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Lesetipp: Kurzgeschichten von der Zukunft des Geldes

Sucht ihr noch ein Weihnachtsgeschenk? Oder mangelt es euch an gutem Lesestoff für die Feiertage? Dann solltet ihr euch den Kurzgeschichtenband „Magic Future Money“ anschauen. Der Bitcoin-Blogger Friedemann Brenneis veröffentlicht darin 30 gelungene und inspirierende Science-Fiction-Kurzgeschichten in denen es (auch) um Geld geht.

Eigentlich lese ich Bücher vollständig durch, bevor ich über sie schreibe, Seite für Seite und Zeile für Zeile. Weil aber bald Weihnachten ist, und der eine oder andere unter euch womöglich noch ein passendes Geschenk sucht, mache ich heute eine Ausnahme.

Denn mit dem Buch „Magic Future Money“ kann ich euch ein passendes Weihnachtsgeschenk vorstellen. Passend für alle, die gute Kurzgeschichte um die Zukunft des Geldes mögen.

Das Buch ist ein Sammelband mit 30 Science-Fiction-Kurzgeschichten, bei denen Geld in der einen oder anderen Weise eine Rolle spielt. Es entstand durch einen Kurgeschichtenwettbewerb, den der Bitcoin-Blogger Friedemann Brenneis, besser bekannt als der Coinspondent und Teil der Honigdachs-Connection, veranstaltet hat. Friedemann hat „(Un)mögliche Geschichten vom Geld der Zukunft“ gesucht und dafür auch einen Preis von je 0,01 Bitcoin für jede veröffentlichte Geschichte ausgelobt. Gestiftet wurde das Preisgeld unter anderem von Bitwala, Fulmo und dem Bundesverband Bitcoin.

Ende März trudelten zahlreiche Texte ein, die Friedemann zusammen mit einer Jury von Autoren und Zukunftsforschern gesichtet, gelesen und bewertet hat, um die dreißig besten davon zwischen zwei Buchdeckel zu bringen. Die Intention von Friedemann war es, eine Lücke der Science-Fiction zu füllen, auf die einen die Beschäftigung mit Bitcoin hinstößt: das Geld. Es gibt Geschichten und Romane über alles, aber Geld – Geld kommt in der Science-Fiction kaum vor, und wenn, dann eher am Rand, so, als wäre es den Autoren peinlich, Gedanken an so etwas triviales zu vergeuden.

Nun hat die Jury also ausgewählt, welche 30 Geschichten es verdienen, gedruckt zu werden. Ich hatte heimlich gefürchtet, in dem nun erschienen Buch einen Schwall Bitcoin-Fanprosa zu finden, der die üblichen Bitcoin-Hymnen in grandioser Einfallslosigkeit in die Zukunft verfrachtet. Mittlerweile habe ich ein Viertel des Buches gelesen und kann entwarnen. Es handelt sich nicht um Bitcoin-Fanprosa, sondern um die Werke von Autoren, die ihr Handwerk verstehen. Wenn es so weitergeht, wie es beginnt, werde ich die weiteren drei Viertel ziemlich bald gelesen – nein: verschlungen – haben.

Die 30 Geschichten sind zwischen 5 und 15 Seiten lang. Es handelt sich um Kurzgeschichten der klassischen Art: Der Leser wird mitten in ein Geschehnis hineingeworfen, und während die Handlung abspult, entblättert sich der (überraschende, schockierende) Hintergrund. Es dürfte kaum ein Genre geben, zu dem die Kurzgeschichte besser passt, wie zur Science-Fiction, da sie einen effizienten Rahmen dafür gibt, um Zukunftsvorstellungen auf dramaturgische Weise zu enthüllen.

Bitcoin bzw. Kryptowährungen, wie wir sie kennen, kommen zuweilen vor, spielen aber keine allzu wichtige Rolle. Es geht in erster Linie um die Zukunft, und dann ums Geld. Darum, wie Geld in naher oder ferner Zukunft beschaffen sein kann, darum, wie die Zukunft unser Verhältnis zu Geld verändert, und manchmal auch um etwas ganz anderes, bei dem Geld eher zufällig vorkommt.

Was ich bisher gelesen habe, hat mich genügend überzeugt, um das Buch zu empfehlen. Natürlich schwankt die Qualität der Geschichten in einem solchen Sammelband, aber generell scheinen sie handwerklich sehr gut gemacht: Die Protagonisten sind glaubwürdig, die Handlung präzise und knapp gehalten, die Sprache flüssig und stilsicher, und die Zukunftsideen, die sich währenddessen herausperlen, durchdacht und originell.

Die bisher besten Geschichten des Buches injizieren sehr subtil ein Rätsel in die Handlung und lösen dieses dann auf schockierende Weise auf. Man realisiert plötzlich, wie brutal die Zukunft sein kann und was sie mit den Menschen macht. Die beiden Aufmachergeschichten, „Die Frau in Zimmer 9“ und „SOL“ sind solche Volltreffer. Anderen Geschichten gelingt diese Kunst nicht ganz so gut, ohne dass sie deswegen langweilig werden.

Das, was ich bisher gelesen habe, leistet all das, was eine gelungene Science-Fiction-Kurzgeschichtensammlung leisten sollte: Sie unterhält, inspiriert und schockiert.

Auch materiell macht „Magic Future Money“ einiges her. Sie Seiten fühlen sich gut an, schön samtig, Satz und Schrift fördern den Lesefluss, und der Umschlag aus grün-goldener Pappe hält nicht nur das Buch zusammen, sondern eignet sich auch als Lesezeichen. Daher bleibt zum Ende dieser Besprechung nur eine Frage übrig: Worauf wartet ihr? Schaut auf den Shop des Aprycot-Verlags, wo ihr das Buch mit Bitcoin und Euro kaufen könnt.

Über Christoph Bergmann (2408 Artikel)
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1 Kommentar zu Lesetipp: Kurzgeschichten von der Zukunft des Geldes

  1. Danke Christoph!
    Habe mir gerade das Buch bestellt und mit Lightning (Blue Wallet) bezahlt.
    Cool, funktionierte einwandfrei. 🙂

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