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Trump macht mit Memecoin Milliarden während EZB-Banker gegen Bitcoin-Reserve wettern und Bundesbank-Präsident von Tulpenblase spricht

Von der Webseite von $TRUMP

Selten wurde der Unterschied zwischen den USA und Europa so deutlich wie in den letzten Tagen. Trump begreift, wie man mit Kryptowährungen Geld macht, während in der EU das Ressentiment bis in die Spitzen der Institutionen modert.

Was für ein wildes Wochenende. Freitag-Nacht, während Europa schlief, startete Donald Trump den Memecoin $TRUMP.

Um drei Uhr in der Früh schlug der Coin auf der dezentralen Börse Raydium auf der Solana-Blockchain auf. Der Preis startete bei 15 Cent und stieg rasend schnell. Sonntag-Abend gipfelte er bei 70 Dollar, aktuell steht er bei etwa 55 Dollar.

Preis von $TRUMP auf Raydium nach coinmarketcap.com

Um es anders auszudrücken: Noch nie ist ein Coin so rasend schnell explodiert. Die Marktkapitalisierung des Memecoins liegt derzeit, zwei Tage nach dem Start, bei mehr als zehn Milliarden Dollar.

Ein 1A-Shitcoin

Und dabei ist $TRUMP ein Shitcoin wie er im Buche steht. Das zeigt schon die Verteilung der Token: Im Lauf von 36 Monaten werden eine Milliarden Coins ausgeschüttet, von denen bisher 200 Millionen zirkulieren.

80 Prozent davon werden an die Gründer gehen: die mit Trumps Unternehmen verbundenen CIC Digital und Fight Fight Fight LLC. Die restlichen 20 Prozent sind für die Liquidität und die Öffentlichkeit bestimmt. Das Volk bekommt die Brosamen.

Eine andere Funktion als „ein Stück Geschichte“ zu besitzen, haben die Coins nicht. Eine Doku existiert nicht, die FAQ ist dürftig. Unter allen gewöhnlichen Umständen wäre $TRUMP ein astreines Beispiel für die unerlaubte Herausgabe einer Security, wenn nicht für eine eiskalte Abzocke. Aber die Umstände sind eben nicht normal.

Genau genommen sind die Umstände so dermaßen unnormal, dass Trumps Frau Melania das Spiel gleich nachmachen konnte. Gestern Abend, um etwa 10 Uhr, traf $MELANIA auf der Solana-DEX Meteora ein – ein Coin, der im Grunde identisch mit $TRUMP ist, aber, immerhin, etwas fairer verteilt wird. Es dauerte nur wenige Minuten, bis auch $MELANIA einige Dollar kostete. Heute ist er etwa 10 Dollar wert, was eine Marktkapitalisierung von 1,8 Milliarden Dollar ergibt.

Man möchte sich wirklich nicht vorstellen, wie Donald und Melanie gestern zusammen Abendbrot gegessen haben.

Das wesentliche Signal

Donald Trump, der Präsident der USA, ist also nicht der Bitcoiner, den sich manche erhofft hatten. Er ist ein skrupelloser Shitcoiner.

Man kann sich über seine Dreistigkeit empören, einen Markt verfluchten, der ihn dafür so fürstlich entlohnt, und darüber lange wettern. Viel interessanter ist aber, zu fragen, was das denn alles bedeutet und wo es hinführt.

Denn man muss Trump und seinem Team zugestehen, dass sie etwas wesentliches begriffen haben: Krypto ist eine Technologie, die Marken und Memes reibungsfrei in Geld transformiert. Nirgendwo werden Ideen so schnell zu Kohle. Jeder, der eine starke Marke hat oder ist, lässt derzeit Geld liegen, indem er keinen Memecoin herausgibt.

Der Skandal ist nicht, dass Trump mit einem Memecoin Milliarden scheffelt – der echte Skandal ist, dass es keinen $MERZ und keinen $HABECK gibt.

