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Wenn die Kurse tanzen und die Wale halten

Bitcoin-Preis in Euro am 19. und 20. Mai nach TradingView

Gestern war ein rekordträchtiger Tag. Der Kurs brach ein, und der Kurs stieg wieder. So viel Bewegung war selten auf den Märkten, vielleicht noch nie. Aber war es ein schwarzer Mittwoch – oder ein weißer? Die Bestätigung des Bärenmarktes – oder seine Widerlegung? Wir sammeln einige Spuren …

Was für ein Tag. Wenn wir uns die absoluten Zahlen anschauen, sah Bitcoin gestern den stärksten Einbruch aller Zeiten — aber auch den stärksten Ausbruch.

In der Nacht, als dieser bemerkenswerte Tag anbrach, stand der Kurs noch bei gut 35.000 Euro. Die Tendenz nach unten war zu diesem Zeitpunkt schon klar erkennbar; die Anzeichen, dass der Bullenmarkt seinen Zenit überschritten hatte, waren zu gut sichtbar. Darauf reagierten die Märkte dann auch.

Am späten Vormittag war der Preis bereits auf 33.000 Euro gesunken, von wo aus er weiter auf 32.000 hinabstieg. Zwischen 13:10 Uhr und 13:30 kam es zum ersten erste Einsturz, der den Kurs um 2.500 Euro auf etwa 29.500 drückte. Aber das war erst das Vorspiel. Nach einer Erholung zurück auf 31.600 stürzte der Preis zwischen 14:00 und 15:00 auf bis zu 25.000 Euro.

Zusammengefasst: Innerhalb von 15 Stunden hat Bitcoin 10.000 Euro verloren, und innerhalb einer einzigen Stunde 6.500 Euro. In absoluten Zahlen ist das mit Abstand der schärfste und heftigste Bitcoin-Crash aller Zeiten.

Viele Medien griffen diese Vorlage natürlich dankend auf: „Bitcoin im freien Fall – eine Billion Dollar am Kryptomarkt verbrannt“ titelte das Manager Magazin, während N-TV erstaunlicherweise schreibt „Bitcoin-Crash setzt der Wall Street zu“ und gar spekuliert, dass der Bitcoin Crash die US-Börsen mit sich nach unten gerissen habe. Auch Spiegel Online berichtet über den Einsturz um 20 Prozent, und auch hier befindet sich Bitcoin „im freien Fall“, wohingegen der Aktionär von einem Blutbad und von Panikverkäufen berichtet.

Allerdings waren Blutbäder, freie Fälle und Panikverkäufe bereits vorbei, als die deutschen Verlage ihre Nachrichten online gestellt hatten. Der Wirtschaftswoche gebührt die Ehre, dies schon erkannt zu haben, wenn sie nicht nur über den Crash berichtet, sondern im selben Absatz auch ihre Leser auffordert, zu erkennen, dass wir nun „Kaufkurse“ haben.

Nachdem also bei 25.000 Euro ein (vorläufiger, tagesaktueller) Boden mit Kaufkursen gefunden war, schnellte der Preis wieder nach oben. Die Erholung war beispiellos: In den 30 Minuten zwischen 15:10 und 15:40 sprang Bitcoin zurück auf 30.500 Euro – ein Sprung um 5.500 Euro. Nach einigem Hin- und Her bildete der Preis eine Spitze bei knapp 35.000 Euro – also beinah wieder da, wo er an diesem Tag angefangen hatte – um dann hin und her pendelnd bei derzeit gut 32.000 oder 33.000 anzukommen.

Was soll man dazu sagen? Ich hoffe, ihr habt nicht vor Schreck und Freude zu viel Kaffee verschüttet und die richtigen Trades gesetzt oder euch zumindest nicht von Spiegel-Manager Magazin-und-Aktionär zu einem Panikverkauf am Boden hinreissen lassen.

Noch nie hat Bitcoin in absoluten Zahlen solche Sprünge gemacht. Auch relativ gesehen gehört der Verlust von bis zu 28 Prozent an einem Tag oder 19 Prozent in einer Stunde zu den eher seltenen Ereignissen. Kein Wunder verzeichneten die Börsen laut Coinmarketcap das höchste Handelsvolumen aller Zeiten.

