Richter: Craig Wright soll 500.000 Bitcoin an Ira Kleiman bezahlen

Craig Wright spricht auf der Deconomy in Südkorea.

Der Gerichtsprozess um den angeblichen Satoshi Craig Wright hat am Montag eine deutliche Wendung genommen. Der Richter Bruce Reinhardt hat in einem Statement sehr klar zum Ausdruck gebracht, dass er Wright kein Wort glaubt. Beobachter bewerten dies als eine Vorentscheidung für den gesamten Prozess. Wright scheint dem zuzustimmen – und kündigt an, dass das Ergebnis verheerend für Bitcoin (BTC) sein wird.

Es ist schwer, über den Gerichtsprozess zwischen Ira Kleiman und Craig Wright zu schreiben, ohne allzu weit auszuholen. Die Hintergrundgeschichte ist die, dass Craig Wright beansprucht, Satoshi zu sein – das dürfte allgemein bekannt sein – und dass der 2013 verstorbene Dave Kleiman sein Partner dabei war. Dessen Bruder Ira Kleiman, der das Erbe verwaltet, hat nun Anfang 2018 Wright um die stolze Summe von 500.000 Bitcoins verklagt, weil er behauptet, dieser Anteil stehe Dave zu, wurde diesem aber von Wright verweigert. Seit einigen Monaten läuft nun der Gerichtsprozess um diesen Anteil in Florida.

Eigentlich war der Prozess bisher nur im Status der “Erforschung”, bei dem geklärt werden soll, ob die Klage von Ira Kleiman überhaupt eine berechtigte Grundlage hat. Dabei wurden tausende, wenn  nicht hunderttausende oder Millionen von Daten ausgetauscht und geprüft. Der Prozess hat bereits jetzt zu einer Flut an Unterlagen geführt, die auf Courtlistener größtenteils öffentlich einsehbar sind.

Der bisherige Verlauf wirkt auf den ersten Blick ein wenig seltsam. Während die Seite von Ira Kleiman keine Beweise dafür vorzulegen hat, dass Ira einen Anspruch auf die Coins hat, verlangt das Gericht von Craig Wright, offenzulegen, welche Bitcoins er bis zum Tod von Dave Kleiman geschürft hat. Im Prinzip ging es bisher ausschließlich um diese Frage, und im Anschluss daran um die Frage, ob Wright das Gericht missachtet hat, indem er sie nicht zufriedenstellend beantwortet hat.

Diese Aufforderung hat dazu geführt, dass Craig Wright eine Geschichte von einem Tulip-Trust ausführt, in dem die Schlüssel für eine verschlüsselte Datei, in die die ganzen Coins gemined wurden, auf mehrere Parteien verwahrt sind. Der Tulip-Trust gehört auf eine rätselhafte Weise von Anfang an zu Wrights Satoshi-Geschichte, wurde während des Prozesses aber um viele Details erweitert: Anfang 2020 soll Wright durch schon vorher bestellte Kuriere den Zugang zu dem Schlüssel erhalten, der mit der Shamir’s-Secret-Technologie in mehrere Teile aufgespalten ist, die in der korrekten Reihenfolge zusammengesetzt werden müssen. Da die Bitcoins direkt in den Trust geflossen sind, kann Wright nicht einmal sagen, welche Coins ihm so zugefallen sind. Während Wright dem Gericht diese Geschichte erzählt, verstrickt er sich in den einen oder anderen Widerspruch; die Beweise, die seine Anwälte dafür vorgelegt haben, wurden von den Anwälten der Gegenseite in vielfacher Hinsicht als Fälschung entlarvt. Wright meint zwar, dies komme daher, dass sein Server gehackt wurde, doch das Gericht lehnt diese Erklärung offenbar ab.

