Newsticker

Kann ausgerechnet das Bitcoin-Mining helfen, Treibhausgase abzubauen?

Gasverbrennung an einem Ölfeld. Bild von gfpeck via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Ein Analyst sagt ja. Vor allem das Mining an den Förderstätten fossiler Brennstoffe kann helfen, die Emission von Treibhausgasen zu verhindern. Bitcoin kann bis Ende 2024 CO2-neutral sein, und danach dazu beitragen, den Klimawandel zu verlangsamen.

Der Bitcoin Mining Council (BMC) schätzt regelmäßig die CO2-Bilanz des Bitcoin Minings.

Am 19. Juli hat der BMC den letzten Bericht veröffentlicht. Auf Basis von Daten von mehr als 50 Prozent der Miner schließt er, dass 59,5 Prozent des Minings durch CO2-neutrale Energien betrieben werden. Damit ist der Anteil der Erneuerbaren um 6 Prozent je Jahr gestiegen.

In diesen Zahlen ist aber, wie Daniel Batten auf batcoinz.com hervorhebt, ein Faktor nicht enthalten: nämlich die negativen Emissionen.

Im Emissionshandel kann man es in die Bilanz aufnehmen, wenn man etwa Bäume pflanzt, da diese CO2 aus der Atmosphäre ziehen. Das macht einen Baum zur negativen Emission.

Aber Bitcoin-Mining? Kann Mining nicht nur emissionsfrei funktionieren – sondern auch Emissionen abbauen?

Das behauptet batcoinz. Es klingt unglaubwürdig – ergibt aber Sinn.

Energie aus negativen Emissionen

Die meisten Menschen verbinden die Produktion von Strom mit Schäden fürs Klima, weil dabei oft CO2 freigesetzt wird.

Dabei entsteht Strom durch eine chemische bzw. physikalische Reaktion. Diese ist neutral. Sie kann nicht nur Gase in die Luft absondern, sondern auch welche abbauen.

Zum Beispiel Methan. Methan ist ein Treibhausgas. Es ist seltener als CO2, trägt aber viel stärker zur globalen Erwärmung bei. Daher gilt eine Tonne Methan als mindestens 25 Mal so schädlich wie eine Tonne CO2.

Wenn man nun Methan, das in die Atmosphäre entweicht, verbrennt, entstehen Wärme – also Energie – und CO2. Da aber das CO2 weniger schädlich ist als Methan, erspart man der Atmosphäre damit mehr as 90 Prozent der Treibhausgase, gemessen in CO2-Äquivalenten.

Flaring und Combusting

Ein Beispiel sind die Förderstätten fossiler Energierohstoffe, vor allem Öl und Gas. Bei der Förderung entweicht oft Methan. Natürlich wäre es am besten, man würde gar keine fossilen Brennstoffe mehr verwenden. Aber bis es so weit ist, sollte man den Schaden so gering wie möglich halten.

Für die Förderer ist es am günstigsten, das Methan einfach in die Atmosphäre entweichen zu lassen. Unter dem Druck der Regulierung verbrennen etwa die Hälfte der Förderstätten in den USA das Methan an der Oberfläche. Das nennt man Flaring.

Flaring hat oft jedoch einen geringen Wirkungsgrad, und weil es nur Kosten verursacht, meiden Unternehmen die Installation oder Wartung. Daher tendieren internationale Klimaorganisationen mittlerweile dazu, Flaring eher verbieten zu wollen.

Ihr ahnt, worauf das hinausläuft.

Win-Win-Win

Man sollte das Methan direkt an den Förderstätten in Energie umwandeln. Das nennt man Combusting. Diese Energie sollte man verkaufen können.

Die Förderer hätten einen ökonomischen Anreiz, im Sinne des Klimaschutzes zu handeln. Nichts funktioniert besser, wenn man will, dass sich eine Lösung durchsetzt.

Die meisten Förderstätten stehen jedoch irgendwo in der Pampa. Dort gibt es niemanden, der für den Strom bezahlt. Meistens noch nicht mal ein Stromnetz.

Also braucht es eine ökonomische Aktivität, die weitestmöglich automatisiert und skalierbar eine Dienstleistung erbringt, die Strom in Geld tauscht. Crusoe, ein Startup, hat es mit Cloud Computing ausprobiert. Das funktioniert, in einem gewissen Rahmen.

