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Mexikos Finanzminister erteilt Bitcoin-Plänen des drittreichsten Mexikaners eine Abfuhr

Die vier Atlanten von Tula, ein historisches Wahrzeichen Mexikos. Bild von Andre Deak via flickr.com, Lizenz: Öffentliche Domäne.

Ricardo Salinas Pliego, der drittreichste Mann Mexikos, preist Bitcoin, verachtet den Peso – und will mit seiner Bank in Zukunft Bitcoins akzeptieren. Finanzminister Arturo Herrera reagiert so prompt wie ablehnend.

Selten hat sich ein so prominenter Reicher so ausführlich zu Bitcoin geäußert wie Ricardo Salinas Pliego in einem Interview vergangene Woche. Der Mexikaner nennt Bitcoin ein „modernes“ Gold und empfiehlt jedem, es in sein Portfolio aufzunehmen.

Für ihn ist Bitcoin ein Finanzprodukt, so ähnlich wie Gold. Die Frage, ob die Kryptowährung tatsächlich eine Währung sei, ist ihm eher unwichtig. Auch mit Gold könne man nicht im Supermarkt bezahlen.

Gegenüber dem Edelmetall habe Bitcoin allerdings einige Vorteile: Es sei besser teilbarer, leichter zu transportieren und einfacher ohne Mittelsmann zu lagern. All dies mache Bitcoin zu einem „modernen Gold“. Bitcoin habe einen internationalen Wert, werde mit einer enormen Liquidität gehandelt und sollte daher, so Pliego, in jedem Portfolio drin sein.

Dann fragte der Interviewer, was Pliego mit sich führen würde, wenn er 30 Jahre in die Zukunft reisen könne: Geld, Finanzprodukte oder Güter. Der Mexikaner lachte. Gewiss würde er kein „stinkendes Fiatgeld“ mitnehmen, „keine Pesete, kein Fiat-Papier“; Gold sei ihm zu schwer, und wenn man es mit sich führe, müsse man ständig darauf aufpassen. Daher falle seine Wahl klar auf Bitcoin.

Wenn jemand wie Pliego so offen spricht, sollte man vermutlich zuhören. Der drittreichste Einwohner Mexikos hat ein Vermögen von beinah 16 Milliarden Dollar und ist Gründer und Besitzer der Banco Azteca, einer vor allem in Mittel-, zum Teil aber auch in Südamerika operierenden Bank, die große Teile der Rücküberweisungen abwickelt, die Gastarbeiter über den Subkontinent senden.

Aus seiner Verachtung für Fiatgeld macht Pliego keinen Hehl: Es sei eine Falle und eine Abzocke. „Der Betrug ist ins Fiatsystem eingeschrieben, und wir sehen es heute in der USA … der Dollar als harte Währung ist ein Witz.“ In Lateinamerika, in Mexiko, Argentinie oder Venezuela habe das Fiatgeld mittlerweile jede Proportion verloren.

Weder Zentralbank noch der Finanzminister Mexikos dürften besonders glücklich darüber sein, dass sich einer der reichsten Männer des Landes in dieser Weise über ihr Geld äußert. Noch stärker stoßen ihnen aber offenbar die Pläne auf, die Pliego kurz danach enthüllte.

Am Sonntag tweetete der Milliardär – selbstverständlich mit den für Bitcoiner obligatorischen Laseraugen –, er und seine Bank arbeiteten bereits daran, die erste Bank Mexikos zu werden, die Bitcoin akzeptieren werde. Angesichts des internationalen Geschäftsfeldes seiner Bank und der explodierenden Bitcoin-Akzeptanz in Lateinamerika wirkt dieser Plan sinnvoll.

Finanzminister Arturo Herrera verstand ihn aber offenbar als Herausforderung. Nur einen Tag später, am Montag, erklärte er während einer Präsentation, dass Kryptowährungen im Finanzsystem Mexikos nicht erlaubt seien. Sie sind kein gesetzliches Zahlungsmittel und werden im gegenwärtigen regulatorischen Rahmen nicht als Währung behandelt – und man solle nicht erwarten, dass das Verbot in naher Zukunft gelöst werde.

Kurz darauf veröffentlichten Finanzministerium und Zentralbank gemeinsam ein kurzes Dokument, das Herreras Aussage bekräftigte: Kryptowährungen seien unter dem gegenwärtigen regulatorischen Regime weder gesetzliches Zahlungsmittel noch Währung. Vielmehr handele es sich um ein mit großen Risiken behaftetes Spekulationsgut. Finanzinstitutionen des Landes sei es nicht erlaubt, mit virtuelle Assets wie Bitcoin, Ether oder Ripple zu handeln, „um eine gesunde Distanz zwischen diesen und dem Finanzsystem zu erhalten.“

Pliego kommentierte das Schreiben auf Twitter nur mit einem zwinkernden Smiley und dem Satz „wir werden sehen.“ Und genau das werden wir wohl.

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1 Kommentar zu Mexikos Finanzminister erteilt Bitcoin-Plänen des drittreichsten Mexikaners eine Abfuhr

  1. Meine Meinung // 30. Juni 2021 um 15:46 // Antworten

    Interessanter Artikel. Danke dafür.
    Wenn schon die Banken die Vorteile erkennen und öffentlich loben, ist die Massenadaption nicht mehr fern.

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