Man kann es dem beisitzenden Richter Bruce Reinhardt nicht wirklich verdenken, dass er sein Resümee dieser Voruntersuchung mit beißendem Sarkasmus einleitet: “Tote Menschen können offensichtlich keine Geschichten erzählen, aber sie können (vielleicht) gebundene Kuriere schicken … Ich weise Dr. Wrights Zeugnis über den angeblichen Tulip Trust vollständig zurück, wie auch über die angebliche verschlüsselte Datei sowie seine angebliche Unfähigkeit, seinen Bitcoin-Besitz zu identifizieren.” Reinhardt sieht “klare und überzeugende Beweise dafür, dass Dr. Wright den Aufforderungen des Gerichts auf eine intentionale Weise und in böser Absicht nicht nachkommt.”

Reinhardt beschließt – oder rät zu dem Beschluss – Sanktionen gegen Wright zu verhängen. So soll es ihm nicht mehr erlaubt sein, sich selbst zu verteidigen, während er die gesamten Gerichts- und Anwaltskosten der Gegenseite zu tragen hat. Alle relevanten Fakten sollten zugunsten von Ira Kleimans Seite verstanden werden, also in dem Sinne, dass Wright diesem 500.000 Bitcoins sowie die Hälfte des bis zum Tode von Dave entstandenen geistigem Eigentum überlassen soll.

Für Nicht-Juristen (wie mich) ist es schwierig, die Bedeutung dieses Statements einzuschätzen. Es handelt sich nicht um den offiziellen Prozess, sondern die Voruntersuchung; daher kann hier auch noch kein Urteil vorliegen. Der Prozess ist noch nicht entschieden. Da das Gericht offenbar meint, Wright habe unter Eid gelogen und dem Gericht falsche Beweise vorgelegt, kann sich Wright vermutlich glücklich schätzen, dass es keine strafrechtliche Klage nach sich zieht – auch wenn die bisher entstandenen Anwaltskosten bereits sechsstellig sein dürften.

Auf der anderen Seite sind die Sanktionen des Gerichts, meint der Krypto-Anwalt Stephen Palley, “prozessentscheidend.” Er habe “in mehr als zwei Jahrzehnten Gerichtspraxis keinen Fall gesehen, in dem auf so brutale Weise in einem Prozess um viele Dollar geurteilt wurde.” Wright habe, meint Palley, “den Fall verloren, weil er gelogen hat.” Die Anordnung von Reinhardt sei zwar technisch nur eine Empfehlung an das Bezirksgericht. “Aber du kannst darauf wetten, dass sie übernommen wird.” Der Fall werde sich noch auf die übliche Verfahrensweise in die Länge ziehen, es wird Einsprüche der Verteidigung geben, die wohl vom Gericht nach der üblichen Unternsuchung zurückgewiesen werden. Damit hat Wright den Prozess verloren, noch bevor er tatsächlich begonnen hat.

Für Wright ist das ohne Zweifel eine Schlappe. Er hat im Vorfeld immer wieder betont, wie wichtig ihm das Rechtswesen ist, und dass der Prozess alles ans Licht bringen wird. Die Entwicklung nun macht es schwer, diese Versprechungen ernstzunehmen. Kleinlaut ist er aber dennoch nicht. Dem Magazin Modern Consensus ist es gelungen, Wright unmittelbar nach seiner Heimkehr nach London zu interviewen.

Darin räumt er räumt zwar ein, dass es ihm “schon mal besser” gegangen sein. Er steht aber weiterhin unerschütterlich zum Rechtswesen: “Wenn das Gericht eine Anordung macht, werde ich sie erfüllen. Und das Gericht hat eine Anordung gemacht. So einfach ist das.” Dies sei aber weniger ein Problem für ihn als für Bitcoin: “Das Gericht hat mich angewiesen, ein wenig unter 500.000 BTC an Ira zu senden. Mal sehen, was das mit dem Markt machen wird. Ich hätte ihn nicht eingestürzt. Ich bin nett.” Für Bitcoin (BTC) “kann das ein Problem werden. Sie müssen Ira überzeugen, die Coins nicht zu verkaufen.” Bitcoin SV und Bitcoin Cash seien nicht betroffen, da es diese Coins zum Zeitpunkt von Daves Tod nich nicht gegeben habe.

