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Algo-Stablecoins am Ende?

Bildrechte bei Aaron Koenig, für Bitcoinblog.de zur Verfügung gestellt. Gilt für alle hier verwendeten Bilder.

Der dramatische Kursverlust des Terra USD ist ein Rückschlag für algorithmische Stablecoins – doch es gibt eine solide Bitcoin-basierte Alternative.

Von Aaron Koenig

Der Zusammenbruch des UST-Stablecoins und des damit zusammenhängenden Luna Coins ist das wohl bisher spektakulärste Ereignis des Jahres. Sämtliche Cryptocoins wurden davon negativ beeinflusst. Auch der dominierende Stable Coin Tether (USDT) verlor zwischenzeitlich seine Parität zum US-Dollar und gilt vielen als nächstes Opfer des Crypto-Blutbads.

Im Unterschied zum Tether ist (oder war) Terra-Lunas UST nicht durch die entsprechende Menge US-Dollars auf Bankkonten gedeckt (ob dem wirklich so ist, sei mal dahingestellt). Seine Parität zum Dollar wird durch Cryptocoins erzielt, die seinen Wert absichern sollen. Das sind beim UST einerseits der Luna-Coin, sowie eine erhebliche Menge an Bitcoin als „Notanker“. Wer seine Bitcoins als Sicherheit zur Verfügung stellte, bekam angeblich Zinsen von mehr als 18% darauf.

Entscheidend für die Stabilität der so genannten algorithmischen Stablecoins sind – wie der Name vermuten lässt – Algorithmen. Sie werfen automatisch soviel der dahinterstehenden Coins auf den Markt, oder kaufen sie wieder auf, dass sich der Stablecoin stets ungefähr in der Größenordnung eines US-Dollars bewegt – ein  ausgeklügelter Mechanismus, der aber nicht immer so stabil ist, wie man es von einem Stablecoin erwarten sollte.

Der DAI auf Abwegen

Der erste dieser so genannten algoritmischen Stablecoins war der DAI von Maker DAO. Der DAI war ursprünglich durch Ether gedeckt. Im März 2020, als im Zuge der Coronakrise
sämtliche Cryptowährungen heftig abstürzten, brach das DAI-System jedoch zusammen. Es wurde der Notfall ausgerufen und die DAI-Plattform abgestellt. Für einige Tage kamen diejenigen, die Ether in DAIs Smart Contract eingezahlt hatten, nicht mehr an ihr Geld.

Dann führte Maker DAO einen radikalen Systemwechsel durch, in Folge dessen der DAI nicht mehr nur durch Ether gedeckt ist, sondern durch einen Korb an Coins. Darunter sind allerdings auch Tether und andere Dollar-gedeckte Stablecoins wie Coinbase’s USDC. Der DAI ist daher kein echter algorithmischer Stablecoin mehr, sondern durch fast die Hälfte indirekt durch US-Dollars gedeckt.

Eine solche Abhängigkeit von staatlichen Fiatwährungen steht natürlich im Widerspruch zur eigentlichen Philosophie dezentralen, staatsfreien Geldes. Genau diese Abhängigkeit sollte ja durch die Erfindung von Algo-Stablecoins abgeschafft werden, die ganz ohne Dollars oder Euros auf Bankkonten auskommen. Nachdem der DAI sich aus der Liga der algorithmischen, Fiat-unabhängigen Stablecoins verabschiedet hatte, legten viele ihre Hoffnungen in den UST. Bedeutet sein Kollaps also das Ende der algorithmische Stablecoins?

Nicht ganz, denn es gibt durchaus Stablecoins, deren Algorithmen die bisherigen Cryptokrisen schadlos überstanden haben. An erster Stelle ist hier der Dollar-on-Chain der Firma Money-on-Chain aus Argentinien zu nennen. Er beruht auf der Rootstock-Technologie, die all das ermöglicht, was man von Ethereum kennt, jedoch auf Basis von Bitcoin.