Das perfekte Werkzeug

Mittlerweile baut Crusoe aber vor allem Mining-Farmen. Keine Technologie könnte das besser leisten: Mining braucht nur eine Internetverbindung, einmal angesteckt, laufen die Geräte ohne Eingriff weiter. Mining lohnt sich ab der ersten Box, skaliert aber ohne Limit.

Auch andere Miner haben die Förderstätten als Standorte entdeckt. Insgesamt sollen, schreibt batcoinz, die Miner mit 151 Megawatt Strom aus Methan arbeiten: Great American Mining, Nakamotor Partners, JAI Energy, Green Mining Capital und andere haben Operationen an Förderstätten.

Dazu kommt noch ein – sehr kleiner – Anteil von Energie aus Biogas. Biogas verbraucht ebenfalls CO2 und wird mit noch mehr negativen Emissionen bewertet. Daher fällt selbst der winzige Anteil ins Gewicht.

Die beiden Verfahren zusammen senken, kalkuliert batcoinz, die CO2-Bilanz des Minings um 4 Prozent. Damit sind, so die Rechnung, nicht nur 59,5 des Minings grün, sondern 62.

Aber das ist nur der Anfang.

Bitcoin, der Klimaretter

Im Laufe der letzten 16 Monate haben Miner laut batcoinz.com 132,5 MW an Strom aus Methan ans Netz gebracht. Das entspricht einem Wachstum von 8,3 MW je Monat.

Wenn dieser Ausbau auch nur halbwegs (zu 83 Prozent) so weiterwächst, wird das Bitcoin-Netzwerk, kalkuliert Batten, Ende 2024 CO2-neutral sein. Es wird im selben Umfang Treibhausgase abbauen wie emittieren.

Aber auch das ist nur der Anfang. Nach einer neutralen CO2-Bilanz kommt, was sonst – eine negative CO2-Bilanz.

Bis 2045 kann das Bitcoin-Mining so 23 Prozent der globalen Methan-Emissionen abbauen. Es kann damit mehr als 5 Prozent der globalen Emissionen überhaupt verhindern. Damit würde das Mining allein die Erwärmung des Planeten um 0,15 Grad mindern.

Und dies schließt nicht die vielen Möglichkeiten ein, wie das Bitcoin Mining den Ausbau erneuerbarer Energien massiv befördern kann.

Gewiss sollte man diese Kalkulationen nicht allzu wörtlich nehmen. Sie sind vermutlich im Kontext des Lobbyismus für Bitcoin entstanden. Dennoch trifft ihr Argument. Bitcoin-Mining kann helfen, die Treibhausgasemissionen bei der Förderung fossiler Energierohstoffe zu reduzieren. Massiv zu reduzieren.

Politiker und Journalisten, denen das Klima am Herzen liegt, sollten darüber zumindest nachdenken, bevor sie wieder einmal Bitcoin als Klimasünder anprangern oder verboten sehen möchten.

Über Christoph Bergmann (2351 Artikel)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder ---

19 Kommentare zu Kann ausgerechnet das Bitcoin-Mining helfen, Treibhausgase abzubauen?

  1. „Zum Beispiel Methan. Methan ist ein Treibhausgas. Es ist seltener als CO2, trägt aber viel stärker zur globalen Erwärmung bei. Daher gilt eine Tonne Methan als so schädlich wie eine Tonne CO2.“

    Der Satz macht nicht so viel Sinn. Sollte nicht eine Tonne Methan schädlicher sein als eine Tonne CO2?

  2. Oha. Über den Mining statt Methanflaring Ansatz bin ich ich bei Recherchen bereits früher mal gestolpert und hab ihn wohlweislich ignoriert.

    Auch wenn es unzweifelhaft einen Anreiz bietet, das ansonsten sehr schädlichen Ölfördern etwas umweltverträglicher zu gestalten, so macht es das am Ende trotzdem nicht besser und bietet nun eher Allen denjenigen, die sowieso vermuten, dass es den Bitcoinern dabei nur um Greenwashing gehe, leider eine 1A Angriffsfläche für ihre ansonsten falsche Behauptung.

