IOTA: Zwischen Himmel und Hölle

Halbvoll oder Halbleer? Über das Glas bei IOTA streiten sich die Geister seit 2017. Bild von Markus Buchwald via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Die News von IOTA sind mal wieder stark gemischt. Auf der einen Seite scheint es in der Foundation zu gären. Ein ehemaliger Mitarbeiter packt aus und berichtet, was bei der Stiftung alles schiefläuft. Gleichzeitig gelingt es der Stiftung aber, zum Finalisten beim Corona-Hackathon der Bundesregierung und Mitglied eines EU-Projektes zu werden.

Oh IOTA. Es dürfte kaum eine Kryptowährung geben, die es so schwer macht, neutral über sie zu berichten. Denn man hat ständig eine Polarität, wie bei einem bipolaren Menschen, nur dass Depression und Manie bei IOTA zur gleichen Zeit geschehen. Auf der einen Seite gibt es begeisternde Industriepartnerschaften und visionäre Projekte, auf der anderen Seite kindische Skandale, peinliche Bugs und nicht eingehaltene Deadlines. Das ist in dieser Woche nicht wesentlich anders.

Er ist nicht wütend, will aber dennoch eine Menge loswerden

Der Entwickler Philipp Blum hat ehemals bei der IOTA-Foundation als „Beratungs-Entwickler für das Ökosystem“ gearbeitet; seine Aufgabe war es, eine Entwickler-Community für das Internet der Dinge aufzuziehen.

Er hat die Foundation mit Sitz in Berlin vor kurzem verlassen und legt seine Gründe in einem öffentlichen Abschiedsbrief dar. Solche Abschiedsbriefe haben wir in der Krypto-Szene schon oft gesehen. Sie sind manchmal ein „Rage-Quit“, wie der legendäre Abschied von Mike Hearn; aber auch dann, wenn sie sich einer weniger drastischen Sprache bedienen, äußern die Autoren in ihnen gerne all den Ärger, der sich im Lauf der Zeit angestaut hat.

So betont Philipp, keinen Groll zu hegen. „Ich bin nicht wütend, und ich will die IOTA-Foundation nicht schädigen. Sie haben einige wirklich gute Ingenieure und Mitarbeiter.“ Er schreibe diesen Brief nicht gerne, meint aber, dass „die IOTA-Community diese Information braucht.“ Und dann legt er los. Er zählt alles auf, was ihn an der IOTA Foundation stört.

Auf der einen Seite wäre das die mangelnde Transparenz. Beispielsweise der EDF Fund Tracker, der zeigen soll, wie die Foundation die Spenden und Guthaben nutzt. Er wurde zum letzten Mal Mitte 2019 aktualisiert, und wenn man sich die Adresse der Guthaben anschaut, klafft eine Lücke von beinah einer Million Dollar auf. Nicht eben besser sieht es mit den IOTA aus, die David Sonstebo und CfB während der IOTA-ICO abgezwackt haben. Sie sollten eigentlich Jinn gehören, der Organisation, die die erste ICO gemacht hat, und dementsprechend an die Foundation übergangen sein. Was David mit den Guthaben macht, die ihm eigentlich nicht gehören sollten, ist vollkommen unbekannt.

Finanziell sieht es nicht gut für die Foundation aus, worüber diese die Community auch gerne im Dunkeln lässt. Philipp schätzt, dass sie in 13 Monaten ihr ganzes Geld verbrannt hat. Sie hat also nur noch ein Jahr Zeit, nachhaltig zu wirtschaften und Coordicide, die Abschaltung des zentralen Coordinators, zu vollenden. Womit wir beim nächsten Problem wären.

Denn die Foundation liefere technisch viel zu wenig. Sie sollte eigentlich ein Protokoll für die Maschinenökonomie des Internets der Dinge schaffen. Aber tatsächlich arbeite sie kaum an diesem Thema. Sie habe „keine Idee, wie sie das IOTA-Protokoll in wichtige IoT-Protokolle integriert. Sie arbeitet nicht einmal daran.“ Gleichzeitig verzettele sie sich in unzähligen Software-Projekten – Hornet, Bee, goshimmer, IRI, cIRI, den Marktplatz, Stream, Smart Contracts, der Permanode. „Es ist einfach zu viel. Man kann all das nicht mit einer Handvoll von Ingenieuren managen.“ Wie üblich geht alles langsamer, wenn man sich verzettelt. Coordicide, die Abschaltung des Coordinators, ist längst überfällig, aber noch lange nicht in Sicht. Vor knapp einem Jahr hat die Foundation die Coordicide Roadmap vorgestellt, und damals kam der Eindruck auf, es könne in einigen Monaten soweit sein. Davon scheint man heute weit entfernt.

Welche Folgen es hat, auf Quantität anstatt Qualität zu setzen, zeige der Moonpay-Hack. Der XSS-Angriff war mehr oder weniger ein Anfängerfehler, und auch wenn der Fehler vor allem bei Moonpay lag, sage es einiges aus, dass nur IOTA betroffen war.