Daneben steckt hinter $TRUMP noch ein zweites, tieferes und auch besorgniserregenderes Signal: Wenn Trump begriffen hat, wie er sich mit Kryptocoins bereichert – dann wird er auch dafür sorgen können, dass sein Land von Krypto profitiert. Trump wird skrupellos die Instrumente nutzen, die der Krypto-Space bietet – Bitcoins, Stablecoins, DeFi, Memecoins und mehr – um die finanzielle Hoheit der USA über die Welt auszubauen.

Die wesentliche Frage ist auch hier weniger, wie man es findet, dass Trump das macht – sondern ob Europa darauf vorbereitet ist. Und geht es nach den Signalen, die unsere Notenbanker in den letzten Tagen gesendet haben, sieht die Antwort sehr sehr düster aus. Das, nicht der Trump-Coin, ist, worüber wir uns Sorgen machen sollten.

EZB-Ökonomen gegen Bitcoin-Reserve

Zunächst haben am 15. Januar die beiden EZB-Ökonomen Ulrich Bindseil und Jürgen Schaaf einen Gastbeitrag in der FAZ veröffentlicht. Der Titel lautet „Was gegen eine strategische Bitcoinreserve spricht“.

Ulrich Bindseil ist nicht irgendwer, sondern Generaldirektor des EZB-Geschäftsbereichs Marktinfrastruktur und Zahlungsverkehr, und Jürgen Schaaf sein Mitarbeiter. Bitcoinern sind die beiden ein Begriff, da sie sich schon in der Vergangenheit zu Bitcoin geäußert haben. Zuletzt im Oktober mit einem Paper, in dem sie sich darüber sorgten, dass auch der Nicht-Besitz von Bitcoin zu Verlusten führt, ohne jedoch den Schluss zu ziehen, dass man daher Bitcoins halten sollte.

Nun legen sie also nach und plädieren in der FAZ gegen eine Bitcoin-Reserve. Im Detail möchte ich an dieser Stelle nicht über den Text reden. Er ist intellektuell wenig herausfordernd. Die Ökonomen diskutieren nicht den Sinn und Nutzen von Reserven für Zentralbanken, sondern leiern lediglich die üblichen Ressentiments ab: kein gesellschaftlicher Mehrwert, für nichts nützlich, außer Geldwäsche und Drogenhandel, aber dafür klimaschädlich und, überhaupt, eine reine Spekulationsblase, die in Zukunft unvermeidbar platzen muss.

Der Artikel offenbart einige mentale Qualitäten, die man sich wirklich nicht an der Spitze der höchsten monetären Institution Europas wünscht. Angefangen vom Starrsinn, das einmal gefasste Ressentiment niemals zu hinterfragen, über ein Ego, das aus vergangenen Fehlprognosen nicht lerrt, sondern sich mit Verweis auf eine imaginierte Zukunft recht gibt, bis hin zur Verdrängung von strategischen Überlegungen („welche Assets nutzen der EZB“) durch moralische Urteile („wir finden Bitcoin schlecht“).

Es ist schwer vorstellbar, wie man sich mit dieser Einstellung an eine sich verändernde Realität anpassen kann.

„Krypto-Assets wie der Bitcoin sind digitale Tulpen.“

Nicht viel besser sieht es leider bei der Bundesbank aus. Derren Präsident Joachim Nagel hat sich in einem Interview kürzlich auch zu Bitcoin geäußert.

Er wünscht sich eine „kritischere Auseinandersetzung“ bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen, die ihren Kunden Bitcoin anbieten wollen. Dies begründet er mit dem alten Vergleich mit der Tulpenmanie in den Niederlanden im 17. Jahrhundert. Den Einsatz von Bitcoin als Währungsreserve weist er mit der Behauptung ab, Bitcoin sei nicht sicher, liquide und transparent.

