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Fünf (schlechte) Gründe gegen Bitcoin

Fünf FInger - einer je Argument. Bild von Alan Levine via flickr.com. Titel: "Outside the Buddha Tooth Relic Temple, Singapore". Lizenz: CC BY 2.0

Schadet Bitcoin der Wirtschaft, der Demokratie und der Freiheit? Dies behauptet ein Artikel in einem linken Wirtschaftsmagazin. Wir haben uns die Gründe dafür angeschaut – und haben ein paar Einwände.

Im neuen linken Wirtschaftsmagazin Surplus spielen Themen wie Geldpolitik und Inflation eine erfreulich prominente Rolle. Vor kurzem fand sich darin auch ein auch ein Artikel über Bitcoin. Der Ökonom Lukas Scholle, Chefredakteur des Magazins, stellt der Kryptowährung darin ein vernichtendes Zeugnis aus.

Wer Bitcoin kaufe, wissen nicht, was er tue, eröffnet Scholle, „und versteht oft nicht allzu viel von Wirtschaft“. Mittlerweile haben sogar einige Prominente – FDP-Chef Christian Lindner, sein Parteikollege Frank Schäffler, der Investor Frank Thelen, der Rapper Sido – „ihre wirtschaftliche Unkenntnis unter Beweis gestellt.“

Der Artikel ist hinter einer PayWall, aber Scholle veröffentlicht auf BlueSky eine Kurzfassung seiner Thesen.

Gut für den Einzelnen, schlecht fürs Kollektiv?

Wenn man tief in den Grund der Kritik blickt, stößt man auf eine etwas fragwürdig Einstellung zur Wirtschaft: Nicht der Markt soll entscheiden, was ein gutes Geld und ein guter Wertspeicher ist, sondern Ökonomen nach Lehrbuch. Dies mag bei staatlich herausgegebenem Geld noch einigermaßen funktionieren – aber Bitcoin wurde ja explizit als P2P-Geld geschaffen, damit der Staat nicht hineinfingert.

Wenn Scholle also konstatiert, dass Bitcoin ein schlechtes Geld ist – dann ist das so ähnlich, als würde ein Physiker lamentieren, dass die Naturgesetze misslungen sind. Wenn er dann noch behauptet, diejenigen, die das erfolgreichste Investment der letzten Jahrzehnte halten, wüssten nicht, was sie machten und bewiesen gar ihre wirtschaftliche Unkenntnis, wirkt das noch schrulliger. So als behaupte ein Seifenkistenfahrer, Mercedes wisse nichts vom Autobau.

Im Kern aber hat Scholle eine durchaus interessante These: Mit Bitcoin machten die Einzelnen zwar Gewinn – „doch der Gesamtwirtschaft schadet“ er. Auf BlueSky wird er noch deutlicher: Bitcoin sei „eine Gefahr für Wirtschaft und Demokratie“.

Diese These begründet er mit fünf Argumenten, die wir uns im Folgenden anschauen.

1. Die knappe Geldmenge

Wie ihr alle wisst, ist die Anzahl von Bitcoins auf maximal 21 Millionen begrenzt. Dies mag gut für ein Investment sein, räumt Scholle ein – aber „eine Katastrophe“ für Geld. Denn es „führt zu Kaufzurückhaltung, was die Wirtschaft lähmt“. Marktakteure „würden ihre Käufe in die Zukunft aufschieben, um mehr dafür zu erwerben. Das ist Gift für die Wirtschaft.“ Wer „heute kein Geld ausgibt und auf eine höhere Kaufkraft in der Zukunft hofft, schwächt den Wirtschaftskreislauf.“

Diese Kritik daran, dass ein deflationäres Geld er Wirtschaft schadet, ist schon alt. Sie lässt sich eigentlich leicht entkräften:

  • Menschen kaufen das, was sie benötigen, auch dann, wenn ihr Geld auch künftig mehr wert sein wird
  • Niemand spart in „Geld“, sondern übersetzt, was übrig bleibt, in Tagesgeld, besser noch ETFs, Gold oder Immobilien

Scholle möchte also diejenigen, die nicht kompetent sparen können oder wollen – in der Regel Angehörige der Unterschicht – mit der Peitsche der Inflation dahin treiben, sich Dinge zu kaufen, die sie nicht brauchen. Denn nur so flutscht die Wirtschaft, steigen die Aktienkurse, sprudeln die Dividenden. Mit den hehren linken Zielen, die Surplus gewisst vertritt, hat dies nichts zu tun.

