Trastra: Eine Wallet, durch die man Bitcoin, Bitcoin Cash, Ether, Ripple und Litecoin auf eine Visa-Karte schieben kann

Bitcoins auszugeben ist schwierig. Mit der Trastra-Wallet kann man immerhin mehrere Kryptowährungen in ein Guthaben auf einer Visa-Debitkarte wechseln, um damit dann allerorten zu bezahlen. Das löst zwar nicht das grundsätzliche Problem – macht es aber sehr viel einfacher, damit umzugehen.

Langfristig soll man natürlich alles überall direkt mit Bitcoin oder einer anderen Kryptowährung bezahlen können. Langfristig soll jeder Supermarkt, jedes Fachgeschäft und jeder Onlineshop eine Bitcoin-Wallet haben, an die man dann bezahlt. Nur das wird die ganzen Mittelsmänner ausschalten, die derzeit bei fast jeder Zahlung zwischen Sender und Empfänger stehen.

Kurz- und mittelfristig sind wir aber ziemlich weit davon entfernt. Auch mehr als 10 Jahre nach der Erfindung von Bitcoin ist die Akzeptanz im Einzelhandel und all den weiteren Orten oder Webeiten, bei denen man seine alltäglichen Einkäufe erledigt, minimal. Man kann, das muss man einsehen, so gut wie nirgendwo mit Kryptowährungen bezahlen. Langfristig soll sich das natürlich ändern. Aber kurzfristig braucht es andere Lösungen: Tunnel, die  Bitcoin und andere, gebräuchlichere Zahlungsmittel verbinden. Eine dieser Übergangslösungen ist die Trastra Wallet, das neue Produkt eines tschechisch-britischen Startups.

Trastra ist eine zunächst eine Wallet für Bitcoin (BTC), Ether (ETH), Bitcoin Cash (BCH), Litecoin (LTC) und Ripple (XRP), die es sowohl als Internetwallet wie auch als Android- und iOS-App gibt. Man kann Coins ein- und auszahlen. Die Adressen sind durch Multisigs geschützt, es dürfte ein 2-von-3-System sein, bei dem der User, Trastra und eine unabhängige Partei die Schlüssel hat, und zwei von ihnen der Transaktion zustimmen müssen. Ich gehe davon aus, dass der Schlüssel des Users aus dem Passwort heraus gebildet wird, bin mir hier aber nicht sicher.

Das Besondere an Trastra ist die Option, sich eine Visa-Debitkarte zu bestellen. Sobald diese aktiviert ist, kann man die Coins in der Wallet jederzeit auf die Debitkarte schieben und überall bezahlen, wo Visa akzeptiert wird. Die Euro auf der Debitkarte kann man wieder gegen andere Kryptowährungen tauschen, wer will, kann auch eine Euro-Transaktion an andere Trastra-User durchführen. Mit der Trastra-Debitkarte hat man zudem einen Account, bei dem man jederzeit in alle Karten-Transaktionen einsehen kann; das ist vermutlich nichts spezielles, aber für viele User dennoch angenehm. Ich fand es erfreulich, vor kurzem bei Netto über einen nur kleinen Umweg mit Bitcoin bezahlt zu haben.

Natürlich ist eine solche Wallet nicht neu. So gibt es schon lange Anbieter wie Wirex, die zwischen Kryptowährungen und Debitkarten vermitteln, und Bitwala kombiniert gleich die Bitcoin-Wallet mit einer Bank. Anders als bei Wirex sind die Gebühren bei Trastra eher gering – Transaktionen mit der Karte sind umsonst, Bargeld-Abhebungen am Automaten kosten 1,50, und im Monat fällt für die Karte eine Handling-Gebühr von 1,25 Euro an. Der Tausch der Bitcoin gegen Euro auf der Kreditkarte ist an sich umsonst, die Wechselkurse sind aber ein Stückchen ungünstiger als bei Bitcoin.de, bei einem Test waren es 1-2 Prozent. Ich vermute, Trastra verdient an der Spread zwischen Kauf und Verkauf.

Trastra plant zwar, in Zukunft auch wie Bitwala SEPA-Transaktionen in der Wallet zu unterstützen, hat diese Funktion aber noch nicht aktiv. Ebenfalls für die Zukunft ist geplant, dass User mit ihrer Bankkarte Kryptowährungen kaufen, um den Trastra-Account aufzuladen. Doch auch dies ist noch nicht verfügbar. Gegenüber der Berliner Konkurrenz hebt sich Trastra jedoch dadurch ab, dass es nicht nur Bitcoin, sondern auch einige beliebte Altcoins unterstützt. Damit dürfte Trastra die ideale Online-Wallet für diejenigen sein, die gerne mit verschiedenen Coins hantieren und sich die Option wünschen, die Guthaben schnell auf eine allerorten akzeptierte Kreditkarte zu transferieren.

Wer sich bei Trastra anmelden will, kann gerne meinen Affiliate-Link verwenden, so dass ich einen kleinen Anteil an den Gebühren erhalte, die ihr bezahlt. Wer das nicht möchte, kann sich auch direkt bei Trastra anmelden.

Über Christoph Bergmann (1601 Beiträge)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder. Christoph hat vor kurzem ein Buch geschrieben: Bitcoin: Die verrückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes. Das Buch stellt Bitcoin in seiner ganzen Pracht dar. Ihr könnt es direkt auf der Webseite Bitcoin-Buch.org bestellen - natürlich auch mit Bitcoin - oder auch per Amazon. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden in Bitcoin, Bitcoin Cash oder Bitcoin SV an die folgende Adresse: 1BergmanNpFqZwALMRe8GHJqGhtEFD3xMw. Wer will, kann uns auch Hier mit Lightning spenden. Tipps für Stories sind an christoph.bergmann@mailbox.org immer erwünscht. Wer dies privat machen möchte, sollte meinen PGP-Schlüssel verwenden.