Nagel steckt dabei in einer Analogie, die schon vor zehn Jahren schief war, aber im Lauf der Zeit schon allein deswegen schlechter wurde, weil die Tulpenmanie nur ein halbes Jahr andauerte, während Bitcoin seit anderthalb Jahrzehnten wächst und wächst und wächst. Ohnehin bezweifelt die historische Forschung mittlerweile, dass es sie jemals in der Art gegeben hat, wie über sie geredet word. Solche Details muss nicht jeder auf dem Schirm haben. Aber man könnte es vom höchsten Banker Deutschlands erwarten.

Auch die Behauptung, Bitcoin sei nicht transparent, spricht nicht dafür, dass Nagel sich mit dem Thema beschäftigt hat. Denn Bitcoin ist, onchain, absolut transparent, was auch die Einlagen auf Börsen umfasst. Noch niemals war ein Geld so transparent, noch niemals wurden digitale Vermögenswerte so sicher gespeichert, und, vermutlich, gab es auch noch niemals ein Asset mit einer so tiefen Liquidität.

Das alles wäre witzig, wenn es nicht so ernst wäre. Das Kompetenzgefälle zwischen den europäischen und US-amerikanischen Institutionen ist erschlagend. Selbst ein Gary Gensler, der für seine kritische Haltung zu Kryptowährungen berüchtigte, nun scheidende Chef der Börsenaufsicht SEC, war schon vor fünf Jahren ein Jahrzehnt weiter als Nagel, Schaaf und Bindseil.

Deutschland und die EU leisten sich an den Spitzen der monetären Institutionen einen Mangel geistiger Flexibilität, mit dem wir nicht den Hauch einer Chance haben, auf die Herausforderungen zu reagieren, die auf uns zukommen.


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13 Kommentare zu Trump macht mit Memecoin Milliarden während EZB-Banker gegen Bitcoin-Reserve wettern und Bundesbank-Präsident von Tulpenblase spricht

  1. Multiakademiker // 20. Januar 2025 um 15:13 //

    Eine Frage der Stellenbesetzung eher…, denn die Posten sind fest verplant in good old Germany….

    So richtige Macher haben übrigens (schon in den betrachteten Jahrhunderten teils aus akuter Not oder aus geistiger Enge oder beides zugleich) die europäische Scholle gen Westwärts stets verlassen.

    Man ist dort in vielen Fragen mindestens 10 Jahre voraus… nicht nur in der Wissenschaft…

    Kurzum:
    Das wird mal wieder (zum wievielten Male eigentlich?) nix werden in Germany.
    Wenn altes Gedankengut auf „freche Ideen “ prallen, dann prallen diese wirkungsfrei ab.

    Wir sind 40 Jahre von der Digitalisierung in der Staatsanwaltschaft entfernt!
    Beispielsweise..
    Wir sind in so vielen wichtigen Bereichen per se Handlungsfähigkeit und stehen anno 1980 fest.

    Meine realisierte aktuelle Wahrnehmung in allen Bereichen.

    PS: meine vor 3 Jahren notierten Voraussagen zum BTC-Wert.passen für 2025: über 100.000 Euro.

    Damals stand er 32000 …
    Aber das ein Macher das verursacht hätte, hatte ich nicht aufn Schirm.

  2. Tom Mayer // 20. Januar 2025 um 21:41 //

    Der Skandal ist nicht, dass Trump mit einem Memecoin Milliarden scheffelt – der echte Skandal ist, dass es keinen $MERZ und keinen $HABECK gibt.

    Doch das ist ein Skandal. Und ich bin sehr froh, dass es keinen $MERZ und $HABECK Shitcoin gibt. Ich glaube nicht mal ein $LINDNER würde das für eine gute Idee halten.

    Das zu feiern, lässt die Branche genau in dem „Gier ist Geil“ Licht erstrahlen der Gegner von Krypto schon die ganze Zeit abstösst und um die Stabilität unserer finanziellen Ordnung fürchten lässt.
    Solche Pump and Dump Shitcoins wirken leider am Ende ganz genau wie Tulpenmanie (egal wie historisch diese am Ende sein mag).