Ohnehin zeigen historische Epochen wie die Zeit des Goldstandards oder das System von Bretton Woods, dass starkes Wachstum auch mit einem harten Geld möglich ist.

2. Das Vertrauen

Bitcoin basiere allein auf Vertrauen, konstatiert Scholle. Im Gegensatz zu anderen Investments, wie Aktien oder Anleihen, „fehlt ein realer Gegenwert. Keine Unternehmensgewinne, kein Schutz, keine Sicherheit.“ Daher sei Bitcoin, meint Scholle, kein sicherer Wertspeicher.

Auch diese Kritik ist alt. Bitcoin wird seit langem wegen eines angeblich fehlenden inhärenten Wertes als Spekulationsblase abgetan. Man könnte nun einwenden, dass die einzigartige Gleichzeitigkeit von Liquidität und Souveränität sehr wohl einen Eigenwert darstellt, der Bitcoin zum Wertspeicher qualifiziert. Oder dass ein knappes Gut ein guter Wertspeicher wird, wenn es einen ausreichend breiten Konsens darüber gibt, dass es einer ist.

Aber am Ende geht es um die alte Frage, was ein Wert ist. Diese zieht sich als roter Faden durch die Philosophie, wann immer sie vom Geld redet. Insgesamt herrscht ein breiter Konsens darüber, dass der Markt das effizienteste Werkzeug ist, um den Wert der Dinge zu bestimmen, während die historische Erfahrung lehrt, dass jeder Versuch, den Staat über Werte entscheiden zu lassen, in Katastrophen endet.

Und der Markt – er hat offensichtlich entschieden, dass Bitcoin ein guter Wertspeicher ist. Gute Ökonomen integrieren Erkenntnisse aus der Wirklichkeit, anstatt sich gegen sie im Elfenbeinturm zu verschanzen.

3. Die Transaktionskosten

Bitcoin sei „weder effizient noch günstig“, erklärt Scholle: Eine einzelne Transaktion verbrauche so viel Energie wie 500.000 Visa-Transaktionen und koste im Schnitt zwei Dollar Gebühr. „Technische Überlegenheit sieht anders aus“.

Tatsächlich skaliert Bitcoin nur sehr begrenzt. Als Zahlungsmittel funktioniert Bitcoin in der Breite erst über Second-Layer wie Lightning, WBTC-Token auf Ethereum oder den Wechsel zu Debit-Karten aus der Wallet heraus. Scholle blendet diese Optionen aus.

Mit dem albernen Vergleich mit dem Stromverbrauch je Transaktion ignoriert er, dass bei Bitcoin im Schnitt sehr viel höhere Werte überwiesen werden als mit Visa. Wäre es nicht denkbar, dass Bitcoin derzeit eben ein Geld für große Zahlungen ist, nicht für den Alltagskommerz? Dass es weniger darum geht, online zu bezahlen, sondern Geld autonom zu verwahren?

Erneut entscheidet kein Lehrbuch-Ökonom darüber, ob Bitcoin technisch überlegen ist, sondern die Nutzer. Und für diese hat Bitcoin als Zahlungsmittel einen Mehrwert. Ansonsten würden sie ja es nicht benutzen.

4. Ungleichheit

Bitcoin verschärfe soziale Ungleichheit, beklagt Scholle: „Die reichsten 1000 besitzen drei Millionen Bitcoins – mehr Ungleichheit als in den USA. Neue Superreiche entstehen, die vor allem Glück hatten, früh dabei zu sein.“

Diese Kritik wirkt noch am ehesten fundiert. Die Vermögensverteilung bei Bitcoin ist in der Tat extrem ungleich, und diejenigen, die heute einsteigen, haben keine Chance, die Early Adopter jemals einzuholen. Bitcoin hat viele Menschen, darunter Zocker, Schurken, Betrüger, Drogendealer, Hacker, unsagbar reich gemacht, häufig ohne dass diese dafür eine adäquate unternehmerische Leistung erbracht haben.