Die Alternative aus Argentinien

Rootstock (kurz auch RSK genannt) ist eine Sidechain, die mit der Bitcoin-Blockchain durch einen sogenannten Two-Way Peg verbunden ist. Rootstock verwendet bewusst die gleiche Programmiersprache und die gleiche Virtual Machine wie Ethereum. Dies hat den Vorteil, dass der Code eines für Ethereum entwickelten Smart Contracts leicht wiederverwendet werden kann. Man könnte Rootstock als einen Fork von Ethereum bezeichnen, allerdings ohne dessen Nachteile und abgesichert durch das mit Abstand rechenstärkste Netzwerk, das von Bitcoin.

Rootstock hat seine eigene Währung namens Smart Bitcoin, der im Verhältnis 1:1 an den Bitcoin gekoppelt ist. Diese Verbindung zwischen Bitcoin und Smart Bitcoin basiert auf einem Prozess, der Merged Mining genannt wird. Miner können Smart Bitcoins generieren, während sie gleichzeitig Bitcoins schürfen. Zu diesem Zweck hat Rootstock Partnerschaften mit einigen der größten Bitcoin-Mining-Pools geschlossen. Ein großer Vorteil dieses Verfahrens: Die Miner verdienen ihr Geld bereits durch die Block Rewards und die Transaktionsgebühren von Bitcoin. Sie nutzen die selbe Infrastruktur für das Schürfen von Bitcoins und Smart Bitcoins, so dass ihre Kosten für den zusätzlichen Aufwand marginal sind. Daher können die Gas Fees auf Rootstock sehr viel niedriger sein als bei Ethereum – und sie werden es auch dann bleiben, wenn die Menge an RSK-Transaktionen weiter steigt.

Bereits seit Dezember 2019 gibt es den Dollar-on-Chain (DoC), der zu hundert Prozent durch Bitcoin gedeckt ist. Der DoC ist an den Wert des US-Dollars gekoppelt, doch Dollars auf Bankkonten sind dabei nirgendwo zu finden, auch nicht indirekt wie beim DAI. Der Dollar ist lediglich eine Recheneinheit, die verwendet wird, weil wir mit ihm vertraut sind. Menschen sind eben Gewohnheitstiere – nach die Einführung des Euro haben bekanntlich viele die Preise noch für einige Zeit in die gewohnten Währungen umgerechnet, in D-Mark, Francs oder Pesetas.

Dollar-on-Chain und BitPro

Im Unterschied zum UST ist der Collateral, also die als Sicherheit hinterlegte Menge an Bitcoin, beim Dollar-on-Chain (DoC) sehr hoch, im Schnitt betrug das Verhältnis 1:8. Das bedeutet: wenn DoCs im Wert von einem Bitcoin ausgegeben werden, sind dafür acht Bitcoins in einem Smart Contract hinterlegt, um sie abzusichern. Diese Bitcoins sind kein dubioser „Notanker“ im Besitz eines Unternehmens wie im Fall Terra, sie gehören weiterhin ihren ursprünglichen Eigentümern, die sie jederzeit wieder zurückerhalten können.

Wer seine Bitcoins als Sicherheit zur Verfügung stellt, erhält als Gegenwert einen BitPro genannten Token, der ein passives Einkommen generiert. Im Wesentlichen wird dieses Einkommen durch einen weiteren sehr viel stärker gehebelten Token des Systems generiert, der sich an risikobereite Trader richtet, der BTCx. Die Einnahmen aus dem  BTCx werden zum Großteil an die BitPro-Holder ausbezahlt. Dieser Anreiz ist wichtig, denn wohl kaum jemand würde seine Bitcoins einfach so ins System investieren. Die hohe Überkollateralisierung des DoCs, die für seine Stabilität so wichtig ist, wird erst durch die die Profitabilität des BitPro-Token möglich.

Der BitPro hat im Vergleich zu Bitcoin stets zugelegt.

