir, allerdings würde ich heute auch Glasfaser (früher Telefon) dazuzählen, allerdings gehen schon die genannten Punkte an der Realität vorbei, den Stromnetze sind größtenteils Privatisiert, Straßen teilweise auch (siehe Maut) und das Schienennetz hätte auch in Staatlicher Hand verbleiben sollen. Krankenversicherung ist schon wieder ein neues Faß ohne Boden, aber ja. Dann aber bitte für alle gleich verpflichtend. Falls jemand mehr will, kann er das gerne in der Privatwirtschaft zusätzlich absichern…

    • GNU Taler mal genau ansehen; es gibt direkte Zahlungen ohne Bekanntwerden des Empfängers. Und das System bildet nur einen Transport ab. Die Geldmenge wird nicht gesteuert.
      Also könnte man auch GNU Taler auf Bitcoin anwenden. Macht aber keiner weil dazu wieder Intermediäre notwendig würden.

      • Naja, überzeugt mich nicht und das „GNU“ empfinde ich als Missbrauch der guten Reputation dieses Namens.

        Das System basiert auf normalen SEPA / lokalen Überweisungen auf und „verschleiert“ die Herkunft nur durch einen Zwischenhop (Exchange, der man vertrauen muss). Der einzige Vorteil gegenüber PayPal ist, dass der Empfänger keine weiteren persönlichen Daten des Zahlenden erhält. Es werden allerdings mehrere SEPA Transfers benötigt, die sich die Banken bezahlen lassen und damit die Hauptprofiteure sind. Ich kann mir gut vorstellen, dass das sogar von diesen unterstützt werden könnte, aber das hat nichts mehr mit Krypto an sich zu tun, sondern lediglich der Übertragungs“verschlüsselung“ von herkömmlichen Banküberweisungen.
        Für User allerdings viel zu kompliziert und für die meisten Transfers ohne Vorteil, da man online ohnehin überall seine E-Mail Adresse hinterlegen muss und die meisten Menschen nutzen nur eine und die kann meist (indirekt) mit ihnen verknüpft werden. Gegenüber dem Merchant will der User in den meisten Fällen auch gar nicht anonym sein, man geht ja schließlich irgendeine Art Geschäftsbeziehung ein.

        Okay, es gibt im Prinzip drei Zwischenmänner: Sender Bank, Exchange, Empfänger Bank. Ohne zu kooperieren, weiß keiner dieser dreien was man bei wem gekauft hat, lediglich den Betrag. Wenn man allerdings bedenkt, dass Kreditkartenunternehmen ihre Kundendaten verhökern, glaube ich nicht, dass diese drei Akteure so unabhängig agieren werden. Ist Sender- und Empfängerbank zudem die selbe (was man ja nicht weiß), ist die Privacy auch kompromittiert.

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