    Das war jetzt leider ein echtes Danaergeschenk, Christoph.

    • Verstehe ich nicht.
      Du sagst selbst, dass es die ansonsten sehr schädliche Ölförderung etwas besser macht. Warum ist das dann Greenwashing?

      • Hm, Greenwashing ist leider nicht eindeutig definiert. Und Menschen die Bitcoin ablehnend gegenüber stehen (und leider wenig differenzieren) werden das kaum als Argument dafür nehmen, dass Bitcoin wirklich grün ist.

        Das hört sich in etwa so effektiv an wie mit dem Verzicht auf Plastikstrohalmen den Plastikverbrauch minimieren zu wollen. Klar bringt das marginal etwas, aber wenn man mal im Supermarkt versucht plastikfrei einzukaufen, und überall nur von Plastik umgeben ist, dann wundert man sich manchmal das vielen Menschen der Verzicht auf die Plastikstrohalme fürs reine Gewissen reicht.

        Besser ist da schon der Claim des Bitcoin Mining Council (BMC), das Bitcoin von Mitgliedern die mehr als 50% der Hashrate stellen zu 66% erneuerbar gemined wird.
        Allerdings ist das ein Interessenverband und keine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung.

        Noch besser wäre, z.B. zahlreiche Beispiele zu hören von Menschen die ihre Photvoltaik auf dem Dach wirklich mittels Mining finanzieren. Das würde mich als grün denkenden Menschen überzeugen, dass das auch praktisch funktioniert.
        Leider kann ich aktuell wegen Mietwohnung nicht wirklich selbst was dazu beitragen, aber ich überlege schon die ganze Zeit, wie das ginge.

      • Name required // 12. September 2022 um 11:11 //

        @andres:

        Ein wirklich grün denkender Mensch müßte eigentlich in erster Linie die Weltbevölkerung reduzieren wollen, weil das die beste Methode ist, CO2 zu sparen. Ein Mensch, der nicht existiert, kann auch keine Energie verbrauchen und somit keinen CO2-Ausstoß verursachen. Wenn man ehrlich ist, ist nämlich weder der Energieverbrauch, noch die CO2-Emission das wahre Problem, sondern die Menge an Menschen, welche die Annehmlichkeiten des modernen Lebens (zurecht) nutzen wollen. Wieso die Weltbevölkerung also immer weiter anwachsen lassen und stattdessen dem Einzelnen vorschreiben, wie er zu leben hat? Das macht keinen Sinn.
        Ja, die westliche Welt trägt den weitaus größten Teil zum CO2-Ausstoß bei. Aber dennoch sollte langsam das Problem der Überbevölkerung stärker in den Blick der Klimaschützer gelangen. Denn mehr Menschen werden immer mehr Emissionen (ob CO2 oder auch Plastik) produzieren und die Menschen in der Dritten Welt haben selbstverständlich das Recht, den gleichen Lebensstandard anzustreben, wie er für uns schon lange normal ist. Warum also immer nur an den Auswirkungen herumbasteln, statt an die Ursache (insgesamt zu viele Menschen für einen begrenzten Planeten) zu gehen? Denn selbst in einer plastikfreien Welt wird der Mensch in seinem (bisherigen) (Bevölkerungs-)Wachstumsdrang an andere/neue Grenzen stoßen, als den Klimawandel. CO2 ist diesbezüglich ja nur eine Auswirkung, aber eben nicht die Ursache. Auch die Ernährung z.B. kann bei einer exponentiell ansteigenden Weltbevölkerung auf Dauer nicht sichergestellt werden.

  3. Imho glaube ich aber, dass es statt der vielen Blogartikel mal eine echte wissenschaftliche Studie zu dem Thema geben sollte, bei der auch die Gegner der Argumente mit an Tisch sitzen und zu Wort kommen. Das gäbe dem „Bitcoin ist grün“ Argumenten sofort eine andere und glaubwürdigere Legitimität.
    Bei der Menge an Geld, die in Krypto vorhanden ist, sollte das doch eigentlich möglich sein …

    Ansonsten habe ich hier noch ein paar interessante Ansichten zu diesem und anderen Themen gefunden. Z.B.
    „Bitcoin und die Energiewende – Ziemlich beste Freunde“[https://bitcoinsozial.de/ziemlich-beste-freunde/] und
    „Ökologisierung von Bitcoin mit Anreizkompensationen“[https://bitcoinsozial.de/troy_bailey-greening/].