    Trump zeigt, dass er (wie so manch anderer Crypto Bro‘ ) lediglich den unappetitlichsten Teil von Krypto verstanden hat. Ein echtes Danaer Geschenk, dass man nicht so annehmen sollte, sonst endet man am Ende mit viel härterer Regulierung als man sich das wünscht.

  3. borisa6e5fdcfcd // 20. Januar 2025 um 22:09 //

    „sonst endet man am Ende mit viel härterer Regulierung“
    Warum? Diese Kausalität verstehe ich nicht

  4. Tom Mayer // 21. Januar 2025 um 0:17 //

    Weil es die Kritik der von Christoph kritisierten Ökonomen leider genau bestätigt, wenn man seinen Wahlkampf mit einem reinem Spekuliercoin finanzieren lässt, der rein auf der kurzfristigen Magie des Augenblicks basiert.

    Ich glaube nicht, dass Krypto ein Schneeballsystem ist, aber Memecoins der eigenen Person in Umlauf zu bringen ist sehr wohl ein Schneeballsystem. Eins das genau in dem Moment zusammenbricht, sobald es mit dieser Popularität vorbei ist. Und um mehr als Spekulation geht es dabei nicht. Nichts gegen das Spekulieren, aber der Hebel der hier zum Tragen kommt ist schon sehr sehr groß. Wie in jedem Schneeball gibt es ein paar Gewinner und sehr viele Verlierer.

    Das würde hierzulande schon rechtfertigen unbedarfte Anleger vor so etwas schützen zu wollen. Z.B. eben durch eine noch stärkere Regulierung.

    Ich glaube auch, dass man die veralteten Ansichten und Sorgen der Ökonomen kritisieren kann, aber kaum mit etwas, dass ihre Sorgen ganz genau stützt und bestätigt.

  5. @Tom Meme coins sind zum Spaß, das hat Trump ausdrücklich geschrieben.
    Ist es moralischer, mit der Rheinmetall Aktie über einen Zeitraum von mehreren Monaten oder mit einem lustigen Meme, innerhalb von ein paar Stunden einen fetten Gewinn einzufahren? 🙂
    Die EU wird von alten Männern regiert, die leben in einer anderen Realität, die können nicht begreifen was hier passiert. Die haben noch Faxgeräte im Büro.
    Guter Artikel!

  6. Tom Mayer // 21. Januar 2025 um 13:31 //

    Ist es moralischer, mit der Rheinmetall Aktie über einen Zeitraum von mehreren Monaten oder mit einem lustigen Meme, innerhalb von ein paar Stunden einen fetten Gewinn einzufahren?

    Bei Rheinmetall kann man sich das ja tatsächlich fragen – wenn man gegen Krieg im Allgemeinen ist. 😉

    Spaß beiseite. Die alten Männer werden wir am ehesten los, wenn wir ihre Sorgen ernst nehmen und nicht nur lächerlich machen.

    Memecoins (zumal solche wie $TRUMP) sind leider ein Paradebeispiel für ein Schneeballsystem (Tulpenmanie ist ja ne ähnliche Kritik). Das läuft ausschliesslich darüber, dass man einer der ersten ist, der investiert, was andere nachzieht, die man dann abzieht, indem man rechtzeitig alles wieder verkauft. Der Wertzuwachs entsteht ja ausschliesslich dadurch, das Menschen, die `late to the party` aus FOMO Traumpreise bezahlen. Das das alles so wahnsinnig schnell und einfach geht ist tatsächlich das eingebaute Risiko dabei. Und Menschen, die das ganze kontrollieren, weil sie der Gegenstand des Memes sind und nach belieben gute wie schlechte Nachrichten produzieren können haben damit die Lizenz zum Gelddrucken.

    Ich finde es nicht so gelungen ausgerechnet das als Beispiel für eine verbohrte EU Bürokratie und die Kritik an der Kritik zu wählen.