Die grauen Säulen unten sind das Handelsvolumen. Quelle: Coinmarketcap.com

Wir hatten also den Crash, den alle erwartet hatten – aber auch eine Erholung, die stärker ausfiel, als die meisten erwartet hatten. Auf der einen Seite hat sich damit die Befürchtung, in einem Bärenmarkt angekommen zu sein, bestätigt – und auf der anderen Seite wurde sie nur Minuten darauf wieder hinterfragt. So wissen wir weiterhin nicht viel.

Ist das jetzt der Auftakt zum Bärenmarkt, der mit einem heftigen, aber an sich typischen Abfedern beginnt? Oder ist dies vielmehr der Auftakt zu einer Fortsetzung des Bullenmarktes, indem selbst eine so starke Offensive der Bären – also ein so starker Einbruch – mit einem gewaltigen Abfedern gekontert wird? Geht es jetzt erst richtig los, nachdem eine gesunde Korrektur stattfand und Sorgen vor allzu heftigen Einbrüchen zerstreut wurden? War es ein schwarzer Mittwoch oder ein strahlend weißer? — Mir fällt es schwer, mich auf eine Antwort festzulegen, und kann von meiner Perspektive aus nur zaghaft-feige dazu raten, sich so aufzustellen, dass man weder im einen noch im anderen Szenario (zu viel) verliert. Ich denke, in dieser Situation können einzelne, mächtige Ereignisse – ein wichtiger Staat verbietet Bitcoin, ein großes Unternehmen investiert – den Markt in die eine oder andere Richtung drücken.

Was wir wissen, ist, immerhin, dass der Markt gestern von einigen „Diamant-Händen“ aufgefangen und von „Käufern der letzten Instanz“ gestützt wurde. Es gibt im Kryptomarkt mittlerweile genügend Akteure, die standhaft halten und im Zweifel bereit sind, den Kurs mit großen Kapitalmengen zu halten, wenn er fällt. Ein Hinweis darauf, was geschah, zeigt ein Chart von Glassnode über ein- und ausgehende Coins auf Börsen.

Laut dem Chart hatte die Börse Binance zuerst die höchsten Einzahlungen aller Zeiten – und dann die höchsten Auszahlungen an einem Tag. Die einen Wale haben in Massen verkauft, die anderen Wale haben gekauft. Sollten die Coins nicht von einer Tasche in die andere gewandert sein, fand gestern ein gewaltiger Transfer von Vermögen statt.

Von einigen Walen ist bekannt, dass sie nachgekauft haben. Justin Sun, der Gründer der Kryptowährung Tron, hat beispielsweise kräftig zugelangt. Laut eigener Aussage hat er 4.145 Bitcoins für gut 150 Millionen Dollar und gut 54.000 Ether für 135 Millionen Dollar gekauft.

Michael Saylor, der permabullische Chef von MicroStrategy und das laseraugenleuchtende Idol aller Hodler, hat zumindest nicht verkauft und verspricht, das niemals zu tun. Wenn man seine Tweets abgleicht, und er gestern sagt, er habe nun Kontrolle über 111.000 Bitcoins, legt das nahe, dass er gestern ebenfalls nachgekauft hat.

Elon Musk schließlich, der als Tesla-CEO eine riesige Bitcoin-Schatzkammer hütet, tweetete einfach nur „Tesla has“ gefolgt von einem Diamant- und einem Hand-Icon: Tesla habe Diamanthände – Hände, die nicht zittern, wenn es stürmisch wird, sondern mit festem Griff halten, egal was passiert.

Auch wenn das nur dürftige Infos sind, die kaum an der Oberfläche kratzen: Das Fundament, auf dem dieser Bullenmarkt aufbaut – das Horten von Bitcoins durch große Schatzkammern und schwerreiche Akteure – kam gestern trotz des erdbebenhaften Einsturzes nichts ins Wanken. Und das darf man als gutes Zeichen werten, unabhängig davon, wie es ansonsten weitergeht.

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16 Kommentare zu Wenn die Kurse tanzen und die Wale halten

  1. Multi-Akademiker // 20. Mai 2021 um 13:52 // Antworten

    zu:
    „Was soll man dazu sagen?“

    Da seit mittlerweile über 30 Jahren Fachkompetenz – in den Gazetten-Häusern – systematisch entlassen / nicht zugelassen bzw keine Grundständige Ausbildung sowie (auch) in Verbindung mit:
    „Schreibe bloß nichts fachlich Anspruchsvolles und Gediegenes, sondern hetze nur und zwar OHNE Sachverstand ! “

    …kann man jegliche Verlautbarung von selbsternannten (oder von anderen sie bezeichneten) Gazetten-Spalten / Kolumnen / Fahnenbefüllern ad acta legen.