Der BitPro arbeitet mit einem Hebel von ca. 1,1 bis 1,25 auf den Bitcoin. Das heisst: wenn der Bitcoin-Preis steigt, steigt der BitPro noch mehr. Bei einem Hebel von 1,2 würde sich der Wert des BitPro zum Beispiel um 120 Dollar erhöhen, wenn der Bitcoin um 100 Dollar steigt. Das bedeutet natürlich auch, dass bei einem Rückgang des Bitcoin-Kurses um 100 Dollar der BitPro um 120 Dollar fällt. Der BitPro ist daher eine gute Investition für bullische Zeiten, weniger für einen „Krypto-Winter“, in dem die Preise niedrig sind. Seit DoC und BitPro im Dezember 2019 auf dem Rootstock Mainnet veröffentlicht wurden, hatten wir es jedoch meistens mit steigenden Bitcoin-Preisen zu tun. BitPro-Besitzer konnten sich seitdem über einen jährlichen Gewinn von 23,6% im Vergleich zum Hodln ihrer Bitcoins freuen – nicht schlecht für eine relativ risikoarme Investition!

Stablecoins im Stresstest

Durch die hohe Kollateralisierung des Dollar-on-Chains ist ein Totalausfall wie bei Luna sehr unwahrscheinlich. Laut Money-on-Chain-Gründer Max Carjuzaa müsste der Bitcoin um mehr als 75% abstürzen, um das System in Gefahr zu bringen. Der Absturz aller Cryptocoins im März 2020 war ein guter Stresstest für Money-on-Chain. Während der DAI seine
Notabschaltung hinnehmen musste, funktionierte das MoC-Protokoll ohne Probleme weiter. Auch den großen Cryptocrash der letzten Wochen hat Money-on-Chain locker überstanden — „Business as usual“, sagt Carjuzaa.

Im Mai 22 hat sich die hinterelegte Menge an Bitcoin stark erhöht

Die Menge der in Money-on-Chain investieren Bitcoins haben sich in der Krise sogar rasant erhöht, von rund 1000 Bitcoin Anfang Mai auf aktuell über 1500 Bitcoin. Das heisst: rund 4 Millionen ausgegebene DoCs sind durch Bitcoins im Wert von ca. 45 Millionen US-Dollar gedeckt, die Überkollaterlisierung liegt also mittlerweile bei rund 1:11.

45 Millionen US-Dollar sind immer noch eine recht überschaubare Summe im Vergleich zu bekannteren Stablecoins, aber die Dynamik ist interessant. Offensichtlich haben sich durch den Luna-Crash mehr Investoren die Mühe gemacht, nach Alternativen zu suchen. Dollar-on-Chain und BitPro waren bisher in der Cryptowelt relativ unbekannt, was vor allem daran liegt, dass die Gründer ihre Priorität weniger auf das Marketing, als auf die Entwicklung eines zuverlässig funktionierenden Protokolls gelegt haben. Ich nehme an, dass sich der Bekanntsheitgrad von Money-on-Chain in Zukunft deutlich erhöhen wird, denn es gibt zur Zeit keinen besseren Stablecoin als den DoC, und kaum ein solideres Crypto-Investment als den BitPro.

Der Euro-on-Chain

In Zukunft wird Money-on-Chain noch weitere Stablecoins herausgeben, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren, etwa Euro-on-Chain, Yuan-on-Chain oder Rubel-on-Chain.
Damit sich dezentrales, staatsfreies Geld wirklich durchsetzt, sind funktionierende Stablecoins unerlässlich. Die Volatilität von Bitcoin ist zwar gut für Trader und stellen kein
wirkliches Problem für langfristig denkende Hodler dar. Geschäftsleute hingegen benötigen für ihre Preisgebung und Buchhaltung eine wertstabile Recheneinheit. Diese Funktion kann im Euro-Raum der Euro-on-Chain übernehmen.