    • Wir werden noch eine ganze Weile das Öl brauchen, und wenn das Flaring Anreize setzt, dass das grüner wird, ist doch gut.

      Interessanter finde ich noch den Gedanken aus dem „Ziemlich beste Freunde“, dass Bitcoin mittefristig das massive Subventionieren von fossil generiertem Strom ad absurdum führt, bzw. verunmöglicht.

      Kein Wunder das Staaten wie China, Iran und mittlerweile auch Kasachstan, die Krpto erst toleriert oder sogar Willkommen geheissen haben, mittlerweile eher zu den Gegnern von Krypto zählen.
      Das massive Generieren von Wirtschaftswachstum über dreckige Energieformen hat ab jetzt immer Bitcoiner im Nacken, die den zu billigen fossilen Strom abzweigen, bevor er die Wirtschaft überhaupt trifft und Wachstum aufbauend auf dreckiger Energie ermöglicht.

      Das ist für mich eins der stärksten Argumente dafür, dass Bitcoin stark grün wirkt, und das obwohl es unzweifelhaft sehr viel Strom verbraucht.

  4. Das scheint mir vom Return on Invest wenig sinnvoll. Ich brauche erst mal einen teuren Verbrennungsmotor, einen elektrischen Generator und einen Bitcoinminer. Erzeuge damit dann elektrische Energie und schließlich wieder Wärme. Bei den heutigen Bitcoin Preisen hab ich für die Miner alleine 2-3 Jahre ROI.
    Könnte man damit günstig Strom erzeugen hätten dort schon längst Datenzentren installiert werden können.

    • Irgendwer scheint das mit dem ROI anders zu sehen. Wie Christoph beschrieben hat wird das schon so gemacht. (batcoinz.com oder einfach mal nach „flaring bitcoin“ googlen).

      Und anscheinend auch mit Gewinn: [https://www.cnbc.com/2022/02/12/23-year-old-texans-made-4-million-mining-bitcoin-off-flared-natural-gas.html]

      Persönlich würde ich eher z.B. die Photovoltaik auf dem Dach mit Mining quer subventionieren. Wenn ich Mittags keinen Strom brauche, mine ich. Wenn ich den Strom morgens/abends dann selber brauche, spare ich die 29c/kWh (demnächst vielleicht sogar mehr) an den Stromprovider, was ich natürlich ebenfalls auf den ROI vom Miner+Photovoltaikanlage+Wechseltrichter draufrechne.
      Als angenehmer Nebeneffekt werde ich so ausserdem immer unabhängiger von Strompreisschwankungen … aufgrund von Kriegen.

      Easy.

      • Die Mining Profitablity ist für einzelne Nutzer mit Dach PV im Moment zu klein, um sinnvoll einen ROI für einen Miner von 5000-9000 EUR zusätzlich zur 10KWp PV für 9000-12000 EUR zu erreichen. Der Miner schluckt ausserdem 3kW, das müsste die Anlage erstmal produzieren. Das mag in einem Bullenmarkt anders sein, im Moment ist das aber eher keine Option. Zu dem ist dank EEG den PV Betreibern noch ein Mindestbetrag von 0.05c/kWh für die Einspeisung garantiert. Somit müsste der Miner mehr erwirtschaften, damit sich das lohnt.

        Für einen ganzen Windpark kann das aber noch anders aussehen und die kleine Marge könnte trotzdem lohnenswert sein, zumindest solang der Strommarkt den Strom für weniger als 0.05c/kWh bzw. sonst gar nicht abnimmt. Im Gegensatz zu Solar gibt es dort aktuell kein EEG mehr, das einen Mindespreis garantiert.

  5. Das ist irgendwie wie das Rauchen von Light Zigaretten. Hat zwar nur die Hälfte Nikotin, dafür raucht man anschliessend die doppelte Menge.