Für den Autor, der Wright interviewt hat, gab es noch ein Nachspiel. Die Anwälte von Ira Kleiman haben ihm postwendend eine Aufforderung zukommen lassen, ihnen alle Unterlagen, die aus seinem Kontakt mit Wright entstanden sind, zuzusenden. Der Autor lehnt dies ab und bringt stattdessen einen Artikel über die doch recht zweifelhafte Rolle, die der Richter Reinhardt in einem Prozess um Kindesmissbrauch durch den kürzlich in einer New Yorker Gefängniszelle verstorbenen Milliardär Jeffrey Epstein gespielt hat.

Der Bitcoin-Preis spielt einmal mehr der Aussage von Wright in die Hände, indem er gestern unter die 10.000 Dollar Marke rutschte und insgesamt gut 6 bis 7 Prozent verlor. Allerdings dürfte dies weniger mit der Furcht der Anleger zu tun haben, dass Wright Ira tatsächlich 500.000 BTC überweist – auch wenn man die Restchance im Risikoprofil wohl nicht unterschätzen sollte – sondern mit einer neuen Wendung im Tether-Drama. Oder einfach nur mit dem Herdenverhalten auf den Märkten.

Das Vorurteil mag prozessentscheidend sein. Es ist aber noch längst nicht entscheidend für die Geschichte von Craig Wright. Zum einen bestätigt er irgendwie, dass Wright Satoshi ist – auch wenn Reinhardt erklärt, dass dies nicht die Aufgabe des Prozesses war. Hat Wright nun, wie er behauptet, tatsächlich 500.000 Bitcoins übrig? Falls ja, wie werden die Märkte reagieren? Falls nein – wie wird er sich vor dem Urteil flüchten? Wird sich die Schlinge um ihn zuziehen – und was wird das mit Bitcoin SV machen, dem Coin, in dessen Zentrum er steht, und der derzeit etwa mit CambrianSV eine Menge Entwickler-Aktivität anzieht? Es wird, so oder so, eher nicht langweilig werden.

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29 Kommentare zu Richter: Craig Wright soll 500.000 Bitcoin an Ira Kleiman bezahlen

  1. …bis zum Tod von Ira Kleinman… muss wohl …bis zum Tod von David Kleinman… heissen

  2. die 500k BTC kann er eh nicht überweisen, da er nicht Satoshi ist. Der Typ macht mich echt fertig… und ihm gelingt es immer wieder im Rampenlicht zu stehen.

    Hätte er echt 500k BTC, dann hätte er diese doch schon längt für BCash veräußert! Tzzzzzzz

    • Mich macht nur fertig wie naiv manche Menschen sind und immer so überzeugt von ihrer Meinung. Nur weil du es so machen würdest, sagt das nichts über andere aus.
      Was sollte CSW auch davon haben? Für ihn gibt es nur Bitcoin(SV), alles andere ist Wertlos.
      Und Bitcoin ist mehr als ein Spekulationsobjekt.

  3. Maik Richter // 30. August 2019 um 7:33 // Reply

    “Der bisherige Verlauf wirkt auf den ersten Blick ein wenig seltsam. Während die Seite von Ira Kleiman keine Beweise dafür vorzulegen hat, dass Ira einen Anspruch auf die Coins hat, verlangt das Gericht von Craig Wright, offenzulegen, welche Bitcoins er bis zum Tod von Dave Kleiman geschürft hat. ”

    Nichts daran ist “seltsam”. Zwischen den Parteien unstreitige Sachverhalte werden vom Gericht nicht ermittelt sondern als wahr vorausgesetzt. Das ist alles.

    “Wright scheint dem zuzustimmen – und kündigt an, dass das Ergebnis verheerend für Bitcoin (BTC) sein wird.”

    Darf ich mal lachen? Wright hatte selbst öffentlich angekündigt, mit den Bitcoins aus diesem ominösen Tulip Fund Bitcoin crashen zu wollen.