Um Bitcoin und Euro-on-Chain (EoC) in Deutschland als offizielles Zahlungsmittel einzuführen wäre es keineswegs nötig, die Menschen zur Annahme von Bitcoin oder EoC zu
zwingen, denn das würde dem freiheitlichen Geist von Bitcoin widersprechen. Es reicht vollkommen, Steuern auf diese beiden Währungen abzuschaffen, und die Zahlung von
Steuern und Gebühren darin zuzulassen. Beides ist auf nationaler Ebene durchaus machbar. Es ist wahrscheinlich, dass andere Staaten des Euro-Raums dem Beispiel Deutschlands folgen werden. Die Hyperbitcoinisierung wäre dann nur noch eine Frage der Zeit.

Aaron Koenig ist Unternehmer und Autor. Mit seiner Firma Bitfilm versorgt er die Bitcoin-Branche mit Videos, mit Moonstock – The Crypto Art Gallery widmet er Bitcoin-Pionieren eine NFT-Gallerie.

Über Christoph Bergmann (2413 Artikel)
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21 Kommentare zu Algo-Stablecoins am Ende?

  1. Für die von mir hinterlegten Bitcoin erhalte ich einen Token welcher faktisch ein Bitcoin Hebelzertifikat ist.
    Also praktisch spare ich nur die Gebühren für ein Hebelprodukt und schließe dafür meine Bitcoin in einen SmartContract ein.
    Habe ich das richtig verstanden?

    • Es tut mir leid wegen meinem Deutsch, ich benutze Google Übersetzer. Ja, Sie erhalten ein wenig freien Hebel, genug, um langfristig eine anständige Rendite zu erzielen, aber sehr wenig, um nicht das Risiko fehlender Sicherheiten zu schaffen

  2. Lieber Aaron, Dein Beitrag liest sich schon fast wie ein Sponsored Post.

    Seine Parität zum Dollar wird durch Cryptocoins erzielt, die seinen Wert absichern sollen. Das sind beim UST einerseits der Luna-Coin, sowie eine erhebliche Menge an Bitcoin als „Notanker“. Wer seine Bitcoins als Sicherheit zur Verfügung stellte, bekam angeblich Zinsen von mehr als 18% darauf.

    Stimmt, die versprochene Rendite durch BitPro bei MoC ist aber ähnlich. Woraus soll diese finanziert werden, insbesondere in einem Bärenmarkt? Aus den offen zugänglichen Stellen werde ich nicht ganz schlau, immerhin habe ich herausgefunden, dass jede Transaktion 0,1% Fee bezahlt, um auf mindestens 10% Rendite zu kommen, müsste jeder einzelne Token mindestens 100 Mal pro Jahr bewegt werden, alle drei Tage. Laut https://moneyonchain.com/performance/ sind aber ~85% aller MoC aktuell gestaked, die restlichen 15% müssten also im Schnitt zwei Mal Täglich bewegt werden, um die Rendite aus den Gebühren zu speisen.

    Da sind wir auch schon beim nächsten Punkt…

    Im Unterschied zum UST ist der Collateral, also die als Sicherheit hinterlegte Menge an Bitcoin, beim Dollar-on-Chain (DoC) sehr hoch, zur Zeit beträgt das Verhältnis1:8. Das bedeutet: wenn DoCs im Wert von einem Bitcoin ausgegeben werden, sind dafür acht Bitcoins in einem Smart Contract hinterlegt, um sie abzusichern.