    Eine Aktie hat zusätzlich noch die Aufgabe ein reales Unternehmen in die Lage zu versetzen in sinnvolle neue Geschäftsbereiche zu investieren. Solange Banker da kein Derivateunsinn veranstalten, kann man sich einigermassen sicher sein, dass Unternehmen ihre Aktien nicht schnell abstossen nur um Patte mit den Aktien zu machen, damit verliert ein Unternehmen extrem schnell seinen guten Ruf.

    Krypto allgemein, wie Bitcoin ist IMHO genausowenig ein Schnellballsystem (was die EU Bürokraten vielleicht ja nach wie vor fürchten), da das Pump und Dump da ebenfalls zu einem sofortigen Ruf- und Wertverlust der Dumper führt.
    Dabei haben einfach viel zu viele Menschen (alle Nutzer und Betreiber wie Miner und Institute eigentlich) eher eine Menge zu verlieren, was das Ganze dann sehr viel stabiler macht.

    Bei einem Coin wie $TRUMP ist es hingegen den Machern ziemlich egal, wenn der morgen weniger Wert ist als heute und ne Menge Menschen um ihr Geld gebracht hat. Wie gewonnen, so zeronnen mag man sagen. Shitcoin ist halt Shitcoin. Ob das die große Anzahl an Verlieren dann genauso sehen wird und ruhig bleibt ist dann die Frage. Eine Zitadelle bietet nur wenig Schutz gegen eine solch aufgebrachte Menge. Eine härtere Regulierung, mag sie dann aber ja vielleicht wieder beruhigen.

  7. Ich finde es schon erstaunlich, das man sich über $TRUMP aufregt. Es kann auch jeder einen Anti $TRUMP token generieren (@Tom Mayer).

    “ Eine öffentliche Blockchain ist erlaubnisfrei “
    ——–
    “ Das läuft ausschließlich darüber, dass man einer der ersten ist, der investiert, was andere nachzieht, die man dann abzieht, indem man rechtzeitig alles wieder verkauft. “

    Spaßcoin Doge ? Viele von den anfänglichen Investoren werden sich sicherlich in den Arsch beißen ….
    ——–
    “ Eine Aktie hat zusätzlich noch die Aufgabe ein reales Unternehmen in die Lage zu versetzen in sinnvolle neue Geschäftsbereiche zu investieren. “

    Ist das so ? Bsp.: VW lässt grüßen … könnte man so fortsetzen …
    ——–
    Wieviel nimmt der deutsche Staat eigentlich offiziell über „Lotto“ ein ? Kein Gewinn, Geld weg, oder ? Beim $TRUMP gibt es zumindest noch etwas zurück, lol .
    ——–

    Wenn man mal darüber nachdenkt, haben sich alle diese Bereiche, sehr stark verschoben ……

  8. Tom Mayer // 21. Januar 2025 um 23:55 //

    Ich finde es schon erstaunlich, das man sich über $TRUMP aufregt. Es kann auch jeder einen Anti $TRUMP token generieren (@Tom Mayer).

    Du kannst gerne mal versuchen eine neuen Memeceoin zu genereieren, viel Spass. Ich fänd ja $FAXGERAETE gut. 😉

    Damit es ein erfolgreicher Memecoin wird und kein Rohrkrepierer, brauchst Du ein starkes Meme. Zudem kontrolliert D.Trump seinen Meme selbst. Er weiss lange vor anderen Investoren, wann gute Nachrichten den Coin nach oben pushen und Schlechte Nachrichten nach unten. In der Aktienwelt hiesse sowas Insiderhandel und ist aus sehr gutem Grund hochgradig strafbar. In der schönen neuen Welt der Coins, who cares.

    DOGE ist dagegen ein Memecoin der von niemandem kontrolliert wird, auch wenn M.Elon das immer wieder versucht. Zuletzt mit der albernen Benennung seines zukünftigen DOGE Regierungsdepartments.