    “Wright meint zwar, dies komme daher, dass sein Server gehackt wurde, doch das Gericht lehnt diese Erklärung offenbar ab.”

    Ja sicher. Mysteriöse Hacker laden haufenweise gefälschte Dokumente auf Craigs Server und er, das angebliche Genie mit 17 Abschlüssen, darunter in Jura, läuft damit treudoof zum Gericht. Ach herrje.

  4. Maik Richter // 30. August 2019 um 8:00 // Reply

    “Allerdings dürfte dies weniger mit der Furcht der Anleger zu tun haben, dass Wright Ira tatsächlich 500.000 BTC überweist – auch wenn man die Restchance im Risikoprofil wohl nicht unterschätzen sollte – ”

    Das ist FuD. Es besteht insoweit kein Risiko. Aus drei Gründen.

    1. Wer mit einer grossen Menge Bitcoin den Markt crashen will, würde fpr den Spass viele Millionen bezahlen. Denn er muss sie ja deutlich unter Preis verkaufen. Theoretisch kann man zwar, wie von CSW angedroht, gleichzeitig einen Short einrichten und so verdienen. Das müsste aber dann auf mehreren grossen Börsen und parallel erfolgen. Und keine grosse Börse kann sich eine so offensichtliche Marktmanipulation leisten. Einmal schon regulatorisch nicht und zum anderen würden sie sich ihr Geschäft damit auf absehbare Zeit versauen.

    2. deswegen gibt es, um solch grosse Summen zu handeln, an jeder grösseren Börse OTC Desks. Da kann verkauft werden ohne den Marktpreis zu beeinflussen. Das gibt auch mehr Geld für den Verkäufer.

    3. Geht man davon aus, dass Kleinmann oder wer auch immer nicht beabsichtigen den gesamten Riesenbatzen auf einmal verhökern, werden sie wohl kaum ihr eigenes Investment beeinträchtigen.

    • Und keine grosse Börse kann sich eine so offensichtliche Marktmanipulation leisten. Einmal schon regulatorisch nicht und zum anderen würden sie sich ihr Geschäft damit auf absehbare Zeit versauen.

      Das halte ich für ein Gerücht. Alleine die letzten Tage haben mehr als $150M an Longs bei Bitmex liquidiert und solche Sprünge passieren meist, wenn eben ein sehr starkes Commitment zu Longs oder Shorts besteht. Um diese mit Profit zu liquidieren braucht man aber genauere Informationen, die nur Insider kennen… Oder man kauft sich das Wissen eben ein 😉

    • Mh, Verkäufe ohne den Preis zu beeinflussen klingt wie ein Perpetuum Mobile. Angebot und Nachfrage und so.

      Ich halte das Risiko auch nicht für wirklich groß. Aber es ist halt nicht Null.

      • Das Problem sind tatsächlich oft die Leer(ver)käufe mit “Hebeln”. Das ist an den Forex oder Börsenmärkten nicht anders und dort sind sogar 1.000x Hebel üblich. Wenn der Preis dann 0,1% in die andere Richtung geht, ist die Position weg. Wenn das bei Bitcoin mit 10x oder 20x Hebeln passiert, ist das ähnlich dramatisch, denn Kursschwankungen um einige Prozent sind “normal” und dann müssen die ganzen Positionen von der Börse liquidiert werden, dann geht es eben drastisch nach oben oder unten.

        Man sollte sich im Auge behalten, dass Börsen an jedem Trade verdienen, selbst wenn sie selbst nicht manipulieren…

  5. Maik Richter // 30. August 2019 um 22:37 // Reply

    “Das halte ich für ein Gerücht. Alleine die letzten Tage haben mehr als $150M an Longs bei Bitmex liquidiert”

    Hallo. 150M. Das ist pillepalle und ganz normales Tagesgeschäft. Wir reden hier von mind. 500k BTC = aktuell 4.8 MILLIARDEN.

