Waffenruhe an der 8.000 Dollar-Schwelle

Bulle und Bär stehen sich an der Frankfurter Börse gegenüber. Bild von Marco Verch via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Zahlen am Montag: Am Wochenende wurde der 600.000. Bitcoin-Block gefunden, während die Menge umlaufender Bitcoins auf mehr als 18 Millionen stieg. Damit sind mehr als 85 Prozent aller jemals verfügbaren Bitcoins auf dem Markt. Der Preis fiel derweil unter die 8.000 Dollar-Marke, rappelte sich von dort aber wieder auf. Und während der Ethereum-Kurs weiter deutlich gegenüber Bitcoin verliert, macht Bitcoin SV starke Gewinne.

Die Bitcoin-Blockchain ist wie ein Uhrwerk. Sie schreitet, Block für Block, etwa alle zehn Minuten voran. Immer dann, wenn ein Miner das mittlerweile unermesslich schwierige Hash-Rätsel löst und einen neuen Block findet, rückt der Bitcoin-Zeiger ein Stückchen nach vorne. Am Wochenende kam es zu einem geradezu historischen Ereignis: Der 600.000. Bitcoin-Block wurde gefunden. Der am frühen Samstag-Morgen an die Blockchain angehängte Block enthält 1.925 Transaktionen, ist 870 Kilobyte groß und brachte dem Miner BitFury neben 12,5 Bitcoin Belohnung auch 0,0376 Bitcoin an Gebühren ein.

Der Block mit der Höhe 600.000. Screenshot von Blockchain.info

Wenige Stunden nach diesem Block konnte Bitcoin noch eine weitere magische Zahl feiern: Im Lauf des Samstags erreichte die Anzahl verfügbarer Bitcoins 18 Millionen. Damit sind 85,714 Prozent aller jemals verfügbaren Bitcoins in Umlauf. Die Distribution der Bitcoins durch das Mining kommt ihrem Ende immer näher.

Die Inflation fällt mit 3,7-3,8 Prozent auf einen so tiefen Stand wie nie zuvor. In etwa 29.600 Blöcken – etwa 193 Tage – wird Bitcoin das nächste Halving erreicht, bei dem sich die Schöpfungsrate neuer Coins auf 6,25 BTC je Block halbiert. Dann wird die Inflation mit 1,8 Prozent erstmals niedriger liegen als bei den meisten großen Fiat-Währungen.

Die Bitcoin-Clock zeigt an, wie lange es noch bis zum nächsten Halving dauert. Quelle: Bitcoinclock.com

Der Preis bleibt davon bisher recht unbeeindruckt. Am Wochenende fiel der Kurs vorübergehend auf unter 7.100 Euro. Dieser zufällig erscheinende Wert ergibt mehr Sinn, wenn man ihn in Dollar ausdrückt. Dann bildet er nämlich mit 8.000 Dollar eine neue Schwelle. Nachdem der Preis vor einigen Wochen unter die 10.000-Dollar-Schwelle gerutscht ist, hat er bei gut 8.000 Dollar einen neuen, hoffentlich beständigen Boden gebildet.

Der 7-Tages-Chart bei Bitcoin.de

Dass dieser Boden am Wochenende durchbrochen wurde, hätte der Beginn einer weiteren Talfahrt werden können, die den Kurs womöglich auf 6.000 Dollar oder weniger fallen lässt. Bisher jedoch hat der Boden gehalten; der Preis ist nach einem kurzen Ausflug 7.900 Dollar wieder nach oben geschnellt und steht derzeit mit gut 8.200 Dollar ein Stückchen über der Bodenmarke. Ob sie allerdings stabil bleiben wird, muss sich erst noch zeigen. Den derzeitigen Zustand könnte man als vorübergehende Waffenruhe zwischen Bullen und Bären bezeichnen, die hier eine kurze Verschnaufpause einlegen.