    Das war durchaus mal anders so…

    Es wird – so fällt es mir auch auf – NIE sach- und fachbezogen sich geäußert, weil es schlichtweg an Fachkompetenz (aufgrund inhaltsleerer Ausbildungslinien) fehlt.

    Es wäre sehr von einem Vorteil, dass die Gazetten-Inhaber mit ihrem PrivatVERMÖGEN dafür haften bzw. – mindestens jedoch – eine ausführliche erklärende Nachlieferung auf der 1. Seite mittig gesetzt – geben möchten.
    So tat man das mal im Zeitungmilieu, als es noch Schriftsetzer gab, die den Ton angaben (das waren die Nachfahren der Schreiber des Pharaos: die Gebildeten, die Geheimnisträger …)

    Hat irgendein Artikel etwa die einleitenden Worte veröffentlicht, wie:

    „… der Bitcoin, eine Sorte der neuen digitalen Währung, die OHNE den sich bereichernden DRITTEN für Zahlungsstabilität, gegen Kriegsgründe (das waren übrigen auch die Gründe für den 1. und 2. WK mithin) gegen schlechtes Wohlverhalten der weltweit agierenden Industien und Finanzmonopolisten eine ernstzunehmende Tauschwährung darstellt, ist sanft im Kursverlauf gefallen. Aber man möchte berücksichten, dass der Gedanke hinter der neuen digitalen Währung auf breite Interessensbekundung treffen möchte“

    So oder so ähnlich würde man 60 Jahre früher einen Artikel beginnen zu starten.

    ### ob wir dahin wieder zurück kommen ? ##

  2. Multi-Akademiker // 20. Mai 2021 um 14:18 // Antworten

    Aus aktuellem Anlaß gleich hinzugefügt:
    FACHKOMPETENZ
    Auszug, Stand 20 Mai 2021

    1 Beschreibung
    1.1
    Einleitung

    Bitcoin ist eine virtuelle Währung, die dezentral und frei von der Kontrolle und Aufsicht vonBehörden, Banken und Konzernen ist. In der Bundesrepublik Deutschland ist Bitcoin vom Bundesfinanzministerium als Rechnungseinheit anerkannt.Das dezentrale Zahlungssystem Bitcoin, bei dem die Rechnungseinheiten als Bitcoins bezeichnet werden, soll einfache und anonyme Zahlungen über das Internet ermöglichen, ohne das hierbeizentrale Transaktionsstellen benötigt werden…“

    Quelle:
    APP: Business-Anwendungen
    APP.bd.2: Bitcoin

    Anmerkung:
    Viel Freude bei *dieser* neuen Währung

  3. Es war gestern so krass. Ich hatte nicht die Nerven zum Nachkaufen. Schade eigentlich…

  4. Interessant, dass die verschiedenen „On-Chain“-Analysten, die die Daten von Glassnode nutzen, mit diesem Einbruch nicht rechneten.

    • Viele mit Charttechnik Erfahrung haben mit so einem Einbruch gerechnert. Der ist gesund und liegt im normalen Rahmen. Bis Ende des Jahres gibt es neue Hochs.