    Keine Börse wird eine solche Summe an einen Stück verkaufen lassen und darauf nen Short gewähren. Die könnten genausogut gleich zu machen.

    • Hallo. 150M. Das ist pillepalle und ganz normales Tagesgeschäft. Wir reden hier von mind. 500k BTC = aktuell 4.8 MILLIARDEN.

      Hallo, wir sind hier im Wilden Westen der Kryptowährungen und Exit Scams sollten Dir nicht erst seit Mt.Gox bekannt sein 😉
      Mit 500k BTC kann man auch kreativ werden… Auch wenn man sie nicht zu 100% shorten kann, da alle Börsen zusammen wohl keine solche Liquidität haben würden. Aber wenn alleine Bitmex $150M an Longs hatte, könnte man vielleicht dort schon 20%, also 100k BTC shorten und das würde den Preis wahrscheinlich kurzfristig auf unter 20% des aktuellen Kurses crashen.

  6. “Zum einen bestätigt er irgendwie, dass Wright Satoshi ist – auch wenn Reinhardt erklärt, dass dies nicht die Aufgabe des Prozesses war.”

    Keineswegs bestätigt der Prozess auch nur in irgendeiner Form, dass CSW tatsächlich Satoshi Nakamoto sei. Wie der Richter richtig bemerkt, ist das nicht die Aufgabe des Prozesses. Es wird für den Prozess als wahr unterstellt, weil beide Parteien es übereinstimmend vorbringen. Wenn Ira das bestreiten würde, entfiele die Grundlage seiner Klage. Weil er es nicht bestreitet, untersucht das Gericht diesen im Prozess unstreitigen Sachvortrag nicht. Das Urteil wirkt ohnehin nur zwischen den Parteien.

    Der Richter hat CSW auch nicht aufgegeben, ca. 500.000 BTC an Ira herauszugeben, sondern die Hälfte der im Tulip Trust befindlichen BTC. Das können auch viel weniger bis hin zu 0 BTC sein.

  7. Einen Punkt zum Thema Steuernachzahlung verstehe ich (als juristischer Laie) nicht.

    Im von Christoph verlinkten Interview des Magazins Modern Consensus steht u.a.

    Editor’s note: Dave Kleiman died on April 26, 2013. At the time, bitcoins traded for roughly $5.10. Thus the amount in question was valued at just under $3 million, well below the $5 million federal estate tax exemption that year.

    Müsste die Erbschaftssteuer dann nicht auf den Zeitpunkt berechnet werden, an dem Ira eigentlich geerbt hätte, wenn alles “richtig” verlaufen wäre?
    Sollte ein Gewinn des Prozesses Ira nicht in den “gleichen” Stand versetzen, als wenn er damals regulär geerbt hätte?

  8. Maik Richter // 1. September 2019 um 16:27 // Reply

    “Hallo, wir sind hier im Wilden Westen der Kryptowährungen und Exit Scams sollten Dir nicht erst seit Mt.Gox bekannt sein”

    Paul. Wir haben nicht mehr 2013. Wir haben auch keinen wilden Westen mehr sondern – zumindest im Hinblick auf die Market Maker” ein zunehmend verwobenes und durchreguliertes Ökosystem. All die grossen Börsen sind mittlerweile nicht nur irgendwo auf den Sychellen oder auf British Virgin Islands, sondern an allen grossen Finanzplätzen vertreten. Zwei haben gerade in dee Schweiz die Banklizenz erhalten. Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass die einem ihrer Kunden einen so billigen Betrug in Milliardenhöhe durchgehen lassen, für den sie selbst mit ihrem Arsch haften?? Die hätten morgen Klagen in gleicher Höhe durch geprellte Anleger am Hals und die Staatsanwaltschaft im Haus. Vollkommen unrealistisch. Gox war dagegen ein Flattern im Wind.