In Dollar wird der Kampf um die Bodenplatte bei 8.000 Dollar sehr viel deutlicher sichtbar. Quelle: Coinmarketcap.com

Das globale Handelsvolumen auf den Börsen bleibt dabei mit 14-18 Milliarden Dollar am Tag auf einem relativ hohen Niveau stabil und ist etwa 2-3 mal so hoch wie noch am Anfang des Jahres. Es scheint eine stabile Nachfrage nach Bitcoins zu geben, auch wenn der Stablecoin Tether mittlerweile mit 16-20 Milliarden Dollar ein dauerhaft höheres Handelsvolumen als Bitcoin verzeichnet. Für viele Beobachter ist derzeit vor allem das Handelsvolumen auf der Future-Börse Bakkt interessant, weil es als Indikator für das Interesse der instutionellen Investoren gilt. Dieses ist aber mit 30-40 Bitcoin weiterhin überschaubar; es gab zwar bereits Rekordtage, an denen mehr als 100 Bitcoins gehandelt wurden, aber auch Tage, bei denen das Volumen unter 10 Bitcoin blieb.

Das Handelsvolumen auf Bakkt. Bild von BakktBot

Einige Altcoins haben auch in der vergangenen Woche ein altbekanntes Muster im Verhältnis zu Bitcoin wiederholt: Wenn der Bitcoin-Preis fällt, fällt der Preis von Altcoins noch stärker. So hat Ethereum von 0,0223 BTC auf 0,0212 BTC nachgegeben und damit knapp 5 Prozent gegenüber Bitcoin verloren.

Der 1-Wochen-Chart von Ethereum gegen Bitcoin. Quelle: ebenfalls Coinmarketcap.com.

Wenn man den Maßstab ausdehnt, wirkt der Abwärtstrend deutlich schärfer: Anfang des Jahres brachte Ethereum noch etwa 0,037 BTC auf die Waage, Anfang 2018 sogar satte 0,1 BTC. Stabiler ist Litecoin, der allerdings auch von vor einer Woche noch 0,0068 Bitcoin auf heute 0,00658 Bitcoin fiel. Auch IOTA rasselte nach einer eher aufstrebenden Woche von 3400 auf 3260 Satoshi, während Dash nach einem Hoch von 0,00875 Bitcoin vor einer Woche auf heute 0,00843 BTC gefallen ist.

… und im 1-Jahres-Chart.

Insgesamt sind das keine gravierenden Verluste, sondern eher kleine Stiche, die jedoch aufs Jahr gerechnet deutlich spürbar werden können. Es gibt aber auch einige Kryptowährungen, die in der vergangenen Woche Boden gegenüber Bitcoin gewonnen haben. So startete etwa Ripple mit etwa 3480 Satoshi, rückte zwischenzeitlich auf 3720 Satoshi hoch und hält jetzt mit 3530 Satoshi weiterhin ein Plus. Den stärksten Gewinn in Bitcoin konnte jedoch Bitcoin SV (BSV) einfahren: Der Coin war vor einer Woche auf 0,0103 Bitcoin gestürzt – also nur noch gut 1 Prozent des Wertes von Bitcoin – ist dann aber recht zügig nach oben gestiegen, um jetzt bei etwa 0,0127 Bitcoin zu stehen. Damit wird BSV der einzige Coin, der in den letzten Tagen im 2-stelligen Prozentbereich gewonnen hat.

Gewinnt gegenüber Bitcoin in der letzten Woche: Bitcoin Satoshi Vision (BSV).

In einer längerfristigen Betrachtung sind aber auch 0,0127 BTC ein eher schwaches Ergebnis. Noch Ende August stand BSV bei mehr als 0,013 BTC, und im Juni ware es gar mehr als 0,025 BTC. Der generelle Trend, dass alle Coins im Durchschnitt gegen Bitcoin verlieren, ist damit seit Anfang 2018 weiterhin intakt – auch wenn der Bitcoin-Dominanzindex im Lauf der letzten 30 Tage wieder spürbar gefallen ist, als er ein neues Hoch von mehr als 70 Prozent erreichte und vor dort auf gut 66 Prozent sank.