Das, was Philipp Blum ausbreitet, ist also eine ganze Menge Holz. Natürlich könnte manches dem Ärger eines ehemaligen Mitarbeiters geschuldet sein, dessen Vorschläge und Bedenken nicht so ernst genommen wurden, wie er es gerne gehabt hätte. Aber Teile der Kritik wirken auch besorgniserregend: etwa die dünne finanzielle Decke der Foundation, die Vernachlässigung der Anbindung an IoT-Protokolle sowie die Verzettelung in zu viele Projekte.

Gleichzeitig schafft es die Foundation aber auch jetzt, für gute Nachrichten zu sorgen.

Hackathon und Horizon 2020

So gelang es der Foundation, in das Finale des #SmartDevelopmentHacks gewählt zu werden. Das ist ein Projekt des Wirtschaftsministeriums zusammen mit einer Organisation der EU für Entwicklungshilfe. Dabei geht es darum, durch kluge Technologie Wege zu finden, um die Folgen der Corona-Krise zu lindern. Rund 1.000 Teams haben Projekte eingereicht, 20 davon wurde ausgewählt, um am 14. und 15. Mai beim Hackathon mitzumachen. Wer schließlich gewonnen hat, ist derzeit noch nicht bekannt.

Dabei konnte sich auch die IOTA-Foundation qualifizieren. Man sollte die Nachricht aber auch nicht überbewerten. IOTA macht nicht mit einem eigenen Projekt mit, sondern ist lediglich Teil eines Projektes. Der Name ist „Smart Care Corona Response in Eastern European countries and African countries“, zu Deutsch etwa: „Intelligente Antworten der Pflege auf Corona in osteuropäischen und afrikanischen Ländern.“ Neben der IOTA-Foundatoin wirken dabei noch fünf weitere Partner mit, die dem Gesundheits- und Bildungswesen zuzuordnen sind. Worum es konkret geht, ist nicht öffentlich bekannt. Aber es scheint der IOTA-Foundation gelungen zu sein, die anderen Partner zu überzeugen, eine Blockchain bzw. einen Tangle zu benötigen.

Ferner hat es die IOTA-Foundation geschafft, Teil des Dig_it-Projekts zu werden. Das ist ein Förderprojekt aus dem Horizon 2020 Programm der EU, das EU-weit Geld an Wissenschafts- und Technologieprojekte vergibt.  Der Foundation gelang es bereits, als Teil des +CityXchange-Projekts in den Genuss von Horizon-2020-Fördergelder zu kommen. Dig_it zielt nun darauf ab, Daten der Bergbauindustrie zu gewinnen und auf einer Internet-of-Things-Plattform zu vereinen, um dadurch neue Erkenntnisse zu erzielen, dank denen die Gesundheit und Sicherheit der Arbeiter verbessert und die Industrie umweltfreundlicher gemacht wird. Dabei ist die IOTA-Foundation einer von 16 Partnern in ganz Europa. Das Konsortium wird in den kommenden 48 Monaten 7 Millionen Euro erhalten, von denen die IOTA-Foundation 155.000 bekommt. Dies könnte ein hervorragender Ansatz sein, um den Tangle für das Internet der Dinge zu positionieren.

Damit gelingt es der Foundation trotz der offenkundigen Probleme weiterhin, Partner zu gewinnen, erfolgreiche Projekte zu starten und Zuschüsse zu erhalten. Gleichzeitig jedoch scheint dies die Verzettelung der Foundation noch zu vertiefen, weshalb es an Ressourcen mangelt, um die eigentlichen, längst überfälligen Projekte auch abzuschließen.

Über Christoph Bergmann (1762 Beiträge)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder. Christoph hat vor kurzem ein Buch geschrieben: Bitcoin: Die verrückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes. Das Buch stellt Bitcoin in seiner ganzen Pracht dar. Ihr könnt es direkt auf der Webseite Bitcoin-Buch.org bestellen - natürlich auch mit Bitcoin - oder auch per Amazon. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden in Bitcoin, Bitcoin Cash oder Bitcoin SV an die folgende Adresse: 1BergmanNpFqZwALMRe8GHJqGhtEFD3xMw. Wer will, kann uns auch Hier mit Lightning spenden. Tipps für Stories sind an christoph.bergmann@mailbox.org immer erwünscht. Wer dies privat machen möchte, sollte meinen PGP-Schlüssel verwenden.

29 Kommentare zu IOTA: Zwischen Himmel und Hölle

  1. Hans Frosch // 20. Mai 2020 um 16:01 // Antworten

    Hier geht’s zur Stellungnahme des IOTA-Foundation Mitglieds Hans Moog’s zum Rauswurf Philipp Blums:

  2. Paul Janowitz // 20. Mai 2020 um 18:42 // Antworten

    Irgendwie kommt mir IOTA immer mehr wie der Comedy Channel in Crypto vor… Nicht, dass Crypto Twitter, Reddit & Co. nicht schon an sich lustig wären wenn sie sich gegenseitig flamen, trollen etc., aber IOTA schafft das selbst intern ohne andere Projekte 😉
    Das Drama um CfB / Sonstebo ist immer noch nicht abgeschlossen und jetzt kommt noch eine neue Drama Queen dazu.

    Interessanter finde ich die kürzliche Aussage Sonstebos, dass Qubic (das Leuchtturmprojekt bisher, praktisch fertig!) jetzt plötzlich auch nicht mehr von der Foundation weiter gefördert und entwickelt wird „können andere machen“ und man hätte mit Smart Contracts ein viel geileres Tool in Aussicht. Wenn man bedenkt, wie viele Announcements von Announcements zu Qubic es gegeben hat, schon eine beachtliche Leistung…

    Ich persönlich verfolge IOTA nur noch allenfalls wenn jemand etwas auf Twitter darüber postet und ich es gerade mitbekomme. So lange sie das Grundproblem der Zentralisierung auf den Coo nicht gelöst haben, ist das Projekt mehr oder weniger belanglos.

  3. herzmeister // 20. Mai 2020 um 23:53 // Antworten

    ist doch klar, dass sich das irgendwann irgendwie manifestiert, dass iota vollkommener unsinn ist, sowohl technisch, als auch ökonomisch, als auch politisch.

    alles was man konnte ist gut verkaufen an noobs, business-kasper und industrie-dilberts.
    but proof-of-powerpoint only works for so long.

    und mit dem manifestieren mein ich jetzt nicht unbedingt den ragequit, sowas gibt’s immer und überall, sondern allein dass deutlich gemacht wird, dass alles von einer foundation und deren finanzierungslage abhängt.

    „Hätte uns doch nur jemand gewarnt!“, wie fefe immer so schön sagt.

  4. Hans Frosch // 21. Mai 2020 um 14:20 // Antworten

    Man muss anmerken, dass die Personalie Philipp Blum ziemlich belanglos ist. Die IOTA-Foundation hat außerdem endlich mit CfB, der sich als kritikunfähig erwies und zunehmend als Bremsklotz herausstellte, abgeschlossen.

    Viel interessanter finde ich, dass sich der Coordicide zunehmend als machbar herausstellt. Ich bin sehr gespannt, ob der Zwischenschritt „Chrysalis“ zum Coordicide zu einer Leistungsverbesserung führen wird. Chrysalis wird in zwei Stufen ablaufen, nachzulesen auf
    https://blog.iota.org/release-strategy-for-chrysalis-iota-1-5-4ea8741ea3a1
    Die wichtigsten Auszüge daraus:
    „The first phase consists of improved tip selection (URTS), Milestone selection, White flag and Autopeering. […] estimated completion by early July.“
    „The second phase consists of UTXO, Atomic Transactions, Reusable addresses (Ed25519) and the transition to a binary transaction layout. […] We currently estimate this to happen around late October.“

    „Interessanter finde ich die kürzliche Aussage Sonstebos, dass Qubic [..] jetzt plötzlich auch nicht mehr von der Foundation weiter gefördert und entwickelt wird „können andere machen“ und man hätte mit Smart Contracts ein viel geileres Tool in Aussicht.“

    Man muss dazu sagen, dass die IF hauptsächlich wegen CfB solange an der ursprünglichen Form von Qubic festgehalten hat. Wie oben gesagt, ist man inzwischen mehr als froh, dass dieser wegen fehlender Kritikfähigkeit die IF verlassen hat. Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass die IF zunehmend lern- und kritikfähiger wird. Außerdem klingt das obige Zitat so, als ob Smart Contracts nichts mit Qubic zu tun hätten. Das stimmt so nicht. Smart Contracts waren von Anfang an ein Teilbereich von Qubic, auf den man sich nun konzentriert, um endlich mal was fertig zu bekommen. Die anderen Teilbereiche werden eventuell später in Angriff genommen.

    Wenn Leute IOTA nicht mehr verfolgen, weil in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden, dann ist das zwar nachvollziehbar, für mich aber keine Option, da der Weg zum Coordicide inzwischen so gut dargelegt ist, dass ich die Wahrscheinlichkeit, dass dieser gelingen wird, nicht mehr allzu klein einschätze.

    • Paul Janowitz // 21. Mai 2020 um 21:22 // Antworten

      Sorry Hans, aber das ist alles lächerlich.

      Man muss dazu sagen, dass die IF hauptsächlich wegen CfB solange an der ursprünglichen Form von Qubic festgehalten hat. Wie oben gesagt, ist man inzwischen mehr als froh, dass dieser wegen fehlender Kritikfähigkeit die IF verlassen hat. Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass die IF zunehmend lern- und kritikfähiger wird. Außerdem klingt das obige Zitat so, als ob Smart Contracts nichts mit Qubic zu tun hätten. Das stimmt so nicht. Smart Contracts waren von Anfang an ein Teilbereich von Qubic, auf den man sich nun konzentriert, um endlich mal was fertig zu bekommen. Die anderen Teilbereiche werden eventuell später in Angriff genommen.

      Als Außenstehender muss ich feststellen, man konzentriert sich auf NICHTS und dabei auf alles. Es ist tatsächlich ein Witz und ähnlich wie bei Bitcoin Ende 2017 der Transaktionsstau mit horrenden Fees aufgetreten ist, ist Bitcoin heute genauso weit oder fern und die Fees erreichen jetzt schon absurde Levels. Bei IOTA sehe ich seit dem Launch auch keine wirklichen Fortschritte, nur Announcements von Announcements und dann die Drama Queen Stories, die immerhin unterhaltsam sind 😉

      • DerJoe // 23. Mai 2020 um 12:55 //

        Als Außenstehender, der allenfalls mal auf Twitter mitliest, kann das schonmal so scheinen. Intern hat über die letzten Monate aber schon eine ziemliche Fokussierung in der IF stattgefunden. Wichtig war dafür unter anderem das Abziehen aller Ressourcen von der Totgeburt Qubic. Du kritisierst zu recht die gesamte Kommunikation um das Thema. Dass man hier nun endlich den Schlussstrich gezogen hat, war allerdings überfällig und folgerichtig.

        Gerade in der Kryptocommunity wurde durch das lange Festhalten an fragwürdigen Designentscheidungen viel Kredit verspielt… nachvollziehbarerweise. Jetzt liegt der Fokus ganz klar auf Coordicide und daran muss man sich in den nächsten 1-2 Jahren messen lassen. Chrysalis dient lediglich der zwischenzeitlichen Verbesserung des Netzwerks, mit dem zweiten Teil sollen alle Schnittstellen bereits in der Post-Coordicide-Form vorliegen, so dass Implementierungen zum Coordicide nicht mehr verändert werden müssen.

        Die Berechnung der IF-Finanzierung von citrullin (Phillip Blum) setzt im übrigen scheinbar noch auf der Cash-Burn-Rate vom letzten Jahr auf. Da wurde grob 1 Million Dollar pro Monat benötigt. Das hat aber dieses Jahr etwas nachgelassen. (Alles natürlich nur aus Beobachtungen der bekannten Adresse der IF, offizielle Zahlen gibt es hierzu nicht und die hat auch citrullin sicher nicht, der übrigens weiterhin im Discord der IF aktiv ist… also für mich, als jemand der seit 2017 jedes IOTA-Drama mitgenommen hat, ist das gerade nicht der Rede wert 😉
        Die Art der Kritik ist auch im IOTAversum immer wieder zu lesen und wird nicht mehr zensiert wie früher. Für jemanden, der sich mit IOTA beschäftigt, war da jetzt nichts wirklich Neues zu lesen.

        Ich bin hier weiterhin dabei, weil ich das gebührenfreie, dezentrale Tangle-Netzwerk ohne Miner sehen will, weil ich den Coordicide für machbar halte, weil ich viel Potential darin sehe, andere Wege (statt Blockchain) zu suchen, um die durch das CAP-Theorem gegebenen Einschränkungen anzugehen.
        CfB wird im Hintergrund noch für Drama sorgen, David hat da auch immer wieder mal Skandal-Potential… aber auch auf seine Person ist die IF längst nicht mehr in kritischer Weise angewiesen.

        Bzgl. BTC: Sind wir mal ehrlich, BTC ist ein reiner Store-of-Value geworden, mehr ist nicht in Sicht. Das mag die Killer-Anwendung für Kryptowährungen sein, großen Nutzen für die Mehrheit der Menschen hat das nicht. Und BTC wird als Store-of-Value auch nur so lange Bestand haben wie es keine Alternative gibt, die eine vergleichbare Sicherheit bei weniger Energieverbrauch bietet. Ich halte selbst auch weiterhin zum größten Teil BTC… aber gut fühlt sich das nicht mehr an.

        Ich verschwinde dann mal wieder ins Off.

        Gruß, der Joe

      • Paul Janowitz // 23. Mai 2020 um 13:42 //

        Lieber Joe, danke für die ehrliche Antwort!

        Es fällt mir wirklich schwer zu glauben, dass man sich nun endlich auf Coordicide konzentriert, wenn ich auch nur in das offizielle Blog schaue… https://blog.iota.org/welcome/home
        Eine Fokussierung sehe ich nicht. Klar gibt es auch Artikel zu Coordicide, aber ziemlich wenige und Moog erscheint in den „sozialen“ Medien eher als Einzelkämpfer, der durchaus kompetent ist, aber fraglich ob er das alleine stemmen kann und ob seine Annahmen tatsächlich haltbar sind.

        Ganz ehrlich: Als IOTA gestartet ist, gab es auch keine skalierbaren Transaktionsnetzwerke und das war durchaus ein Argument, aber mittlerweile ist für transparente Transaktionen wie sie bei IOTA der Fall sind z.B. BSV designtechnisch besser geeignet und wenn man Privacy will eben Monero. Ersteres hat über die Lockerungen im Bitcoin Protokoll dafür gesorgt, letzteres hat trotz (oder mit) immer besserer Privacy das Protokoll immer effizienter gemacht und eine Standardtransaktion mit allen Privacy Features braucht aktuell mit 1,7kB weniger als eine komplett offene bei IOTA. Man schwadroniert von Sharding / Side“Chains/Tangles“ und anderen Methoden, um das in den Griff zu bekommen, aber man liefert nichts. Das schaffen andere Chains mittlerweile auch besser und falls ETH 2.0 erfolgreich sein sollte, sind imho alle Anwendungsfälle für IOTA weg.

      • DerJoe // 23. Mai 2020 um 14:37 //

        Moog ist jemand, der vorprescht und auch immer wieder mit eigenen Ideen kommt und auch einen Teil zur momentanen Stoßrichtung bzgl. Coordicide beiträgt, prinzipiell gibt aber Serguei Popov die Richtung vor, ist aber eher ein zurückhaltender Typ
        wer alles noch hauptamtlich an Coordicide mitarbeitet, da bin ich derzeit auch überfragt, würde aber schätzen noch etwa 5 IF Devs und ein paar Community Member, die sich einbringen
        auf Base-Layer-Ebene liegt darauf klar der Fokus, ansonsten wird viel Projektarbeit betrieben und Pflege von Partnerschaften, aber das machen ja nicht die Devs

        das Hauptargument für IOTA ist imho feeless, wird ETH2.0 jetzt feeless?
        außerdem ist ja auch WOTS jetzt quasi Vergangenheit (meines Wissens nur noch für die Zukunft optional), soll heißen die Basisgröße einer Tx wird nicht mehr so riesig sein, Adressen werden wiederverwendbar, aber da stecke ich grade nicht tief genug drin, um genaueres zur neuen min. Tx-Größe sagen zu können

        mittlerweile ist quasi alles abgeräumt, was immer als Red Flag genannt wurde

        Monero als First Mover in Sachen privacy macht klar Sinn, dass BTC das nicht macht, ist aber auch klar, da will man institutional money nicht verschrecken…

        BSV finde ich jetzt „technisch“ gar nicht interessant. Was ist es anderes als eine optimierte Blockchain? für ein weltweites P2P Zahlungssystem reicht auch das nur so lange es nicht wirklich weltweit für alles Mögliche eingesetzt wird

      • Paul Janowitz // 23. Mai 2020 um 16:49 //

        das Hauptargument für IOTA ist imho feeless, wird ETH2.0 jetzt feeless?

        Kann man das denn wirklich halten? Ich bezweifle das seit IOTA oder auch Rai/Nano entstanden sind und wurde bisher auch nicht überzeugt, dass dies funktionieren könnte… Das Netzwerk braucht genauso Bandbreite wie eine Blockchain, dazu noch Verifizierung der Tx, die aufwändiger sind als z.B. bei Bitcoin und ein Node Betreiber hat keinen Anreiz, einen solchen zu betreiben, wenn für ihn selbst nur unter einem Promille der Transaktionen relevant sind.

        Monero als First Mover in Sachen privacy macht klar Sinn, dass BTC das nicht macht, ist aber auch klar, da will man institutional money nicht verschrecken…

        Wer ist „man“? Ich dachte 2012 als ich das erste Mal mit Bitcoin in Berührung kam, dass es dezentral ist… Monero ist für mich mittlerweile das, was ich damals dachte, was Bitcoin ist.

        BSV finde ich jetzt „technisch“ gar nicht interessant. Was ist es anderes als eine optimierte Blockchain? für ein weltweites P2P Zahlungssystem reicht auch das nur so lange es nicht wirklich weltweit für alles Mögliche eingesetzt wird

        BSV ist eigentlich nur die konsequente Umsetzung des Whitepapers von Bitcoin, mit all seinen Schwächen. Ich persönlich halte Gigabyte Blocks derzeit für Unsinn, auch den Hash-Algo als „kleine“ Chain trotzdem auf SHA256 zu belassen und sich den ASICs von Bitcoin ausgeliefert zu belassen, auch keine Privacy einzubauen die CSW komplett ablehnt, aber es funktioniert erstmal… Ein Fee Markt ist denkbar, selbst wenn die Fees im Sub-Cent Bereich bleiben.

        Der „Vorteil“ IOTAs, dass es feeless ist, ist für die meisten Anwendungen ziemlich egal, wenn eine Transaktion z.B. bei Monero ca. 0,1 Cent kostet und das Netzwerk seit etlichen Jahren seine Stabilität erwiesen hat. Wie viele Transaktionen macht ein durchschnittlicher Mensch denn täglich? Wenn wir von 3 ausgehen, sind das am Beispiel Moneros aktuell 10 Cent im Monat und das interessante ist, dass die Gebühren bei höherer Nutzung nicht steigen, sondern sinken 😉

      • DerJoe // 23. Mai 2020 um 19:01 //

        Das „man“ bei BTC ist die Mehrheit der Nutzer. Diese Mehrheit ist offensichtlich am Store-of-Value-Aspekt interessiert bzw. am Aspekt der Wertsteigerung. Dafür muss BTC aber so breite Akzeptanz wie möglich bekommen, in Staats- und Finanzkreisen funktioniert das nicht zusammen mit Anonymität. Der Zug ist bei BTC abgefahren denke ich.

        keine Fee ist immer besser als eine Fee egal welcher Höhe, eben weil eine Stufe an Komplexität wegfällt und eben genau das ankommt was verschickt wird und eben auch nur genau das dazu benötigt wird
        bzgl. Betreiben einer Node ist die Belohnung dafür der gesicherte Zugang zum Netzwerk, so dass es für Unternehmen die merklich Transaktionen senden wollen, unumgänglich sein dürfte eine eigene Node zu betreiben, die über genügend Mana verfügt
        als Nutzer der alle paar Tage mal eine Tx versendet sollte das egal sein

        so ist meine Vorstellung auf die Gefahr hin dass nicht alles 1:1 korrekt war, wie gesagt komme ich die letzten Monate nicht wirklich mit, und seit Corona noch viel weniger…

      • Paul Janowitz // 23. Mai 2020 um 20:51 //

        No-Fee ist imho eine Illusion, denn jemand muss am Ende für die Bandbreite bezahlen.

        die über genügend Mana verfügt

        Mit zauberhaften Bezeichnungen kommt man halt auch nicht weiter und soweit mir bekannt, gibt es noch kein „Mana“ bei IOTA. Wieder eine Ankündigung einer Ankündigung…

        Wenn es um BTC geht, sehe ich die Lage ähnlich wie die Aktienmärkte, die trotz aller negativen Prognosen insgesamt wieder steigen. Das kann bei Bitcoin auch der Fall sein, aber es ist einfach irrational und tatsächlich durch nichts mehr „gedeckt“, denn „neues Geld“ kann es ja nicht mehr sein…

      • DerJoe // 23. Mai 2020 um 21:47 //

        klar, die IF muss liefern und zwar etwas was einen Mehrwert bietet zu vorhandenen Lösungen, Zeitansatz max. 1-2 Jahre, denke darauf können wir uns einigen, sonst ist Schicht im Schacht

        bzgl. Aktienmarkt, klar, der geht erst nochmal runter, kann auch nicht nehr lange dauern imho, würde mal 4-6 Wochen max. ansetzen…

        bzgl. BTC teile ich deine (längerfristige) Ansicht nicht unbedingt, Store-of-Value dürfte sogar der Usecase sein, der die größte Market Cap bringt und für große Summen sind die Gebühren auch nicht so das Problem, d.h. im Rahmen dieses einen Usecases kann BTC schon das weltweite P2P-Netzwerk sein, für mich ist hier die zentrale Frage eher, wie lange der steigende Energiehunger toleriert wird und was passiert, wenn das nicht mehr der Fall ist

      • Hans Frosch // 23. Mai 2020 um 23:11 //

        „und soweit mir bekannt, gibt es noch kein „Mana“ bei IOTA. Wieder eine Ankündigung einer Ankündigung…“

        Mana wird für das Autopeering von Nodes, das im Juli mit Chrysalis kommen soll, benötigt. Ich würde also vorschlagen, dass wir diese Diskussion im Juli weiterführen. Eine gewisse Skepsis schwingt bei mit freilich immer auch mit, aber der Optimismus überwiegt.

      • Hans Frosch // 24. Mai 2020 um 6:53 //

        „jemand muss am Ende für die Bandbreite bezahlen“
        IOTA ist in erster Linie ein Datenübertragungsprotokoll und erst in zweiter Linie bietet es eine Bezahlfunktion. Bei IOTA ist man sich wie bei wohl keiner anderen Kryptowährung des Werts von Daten bewusst. Für die sichere Übertragung von Daten und ggf. deren Monetarisierung (zweiteres wird wohl zunächst nicht so im Vordergrund stehen) sind Unternehmen gerne bereit, einen gewissen Preis z.B. in Form von Bandbreite zu bezahlen.

      • Paul Janowitz // 24. Mai 2020 um 8:50 //

        Unternehmen mögen durchaus bereit sein, etwas Bandbreite und Overhead zu bezahlen, aber sollte IOTA wirklich breit genutzt werden, wird kaum ein Unternehmen bereit sein, die Bandbreite für einen vollständigen Sync zu bezahlen, wenn nur ein Millionstel der Transaktionen relevant für sich selbst sind.

      • Hans Frosch // 24. Mai 2020 um 14:04 //

        „aber sollte IOTA wirklich breit genutzt werden, wird kaum ein Unternehmen bereit sein, die Bandbreite für einen vollständigen Sync zu bezahlen, wenn nur ein Millionstel der Transaktionen relevant für sich selbst sind.“
        Auch dieses Problem hat man bei IOTA schon im Hinterkopf. Grobe Skizzen für Sharding-Lösungen wurden schon publik. Momentan bringt es aber nichts, sich damit im Detail zu beschäftigen. Erstmal muss der Coordicide bewältigt werden, was schwierig genug wird.

      • Paul Janowitz // 24. Mai 2020 um 16:19 //

        Hans, Sharding oder ähnliches scheint utopisch wenn man seit Jahren noch nicht mal den Coo abschalten kann.

  5. herzmeister // 22. Mai 2020 um 0:19 // Antworten

    „absurde Levels“ bei den Fees von Bitcoin sind das Ziel.

    Das Restaurant ist so voll, dass niemand mehr hingeht.

    Merkste selber, ne.

    Leider trägt ja auch dieser Blog nicht sehr zur Aufklärung bei, z.b. dass eine Transaktion bei Bitcoin ja nicht einer einzelnen Zahlung enstpricht.

    Währenddessen halten die ganzen Shitcoins nur eine Illusion eines Perpetuum Mobile mit vernebelnden Buzzwords aufrecht.

    • Paul Janowitz // 22. Mai 2020 um 8:37 // Antworten

      Leider trägt ja auch dieser Blog nicht sehr zur Aufklärung bei, z.b. dass eine Transaktion bei Bitcoin ja nicht einer einzelnen Zahlung enstpricht.

      In der Regel für den durchschnittlichen User schon. Wie oft führt man schon mehrere Zahlungen auf einmal aus? Vielleicht seine Fixkosten, aber sonst eher bei Bedarf und ganz zu Schweigen vom noch größeren Privacy Loss, wenn man mehrere Zahlungen auf einmal ausführt und diese jeweils für jeden der Empfänger einsehbar sind… Und die Fees haben aktuell wieder ein absurdes Level erreicht, wie unschwer zu erkennen ist: https://bitinfocharts.com/de/comparison/bitcoin-transactionfees.html#3m
      Bei kleineren Beträgen kann sogar Western Union günstiger sein und das nutzt man eher nur in Ausnahmefällen. Die Schmerzgrenze bei der Nutzbarkeit von Bitcoin ist bei mir damit jedenfalls erreicht und Bitcoin ist nichts anderes mehr als Spekulationsobjekt, so traurig das auch ist.

      Dabei sind wir von Mass Adoption noch weit entfernt und mit jedem User, der es nutzen will und nicht nur spekuliert, „kämpft“ einer mehr um den Platz auf der Blockchain…

    • Naja, wenn du einen kleinen Imbiss mit 5 Sitzplätzen hast, die ständig voll sind, was machst du dann?

      a) dich freuen, dass er voll ist, und die Preise erhöhen
      b) mehr Tische reinstellen, ausbauen, expandieren

      Beides ist eine Möglichkeit. Aber nur eines führt zur Weltherrschaft 🙂

      Ich möchte seit etwa einer Woche eine BTC-Transaktion machen, aber weil die Gebühren derzeit dauerhaft so hoch sind und ich keine Lust habe, ständig zu schauen, wann die Tx endlich durch ist, lasse ich es. Und es gibt sicherlich viele Ahnungslose, die denken, sie kaufen „eine virtuelle Währung“ oder ein „p2p cash system“ oder „digitales Bargeld“, und dann feststellen, dass eine Transaktion extrem teuer ist und das Geld plötzlich im MemPool-Nirvana feststeckt.

      Klar, ich kann darüber aufklären, a la „Bitcoin ist kein Cash-System, Bitcoin ist kein digitales Bargeld, Bitcoin ist für die meisten Transaktionen unbrauchbar“. Dann ist es wieder meckern. Ich kann natürlich sagen, a la Saifedean, „Hei, Bitcoin ist nicht für euch, Pöbel, sondern nur für Börsen und Banken und Millionäre, die entweder fünftstellige Beträge versenden oder gewerbsmäßig viele Transaktionen machen.“ Wäre vermutlich fair, und ich denke mir immer wieder, wenn es zu solchen Gebührenorgien kommt, dass ich Newbies irreführe, wenn ich es nicht tue. Aber wenn ich es mal anspreche, ist mir der Zorn gerade der, die auf deiner Seite stehen, sicher.

      „Shitcoins“ wie Ethereum erlauben Smart Contracts (und schaffen mit günstigen Gebühren doppelt so viele txns wie BTC), während Dash und BCH z. B. bei shopinbit seit langem häufiger genutzt werden als BTC, XMR im Darknet aufstrebt und Ripple den Remittance an sich greift. All das – digitales Zahlungsmittel, günstiges Remittance-Vehikel, programmierbares Geld, Crime-Money – waren über Spekulation und Horten hinausgehende Anwendungen, für die Bitcoin von Anfang an als geeignet galt. Dass davon derzeit eigentlich nur noch Crime-Money wirklich relevant zu sein scheint, weil da Kosten eher nebensächlich sind, ist recht bitter.

      Und ja, man kann Lighting benutzen. Aber auch nach 2,5 Jahren passiert das nicht wirklich. Meine Erfahrungen in meinem Buchshop decken sich mit denen von Shopinbit: Wir so gut wie nie genutzt.

      • herzmeister // 22. Mai 2020 um 17:49 //

        > Aber auch nach 2,5 Jahren passiert das nicht wirklich. Meine Erfahrungen in meinem Buchshop decken sich mit denen von Shopinbit: Wir so gut wie nie genutzt.

        ihr seid ja auch nicht repräsentativ als shitcoin shills

      • Oh, wow, du hast in meinem Kommentar eine Startbahn für Namecalling gefunden. Da erübrigt sich der Rest natürlich 🙂

        Wenn ich dich richtig verstehe, willst du darauf hinaus, dass es zwar ganz viele LIghtning User gibt, die begierig sind, Bitcoin auszugeben, aber das halt nur machen, wenn die Akzeptanzstellen ideologische Reinheit beweisen … dann werdet ihr bei BTC-Echo vermutlich auch nicht bezahlen, und bei BitFinex nichts einzahlen? Was bleibt denn dann noch in Deutschland? Der Room77?

      • Paul Janowitz // 22. Mai 2020 um 19:25 //

        Lieber herzmeister, wo wird Lightning denn tatsächlich genutzt? Alle Statistiken sind eher rückläufig…

      • Paul Janowitz // 24. Mai 2020 um 8:47 //

        Lieber Christoph, wahrscheinlich sollte man Neulinge damit konfrontieren, dass Bitcoin lediglich zum reinen Spekulationsobjekt ohne weiteren Use-Case geworden ist, dieser Tweet von Adam Back dürfte da nur eine Krönung sein:

        Übersetzt: „Wir haben Bitcoin geschrottet, aber hey, wenn Du weiter damit spekulieren willst, haben wir unsere kommerzielle Lösung dafür.“

        In diesem Thread erwähnt er auch Margin Trading und wie wichtig schnelle Transaktionen dafür sind, tatsächlich nur auf Spekulation bezogen…

  6. Wer verbrennt da Geld, etwa de IOTA Foundation? Nichts von alledem, die EU verbrennt Geld und die IOTA Foundation hilft ihr dabei, so ist das und dazu worde beides IF und EU erfunden – und wenn sie icht gesorben sind verbrennen noch heute user aller Geld

  7. Und gerade wenn ich einen solchen Artikel lese, fällt es mir als Anfänger wieder schwer mich auf Kryptowährungen einzulassen. Diese vielen unterschiedlichen und kontroversen Meinungen über Kryptowährungen führen dazu, dass man sich damit einfach nicht identifizieren kann. Man ist schlicht weg verwirrt und kann sich keine eigene Meinung bilden weil man am schluss nich weiß was richtig oder falsch ist.

    • Hans Frosch // 22. Mai 2020 um 13:07 // Antworten

      Das weiß hier keiner. Es gibt noch keine Kryptowährung, die sich uneingeschränkt als brauchbar erwiesen hat. Wird wohl noch einiges an Arbeit nötig sein, bis es soweit ist.

      • Paul Janowitz // 22. Mai 2020 um 15:42 //

        Das sehe ich anders. BCH, BSV, Litecoin und natürlich Monero sind als reine Kryptowährungen brauchbar, erstere natürlich nur, wenn man kein Problem mit deren Transparenz und der möglichen Probleme damit hat. Letzteres ist bereits fast mit digitalem Bargeld gleichzusetzen, die Privacy wird auch immer weiter ausgebaut und im in wenigen Tagen erscheinenden Update kommt eine neue Veröffentlichungstechnologie für Transaktionen „Dandelion++“, welche es auch ohne Tor & I2P möglich macht, die Ursprungs-IP praktisch komplett zu verschleiern, natürlich wieder standardmäßig in jedem Wallet. Die ursprüngliche Idee kommt wie so oft aus der Forschung rund um Bitcoin, nur hat man es dort verpasst es umzusetzen…

        Bei allen genannten Coins sind die üblichen Gebühren im unter-Cent Bereich und damit potenziell sogar in „Drittwelt“-Ländern einsetzbar und die Skalierbarkeit ist bei allen noch lange nicht ausgeschöpft. Natürlich muss noch überall z.B. an der Usability gearbeitet werden, aber mit z.B. BRD & Edge als Multicoin Wallets oder für Monero z.B. Cake, MyMonero oder Monerujo existieren mittlerweile sehr gute Wallets, die in der Usability immer besser werden.

        Bliebe noch die Volatilität zu Fiat, die für viele potenzielle User ein Problem ist, denn im Prinzip ist das Halten von Kryptowährungen Gambling, auf das nicht jeder Lust hat. Aber auch das wäre lösbar, obwohl ich es noch nirgends sinnvoll umgesetzt gesehen habe: Mit Futures / Termingeschäften, die es mittlerweile auch auf fast allen seriösen Börsen wie Kraken oder Binance gibt, kann man sich gegen Preisschwankungen absichern, wie das auch Firmen mit Rohstoffen, die sie benötigen, an den Aktienmärkten tun. Leider gibt es meines Wissens noch keine Börse oder gar Wallet, die das automatisch erledigt, dass wenn man z.B. 1.000 Euro in BTC umwandelt, auch in 5 Tagen auch genau 1.000 Euro ausgeben kann, egal ob der Preis (nach oben oder unten) schwankt. Natürlich wäre das (zumindest teilweise) custodial, denn die Börse braucht einen Collateral, aber es könnte der Verbreitung helfen…

        Dann wäre die Sache mit der Buchhaltung und das kann ziemlich nervtötend sein, das weiß jeder, der in seinem Unternehmen verschiedene Währungen verbuchen darf und bei Kryptowährungen ist das noch etwas komplizierter, da es keine offiziellen Kurse z.B. von der EZB gibt. Wenn man sich das nicht antun möchte, bleiben nur Dienstleister wie Bitpay, Coingate, Coinpayments, Uphold, Globee und wie sie alle heißen, die Zahlungen direkt in Fiat umwandeln. Je mehr Verwendung Kryptowährungen aber bekommen (sollten), desto kleiner sollte die Volatilität werden und vielleicht entscheiden sich einige Händler auch, neben einem Euro, Dollar und Yen Konto auch ein paar Kryptowährungen zu führen (wie gesagt, nicht gerade einfach mit der Buchhaltung).

        Ist zwar leider ziemlich Off-Topic gerade in einem IOTA Post, denn dieses ist ganz weit davon entfernt, als Währung genutzt werden zu können: Keine brauchbaren Wallets, Downtimes, Zentralisierung, und, und, und…

    • herzmeister // 22. Mai 2020 um 17:51 // Antworten

      > Man ist schlicht weg verwirrt und kann sich keine eigene Meinung bilden weil man am schluss nich weiß was richtig oder falsch ist.

      willkommen im internet, setz dich hin und nimm ’nen keks!

      wär dir zentralisiertes konzernmarketing lieber, um dir eine unabhängige meinung zu bilden?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s