Wie sich Europa vom Geld der Zukunft abkoppelt
Das Web3 ist die Zukunft des Finanzwesens, und Stablecoins sind dessen Leitwährung. Leider verbietet die EU es, dass in Europa global relevante Stablecoins entstehen. Sofern kein Umdenken stattfindet, schlittert unser wundervoller Kontinent in die vollkommene monetäre Abhängigkeit.
Haben Sie schon einmal das „Web3“ verwendet? Es geht ganz einfach. Kaufen Sie sich Ether bei Bitcoin.de oder einer anderen Handelsplattform, installieren Sie eine Wallet wie MetaMask und senden Sie ein wenig Ether dorthin.
Und schon sind sie drin im Web3. Sie können nun Uniswap ansurfen und dort Ether gegen andere Token tauschen und ihr Kapital als Liquidität zur Verfügung stellen. Sie können auf Aave oder Compound Token leihen und verleihen, auf Pendle Stablecoins verzinsen, auf OpenSea NFTs kaufen und vieles mehr.
Das Web3 ist nicht auf Ethereum beschränkt. Zahlreiche „Bridges“ verbinden Ethereum mit Dutzenden kompatiblen Blockchains und Rollups, von denen Arbitrum, Base, Optimism, Solana, Polygon und BNB die bekanntesten sind. Durch dieses Netzwerk an Blockchains skaliert das Web3 prinzipiell endlos.
Vor allem aber sind die Web3-Plattformen fundamental anders als das herkömmliche Finanzwesen. Bei keiner Plattform müssen Sie sich mit einer E-Mail anmelden. Die Adressen in Ihrer Wallet reichen. Nirgendwo geben Sie die Kontrolle über ihre Coins und Token an einen Mittelsmann ab, der diese veruntreuen kann, da alles über einen Smart Contract läuft. Bei keiner Plattformen gibt es User erster und zweiter Klasse, wie bei Investoren, da jede Adresse gleich ist.
Falls Sie es noch nicht getan haben – probieren Sie es aus. Sie werden in kurzer Zeit erkennen, um was für ein gewaltiges Upgrade des Finanzwesen es sich handelt. Ihre Bankkonten und Aktiendepots werden sich langsam, teuer, unsicher und bevormundend anfühlen – weil sie es sind!
Die neue alte Leitwährung
Die Leitwährung im Web3 ist nicht mehr Bitcoin oder Ethereum – sondern der Dollar. Stablecoins wie USDC und USDT bringen den Dollar auf die Blockchain; es gibt auch algorithmische Alternativen wie die DAI-Dollar, aber diese sind wesentlich weniger gängig.
Jeder, der sich wenige Stunden mit dem Web3 auseinandersetzt und Stablecoins verwendet, erkennt, dass diese die Zukunft des Geldes sind. All das, was in Bankkonten läuft, ist eine veraltete Technologie, die viele Purzelbäume schlagen muss, um auch nur einen kleinen Teil von dem zu leisten, was Stablecoins standardmäßig können.
Und damit wären wir beim Problem. Denn die USA haben begriffen, was Stablecoins sind – ein monumentales Upgrade des Fiatgeldes – während die EU weiterhin in alten Konzepten denkt – und Stablecoins vor allem als Bedrohung des etablierten Finanzsystems wahrnimmt. Die USA versuchen mit ihrer Regulierung, einheimische Unternehmen zu motivieren, dollarbasierte Stablecoins zu schöpfen und zu verwenden – während die EU mit ihrer Regulierung versucht, sie davon abzuhalten.
Unsicherheit als Auflage
Ein besonders dramatisches Beispiel: MiCA diktiert den Herausgebern von Stablecoins, wie sie ihre Reserven, mit denen sie die Token decken, aufbauen sollen.
Unter anderem schreibt MiCA vor, dass 30 bis 60 Prozent der Reserven auf einer bestimmten Anzahl europäischer Banken liegen sollen. Das Problem ist nun, dass diese Reserven erstens keine Zinsen erwirtschaften, wie die bisher gängigen Staatsanleihen, und dass die Summen, um die es geht, weit jenseits der Einlagensicherung liegen, so dass die Regel gewaltige Risiken einführt.
Tether, die Herausgeberin des größten und am besten gedeckten Stablecoins, hat diese Vorgabe damit kommentiert, dass die Gesetzgeber in der EU schlicht nicht wüssten, wie das Geschäft der Stablecoins funktioniert. Tether kann diese Regeln nicht einhalten, die Folge ist, dass EU-Plattformen nicht mehr mit Tether arbeiten dürfen.
Die furchtbaren Folgen für Europa
Die Folgen dieser Fehlregulierung liegen klar auf der Hand und sind unvermeidbar, sofern die Regulierung nicht aufgeweicht wird.
Die erste Folge ist, dass in Europa NIEMALS ein global relevanter Stablecoin entstehen KANN. Konkurrenzfähigkeit ist schlichterdings verboten, so absurd es sich anhört. Europa wird unvermeidbar in Abhängigkeit von Finanzunternehmen wie Tether oder Circle geraten, die ihren Sitz in Drittländern haben; der Euro wird dabei gegenüber dem Dollar weiter an Boden verlieren und als globales Zahlungsmittel noch irrelevanter werden; die Staaten und Bürger Europas werden ihre monetäre Souveränität verlieren. Was mit Kreditkarten und Suchmaschinen geschah, wird mit dem Geld geschehen.