  5. War schon verdammt nah am Herzkasper … ich tippte eher auf noch wochenlanges seitwärtsfahren in der Range um 45T. Hart, was gerade passiert, weil absolut untypisch für die bisherigen Verläufe. Aber wenn Musk hustet … und China erpreßt … China ist ein verdammt wichtiger Markt für Tesla und wahrscheinlich hat Musk schon vorher erfahren, daß China keine Coin-Zahlungen akzeptieren wird und sich versuchst, (mehr dumm als intelligent) aus der Sache herauszuschlängeln. Aber irgendwie mutet es auch absolut abgekartet an, oder? China brüllt, der Markt bricht zusammen, viele Klein- und Gelegenheits-Coiner verkaufen panikartig und die Superreichen stopfen sich die Coins zu „Schnäppchenpreisen“ in die Tasche. Irgendwie schaffen die es immer, alles umzulenken. Und Panik bei eventuell Pump und jetzt steigenden Zinsen … wer will das nicht verstehen. Was die selbsternannten Börsengurus von sich geben – nun ich verfolge es schon Jahre. Ich bin sicherlich kein BTC-Experte aber der Unfug, der da verbreitet wird, läßt selbst mir die Haare zu berge stehen. Schuster bleib bei Deinen Leisten. Die Bitcoiner fangen jetzt auch nicht an, Aktien und Märkte zu analysieren, von denen sie prinzipiell Null Ahnung haben, nur weil sie Ahnung von BTC haben.
    Aber wenn wir schon mal dabei sind, in meinen Mustrerdepots sind jetzt nun nicht überwiegend Groß-Indizez-Werte. Aber die ständigen Rekordmeldungen von Dow, Dax und Co., kann ich seit Mitte Februar schwer verstehen. Im Grunde seine meine Muster- und auch richtigen Depots seit diesem Zeitpunkt überwiegend tagesweise mit roten Zahlen gespickt. Das berifft nicht nur Trendaktien auch solide Industriewerte, die mit anderen Coronaverlierern angeblich Nachholbedarf haben. Letztes Jahr gab es mieserable Firmenmeldungen und die Kurse schosse hoch, dieses Jahr gibt es überragende Zahlen, die selbst Analysten die Kinnlade runterfallen läßt und die Kurse brechen weg. Ist das normal? Was ich sehe, ist daß seit Anfang 2019 die gesamte Börsenwelt alles auf den Kopf stellt, was ich seit den 90ern beobachtet habe. Redet darüber jemand? Aber reden von Neuer-Markt-Blase Vol.2. Und vielleicht kriegen die Kleinanleger, die vor allem für den Run im letzten Jahr hauptverantwortlich waren, kalte Füße. Und wer am längsten Reaktionszeit hat, ist hinterher der Volldepp … Oder andersrum: Letrztes Jahr hatten die Leute eh nichts zu tun und mit der Kohle konnten sie auch nichts anfangen. Also ab an die Märkte. Nun wird sich um die Impfungen geprügelt, damit man möglichst schnell wieder die Kohle zum Fenster rauswerfen kann und dafür muß man eben Geld locker machen, also alles raus was nicht niet- und nagelfest ist, denn die eventuell exorbitanten Preise scheinen ja kein Hinderungsgrund zu sein.
    Wenn das mal kein böses Erwachen gibt … und dann wird gejammert, warum man so blöde war, die Coins zu verhökern.

  6. Es könnte sein, dass hier etwas passiert, worauf ich schon länger warte, nämlich das Gold gut läuft, während Bitcoin einfach nur da steht und zusehen muss. Bisher war es nämlich umgekehrt und wer sagt, dass dies immer so sein muss? Weder Gold noch freie Cryptocoins haben in Banken und Zentralbanken viele Fans. Und vielleicht ist jetzt die Zeit um auf Crypto einzudreschen.

    Die Bitcoin Dominanz scheint etwas zu schwinden, es wäre Zeit dass die Shitcoins mal allerhand wegzustecken haben und dies wird den Bitcoin sicher auch nicht ganz ungeschoren lassen. Wenn da etwas zurecht gerückt würde, wäre dass ein konstruktive Korrektur. Substanz ist wichtig, womit wir wieder beim Gold wären, dass aber eben nur Substanz hat bzw.ist….

  7. M. Schwartz // 20. Mai 2021 um 21:49 // Antworten

    Ich halte die Wahrscheinlichkeit für relativ hoch, dass dies der Auftakt für einen längeren Bärenmarkt ist und wir nach einem Aufbäumen noch deutlich tiefere Kurse sehen werden. Sind gestern bis auf etwa 50% vom All Time High runter, das verzögerte ATH und Reaktion von ETH im Vergleich zu BTC, NFT Hype, alles sehr ähnlich wie 2018. Was für mich dagegen spricht, ist dass wir im Stock to Flow Modell noch Luft nach oben haben. Kann also auch sein, dass wir uns in einem ähnlichen Szenario wie April 2013 und Ende dieses Jahres das Zyklus Hoch erreichen.

  8. Korrektur zum vorigen Post: Es sollte bei der Beschreibung des Kurssturzes natürlich „30.000 USD“ heißen, nicht „13.000 USD“ …

    • Sorry, bitte ignorieren — Post wurde veröffentlicht, bevor mein eigentlicher Post freigeschaltet wurde …

  9. Der Wert von Bitcoin ist gestern unermesslich gestiegen. Nicht der Börsenwert, den kennt ja jeder. Sondern der Gebrauchswert, oder eher der wahre Wert, dieser innewohnende, eben der echte Wert.