  6. Dieser Artikel reiht sich leider ein in die schon bisher regelmäßig von Ignoranz und Unwissenheit zeugenden Artikel zum Thema Energie (ich habe in den Kommentaren schon mehrfach versucht, dem Autor den Unterschied zwischen Leistung (kW) und Energiemenge (kWh) zu erklären).

    Auch dieser Artikel ist stumpf herbeigeschriebener Lobbyismus. Es wird irgendwie versucht, gegen den Irrsinn, den das Bitcoinmining aktuell darstellt, anzuschreiben. Die Komplexität der Stromerzeugung wird völlig ignoriert, als ob man einfach nen Generator neben jede nächstbeste Ölförderanlage stellt und das Erdgas dann da reinleitet…

    Ich spare mir jetzt eine detaillierte Wiederlegung aller angeführten Behauptungen, aber generell lässt sich nahezu IMMER sagen, dass Bitcoin-Mining Strom verbraucht, der anderswo sinnvoller genutzt werden kann. Weil die Bitcoin-Community nicht mit diesem Fakt leben kann, sucht sie mit immer wilderen Theorien nach einem Weg, den Stromverbrauch irgendwie weniger schlimm zu machen.

    • Definiere „sinnvoll“.
      Flutlichtbeleuchtung im Sportstadion?
      Social Media-Nutzung?
      Wäschetrockner?
      Sinnloses Herumfahren mit E-Auto oder E-Bike (z.B. um Freunde oder Familie zu besuchen)?
      Beleuchtung der Wohnung im Winter nach 20:00 Uhr?
      Beleuchtung der Städte/Straßen nachts?
      Beleuchtung in Sporthallen?
      Beleuchtung von Weihnachtsmärkten?
      Nutzung von Elektrogeräten für unnötige Heimwerkertätigkeiten?
      Stromverbrauch in den Rechenzentren der Banken?
      Stromverbrauch in den Rechenzentren für das Hosting von Websites?
      Strom für ARD/ZDF und andere ÖR-Sender, die per Zwangsumlage finanziert werden und dann ziemlich einseitig und/oder belanglos berichten?
      Strom für Küchengeräte (gibt ja auch Schneebesen)
      Strom für Waschmaschine oder gar Trockner? Handwäsche geht doch auch.
      … und überhaupt: Wozu eigentlich waschen?

      Es gibt noch zig andere Beispiele, die zeigen, was „eigentlich“ alles völlig unnötig ist, was aber komischerweise nicht kritisiert wird. Es ist doch gut, dass die Menschen unterschiedlich sind und unterschiedlichen Dingen/Erfindungen/Verhaltensweisen jeweils individuell unterschiedlichen Wert zumessen. Für den Einen ist Bitcoin halt wichtig, für den Anderen ein Eiswürfel im Mate-Tee oder ein zigfach prozessierter Burgerpatty-Ersatz mit einem Haufen Zusätze, der nächste genießt lieber ein hormonfreies, natürlich aufgezogenes Nebraska-Angus-Entrecôte, fährt dafür aber wenig Auto, weil er nicht täglich zur Arbeit muß, sondern mittels BTC-Investition seine Schäfchen im Trockenen hat. Für wieder andere ist eine große Geburtstags- oder Hochzeitsparty, bei der zig Freunde aus allen Teilen der Republik/Welt inklusive Flug- und Autofahrten der einzelnen Gäste anreisen, das Wichtigste im Jahr, was Andere als absolut überflüssig ansehen. Manche Leute sollen auch Urlaub (und dann noch im Ausland per Flugzeug) als unverzichtbar betrachten, wieder andere ein Studium im Ausland oder ein Auslandssemester – mit entsprechendem zusätzlichem CO2-Ausstoß; der Handwerker macht das aber in seiner Ausbildung nicht, fährt dafür aber täglich mit dem Mopped zur Arbeit und am Wochenende auf Tour.

      Was soll also das Verteufeln einer einzigen, bahnbrechenden Erfindung wie Bitcoin inklusive zugehörigem, sichernden PoW? Wer bestimmt, was „sinnvoll“ ist, und was nicht? Du? Die Grünen, die AfD? Der Papst? Greta Thunberg? Der „liebe“ Gott?

      • Ja ich finde auch, was sinnvoll ist, sollte jeder für sich entscheiden.