    • Maik, glaubst Du wirklich, dass man Börsen vertrauen kann? Bestenfalls sind sie durchreguliert wie Banken und war das nicht der entscheidende Punkt, warum Bitcoin überhaupt entstanden ist?
      Selbst wenn ich immer mehr regulierte Börsen sehe, sind immer noch der Großteil ziemlich unreguliert und tagtäglich sieht man Tether, HitBtc und sogar Bitcoin.de, die einen Scamcoin listen. Warum?

  9. “Zum einen bestätigt er irgendwie, dass Wright Satoshi ist – auch wenn Reinhardt erklärt, dass dies nicht die Aufgabe des Prozesses war.”

    Das ist einfach unglaublich was hier auf diesem Blog immer wieder geschrieben wird.. Völlige Inkompetenz oder böse Absicht wenn immer es um CSW geht?

    “What the order does not establish is whether or not Wright was indeed Satoshi — either part of him, or all of him. It also doesn’t establish whether Wright has the $10bn in bitcoin that he says he has. In fact the order explicitly says:

    …the Court is not required to decide, and does not decide, whether Defendant Dr. Craig Wright is Satoshi Nakamoto, the inventor of the Bitcoin cybercurrency. The Court is also not required to decide, and does not decide, how much bitcoin, if any, Dr. Wright controls today. “

    • Aber das ist doch genau das, was ich gesagt habe.

      Und dass ein Gericht jemanden dazu verdonnert, jemandem anderen einen Teil der Einnahmen durch eine Unternehmung zu bezahlen – das spricht doch schon “irgendwie” dafür, dass er diese Unternehmung auch begangen hat, oder? Wenn der Richter überzeugt wäre, dass Craig nicht Satoshi ist, und alles eine Lügengeschichte – würde er sich dann mit seinem Urteil nicht mitschuldig an einem Betrug machen? Kann sein, dass er es mag, wenn ein Betrüger betrogen wird. Aber es spricht halt dennoch fürs öffentliche Bild “irgendwie” dafür.

  10. Maik Richter // 2. September 2019 um 13:23 // Reply

    Hallo.

    “Maik, glaubst Du wirklich, dass man Börsen vertrauen kann?”

    Wo habe ich das bitte gesagt!? Ich habe gesagt es gibt einen zunehmenden Prozess der Regulierung. Ob dir und mir das nun gefällt oder nicht. Man kann nicht bequem in Milliardenhöhe irgendeine Exitscambörse betreiben die in Timbuktu aufgesetzt ist. Die Zeiten sind vorbei. CME Bitcoin Futures werden mittlerweile mit 370M am Tag in NY und London gehandelt. Denkst du die haben keine Finanzaufsicht? Erst recht bei Kryptowährungen, wo jede Einlage für jedermann in der Blockchain sofort nachvollziehbar ist und die sowieso kritisch beäugt werden?

    https://bitcoinist.com/bitcoin-futures-trading-breaks-record-averaging-usd-370-million-per-day/

    Auch beim Internet glaubten die Leute in den 90ern, dass sei ein rechtsfreier Raum in dem sie für immer alles tun und lassen können was immer sie nur wollen. Sie wurden schließlich eines besseren belehrt. Notfalls durch Polizei, Gericht und Knast.

    ” Bestenfalls sind sie durchreguliert wie Banken und war das nicht der entscheidende Punkt, warum Bitcoin überhaupt entstanden ist?”

    Ich bin kein Fan von Regulierung, aber ich bin auch kein Fan von Wildwest und Beschiss. So oder so, die Regulierung von Cryptos wird kommen, ob es uns gefällt oder nicht.

    “Selbst wenn ich immer mehr regulierte Börsen sehe, sind immer noch der Großteil ziemlich unreguliert”

    Schau dir doch mal deren Volumen an. Nein besser nicht, denn selbst das bisschen ist noch gefaket. Was nun eigentlich, unregulierter Bitcoin ist doof – unregulierte Börsen sind aber auch doof? Ich glaube wir sind uns doch alle einig, das wir eine sinnvolle, liberale Regulierung brauchen – für Investitionssicherheit. Ich jedenfalls. Ob wir die bekommen ist eine andere Frage.

