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Google Cloud erlaubt Zahlungen in Kryptowährungen – aber zunächst nur für das Web3-Ökosystem

Wolken. Bild von Samantha Beddoes via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Google Cloud und die Kryptobörse Coinbase gehen eine „langfristige strategische Partnerschaft“ ein um „das wachsende Web3-Ökosystem“ zu unterstützen. Für Google ist dies der bisher weitreichendste Schritt in die Kryptowelt.

Die Partnerschaft wird sowohl von Google als auch von Coinbase mit inhaltlich weitgehend identischen Pressemitteilungen angekündigt. Sie ist tatsächlich ungewöhnlich umfangreich.

Auf der einen Seite wird Coinbase Google Cloud als Cloud-Service verwenden, um „herausragende Börsen- und Datendienstleistungen anzubieten“. Coinbase wird „Google Clouds rechenstarke Computerplattform“ nutzen, um „Blockchain-Daten in großem Maßstab zu verarbeiten“ und „durch machine learning Krypto-Insights“ zur Verfügung zu stellen. Google Cloud richtet also, könnte man vermuten, für Coinbase spezielle Dienste ein.

Auf der anderen Seite wird auch Google ein Coinbase-Produkt benutzen. Durch Coinbase Prime sollen ausgewählte Kunden mit Krypowährungen für die Cloud-Dienstleistungen bezahlen können. Beginnen soll dies mit Kunden aus dem Web3-Ökosystem, weshalb die Zahlungen vermutlich weniger in Bitcoin denn in Ether oder Stablecoin-Token beglichen werden.

Die Web3-Entwickler sollen auch Zugang zu Googles BigQuery Blockchain-Datenbank erhalten. Die Entwickler können dadurch „sofort und zuverlässig Web3-basierte Systeme betreiben, ohne eine teure und komplexe Infrastruktur zu benötigen.“ Coinbase ist insoweit involviert, als es durch „Coinbase Cloud Nodes“ die dafür notwendigen Blockchain-Knoten zur Verfügung stellt.

Schließlich wird Google Coinbase Prime für „institutionelle Crypto-Services wie Treuhand und Reporting“ verwenden. Coinbase Prime ist eine Verwahrungs- und Handelsplattform für institutionelle Investoren und Unternehmen. Was Google in dieser Hinsicht konkret vorhat, bleibt aber im Dunkeln.

Brian Armstrong, der Chef von Coinbase, ist natürlich begeistert. „Wir hätten uns keinen besseren Partner ausdenken können, um unsere Vision zu verwirklichen, eine vertrauenswürdige Brücke ins Web3-Ökosystem zu bauen.“ Aber auch Thomas Kurian, der Chef von Google Cloud, ist erfreut: „Wir wollen es einfacher und schneller machen, etwas im Web3 aufzubauen“, und die Partnerschaft mit Coinbase helfe diesem Zweck. Man sei stolz, die Börse als strategischen Partner gewonnen zu haben, „und wir sind bereit, das aufstrebende Web3-Ökosystem zu untersützen.“

Man kann geradezu von einer Verschmelzung mehrerer Dienstleistungen von Google und Coinbase reden. Auffällig daran ist der extreme Fokus auf Web3. Beide Pressemitteilungen verwenden diesen Begriff wiederholt, während sie konkrete Kryptowährungen gar nicht erwähnen.

Coinase reserviert sogar einen Absatz der kurzen Mitteilung, um zu erklären, was Web3 ist. Es sei „die nächste Generation des Internets, die es Menschen ermöglichen wird, digitales Eigentum in einer offenen, dezentralisierten Umgebung zu besitzen. Wir sind überzeugt, dass im Laufe der nächsten Jahre jedes Unternehmen und jeder Entwickler mit dem Web3 arbeiten wird – bis es schließlich zum Synonym für das Internet selbst werden wird.“

Und wenn sogar Google damit einverstanden ist, wird vielleicht etwas dran sein.

Über Christoph Bergmann (2408 Artikel)
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1 Kommentar zu Google Cloud erlaubt Zahlungen in Kryptowährungen – aber zunächst nur für das Web3-Ökosystem

  1. Ich hatte gehofft Web3 heisst lediglich wir bezahlen mit Mikrotransaktionen statt Werbung für Dienstleistungen und Software.
    Irgendwelche NFTs und Immobilien auf der Blockchain is Unsinn.

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