Die zweite Folge ist, dass Europa den Anschluss das das künftige globale Finanzwesen verlieren. Im System der Banken ist Brüssel mit Swift das Zentrum des globalen Transaktionsgeschehens. Im System des Web3 verbieten Politiker in Brüssel, dass Finanzinstitutionen mit dem Web3 kompatibel sind.
Die EU hat Regeln beschlossen, die für relevante globale Stablecoins kaum umzusetzen sind. Europäische Finanzinstitutionen dürfen zwar mit dem web3 arbeiten, nicht aber mit der Leitwährung im Web3. Dies ist nicht nur ein massiver Wettbewerbsnachteil, sondern entkoppelt sie von maßgeblichen Liquiditätsströmen im künftigen Finanzsystem.
Es wird Zeit, dass sich Europa besinnt. Die EU behauptet, digitale Innovationen zu unterstützen und den Standort wettbewerbsfähig zu machen. Solange sie aber verbietet, dass europäische Unternehmen einen global relevanten Stablecoin schaffen, sind das Lippenbekenntnisse – während das regulatorische Agieren der EU das Gegenteil erzwingt.
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Nach der nicht mehr bestehenden energiepolitischen Unabhängigkeit, wäre das der nächste wirtschaftliche GAU für Europa. Aber vielleicht ist das auch gewollt. Genauso wenig wie der Transatlantiker „März“ Politik für das Land macht, dem er vorsteht (am liebsten würde er ja Taurus liefern und es damit weiter in den Konflikt hineinziehen), macht die EU unter „von der Leiden“ Politik zum Wohle des Kontinents. Wer wäre denn der größte Profiteur, wenn es so käme, wie du beschrieben hast, Christoph?
Ich glaube nicht an Profiteure und Verschwörungen, sondern an Dummheit und Verblendung.
Wer der Profiteur wäre? Ich vermute, Stablecoin-Herausgeber in den USA und sonstwo, DeFi-Plattformen, auf denen man die in der EU verbotenen Stablecoins handeln kann. Sollte die Entwicklung dazu führen, dass Europa das Update des Geldes verpasst, würden eventuell andere Volkswirtschaften profitieren, wenn ihre Banken bessere Finanzprodukte haben und ihre Unternehmen im Außenhandel auf andere Liquiditätsströme zugreifen können.
Es ist der Dummheit der Ursula von der Leyen geschuldet, dass die EU in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird. Hier ist nichts „gewollt“! Popcorn raus und zuschauen wie hier alles untergeht.
Warum soviel Negativitä?
Es mag sein, dass es im Moment „Fehlregulierung“ gibt. Aber nur wer Fehler macht entwickelt sich. Vielleicht bin ich naiv. Aber ich sehe keinen konkreten Anlass zu befürchten die EU reisst uns alle in den Abgrund.
Frau von der Leyen sagte zum Beispiel küzrlich: „Die
Geschichte belohnte noch nie Zügern und Zaudern.“
Momentan sieht vieles nach Bastellösung aus. Genau das ist aber
immer der erste Schritt. Dann macht man es richtig. Und dann optimiert
man es anhand von praktischen Erfahrung.
Negativität behindert die Entwicklung da unser Gehirn eine
Assoziationsmaschine ist. Wenn du einen negativen Gedanken hast ist
der nächste wieder negativ. Das kannst du nur verhindern indem du dir
bewusst wirst, dass du einen negativen Gedanken hast.
Dem Satz von Frau von der Leyen liegen konkrete Motivationen zugrunde:
– Der Doller gewinnt an Stärke ggü. dem Euro.
– Die Kriegsgefahr nimmt zu.
Man begegnet diesen Gefahren nicht indem man um irgendwelche Ideologien oder Währungen verteitigt. Wir begreifen gerade, dass es heute wieder um grundsätzliche Fragen geht:
(a) Wo kommt die Energie her.
(b) Wie verwandelt man sie effizient in Verteidigung und Zukunft.
(c) Wie optimiert man die Bürokratie und die Rechtssysteme.
Richard Precht:
> Bei Bürokratie geht es darum die Willkür einzelner Bürger über
> andere zu verhindern, und um ein immer komplexeren Gesellschaft
> unter dem Gesichtspunkt von Gleichheit und Freiheit gerecht zu
> werden.
Es ist nämlich ein urchristlicher Wert zu sagen, dass nur der
Einzelne die ganze Wahrheit kennt (Jesus = „Sohn des Menschen“). Auf
dieser Idee fussen ALLE westlichen Demokratien. Das ist also keine wirre
Idee oder ein Wunsch. Das ist die Geschichte in der wir leben. Und die
endet natürlich gut oder sie endet eben noch nicht.
Also bitte nicht soviel von „Fehlregulierung“ sprechen sondern eher
von Baby-Schritten: von ungelenken Versuchen die alte Ordnung zu
transformieren. Der Versuch alleine ist mutig und verantwortungsvoll!
Denn es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder man handelt komfortabel
und wiederholt was man kennt (der natürliche Impuls weil das in der
Evolution stets sicherer war) oder man handelt gut und verantwortungsvoll. Und ich kann wirklich nicht erkennen, dass die EU krampfhaft versucht die alte Ordnung zu verteitigen.
Sie versucht eher die alten Werte zu erhalten und die errungenen Freiheit und Rechtssysteme weiter zu entwickeln . Die Formen die das annimmt sind manchmal nicht schön anzusehen und für den Einzelnen nicht immer leicht. Doch das Hindernis ist der Weg.