11 Kommentare zu Trastra: Eine Wallet, durch die man Bitcoin, Bitcoin Cash, Ether, Ripple und Litecoin auf eine Visa-Karte schieben kann

  1. Interessante Information. Danke dafür.

  2. AdvCash hat ja nun auch die Euro Karten online. Wie waers mal mit ner Übersicht und einem Gebührenvergleich?

    • Wäre daran auch sehr interessiert!

      Übrigens wollen die das auch andersherum anbieten, aber die API ist noch nicht public: https://www.carbon.money/
      Also als kleiner Online Shop Kreditkarten akzeptieren und Krypto bekommen, ohne die ganzen lästigen Acquiring Verträge oder mit zusätzlichen Wegelagerern wie PayPal zusammenarbeiten zu müssen, die auch noch gerne Funds einfrieren. Guter Ansatz, ich hoffe sie bekommen das mit VISA und MC durchgeboxt.

  3. Maik Richter // 11. September 2019 um 11:07 // Reply

    Scheint mir eine Lösung ohne das dazu passende Problem zu sein. Solange ich dafür gebühren zahlen muss, statt mein hinterlegtes Kapital ins funding zu geben und damit Geld verdienen zu können nehme ich zum blossen bezahlen doch lieber eine normale Euro Visakarte zbsp von dkb. Da zahl ich nix und bekomm noch ein bisschen kickback.

  4. wäre toll wenn auch ein stablecoin auf die karte/wallet gehen würde. Solange btc und andere so volatil sind eignen sie sich nicht wirklich zum speichern von geld

    • Dafür gibt es doch Banken und ich halte Bitcoin für stabiler als z.B. Tether. Dass ersteres kurz- bis mittelfristig gegen 0 geht, wage ich zu bezweifeln, da seit dem Beginn komplett transparent ist, was dahinter steht oder eben nicht, bei letzterem wäre ich mir da nicht sooo sicher. Würde ich maximal für den schnellen Transfer zwischen Börsen oder ähnliches verwenden, wenn es anders nicht besser geht, aber auf keinen Fall längerfristig halten. Zur Inflation der jeweiligen Basiswährung kommt eine extreme Unsicherheit durch die unsichtige Struktur des Firmen- und Bankengeflechts dahinter, wovon zumindest bekannt ist, dass 1/3 aller Einzahlungen gar nicht vorhanden sind, sondern dubios verliehen wurden. Auf die restlichen 2/3 würde ich auch nicht unbedingt setzen…

  5. Interessant. Vielen Dank.

  6. Da kann ich Crypterium empfehlen, hier bekommt man eine Debitcard, welche mit einer Wallet per App verbunden ist. Die integrierte Wallet hat BTC, ETH, Ltc, xrp, bch, usdc und crpt. Zahlungsanbieter ist Union Pay, d.h., die Karte wird nur dort akzeptiert, wo das entsprechende Zeichen von Union Pay zu sehen ist. Außerhalb Deutschlands an fast allen ATMs zu finden, hierzulande eher selten, Tendenz steigend. Mit der Karte kann man entweder sein Guthaben direkt ausgeben oder auf eine andere Karte auscashen. An SEPA u.ä. wird gearbeitet.

  7. Ich habe vor einiger Zeit herumgeschaut wer solche Karten anbietet, und war sehr genervt und enttäuscht. Advance Cash und andere hatten keine Karten, haben aber damit geworben. Das es keine Karten gibt erfuhr man erst nach der Anmeldung, was ich nicht sehr seriös finde. Bonpay und andere waren entweder Abzocke oder sind Pleite gegangen während sie versucht haben einen Vertrag mit einem Kartenanbieter zu bekommen, als Kunde bekam man dann z.B. einfach mal keine Antwort mehr vom Kundenservice. Daher bin ich nun etwas vorsichtig und skeptisch.
    Was ich auch nicht ausstehen kann sind versteckte Kosten im Umtauschkurs wenn man Werbung mit bestimmten Preisen macht. Es wäre seriöser sich auf einen Kurs von einem anderen Anbieter wie Coindesk festzulegen und den Verkauf eingezahlter Gelder zu dem Kurs zu garantieren. Wenn man den Kursfindung ändern will, dann bitte nur für Bitcoin das nach dieser Änderung einbezahlt wird.

  8. lksjdflksjdflkjsfd // 25. September 2019 um 23:21 // Reply

    Für mich macht eine Cryptowährungs Kredit/Debit-Card erst dann sinn wenn ich meine Währungen so lassen kann und erst bei Ausgaben z.B. in EURO die entsprechende Cryptowährung getauscht und abgezogen wird. Volatil hin oder her, erst mal umtauschen um dann es auszugeben ist großer Mist und zu kompliziert.
    Es geht ja auch wenn ich mit meiner EUR Karte in JPY bezahle, dann wird das auch automatisch in EUR umgerechnet und meine Karte entsprechend in EUR belastet…

  9. Also, ich bin mit der Wirex mehr als zufrieden, probiert es aus!
    Mit Cryptoback™ erhalten Sie Cashback in BTC auf alle Einkäufe im Geschäft mit der Wirex-Visa-Karte.
    https://wirexapp.com/r/harryleist .

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