 

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22 Kommentare zu Waffenruhe an der 8.000 Dollar-Schwelle

  1. Und während der Ethereum-Kurs weiter deutlich gegenüber Bitcoin verliert, macht Bitcoin SV starke Gewinne.

    Das hatte Monero vor ca. einer Woche, deutlich zweistellige Kursgewinne binnen 24 Stunden, obwohl Bitcoin und fast alle Altcoins relativ ruhig waren, eine Korrektur ist wie zu erwarten kurz darauf eingetroffen und ähnliches erwarte ich auch bei SV. Interessanterweise wurde die Korrektur bei Monero wieder nach oben korrigiert und der Kurs ist wieder ziemlich positiv, wenn man das in einem Bärenmarkt behaupten kann…

    Die Inflation fällt mit 3,7-3,8 Prozent auf einen so tiefen Stand wie nie zuvor. In etwa 29.600 Blöcken – etwa 193 Tage – wird Bitcoin das nächste Halving erreicht, bei dem sich die Schöpfungsrate neuer Coins auf 6,25 BTC je Block halbiert. Dann wird die Inflation mit 1,8 Prozent erstmals niedriger liegen als bei den meisten großen Fiat-Währungen.

    DAS ist der interessante Aspekt in diesem Artikel, denn Kurse sind eher Kaffeesatz und so… Die Inflation ist wahrscheinlich das tragende Element einer Währung und Bitcoins Ansatz mit keiner Inflation nachdem die 21M geschürft wurden war eigentlich einer der treibenden Aspekte, die mich zu Bitcoin geführt haben und mittlerweile auch einer, die mich von Bitcoin wegbewegt haben.

    Auch wenn es manche Bitcoiner nicht wahr haben wollen, sind Miner ein Grundpfeiler des gesamten Systems, ohne die es nicht geht und diese müssen für ihre Arbeit vergütet werden. Das geschieht bis dato über den Block Reward, den ein Miner, der einen passenden Block findet, bekommt plus die Transaktionsgebühren aller Transaktionen, die er in diesem Block unterbringt. Schauen wir uns exemplarisch Block 600.000 an: https://www.blockchain.com/de/btc/block-height/600000
    Block Reward 12.5 BTC
    Transaktions Gebühren 0.03764047 BTC
    Das bedeutet, dass lediglich ca. 3 Promille der Vergütung aus Transaktionsgebühren bestand. Mining Aktivität sichert das Netzwerk und je mehr die Miner verdienen, desto mehr Kapazität in Form von Hardware und Strom werden sie beisteuern. Aktuell kann man davon ausgehen, dass die Profitabilität des Minings unter 10% liegt, da die Konkurrenz sehr hoch ist. Wird der Block Reward also halbiert, fallen um die 50% der Miner in die roten Zahlen und werden sie kurzfristig abschalten. Es sei denn, der Kurs steigt um etwa 100%, denn dann relativiert sich die Halbierung der Bitcoins im Vergleich zum Ertrag. Spätestens seit der Etablierung von ASICs gibt es im (Mining) Netzwerk auch keine Idealisten mehr, alleine die Wirtschaftlichkeit ist ausschlaggebend.
    Es gibt meines Erachtens zwei Lösungen des Problems:
    1. Blocksize Erhöhung, um einen realistischen Fee Markt zu kreieren
    2. Aufgabe der 21M Grenze und eine Tail Emission, aber das ist für Maximalisten ein NoNoNoNoNoGo.
    Monero macht halt beides…

    Und übrigens, auch wenn die Inflation von Bitcoin auf ein Allzeittief gefallen ist (was sie übrigens mit jedem Block tut), ist die Inflation von Monero bereits niedriger: https://www.reddit.com/r/Monero/comments/cz8yca/monero_emission_inflation_finally_went_below/
    Mit dem nächsten Bitcoin Halving dreht sich das zwar kurzfristig, aber danach nicht mehr, bis zur Tail Emission bei Monero.