Andererseits schafft Bitcoin ein neues Milieu der Reichen: Vermögende, die nicht durch die „Schule des Geldes“ gingen, was gesellschaftlich durchaus erfrischend sein kann – und womöglich auch zu weniger Dünkel und mehr Großzügigkeit führt.

5. Der Staat

Bitcoin sei „Entstaatlichung“, behaupteten, so Scholle, die „Kryptobros“, und dies angeblich zu recht. Dabei aber brauche der Staat in Krisen doch mehr und nicht weniger Flexibilität! Wenn es zu einer Krise kommt, etwa einer Pandemie oder Energiepreiskrise, „müsste der Staat erst Bitcoins einnehmen, bevor er sie ausgeben kann. Und das ginge nicht auf Knopfdruck wie beim Giralgeld“.

Dieses Argument ist etwas verwirrend. Denn Giralgeld wird ja nicht auf den Knopfdruck eines Ministers erschaffen, sondern wenn ein Unternehmen einen Kredit bei der Bank einholt, und der EZB als Herausgeberin des Euro ist es per Verfassung verboten, Staatshaushalte zu finanzieren. Auch im Euro-System muss der Staat Geld durch Steuern oder Schulden einnehmen.

Abgesehen davon zeigt der Punkt aber erneut, wie gering Scholle das Objekt seiner Disziplin, den Markt, achtet, und wie stark er für die Superiorität des Staates argumentiert. Denn der deutsche Staat hatte, selbst inflationsbereinigt, noch nie so viel Geld wie heute. Dass es dennoch nicht reicht, könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Handlungsfähigkeit eines Staates nicht direkt mit dem verfügbaren Geld skaliert.

Freiheit und Demokratie

Ob Bitcoin, alles in allem, nun Demokratie und Freiheit stärkt, oder sie, wir Scholle meint, gefährdet, wollen wir hier nicht beantworten. Bitcoin ist, wie Euro, Dollar oder Rubel, ein Instrument, dessen gesellschaftliche Funktion zu weiten Teilen offen ist.

Wenn Russland mit Bitcoin Sanktionen umgeht und Nordkorea Atomraketen kauft, ist Bitcoin kaum ein Instrument der Freiheit. Wenn dagegen Russen ihr Kapital aus dem Land schaffen oder Venezulaner der Inflation entgehen, wird Bitcoin es durchaus.

An sich trägt die Technologie des Bitcoins – die knappe Menge, die autonome Schlüsselverwaltung – starke demokratisierende und freiheitliche Züge in sich. Aber ob sie ausgespielt werden, hängt nicht von Bitcoin, sondern von den Nutzern ab.

Freiheit und Demokratie können durchaus auch widersprüchlich sein. Die Freiheit des Einzelnen kann die Freiheit vor dem Zugriff eines demokratischen Kollektivs bedeuten, und ein solches kann durchaus demokratisch beschließen, der Freiheit aller Einzelnen den Garaus zu machen. Bitcoin kann die Freiheit des Einzelnen vor tyrannischen Anfällen des Kollektivs schützen, und es kann die Demokratie des Kollektivs vor der Tyrannei eines Einzelnen schützen.

Aber diese Diskussion ist müßig. Denn der Großteil von Scholles Argumenten gegen Bitcoin fällt in der Sache selbst mangelhaft aus.


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6 Kommentare zu Fünf (schlechte) Gründe gegen Bitcoin

  1. Multiakademiker // 28. Januar 2025 um 11:52 //

    Wer sich der Innovation negativ verhält, der hat die Primärliteratur nicht gelesen und versteht den wissenschaftlichen Ansatz nicht bzw hält einfachste „Allgemeinbildung“ in Person nicht vorrätig.

    Ausführungen/ Antworten findet jeder in den wissenschaftlichen Publikationen/ Beiträgen.

    Unbildung schadet dem Menschen!

  2. quintall // 28. Januar 2025 um 12:35 //

    Mal wieder ein erfrischender, toller Artikel.
    …Das du dem nicht müßig wirst, den Buttcoinern gegenzuargumentieren über die Jahre, rechne ich dir sowieso hoch an 🙂

  3. Wolfgang Lohmann // 28. Januar 2025 um 13:05 //

    Ich äußere mich hier nicht zu Scholle, sondern reagiere auf Bemerkungen im Text.
    Frage: Wer von Euch würde jemanden einen Kredit in Form von BTC über 5/10/20 Jahre geben? Wer von Euch würde einen solchen Aufnehmen, um ein Haus zu kaufen, oder ein Startup zu gründen?