    Hört sich leider schwer nach Werbesprech an, denn obige Website verrät:

    TOTAL VALUE LOCKED
    EXPRESSED IN USD
    71,629,587.66

    MoC TOKEN MARKET CAP
    EXPRESSED IN USD
    16,479,884.74

    Das ergibt bei mir eine Quote von 1:4,3 – für BTC selbst sogar noch weniger, denn es sind (im Moment) „nur“ 1.900 BTC gelockt und der Preis (dort) mit 30.500 angegeben, was ~58 Mrd. USD entsprechen würde, ein Peg von 1:3,52 – der Rest ist durch die eigenen ausgeschütteten Token gedeckt. Ein Preisverfall des Bitcoin um ~70% könnte also zu einer ähnlichen Situation wie bei Luna führen. Hat Bitcoin durchaus schon gesehen. Zudem: Wo sollen all die Bitcoin als Peg herkommen, wenn man irgendwo

    Seit DoC und BitPro im Dezember 2019 auf dem Rootstock Mainnet veröffentlicht wurden, hatten wir es jedoch meistens mit steigenden Bitcoin-Preisen zu tun. BitPro-Besitzer konnten sich seitdem über einen jährlichen Gewinn von 23,6% im Vergleich zum Hodln ihrer Bitcoins freuen – nicht schlecht für eine relativ risikoarme Investition!

    Die Risikoeinschätzung ist tatsächlich sehr relativ… Man muss zum einen darauf vertrauen, dass es keinen drastischen Kursverfall gibt, zum anderen, dass der DoC Smart Contract keinen fatalen Bug enthält, was wir auch schon mehrfach gesehen haben.

    Fazit: Die Rootstock Sidechain von Bitcoin inklusive Peg zu Bitcoin bietet natürlich eine viel größere Stabilität als ein ominöser Altcoin, der von einem einzigen Entwickler gebaut wurde und wahrscheinlich keinen größeren Review gesehen hat. Das Risiko für seine Coins dürfte allerdings um Welten höher sein als ein schnödes Paper Wallet.

    • Ein Teil meines Kommentars wurde aufgefressen, hier der Nachtrag:

      *Wo sollen all die Bitcoin als Peg herkommen, wenn man irgendwo in Marktkapitalisierungen der „großen“ Stablecoins kommen will? Für Tethers Mcap müsste ein 1:8 Peg aktuell alle bisher geschürften Bitcoins aufsaugen. Was passiert, wenn niemand bereit ist, ausreichend Bitcoin auf die Sidechain zu transferieren? Erhöht sich dann die Rendite, um diese doch anzulocken? Das Whitepaper ist mir jetzt doch zu viel, mich würde eine grobe technische Erklärung reichen, diese habe ich aber auf der Website nicht gefunden.

      • Es tut mir leid für meine Sprachkenntnisse, ich benutze Google Translate
        Es wurden 4,1 Mio. Stable Coins ausgegeben und mehr als 1500 BTC als Sicherheiten, was einem realen Verhältnis von 10,9-mal mehr Sicherheiten entspricht, als wirklich benötigt wird, um die Bindung aufrechtzuerhalten. Das minimale Sicherheitenverhältnis, um die Schaffung neuer stabiler Münzen zu ermöglichen, ist höher, wenn der Preis von BTC höher als der EMA 120 ist, und erreicht ein Minimum von 4, wenn der BTC-Preis unter dem EMA liegt. Wenn dieses Verhältnis zu irgendeinem Zeitpunkt niedriger als 4 ist, kann kein stabiler Coin mehr ausgegeben werden.

        Im Falle eines tiefen Absturzes wird das Verhältnis der Sicherheiten immer niedriger und niedriger, dies schafft einige Anreize für das Protokoll, sicher zu bleiben. Der erste Anreiz besteht darin, dass die Hebelwirkung des BitPro steigt, sodass Sie mehr freie Hebelwirkung in Ihren Bitcoins erhalten, was einen Anreiz für Werbesicherheiten schafft.

        Wenn der Preis von BTC weiter sinkt, werden die Inhaber von Stable Coins Angst haben, dass der DOC (Stable Coin) die Bindung verliert, sodass ein Bank Run wie TERRA-LUNA beginnen wird. Aber die Wirkung der Menschen, die DOC für RBTC einlösen, wird die Sicherheitenquote in die Höhe treiben. Es können keine neuen Stable Con ausgegeben werden, bis die Sicherheitenquote wieder über 4 steigt.