    • “Es gibt meines Erachtens zwei Lösungen des Problems”
      Meiner Meinung nach gibt es kein Problem. Der Preis steigt seit 10 Jahren und er wird auch die nächsten 20 Jahre steigen, so dass der Block Reward in FIAT über die Zeit nicht sinkt. So sind dann in gut 20 Jahren 0,1953125 BTC auch noch genug für die Miner.

      • Du vergisst, dass die Fees jemand bezahlen muss. Aktuell sind das beispielhaft im Block 600.000 genau 0.03764047 BTC oder etwa 300 Dollar für 1925 Transaktionen und der Block ist relativ voll. In den “Top-Blöcken” Ende 2017 mit Fees von über 50 USD pro Transaktion haben Gebühren an der 10% Marke gestreift.

        Am Beispiel des 600k Blocks schüttet das Netzwerk an Miner 12,5 BTC (aktuell ca. 100k USD) und ein paar nicht relevante Nachkommastellen für 1925 Transaktione aus und somit kostet jede Transaktion durchschnittlich 52 USD, die man ohne Base Reward an die Miner berappen müsste, um das Netzwerk zumindest genauso stabil zu halten wie es jetzt ist.

    • Was mir, insgesamt betracht, bisher fehlt ist mal eine solide, am besten quantitative Volkswirtschaftliche betrachtung, also das große und ganze. Ich meine jetzt nicht speziell die Kommentarspalte hier, sondern insgesamt alle Artikel über Krypto und ‘das neue Geld’, egal auf welcher Seite.
      Vorneweg, ich kapier das natürlich auch nicht, aber mir Stellen sich des öfteren Fragen, worauf ich keine Antwort weiß und finde.
      Ich möchte mal ein Paar Beispiele Nennen:

      Inflation, braucht man die?
      Die EZB strebt ja bestimmt nicht eine Inflation “nahe, aber unter 2%” an, weil sie das ausgewürfelt hat. Braucht man eine leichte “Entwertung” von erspartem, um (großes) Kapital nicht einfach tatenlos rumliegen zu lassen? Soll das motivieren, sein evtl. vorhandes Reichtum irgendwie in den Wirtschaftskreislauf und so möglichst zum nutzen der Gesellschaft einzubringen? Haben sich diese 2% in der Vergangenheit bewährt? Gibt es Rechenmodelle, was bei mehr/weniger passiert?

      Eng damit Verbunden: Geldschöpfung:
      Ist eine gewisse Geldschöpfung notwendig, um die Wirtschaft ‘am Leben’ zu erhalten? Wer sollte Geld erstellen können, der Staat als representant der Gesellschaft, der es möglichst gerecht unter das Volk streut? Banken, weil diese am ehesten das Know-How haben und abschätzen können was sinnvoll ist? Niemand, weil niemand das Recht hat “Dinge” aus dem nichts zu erzeugen? Miner, weil sie das Geld verwalten?

      Braucht man “Geldschöpfung”, um eine Patt-Situation zu lösen?
      Ich stelle mir da immer ein Prinzipbeispiel aus Zimmermann und Bauer vor. Der Zimmermann lebt in einem schönen Haus, isst aber nur reudige Kartoffeln weil er kein Geld hat sich Fleisch vom Bauern zu kaufen.
      Der Bauer hat jeden Tag ein Festmahl, lebt aber in einer Scheune, weil er Handwerklich unbegabt ist und auch er kein Geld hat den Zimmermann zu beauftragen.
      Bekommt der Bauer nun Geld aus dem nichts, kann der den Zimmmerman beauftragen ihm ein Haus zu bauen. Umgekehrt hat der Zimmermann dann geld sich gutes Essen zu kaufen, insgesamt ist der Wohlstand der ‘Gesellschaft’ gestiegen
      Ist es das was immer mit Ankurbeln der Wirtschaft gemeint ist, und die ‘Deflation/Rezession” die unbedingt vermieden werden muss?