    „aber Bitcoin wurde ja explizit als P2P-Geld geschaffen, damit der Staat nicht hineinfingert.“

    Wo steht das explizit? Ist es nicht eher so, dass zumindest im Whitepaper mit P2P die Kosten von Transaktionen gesenkt werden sollten? 😉

    Das mit der Liquidität auf L1 sehe ich skeptisch. Ja, wenn erstmal alles zu Coinbase und Freunden transferiert ist, dann kann da getauscht werden ohne Ende. Alles in Exceltabellen ;-). Aber um Coins über L1 zu bewegen, kann es schon mal Wochen dauern, wenn die Blöcke voll sind.

    Der Markt hat noch gar nichts entschieden. Die Zeit ist noch nicht um. Andernfalls hieße es, dass Gold gewonnen hätte.

    Tatsächlich skaliert Bitcoin nur sehr begrenzt. Als Zahlungsmittel funktioniert Bitcoin in der Breite erst über Second-Layer wie Lightning, WBTC-Token auf Ethereum oder den Wechsel zu Debit-Karten aus der Wallet heraus.

    Tatsächlich schrieb Nakamoto, dass Bitcoin unbegrenzt skalieren würde. Man möchte es in der Interpretation von BTC auf L1 einfach nicht. Aber die Aussage in Bezug auf das Design ist bewiesenermaßen nicht richtig.

    Mit dem albernen Vergleich mit dem Stromverbrauch je Transaktion ignoriert er, dass bei Bitcoin im Schnitt sehr viel höhere Werte überwiesen werden als mit Visa. Wäre es nicht denkbar, dass Bitcoin derzeit eben ein Geld für große Zahlungen ist, nicht für den Alltagskommerz? Dass es weniger darum geht, online zu bezahlen, sondern Geld autonom zu verwahren?

    Strombedarf pro Transaktion nicht albern, sondern ein valides Maß. Irgendwer wird die Energiekosten nämlich bezahlen müssen, ganz abgesehen davon, dass der Energiebedarf im ungünstigen Fall sogar in Konkurrenz zu anderen für die Gesellschaft gerade wichtigeren Verbrauchern stehen könnte. Die reine Verwahrung kostet übrigens praktisch kein Geld. Besser wäre vielleicht das Argument, dass Transaktionen auf L2 wesentlich günstiger sein können. Rein prinzipiell wäre es in Bitcoin durchaus möglich, für „fast“ den gleichen Energiebedarf Millionen Transaktionen auf L1 zu verarbeiten, wenn man es denn wollte.
    Ich lade auch wieder alle ein, im Whitepaper nachzulesen, dass die Senkung von Transaktionskosten eine wesentliche Motivation für Bitcoin war, weil bei kleinen Beträgen die Kosten derzeit (2009?) relativ zu groß waren. Große Werte konnte man auch früher schon ökonomisch sinnvoll überweisen. 😉

    Ich kritisiere hier den Weg von BTC nicht. Dafür gibt es Motivation. Die Vielzahl der Anhänger zeigt, dass es anscheinend ausreichend Mehrwert bietet. Aber ein Teil der Kritiken sind Folgen aus Entscheidungen der Entwickler und derer, die ihnen folgen.

    • Du wirst es Bitcoin nie verzeihen, von einigen Kommentaren Satoshis abgewichen zu sein, oder? Es gab Versuche, Bitcoin oder andere bitcoinartige Blockchains mit größeren Blöcken zu skalieren. Wir wissen beide, wie das Interesse des Marktes aussah und wo es endete. Irgendwann muss man das doch mal akzeptieren, oder?

      • Wolfgang Lohmann // 28. Januar 2025 um 14:33 //

        Bitcoin kann man nichts vorwerfen. Den Entwicklern vielleicht. Das ist a) aber großenteils subjektiv und b) Geschichte. Die sollte man kennen. Bitcoin (BTC) ist jetzt nun mal so, und wird nun mal so (oder so nicht) eingesetzt.