        In Bezug auf die Sicherheiten, die erforderlich sind, um DOC zu einer dominanten stabilen Münze zu machen, ist die Antwort sehr einfach. Moneyonchain wird nur stattfinden, wenn Bitcoiner es wollen.

        Wenn Bitcoiner einen kleinen Teil ihrer Bitcoins in das Protokoll einzahlen, geben sie eine Erklärung ab, sie sagen: DEFI auf Bitcoin wird passieren, sie machen alle ihre Bitcoins wertvoller, nicht nur die im Smart Contract.

        Bitcoin ist die ultimative Sicherheit, einige Bitcoiner wollen eine Rendite in ihren Bitcoins, damit sie ausgeben können, ohne ihren Stack zu reduzieren, einige Bitcoiner werden den Bitpro verwenden, um mehr Sats zu stapeln. Es gibt eine Reihe von Ländern mit unterdrückenden Regierungen, in denen die Menschen eine wirklich dezentralisierte Stablecoin brauchen und Bitcoiner können beides verwirklichen, indem sie Moneyonchain unterstützen.

    • Private Key // 17. Mai 2022 um 16:53 // Antworten

      Hallo Paul,

      danke für deine Fragen.

      1. Die Rendite kommt nur zu einem kleinen Teil aus den Gebühren, hauptsächlich stammt sie aus einem risikoreichen Hebelprodukt für Trader namens BTCx, für das Trader hohe Zinsen zahlen – also genau das gleiche Prinzip nach dem Savebox, Nexo, Coinloan etc. ihre Zinsen für Bitcoin-Anleger zahlen. Dazu schreibe ich demnächst mehr auf meinem eigenen Blog, das hätte hier zu weit geführt.

      2. Zur derzeitigen Kollateralisierung von ca. 1:8 – diese Aussage habe ich von Max Carjuzaa persönlich erhalten. Minimal darf sie im System 1:4 betragen. Du hast das Verhältnis von im System gelockten Bitcoin zum MoC ausgerechnet, das ist der systemeigene Governance-Token. Hier geht es jedoch um die Menge der ausgegebenen DoCs.

      3. Zur Frage, wo die Bitcoins herkommen sollen, wenn mehr DoC gemintet werden, etwa in der Größenordnung, die heute Tether oder USDC haben: Deine Rechnung geht davon aus, dass der Bitcoin auf dem heutigen Wert bleibt, während ich davon ausgehe, dass er weiterhin stark im Wert gegenüber dem Dollar steigt.

      Tatsächlich ist eine essentielle Voraussetzung für das Funktionieren des MoC-Protokolls, dass die Richteinheit (also hier der Dollar) stärker inflationiert als der Bitcoin,

      • Private Key // 17. Mai 2022 um 17:12 //

        Hallo Paul,

        wie du in der dritten Grafik hier siehst, sind zur Zeit ca. 4 Millionen DoCs im Umlauf, die durch ca. 1500 Bitcoin im Wert von ca. 45 Millionen Dollar gedeckt sind:

        https://moneyonchain.com/performance/

        Mein Artikel muss also korrigiert werden, ich hatte von einem Anstieg von 1000 auf 1800 geschrieben, das scheint aber der Gesamtwert in Bitcoin zu sein (laut TLV-Grafik), nicht die tatsächlich hinterlegten Bitcoins. Sorry dafür. Macht aber letztendlich keinen Unterschied.

        Jedenfalls ergibt sich aktuell ein Verhältnis DoC / BTC von ca. 1:11.

      • Wow, vielen Dank für die schnelle Reaktion!

        1. Aha, bin schon gespannt auf Deinen Artikel zu BTCx, wahrscheinlich muss man deren Risiko ja mit einkalkulieren?

        2. Ziemlich komplex, denn DoC und BTC haben eine diametral andere Skala auf der Website https://imgur.com/a/XbLA0yF und während das Verhältnis BTC:DoC kürzlich 1:5200 war, ist es nach der kürzlichen „Aufstockung“ an BTC aktuell 1:2676, der Collateral hat sich also um fast 100% zugunsten BTC verbessert. Was passiert, wenn der Peg unter 1:4 fällt?