    Beim $TRUMP gibt es zumindest noch etwas zurück, lol.

    Dann hast Du bereits verkauft? Und woher kommt das Geld? Von Menschen die es Dir jetzt gerade für richtiges Geld abkaufen. Was so stark nach oben geht, kann auch genauso extremst wieder nach unten gehen. Wer die Nachrichtenlage dazu kontrolliert und Trump als Präsident kann das für seine Coin ja ziemlich gut, hat das allermeiste davon. Das ist schon ein ziemlich klarer Indikator für ein Schneeballsystem. Das ein paar andere early Investors mit gewinnen auch.

    Ist das so ? Bsp.: VW lässt grüßen … könnte man so fortsetzen …

    Ja, ist nicht perfekt, aber die Risiken sind doch längst nicht so hoch. Wie gesagt findige Banker können das sicher auch aushebeln, siehe 2008, aber es ist deutlich schwieriger. Zudem VW dadurch an Ruf einbüsst.

    Wieviel nimmt der deutsche Staat eigentlich offiziell über „Lotto“ ein ?

    Was der deutsche Staat da einnimmt gibt er im Allgemeine für seine Bürger wieder aus. Bei Trump glaube ich das nicht.

    • > Was der deutsche Staat da einnimmt gibt er im Allgemeine für seine Bürger wieder aus. Bei Trump glaube ich das nicht.

      Er mag es versuchen. Aber ab einer gewissen Schwelle bedeutet mehr Geld für den Staat weniger für die Bürger. Etwa wenn sich Gemeinden zwanghaft überlegen, welches öffentliche Bauprojekt sie noch starten, um was mit Überschüssen zu machen (und damit die privaten Baukosten in die Höhe treiben + CO2-Emissionen verursachen + den Verkehr behindern), oder wenn noch mehr Personal in Ämtern eingesetzt oder trotz Rationalisierung erhalten wird, so dass das Personal nichts anderes zu tun hat, als sich zu überlegen, wie sie anderen – den Bürgern oder den effizient arbeitenden Staatsdienern – Vorschriften machen.

  9. Tom Mayer // 22. Januar 2025 um 0:12 //

    Ich hab mir jetzt den von Christoph verlinkten FAZ Beitrag der Ökonomen durchgelesen, und muss hinzufügen, dass ich die Argumente der beiden Ökonomen zumindest bezüglich der strategischer Reserve durchaus nachvollziehen kann.
    Z.B.:

    Wenn der Staat als Käufer im großen Stil auftritt, pumpt er die Spekulationsblase weiter auf und vergrößert den finanziellen und gesellschaftlichen Schaden, der irgendwann unweigerlich eintritt. Es wäre zynisch, wenn fast zwanzig Jahre nach der globalen Finanzkrise der Staat eine Branche von Glücksspielern nicht nur rettet, sondern auf Kosten anderer reicher macht.

    Da gehe ich voll mit, und bin beruhigt, dass wir unseren Staatshaushalt nicht gleich dem nächstbesten FOMO opfern. Das ist auch nicht wirklich die Aufgabe des Staates, wenn private Akteure das ganz genauso können.

    Was anderes wäre es, wenn der Staat die privater Akteure mit dem Argument, sie müssten vor sich selbst geschützt werden, stark daran hindern würde sich eine eigene Reserve aufzubauen. Am Ende reicht das Vermögen der Bürger schon um als Land nicht den Anschluss zu verlieren.


    Meine persönlichen 5 cents:

    Wesentlich kritischer finde ich, wenn die EU mit der Travel Rule, die Anonymitätseigenschaften von Kryptocoins um den Faktor 10 stärker deanonymisiert als das bei Bargeld der Fall ist (ab 1.000€ statt ab 10.000€). Die transparente Natur der Blockchain würde einen viel höheren Faktor rechtfertigen, da jeder zukünftig damit rechnen muss von Finanzbehörden auch im Nachhinein deanonymisiert werden zu können. Bei Bargeld ist das wesentlich schwieriger und aufwendiger.