    Von einer Gefahr durch einen 51%-Angriff auf Bitcoin spricht schon seit Jahren keiner mehr. Zu den Anfangzeiten wäre so ein Angriff ja noch möglich gewesen. Aber heutzutage ist nicht einmal mehr ein Bündnis aus China, EU, USA, Banken und Militär in der Lage den dafür benötigten Strom aufzubringen, geschweige denn die Geräte.

    Jetzt fand aber ein massiver wirtschaftlicher Angriff auf Bitcoin statt.

    Seit Bitcoin die magischen 50000$ geknackt hat, wollen die Großen und Größten mitmischen. So nach dem Motto: Mach den Feind, den du nicht besiegen kannst, zu deinem Freund.

    Freundliche Bitcoins sind aber natürlich nur die in der eigenen Tasche. Jetzt 130 Jahre auf die restlichen 1,5Millionen Bitcoins warten, ist nu nicht deren Sache. Und jeden Preis dafür zahlen, auch nicht.

    Also müssen fallende Kurse und Panikverkäufe her.

    Ich meine, wenn sich der Ober-Technik-Guru, der mit 2000$ und einem PC als Startkapital zum zeitweise reichsten Mensch geworden ist, sich ohne mit der Wimper zu zucken, an einem Wochenende zum Volldeppen zwitschert, dann steckt doch da was dahinter. Und wenn dann auch noch die Chinesen punktgenau nachlegen …

    Aber, es hat nicht geklappt. Bitcoiner haben die in Panik verkauften Coins wieder eingesammelt und es ging genau so schnell wieder rauf wie vorher runter. Da bleibt wohl für die Größten der Großen doch nur eine Option: Jeden Preis zu bezahlen. Sie werden es tun, weil Bitcoin es wert ist. Seit gestern ein großes Stück mehr.

  10. https://www.btc-echo.de/news/bitcoin-china-fud-mal-anders-gedanken-zur-4chan-chrash-prognose-119085/

    Ob die „KP“ wirklich ein Händchen dran hatte? Nach all den Announcements über Ban und Endban. Wir werden es wohl nie erfahren, aber zur Unterhaltung trägt es trotzdem bei.

    Leider fehlten mir die nötigen Überschüsse um einzusteigen. Schön für all diejenigen, die die Zeichen der Zeit erkannt haben (wie immer das auch möglich war).

  11. Toller Artikel, wie immer, ich weiß die für einen Bitcoin-Believer extrem sachlichen und ausgewogenen Artikel auf Bitcoinblog wirklich zu schätzen.

    Gleichzeitig macht mich der Triumphalismus den ich in den Kommentaren sehe misstrauisch. Solange fast religiös von Diamond Hands gesprochen wird und es nicht zu einer Kapitulation gekommen ist, ist ein Abwärtstrend typischerweise noch nicht zu Ende.

    Jeder spricht davon, dass Bitcoin maximal 40% einbricht und es dann wieder hoch geht, … und was ist 2018 passiert?

    Die Institutional-Perspektive überzeugt mich nicht. Auch während der Dot-Com Zeit gab es Propheten mit Heldenstatus (Henry Blodget) so wie jetzt Michael Saylor die dann im Knast sassen. Marc Cuban war ja damals schon beteiligt. Und was ist mit McAfee? Schon vergessen?

  12. Mein Posting von gestern abend wurde blockiert, vermutlich weil darin Links angegeben waren. Daher hier nochmals, nun ohne verlinkte Angabe der zitierten Quellen:

    Es wurde in diversen Medien über einen anonymen „Insider“ aus China berichtet, der den Flash-Crash vom Mittwoch als geplante Marktmanipulation geleakt habe, aber praktisch alle Medien tun dies als Zufall ab. Leider wird dabei ein Follow-Up zu diesem Thread übersehen, in dem der anonyme „Insider“ eine korrigierte Uhrzeit sowie nochmals das exakte Kursziel angibt. Ich zitiere:

    „[…] the schedule has changed due to noncompliance (greed) from another party. The operation has been pushed back to 1pm UTC. Expect 30k. That’s a guarantee.“

    1pm UTC, also 13 Uhr nach Weltzeit, war 15 Uhr unserer Zeit (MESZ). Ich habe den Kursverlauf nachgesehen: Der Kurssturz ging von 37.000 USD aus um 12:47 UTC los, die zweite Welle startete ab exakt 13:00 UTC und der tiefste Kurs war um 13:10 UTC bei knapp unter 13.000 USD erreicht.

