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TIME-Magazin springt auf Krypto-Zug auf

Das renommierte TIME-Magazin kooperiert mit Grayscale für eine Bitcoin-Infoseite. Als Bezahlung nimmt es dafür Bitcoins an – und wird diese behalten. Mehr Geld spielt der Verlag derzeit aber in seine Kassen, indem er alte Coverbilder als NFTs versteigert.

Es dürfte mittlerweile allgemein bekannt sein, dass die Medienbranche in einer mittelschweren Krise steckt. Durch das Internet sind die Einnahmen des klassischen Zeitungsverkaufs weggebrochen; Werbung kann den Verlust nicht ausgleichen, und Online-Abos ziehen zwar etwas an, sind aber offensichtlich keine echte Lösung.

Daher ist es dringend notwendig, dass Verlage nach neuen Geschäftsmodellen zu suchen. In den USA geht dort das TIME-Magazin mit zwei interessanten Vorstößen voran. Keith A. Grossman, der Präsident des TIME-Verlages, lässt sich auf Bitcoin und Krypto ein.

Unter ihm kooperiert das TIME-Magazin mit Grayscale, der Herausgeberin der gleichnamigen Fonds für Kryptowährungen. Grayscale CEO Michael Sonnenshein twittert:

„Ich bin begeistert, dass Grayscale und TIME zusammenarbeiten, um im Sommer eine neue Video-Serie zu produzieren, die den Crypto-Space erklärt. Genauso wichtig ist, dass Keith Grossman und TIME einverstanden sind, in Bitcoin bezahlt zu werden – und dass sie die BTC in ihrer Bilanz behalten werden. Als erste unter unseren Medienpartnern.“

Da Keith Grossman den Tweet retweetet, dürfte kein Raum für Zweifel bleiben, dass die Nachricht wahr ist.

Das Magazin führt auf seinem Webauftritt bereits eine Seite über Bitcoin, die verschiedene interne und externe Artikel über Bitcoin und Kryptowährungen versammelt. Nun wird es also zum ersten großen Verlag, der Bitcoins in seine Bilanz aufnimmt.

Ähnlich aufregend ist, dass TIME seit Ende März Coverbilder des Magazins als NFT versteigert. Die Versteigerung auf SuperRare begann mit drei ähnlich gestalteten Coverbildern, die auf schwarzem Grund in roter Schrift eine Frage druckten: „Is God dead?“, „Is truth dead?“ und, vor allem für die Krypto-Szene attraktiv: „Is Fiat dead?“

Nachdem TIME für diese drei NFTs 241 Ether – heute etwa 450.000 Euro – eingenommen hatte, lud es weitere fünf historische Cover aus den 50ern und 60ern als NFT hoch. Auch diese liefen gut und brachten dem Verlag insgesamt noch mal 582 Ether ein. Sollte TIME die Ether behalten haben, würde der Verlag heute durch ein paar alte Coverbilder rund 1,5 Millionen Euro eingenommen haben.

Medienfinanzierung kann so einfach sein – wenn man denn offen für Neues ist.

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1 Kommentar zu TIME-Magazin springt auf Krypto-Zug auf

  1. Hm, an NFTs find ich ja interessant, dass es im Prinzip ein digitales äqivalent zum Grundbuch werden könnte, und auch echte Besitzrechte verwalten könnte. (Betonung auf *könnte*)

    Aber welche Rechte einem die momentanen angebotenen NFTs wirklich verleihen, ist mehr als ominös. Dagegen klingt das Recht auf ein Mond-Grundstück schon fast handfest.

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