        Ich äußere mich aber gerne zu Aussagen, die bei erst in den letzten Jahren dazugekommenen Nutzern den Eindruck erwecken können, Bitcoin wäre schon immer unveränderlich/die derzeitige Entwicklung alternativlos gewesen, Bitcoin hätte nicht auf L1 skalieren können, Nakamoto hätte jedem Nutzer einen eigenen Knoten gewünscht hätte etc. Wenn ich bemerke, wie jemand sagt, Nakamoto veröffentlichte das Whitepaper zuerst auf der Cypherpunk mailinglist, werde ich oft genug erwiedern, dass er dies zuerst auf der Cryptography Mailinglist getan hat. Auch wenn es heute nicht relevant ist, so sollte man danach streben, die Fakten richtig hinzubekommen.

        Findet man Bitcoin (BTC) gut, dann soll man es begründen mit Eigenschaften, die jetzt vorliegen, bzw. erklären, warum man sich für diese Gestaltung entschieden hat. Man kann den Entwicklern von mir aus auch dafür danken. Ich wies ja auf das Argument mit dem mglw. niedrigeren Energiebedarf bei L2 hin. L2 anzustreben war aber eine *bewußte* Entscheidung der Entwickler. Macht man sich diese Gedanken nicht, wie will man dann dazu stehen, wenn wieder Änderungen anstehen (zB denmächst OP_CAT)? Will man allen Änderungen folgen, nur weil der Markt bei einem bestimmten Zeitpunkt folgt?

        Was das Interesse des Marktes betrifft, hatte ich ja oben schon eine Bemerkung gemacht. Wann wird gemessen? Sonst argumentiere ich (scherzhaft) „Der Markt hat sich nicht für BTC entschieden, sondern für $ und Gold“. Der Markt wurde und wird auch beeinflusst, ein sich selbst befruchtendes System, ohnehin schwimmen viele in der eigenen Brühe, ich vermutlich auch, was kritische Betrachtung erschwert. „Der Markt“ hat sich auch zurückgezogen (zB Microsoft/Steam et al, 2015++, wegen steigender Transaktionsgebühren). Der Markt stürzt sich auf X andere Coins, weil Ethereum die Folge von Core-Entwicklern … ;-), weil … usw. Was sagt der Markt überhaupt aus? Ein Maß für Glauben/Vorlieben von Investoren. Das ist keine Aussage über die Fähigkeit einer Technologie. Wer versteht, in was er investiert? Oder wenn (wie Deine Leser hier) doch: Wer von den Lesern entscheidet danach, was irgend ein Markt meint? Ist man nicht von sich aus von einer Technologie überzeugt?

        Die Frage wäre auch, was ich akzeptieren sollte. Dass BTC in dieser Form in 10+ Jahren mglw. bei 1 Mio steht? Warum sollte ich damit ein Problem haben? Vielleicht reden dann auch nicht mehr so viele so oft über Number-go-up ;-). Und wenn sich das auf den wahrgenommenen Misserfolg von großen Blöcken bezieht: Auch Open Source lebt von Alternativen. Das ist gut für die Nutzer. Solange ich Technologie nutzen kann, die mir persönlich was bringt, was soll ich da akzeptieren? (Ganz abgesehen davon, dass ich neugierig bin, wie weit man mit der Ursprungsidee kommen könnte.) Ich akzeptiere, dass es verschiedene Anwendungsfälle, Ziele, Philosophien gibt.

        Ich hätte aber Schwierigkeiten, verdrehte Fakten (oder welche, die so wahrgenommen werden könnten, oder von denen ich glaube/sie so wahrnehme, sie wären) zu akzeptieren. Und deswegen gibt es hin und wieder einen Kommentar, der für manche nervig, für andere vielleicht ein interessantes Add-On zu Deinen Beiträgen ist, und mir oft genug meine Perspektive weitet, weil die Reaktion von anderen Lesern, zB Kranich, oft auch Argumente bringen, die für mich und ggf auch für andere wertvoll sind. 😉

        • Ich freue mich ja auch über die Kommentare, vielen Dank dafür! Ich wollte nur einen Eindruck äußeren, den ich bei deinen Kommentaren manchmal habe, vor allem, weil ich es schade finde, wenn man sich die an sicc bestehende Freude an Bitcoin damit vermiesen lässt. Es ist halt wie es ist, und ich finde es weiter extrem faszinierend, auch wenn ich es mir oft genug auch anders vorgestellt hätte.

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