    • > Da gehe ich voll mit, und bin beruhigt, dass wir unseren Staatshaushalt nicht gleich dem nächstbesten FOMO opfern. Das ist auch nicht wirklich die Aufgabe des Staates, wenn private Akteure das ganz genauso können.

      Das Argument geht halt nur auf, wenn man überzeugt ist, dass Bitcoin eine Speklulationsblase ist.

      Wegen FOMO, die Schweizer Nationalbank hält ein ziemlich umfangreiches Aktienpaket

      https://unsere-snb.ch/themen/problematische-investitionen/

      (darunter übrigens auch MicroStrategy und damit Bitcoin sogar gehebelt).

      Denke nicht, dass Bitcoin da im Vergleich FOMO wäre

    • Tom Mayer // 22. Januar 2025 um 19:41 //

      Das Argument geht halt nur auf, wenn man überzeugt ist, dass Bitcoin eine Speklulationsblase ist.

      Ich habe die entsprechenden Twitterbeiträge der Herren auch gesehen und weiss das sie dieser Ansichten sind. Ich finde Deinen Schluss aber trotzdem nicht zwingend. (Also zwingend im Sinne von: A gilt nur wenn man B denkt.)

      Der Reichtum in Deutschland liegt nicht allein beim Staat sondern wesentlich auch in der Hand seiner Bürger und privaten Unternehmen.
      D.h. wenn der Staat ein Latecomer ist, seine Bürger aber schon dabei sind ist noch lange nichts verloren. Die Bürger brauchen ja weiterhin den Service anderer Bürger und des Staates und zahlen dafür dann in „harten“ 😉 Bitcoins. Schlecht ist nur, wenn der Staat wirksam verhindert, das Bürger früher einsteigen als eher. Dann ist „late“ sein auch wirklich schlecht.

      Ich bin jetzt auch nicht grundsätzlich gegen eine Reserve.

      Ich glaube bloss, die Dringlichkeit ist da nicht so hoch, das wir FOMO nötig hätten. Dass ein Staat mit dem Geld seiner Bürger wesentlich konservativer umgeht, als Privatinvestoren finde ich erstmal gut. Die systemische Relevanz ist viel höher, als wenn einzelne Bürger oder Unternehmen Pleite gehen.

      Und wenn die Zeit dann wirklich so schnelllebig würde, das ein Verpassen fatal wird, ist sie so schnell, dass auch die nächste Gelgenheit zum aufzuschliessen wieder deutlich schneller kommt. Ich hätte da also nicht so eine Sorge.

      Die Qualität der Beiträge der Antibitcoinfraktion finde ich mittlerweile auch deutlich besser und sachlicher begründet als früher, so dass ich mir das eigentliche erste Paper der beiden vielleicht doch nochmal im Detail zu Gemüte führen möchte. Deinen Blogartikel dazu Christoph, werde ich auch nochmal lesen.

      Die Herren sind nach ihren Twitteraussagen nach wie vor Gegner, aber nichts stärkt die eigenen Seite so gut, wie ein würdiger Gegner. Und Bitcoin macht die Konkurrenz der Ansichten am Ende auch stärker und besser.

      Früher waren diese Beiträge eher von Konservativismus oder blosser (irrationaler) Angst vor dem Neuen geprägt und (bezogen auf das neue Asset) wenig sachlich fundiert. Da konnte man immer nicht so gut drauf antworten. Ich würde sagen, das hat sich die letzten Jahre schon sehr geändert.

  10. Kranich // 22. Januar 2025 um 9:17 //

    @Tom
    Schöne und schlüssige Kommentare. Das sehe ich im Allgemeinen ganz genau so wie Du 🙂
    Eine strategische Bitcoin-Reserve halte ich allerdings in begrenztem Ausmaß für sinnvoll, wenn ein Staat seine Ökonomie durch eine eigene Fiat-Währung international eingebunden sehen möchte.

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