      Ist ein Mining-Reward und die Blockchain ansich wirklich Sinnvoll?
      Es steht ausser Frage, wer Ressourcen in Mining und Netzwerksicherheit bereitstellt, muss dafür etwas zurück bekommen. Aber irgendjemand muss es ihnen geben, entweder als Fees direkt, oder indirekt über Schöpfung. Wobei bei Schöpfung indirekt alle Zahlen, Ist es dann nicht naheliegend, diese Verwaltungsaufgabe so effizient und schlank wie möglich zu halten, ohne Zahlenrätsel als Mittel zum Zweck zu lösen? Und die frei werdenden IT-Techniker, blöd gesagt, trotzdem mit geschöpftem Geld zu bezahlen und sie dafür zum Mobilfunk-Netzausbau zu schicken. Hätten wir da nicht mehr davon?

      Sind Kryptos und Banken sooo unterschiedlich?
      Beide verwalten Zahlungsströme, beide sollten as irgendwie entschädigt bekommen. Bei Banken klassisch Differnenz von Soll/Habenszinsen, vielleicht sogar Minuszinsen, Kontoführungsgebühren. Bei Minern eben Fees und Block reward.
      Be your own Bank? Das widerspricht dem heutigen vorherschendem System der spezialisierung und Arbeitsteilung. Wie war das mit Wohlstand durch Arbeitsteilung?

      Ist Geld vielmehr nicht einfach nur ein Hilfs- und Rechenmittel der Gegenwart?
      Ohne Realwirtschaft hilft einem weder Gold, Euros, Btc… Sie entsprechen nur einem gewissen Teil der vorhandenen oder zeitnah produzierbaren Güter, wobei hier wieder das ‘Wieviel glauben die Leute ist es Wert’ ins Spiel kommt. In ganz schlechten Zeiten brauche ich Brot, Wasser und Dach über dem Kopf. Das kann man nicht (bzw. nur bedingt) speichern, erst recht nicht in Geld. Ich kann jetzt nicht für das Vorsorgen, was ich in der Rente brauche (Haus vielleicht, aber alles andere, Essen, Frisör, Feierabendbier, Schuhe, Pullover, Glühbirne…). Ich muss ein Hilfsmittel nehmen, das ich jetzt in Vorleistung gehen kann und dieses Konserviere, und zum Zeitpunkt meines Ruhestandes ebenso gefragt ist, dass mich die Realwirtschaft von dann mitversorgen kann. Wenn man das ganz weit herunterbricht ist es nur ein Versprechen, an jemand der noch garnicht geboren ist. Ich ‘sorge’ für die ‘alten’ heute, ihr für mich und eure Enkelkinder dann auch für euch. Stichwort Generationenvertrag.

      Versteht mich nicht falsch, das sind keine Rhetorischen Fragen. Ich denke mir eine Antwort, weiß aber nicht ob sie stimmt. Und wenn jemand ein gutes Buch / Interseite / Dokumentation was auch immer zu diesem Themengebiet empfehlen könnt, immer her damit. Ich bin ja nicht der erste der sich darüber Gedanken macht.
      Ich hoffe man versteht auf was ich in etwa hinaus will.

      • Wow, krasser (langer) Beitrag, aber mit berechtigten Fragen! Ich versuche, auf einige davon einzugehen…

        Inflation, braucht man die?

        Das ist eine spannende Volkswissenschaftliche Frage, aber in unseren bekannten Systemen ist sie einfach eine Art versteckte Steuer, denn wenn jemand vor 50 Jahren 100 Mark unter dem Kopfkissen versteckt hat, konnte damit damals 5-10 Mal mehr einkaufen als heute.

        Ist eine gewisse Geldschöpfung notwendig, um die Wirtschaft ‘am Leben’ zu erhalten? Wer sollte Geld erstellen können, der Staat als representant der Gesellschaft, der es möglichst gerecht unter das Volk streut? Banken, weil diese am ehesten das Know-How haben und abschätzen können was sinnvoll ist? Niemand, weil niemand das Recht hat “Dinge” aus dem nichts zu erzeugen? Miner, weil sie das Geld verwalten?

        Kann man das denn nicht hinreichend definieren wie bei Bitcoin mit den Halvings oder bei Monero mit der Tail Emission?

        Braucht man “Geldschöpfung”, um eine Patt-Situation zu lösen?

        Man braucht sie aus meiner Sicht nicht, die “Schöpfung” neuen Geldes ist aktuell eher pervers. Daher waren die 21M bei Bitcoin durchaus berechtigt, aber mit der Zeit hat sich die Emission als fehlerhaft erwiesen… Alleine Keys, die verloren gehen, dürften die aktuellen Inflation übersteigen.

        Ist ein Mining-Reward und die Blockchain ansich wirklich Sinnvoll?

        Angesichts der Dezentralisierung ist Mining wohl die höchste Errungenschaft, die uns Satoshi Nakamoto hinterlassen hat. Es gab davor dezentrale Systeme, aber keines konnte als Währung fundieren. Die ganzen Scams, ja Scams wie Ripple, EOS, Stellar & Co. sind keine Alternative, da können wir einfach bei den bestehenden Ponzis bleiben…

        Sind Kryptos und Banken sooo unterschiedlich?
        Beide verwalten Zahlungsströme, beide sollten as irgendwie entschädigt bekommen. Bei Banken klassisch Differnenz von Soll/Habenszinsen, vielleicht sogar Minuszinsen, Kontoführungsgebühren. Bei Minern eben Fees und Block reward.
        Be your own Bank? Das widerspricht dem heutigen vorherschendem System der spezialisierung und Arbeitsteilung. Wie war das mit Wohlstand durch Arbeitsteilung?

        Ja, zumindest das was ich unter Kryptowährungen verstehe ist diametral anders als Banken, da dezentral, offen etc.
        Bis vor 20-30 Jahren war Geld noch dezentral und kaum in Banken.

        Ist Geld vielmehr nicht einfach nur ein Hilfs- und Rechenmittel der Gegenwart?

        Ja. Das Problem bei staatlich ausgegebener Währung ist die Inflation… http://www.in2013dollars.com/1860-dollars-in-2017?amount=1

  2. Nixgeschenkt // 21. October 2019 um 16:16 // Reply

    Wem gehört eigentlich die Seite moneroblog.de? Das wäre doch auch mal angebracht, oder?

    • Sollte man in der Tat und hatte ich Mal vor (die Domain gehört mir nicht). Aber ich bin kein Schreiber, ich vertiefe mich in Einzelheiten und verliere schnell das große Ganze, das den Leser fesselt, wie es z.B. Christoph perfektioniert hat.

  3. Es ist sicher eine spannende Sache wie sich Bitcoin und Mitbewerber verhalten, minimal Inflationär, komplett Inflationär und Deflationär.
    Ich glaube komplett fixer Vorrat ist halt noch nicht getestet genug. Warum sollte das nicht funktionieren ?
    Dann gibt es halt wieder mehr Idealisten.

  4. Hans Frosch // 21. October 2019 um 18:39 // Reply

    Die Blocksize sollte nicht nur wegen der Kreierung eines realistischen Fee Markets erhöht werden. Bei den vergangenen Halfings konnte der Kurs locker steigen, da genügend Puffer an Platz für Transaktionen in den Blöcken vorhanden war. Dies trifft beim nächsten Halfing erstmals nicht mehr zu. Der Preis wird zwar zunächst steigen, jedoch wird es eine gewisse Deckelung aufgrund der geringen Blocksize geben. Wird ein kritischer Kurs erreicht (ca. 15 000 €), so wird die Nachfrage nach Bitcoins so groß werden, dass die Anzahl der Transaktionen so stark zunimmt, dass die Blöcke so voll werden, dass die Gebühren in die Höhe schnellen werden. Dadurch nimmt die Nachfrage automatisch wieder ab, so dass der Kurs wieder sinkt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kurs auf mehr als 20000 € zunehmen wird. Folglich sinkt auch die Hashing-Power und die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks.
    Interessant wäre, wo der Bitcoin-Kurs jetzt stehen würde, wäre die Blocksize so hoch, dass die Kapazitätsgrenze nicht erreicht worden wäre.