    Das war also nicht nur eine Vorhersage auf das exakte Kursminimum, sondern auch im Timing nahezu minutengenau!

    Es mag auf dem berüchtigten 4chan-Forum viel Unsinn gepostet werden, aber eine solch präzise Vorhersage kann man nicht mit Zufall erklären. Es gibt nun zwei Möglichkeiten, was man davon halten kann:
    1. Es handelt sich bei den Posts um eine nachträglich erstellte Fälschung. Hierfür müsste es eine Möglichkeit geben, den Zeitstempel bei 4channel zu manipulieren.
    2. Es stimmt. Der „Insider“ war Teil des Manövers und hat die Infos vorab geleakt.

    Hier die Dokumentation der wichtigsten Passagen aus den Posts des „Insiders“:

    18.5.2021, 21:06 UTC:
    „[…] there will be another announcement from China soon. […] Can’t tell you guys what firm I work for, but it’s MASSIVE and it’s working with the PRC. The purpose of today’s press release alongside all the FUD posting is to get BTC as low as it can get before 7am UCT. First, there will be a coordinated sell-off to drop the prices below a certain threshold and liquidate one certain stakeholder (can’t outright say who he is but he bought a lot at the dip that he was partly responsible for). Once liquidated, the plan is then to buy up all the reserves and essentially leave him bankrupted. If you guys want to get rich, grab some coffee and watch for the big dip. Once it happens, things are going to get green really fast (we project 70k).“

    21:25 UTC:
    „It all depends on how many other firms are liquidated in the process. This is going to be big and fast. 35k limit order if you want to be safe, but you can probably go as low as 31.25k.“

    19.5.2021, 7:58 UTC:
    „[…] the schedule has changed due to noncompliance (greed) from another party. The operation has been pushed back to 1pm UTC. Expect 30k. That’s a guarantee.“

    • Ein paar Nachträge zum zitierten „Insider“-Leak:

      – In den sozialen Medien werden weitere Postings auf 4chan aus der Zeit nach dem Flash-Crash verlinkt, aber dabei handelt es sich offensichtlich um Trittbrettfahrer-Spaßvögel. Jedenfalls ist keine der weiteren dort geposteten Vorhersagen eingetroffen.

      – Im Zusammenhang damit kam die Angst auf, dass die Marktmanipulation fehlgeschlagen sei, dass es also nicht gelungen sei, die Bestände der Zielperson zu liquidieren. (Hier wird über Justin Sun als mögliche Zielperson gemutmaßt, dem es wohl gelang, sein öffentlich bekanntes DeFi-Collateral im Gegenwert von rund 1 Milliarde USD wenige Minuten vor der ansonsten eintretenden Zwangsliquidierung durch Teil-Glattstellungen zu retten.) Sollte die Aktion der Chinesen tatsächlich gescheitert sein, würde natürlich ein zweiter Versuch drohen, sprich ein erneuter Flash-Crash. Aber all die Infos zu diesen Befürchtungen stammen aus Postings der genannten Trittbrettfahrer, die wie gesagt meiner Meinung nach unglaubwürdig sind.

      – Bleibt die Frage, welchen Reim man sich auf die folgende Ankündigung im ursprünglichen Post des Insiders machen soll: „Once it happens, things are going to get green really fast (we project 70k).“ Für so größenwahnsinnig möchte man selbst ein chinesisches Konsortium kaum halten, dass sie ernsthaft in der Lage wären, den BTC-Kurs in kurzer Zeit nun auf 70.000 USD hochzutreiben.
      Eine denkbare Interpretation: Natürlich sind sie nicht in der Lage, den Kurs auf 70k zu pushen, aber der ganze Leak war Teil der Strategie. Nachdem er sich bewahrheitet hat, sollen die Marktteilnehmer nun auch glauben, dass das Konsortium tatsächlich den Kurs zügig auf 70k zu bringen vermag. Das ergäbe dann eine Art selbsterfüllende Prophezeiung, wenn nun jeder kräftig nachkauft in Erwartung eines stark steigenden Kurses.

    • … Und es sollte bei der Beschreibung des Kurssturzes natürlich „30.000 USD“ heißen, nicht „13.000 USD“. Sprich: der Leak sagte zum nahezu minutengenauen Zeitpunkt einen Kurssturz auf 30.000 voraus und der tiefste Kurs lag dann tatsächlich bei nahezu exakt 30.000.

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