        3. Mittelfristig glaube ich das auch, kurzfristig gibt es aber durchaus noch Potenzial nach unten…

        Tatsächlich ist eine essentielle Voraussetzung für das Funktionieren des MoC-Protokolls, dass die Richteinheit (also hier der Dollar) stärker inflationiert als der Bitcoin,

        Okay, also auch mit gewissen Risiken verbunden, falls wir in einen ähnlich harten Bärenmarkt sehen wie zwischen Ende 2017 und Ende 2018…

  3. Private Key // 17. Mai 2022 um 17:01 // Antworten

    Wie du in der dritten Grafik auf dieser Seite siehst, befinden sich zur Zeit ca. 4 Millionen DoCs im Umlauf, die durch ca 1500 Bitcoin gedeckt sind: https://moneyonchain.com/performance/

    Die Kollateralisierung beträgt zur Zeit also sogar ca. 1:11.

  4. „BitPro-Besitzer konnten sich seitdem über einen jährlichen Gewinn von 23,6% im Vergleich zum Hodln ihrer Bitcoins freuen“.
    Wenn ich mir die Performance anschaue, dann scheint das eine Falschaussage zu sein. Die 23,6% Gewinn wurden scheinbar seit dem Launch im Oktober 2019 erzielt. In den letzten 12 Monaten wurden gar keine Gewinne erzielt und YTD ist man sogar im Minus.

  5. Ich mache mir gar nicht erst die Mühe mich mit den Details rund um DoC zu beschäftigen. Vielen Dank an Paul der da bereits gut recherchiert zu haben scheint. Egal ob im Verhältnis 1:2 oder 1:8 gedeckt, es macht für mich prinzipiell recht wenig Unterschied. Wenn der Markt Grenzen austesten möchte dann wird er sie austesten. Einen jährlichen Gewinn von 23% für eine „relativ risikoarme Investition“ in Aussicht zu stellen ist meiner Ansicht nach unseriös. Nach meinem Empfinden werten Artikel wie dieser die Qualität dieses Blogs eher ab. „Sponsored Post“ wie von Paul angedeutet trifft es sehr gut.

    • Naja, ich finde den Artikel sehr informativ und sehr verständlich geschrieben. Ich habe in jedem Fall etwas davon gelernt. Und auch wenn ich es anders ausdrücken würde, habe ich viel Respekt vor Aarons großer, langjähriger Begeisterung.

      • Ich habe auch allen Respekt vor Aarons Begeisterung und Erfahrung, allerdings sollte man m.M. darauf hinweisen, dass (derzeit) kein Stablecoin auch nur in die Nähe der Sicherheit Bitcoins herankommt und dass man seine Bitcoin auch bei DoC einem gewissen Risiko aussetzt, welches wie oben kommentiert, zumindest für mich, überhaupt nicht einfach durchschaubar ist.
        Es bleibt das Risiko eines Totalverlusts, welches um Welten höher ist als das von Bitcoin selbst und jeder sollte sich dessen bewusst sein.

        Übrigens ist mir noch eine Angriffsfläche eingefallen, die hier bisher komplett unter den Tisch gekehrt wurde: Oracles.
        Wurde schon bei einigen DeFi Projekten ausgenutzt, da es meist ein Single Point of Failure ist. Den Marktpreis USD/BTC muss sich der Contract ja aus einer vertrauensvollen Quelle holen, denn der kommt von (meist zentralen) Börsen. Falls die Quelle manipuliert wird, kann es sein, dass man deutlich mehr Bitcoin für seine Stable USD Coins bekommt und der Contract im schlimmsten Fall ausblutet.