        Als kleine Entscheidungshilfe, darf dann das, was viel CO2 erzeugt, durchaus mehr kosten als das, was kein oder weniger CO2 erzeugt.

        Wenn man, dank CO2-Satelliten im All, Verursachern von CO2 und anderen Treibhausgasen den aktuell unfair externalisierten (CO2) Preis beim ersten Verbrauch wieder aufdrücken kann, regeln sich die Dinge über den Preis der Dinge tatsächlich von selbst, und niemand muss zu irgendetwas gezwungen werden.

        Dann würde sich auch Bitcoin Mining über fossile Energien nicht mehr über erneuerbare aber durchaus lohnen.

        Soweit die Theorie. Leider Zukunftsmusik, solange man Länder wie China nicht wirksam dazu bewegen kann einen wirksamen CO2 Preis auch zu erheben.

      • Name required // 22. September 2022 um 9:40 //

        Stimme dem zu. Der Preis muß verursachergerecht abgerechnet werden.
        Bitcoin aber nun zum Sündenbock abzustempeln, weil Länder wie China nicht willens sind, an einer großflächig konzertierten Aktion teilzunehmen, macht den Bock zum Gärtner, bzw. zäumt das Pferd von hinten auf. Hier muß man an der richtigen Stelle politischen Druck erzeugen. Ich zum Beispiel kaufe – soweit möglich keinerlei Produkte „Made in China“, weil ich das dortige System nicht unterstützen will. Das fällt aber leider heutzutage extrem schwer – und nicht wegen der höheren Preise der Produkte, die nicht aus China kommen, sondern weil es sie einfach schlichtweg nicht aus anderen Herkunftsländern gibt. Selbst wenn man z.B. einen Rechner oder Handy „Made in Malaysia“ o.ä. kauft, weiß man nie, wieviele der Bauteile letztlich doch in China hergestellt wurden. Es bleibt also nur die (politische) „Ächtung“ solcher egoistischen Staaten. Wenn nun aber – wie z.B. unter Merkel üblich – große Wirtschaftsdelegationen auf Staatsbesuchen mitgenommen werden, um dort neue Geschäfte anzubahnen, dann kann man hier so viel CO2-Restriktionen einführen wie man will, es wird nichts nützen, das keinerlei realistischer politischer Druck zu Veränderung ausgeübt wird. Und dann stattdessen ausgerechnet beim BTC seine klimapolitischen Vorstellungen ausleben zu wollen (in dem man ihn am besten gleich komplett verbieten will), zeugt nicht gerade von Intelligenz.

    • stumpf herbeigeschriebener Lobbyismus
      und Wunschdenken findet sich auf beiden Seiten. Deswegen wäre eine sachliche und beleidigungsfreie Auseinandersetzung über Probleme des jeweiligen Denkens eigentlich mal wünschenswert. Beide Seiten machen vermutlich ein paar Fehler. Eine
      eine detaillierte Wiederlegung aller angeführten Behauptungen
      wäre also eher mal wünschenswert.

  7. Das ist schade das Du es Dir sparst. Dabei wäre eine sachliche Debatte um die komplexen Details mehr als notwendig. Unsachliche Debatten um reine Glaubensinhalte gibt es wirklich mehr als genug.

    Wo wurden in dem Artikel den kw und kwh verwechselt Deiner Meinung nach? Bzw. erwähnt? Das kommt mir jetzt irgendwie auch wie Lobbyismus vor, dass Du den Autor da mal irgendwo korrigiert hast.

    Ist in diesem Artikel (https://www.cnbc.com/2022/02/12/23-year-old-texans-made-4-million-mining-bitcoin-off-flared-natural-gas.html) deiner Meinung nach alles nur erlogen?
    Immerhin sind das Dinge die real passieren und nicht bloss der Wunschvorstellung einiger Bitccoiner entspringen.

    Schade ist nur, das ausgerechnet die texanische Industrie auch die Idee vom „Buyer of last Resort“ als erste wirklich begriffen hat und das nun ganz in echt (für ganz Texas) ausprobiert:

    https://www.cnbc.com/video/2022/02/03/texas-crypto-miners-power-down-to-ease-grid-pressure.html

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: