Ethereum 2.0: Schwelle für Start der Beaconchain erreicht

Beacon ist eines der englischen Wörter für "Leuchtturm."Bild von scott1346 via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Anfangs musste man bangen, ob der Smart Contract für die Beaconchain von Ethereum 2.0 ausreichend Ether erhalten würde, damit diese wie geplant am 1. Dezember live geht. Nun wurde die Schwelle deutlich übertroffen.

Mittlerweile liegen 724.000 Ether auf dem Smart Contract, der den Start der Beaconchain am 1. Dezember einleiten soll. In Euro sind das mehr als 360 Millionen. So viel Geld ist die Ethereum-Community bereit, in einem Smart Contract einzufrieren, um mit Ethereum 2 im Dezember das vielleicht ehrgeizigste Blockchain-Projekt dieses Jahres zu starten.

Der genannte Smart Contract auf der Ethereum-Blockchain hat lediglich indirekt etwas mit Ethereum 2 zu tun. Im Grunde ist es ein Coingrab – eine Adresse, auf der die Coins für alle Ewigkeiten eingelockt sind. Allerdings sollen sie auf der sogenannten Beaconchain wieder auferstehen, einer zunächst unabhängigen Blockchain, welche zum Zentrum von Ethereum 2.0 werden soll. Wer auf der Mainchain Coins eingefroren hat, kann diese auf der Beaconchain staken und somit vermehren.

Anfangs trudelten die Einzahlungen auf den Contract relativ gemächlich ein, so langsam, dass man sich Sorgen machen konnte, ob die Schwelle von 524.288 Ether erreicht wird, welche notwendig ist, damit die Beaconchain am 1. Dezember beginnt, sich zu drehen. Teilweise dürfte dies durch die Unsicherheit begründet gewesen sein, die damit einhergeht, aktive, lebendige Coins einzufrieren, bis ETH2 in die aktive Phase geht, was noch relativ lange dauern kann.

Wichtiger waren aber vermutlich die Opportunitätskosten: Ether auf der Mainchain sind äußerst nützlich, beispielsweise als Teil eines Liquiditäts-Paares auf UniSwap, für das man nette Zinsen bekommt. Da man keinen Vorteil davon hat, Ether noch vor dem Start der Beaconchain in den Contract einzufrieren, war zu erwarten, dass viele Besitzer von Ether die Transaktion möglichst lange hinauszögern werden.

Die Lösung für dieses Problem brachte schließlich LiquidStake: Die Plattform „erlaubt es ETH2-Stakern, ein USDC-Darlehen zu nehmen, indem sie ihre gestakten ETH als Kollateral verwenden.“ Man kann also die Ether, die man in einem Smart Contract eingefroren hat, als Kollateral benutzen, um sich Dollar zu leihen und damit liquide zu bleiben. LiquidStake verwendet die eingesammelten Coins – bzw. die Rechte über sie – um sie an die profitabelsten Staking-Provider weiterzuleiten und es anderen Kunden zu erlauben, mit weniger als den an sich benötigen 32 Ether zu staken.

Damit hat ETH2 also schon vor dem Start eine eigene, für Ethereum typische Art der Wirtschaft hervorgebracht. Nun muss es nur noch am 1. Dezember erfolgreich mit der Beaconchain losgehen.

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