Norwegische Skandibanken bringt Bitcoins ins Online-Konto

Dyna Fyr: Einsame Leuchtturm-Insel im Oslo-Fjord. Foto von Ralf St. via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Zwar nur im Watch-Modus, aber immerhin: Für die Kunden der größten Online-Bank Norwegens wird es jetzt deutlich einfacher, auch den Bitcoin-Bestand im Überblick zu haben. Dass die Bank Bitcoins fast wie selbstverständlich neben den anderen digitalen Werten auflistet, könnte als weiterer Ritterschlag für die Kryptowährung gelten.

Die norwegische Skandibanken ist die größte Online-Bank Norwegens. Kunden der Skandibanken können nun ihren Coinbase-Account mit dem Bankkonto verbinden, um das Bitcoin-Guthaben bei Coinbase im Online-Konto anzuzeigen.

Der Head of Innovation bei Skandibanken, Christoffer Hernæs, erklärt gegenüber der norwegischen Onlinezeitung E24, dass man „Kryptovaluta als eine ähnliche Investment-Klasse wie andere Wertpapiere“ anerkenne. Indem die Kunden ihre Skandibanken-Konten mit dem Account der Online-Wallet Coinbase verknüpfen, können sie im Bankkonto nachsehen, wie viele Bitcoins sie haben. Der Wert wird in Dollar angezeigt. Um die Bitcoins zu überweisen, muss man sich allerdings weiterhin direkt bei Coinbase einloggen.

Diese Verknüpfung von Bank- und Bitcoin-Account könnte Bitcoins für Norweger noch stärker zum Investment machen. Während Skandibankens Bitcoin-Integration bislang wenig Vorteile bringt, wenn man Bitcoins zum Bezahlen benutzt, verbessert es den Überblick über die Ersparnisse, von denen Bitcoin, gut bei Coinbase aufbewahrt, ein Teil sein kann. Zudem kann es die Versteuerung von Bitcoins, die ja oft recht kompliziert ist, vereinfachen.

Für Hernæs ist diese Integration allerdings nur „der erste Schritt in eine Richtung, an die wir glauben.“ Während andere Banken in Norwegen Bitcoin eher als Problem ansehen, das man besser grundsätzlich vermeidet, fragt die Skandibanken, was man den Kunden bieten kann: „Wir haben erkannt, dass das etwas ist, in das Menschen ihr Geld stecken wollen. Daher denke ich, dass es richtig ist, zu schauen, welche neue Lösungen wir anbieten können. Wir denken, das ist ein besserer Ansatz, als kategorisch zu finden, dass es gruselig ist.“

Die Watch-Only-Integration von Coinbase-Konten ist ein erster Versuch der Skandibank, das Wasser auszuloten. Denn wie die Geschichte um die Guthaben des Norwegischen Bitcoin Verbandes auf der DNB Bank gezeigt hat, kann Kontakt zu Bitcoin in dem nordischen Königreich schnell zu Problemen führen.

So muss man etwa Mittelsmänner wie PayPal nutzen, um mit den Kronen, die man auf dem SkandiBanken-Konto hat, Bitcoins bei Coinbase zu kaufen. Hernæs kann nicht garantieren, dass diese Überweisungen immer gut gehen, da sie, wie alle norwegischen Banken, strenge Anti-Geldwäsche und -Terrorfinanzierungs-Gesetze umsetzen müssen. So muss die Bank etwa wissen, woher das Geld kam – was bei Kryptowährungen nicht immer einfach ist.

Ob die Skandibanken nun tatsächlich noch Käufe und Überweisungen aus dem Bankkonto einrichten, oder ob sie beim reinen Watch-Only bleiben – für viele Kunden der Bank dürfte das neue Feature helfen, Berührungsängste zu Bitcoin abzubauen.

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Ein Kommentar zu Norwegische Skandibanken bringt Bitcoins ins Online-Konto

  1. Nixgeschenkt // 17. Mai 2017 um 7:55 // Antwort

    Geht so etwas bei fidor auch? Diese hin und herhüpferei zwischen fidor und bitcoin.de ist nervig. Schön wäre es alles innerhalb des fidor Accounts zu haben. Also quasi bitcoin.de in fidor integrieren anstatt fidor in bitcoin.de.

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