    • Hans, Du bringst es eigentlich auf den Punkt. Der Kurs ist durch die Netzwerkbeschränkungen mitbeschränkt…

      • Ist er nicht, da das Trading auf Lightning ausgelagert werden kann. Davon abgesehen werden selbst heute die meisten Trades nicht onchain gesettled, d.h. das tatsächlich Handelsvolumen ist keineswegs durch die Blockgröße limitiert.

      • @Simon. Lies nochmal den Text von Hans genau durch und dann: Denke nach.

      • @Simon
        Auch Lightning benötigt OnChain. Wenn eine Transaktion in Fiat dreistellig kosten sollte, dann sind fast alle raus.
        Mal abgesehen von den ganzen Problemen die Lightning an sich mitbringt

  5. Maik Richter // 22. October 2019 um 0:09 // Reply

    Gebt es auf. Paul ist Ideologe und argumentiert ergebnisbezogen. Er mag halt nicht Bitcoin sondern Monero und Ende.

    “Der Coin war vor einer Woche auf 0,0103 Bitcoin gestürzt – also nur noch gut 1 Prozent des Wertes von Bitcoin – ist dann aber recht zügig nach oben gestiegen, um jetzt bei etwa 0,0127 Bitcoin zu stehen.”

    Sag mal Christoph, willst du eigentlich veräppeln? Uns eine stinknormale Korrektur nach einem Dip hier als “starke Gewinne” zu verkaufen? Auch wenn man CSW Fan ist, aber das ist unseriös.

    • Ich habe über die aktuellen Kursbewegungen geschrieben, da ist das halt rausgestochen. Hat schon seinen Grund, warum ich meistens hinzufüge, wie der Kurs mittelfristig läuft …

    • Aktueller Stand: BSV +14%, BTC +0.04%
      Schön wenn die Korrekturen so aussehen.

    • Gebt es auf. Paul ist Ideologe und argumentiert ergebnisbezogen. Er mag halt nicht Bitcoin sondern Monero und Ende.

      Was ist denn das wieder? Ich mag Bitcoin. Ich kritisiere lediglich den Stillstand seit Ewigkeiten, das kann man sogar in meinem “Track Record” hier im Blog nachlesen, als es etwa um Blocksize in Bitcoin ging und ich noch nichtmal wusste, was Monero ist.

  6. @Hannes & Paul, ihr mögt recht haben, solange es nicht möglich ist mehrere Channels mit nur einer Transaktion auf der Blockchain zu erzeugen. Sobald das möglich ist (#schnorr, #eltoo), können die Gebühren aber hochgradig verteilt werden und geben Spielraum für einen höheren Kurs.

    • Gehen wir mal fiktiv von einer Fee von 50 USD aus, die durchaus real ist und Ende Dezember 2017 der Durchschnitt war. Selbst mit der Eröffnung von mehreren Channels wären das über 10 Dollar pro Channel und damit teurer als die meisten Finanzgeschäfte heute.

  7. Maik Richter // 23. October 2019 um 11:52 // Reply

    Ach? Also als ich letztes Jahr Geld nach Uganda schicken musste kostete das mehr als 50 USD und dauerte fast drei Monate.

    • Maik, kannst Du zwischen “meisten”, “allen” und so unterscheiden?

    • >als ich letztes Jahr Geld nach Uganda schicken musste kostete das mehr als 50 USD und dauerte fast drei Monate.

      Na scheinbar findest du sowas ja OK und erkennst das daher das Potential von Bitcoin nicht.

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