      • Kranich // 18. Mai 2022 um 11:05 //

        Eine langjährige Begeisterung für Krypto ist schön und gut. Bei der Entscheidung für eine Geldanlage wird reine Begeisterung allerdings nicht der beste Ratgeber sein. Angesichts der jüngsten Erfahrung wie schnell ein führender Algo-Stable-Coin in einer „Todesspirale“ untergehen kann, muss jedem einleuchten, dass diese Form der komplexen Absicherung höchst riskant sein wird. Man kann lange Zeit hohe Erträge damit einfahren, aber innerhalb von wenigen Stunden könnte auch alles weg sein. Das kann einem auch bei USDT passieren, aber irgendwie ließen sich noch immer Verantwortliche dafür ausmachen und den Abfluss der Fiat-Dollar nachvollziehen. Bei Algo-Stable-Coins heißt es dagegen einfach: „Pech gehabt“.

    • Die Rendite von 23 % ist keine jährliche Rendite, sondern die Rendite seit Einführung des Protokolls im Oktober 2019. Die Rendite ist nicht garantiert. Tatsächlich betrug die kumulierte Rendite von Bitpro auf dem Höhepunkt des Bullenmarktes mit einem BTC-Preis von 69.000 30 % und liegt jetzt bei 23 %. Wenn Sie also Bitpro mit Bitcoin bei 69.000 geprägt haben, verlieren Sie heute tatsächlich Geld. Da die Inflation von USD höher ist als die Inflation von Bitcoin, sollte der Preis von Bitpro langfristig in Bitcoin ausgedrückt steigen.

      • Da die Inflation von USD höher ist als die Inflation von Bitcoin, sollte der Preis von Bitpro langfristig in Bitcoin ausgedrückt steigen.

        Das ist meiner Meinung nach noch lange kein zwingender Rückschluss. Dass etwas seltener als etwas anderes ist, schließt nicht automatisch darauf, dass es wertvoller ist/wird. Wasser, H2O, ist eine der häufigsten Verbindungen auf der Erde, trotzdem wird es immer wertvoller, da es nicht dort verfügbar ist, wo es benötigt wird. Ich bin weiterhin der Meinung, dass sich Bitcoin langfristig nur „halten“ kann, wenn es eine Anwendung abseits NgU bekommt.

      • Kranich // 19. Mai 2022 um 20:01 //

        @Paul
        Mir ist nicht ganz klar was du mit „Anwendung abseits NgU“ meinst, aber ich gehe noch immer davon aus, dass auch führende westliche Regierungen sich zukünftig viel aufgeschlossener gegenüber Bitcoin zeigen werden. Unter anderem auch dank der sehr guten Anonymität von Monero, weil sie BTC aufgrund seiner Pseudonymität vermutlich als das „kleinere Übel“ ansehen werden.

      • „NgU“ ist die Abkürzung für „Number go Up“, sehr verbreitet unter Bitcoin „Jüngern“, aktuell nicht wirklich, da wir über 50% vom ATH entfernt sind, aber falls Bitcoin wieder steigen sollte, wirst Du das in den „Sozialen“ Medien omnipräsent wiederfinden.

        Klar könnten Regierungen Bitcoin als das kleinere Übel sehen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die „Strategie“ bezüglich Kryptowährungen viel simpler ist…

  6. Mir ist gerade aufgefallen, dass sich ein weiterer Stablecoin seit 15.05. in der Abwärtsspirale befindet: DEI. Nicht zu verwechseln mit DAI, allerdings mit ähnlich gestaltetem Collateral, denn zumindest laut eigener Aussage zum Teil durch USDC gedeckt: https://docs.deus.finance/usddei/stability-mechanism (damals zu 80%)

    Zum Mechanismus an sich kann ich nichts sagen, aber das ist der Stablecoin hinter der Deus DAO, die man vielleicht schon Mal gehört hat… Laut Aussage auf deren Twitter Profil von vor zwei Tagen arbeiten sie daran, den Peg wiederherzustellen.

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