    “und tagtäglich sieht man Tether, HitBtc und sogar Bitcoin.de, die einen Scamcoin listen. Warum?”

    Und damit sind wir dann schließlich komplett vom Thema weg.

    viele Grüße!

    • Maik, wir sehen naturgemäß mehr Regulierung auf dem Markt, aber ich sehe auch sehr viel Potential, dass jemand trotzdem mit den besagten 500k BTC genügen Schindluder treiben und potenziell die Märkte damit auch kurzfristig dominieren könnte. Aber wir reden hier ohnehin von einer Annahme, die ich kaum für real halte…

      Die Durchregulierung ist wie Du schon andeutest, ein zweiseitiges Schwert. Ob Fake-Volumina, Hebel-Trading, Shorting und HFT der regulierten Börsen besser sind als relativ unregulierte Marktplätze wie Bisq, OpenBazaar, Localbitcoins und Localmonero wird sich zeigen müssen.

  11. Maik Richter // 2. September 2019 um 13:50 // Reply

    “Aber das ist doch genau das, was ich gesagt habe. Und dass ein Gericht jemanden dazu verdonnert, jemandem anderen einen Teil der Einnahmen durch eine Unternehmung zu bezahlen – das spricht doch schon „irgendwie“ dafür, dass er diese Unternehmung auch begangen hat, oder?”

    Christoph, ganz klar: Nein!

    Du gehst vom Untersuchungsgrundsatz aus. Danach hat das Gericht die Beweisaufnahme von Amts wegen auf alle Tatsachen zu erstrecken, die für die Entscheidung von Bedeutung sind. Der gilt aber (fast) nur im Strafrecht (244 Abs. 2 StPO) und im Verwaltngsrecht. Im Zivilrecht gilt der Beibringungsgrundsatz.

    “Ist eine entscheidungserhebliche Tatsache zwischen den Parteien strittig, erhebt das Gericht hierüber Beweis.”

    https://de.wikipedia.org/wiki/Zivilprozessrecht_(Deutschland)#Beweisaufnahme

    Hätten beide Parteien übereinstimmend erklärt, dass CSW ein Grundstück auf dem Mars besitzt und daraus Ansprüche abgeleitet, hätte das Gericht (im Zivilprozess) auch dies als gegeben ansehen müssen. Beweis erhoben wird im Zivilprozess nur über Tatsachen (a) die streitig sind und (b) die entscheidungserheblich sind.

    Ob CSW Satoshi ist hat das Gericht daher nicht entschieden, wie es ja auch vorsorglich gleich ankündigte.

    • Klar, das weiß ich doch.

      Mein “irgendwie” bezog sich halt darauf, dass das Gericht, trotz allem, es “irgendwie” bestätigt, zumindest nach außen. Wenn ein Gericht sagt, dass CSW 5 Milliarden Dollar an den Erben seines Partners bei der Schaffung von Bitcoin bezahlen muss, dann zeigt das nach außen, dass er Bitcoin erschaffen hat (auch wenn es juristisch nicht so ist).

      Wenn CSW sich einfach rausreden könnte, indem er zugibt, Bitcoin nicht erschaffen zu haben, es aber nicht macht, zeigt dass, dass er entweder Bitcoin erschaffen hat oder in seiner Lüge bereit ist, ans Äußerste zu gehen. Sie scheint ihm wohl mehr wert zu sein als 5 Milliarden Dollar.

      Ob das jetzt juristisch oder sachlich so ist, ist dabei egal, und auch wenn der Richter sagt, Craig würde betrügen und lügen und fälschen – sein Urteil bestätigt “irgendwie”, dass er Satoshi ist. Zumindest lässt es sich sehr leicht so interpretieren (und das wird auch getan werden).

    • Das Wort “entscheidungserheblich” beschreibt es doch zutreffend. Das Gericht will sich nur mit der Verteilung des Erbes befassen. Nicht mit dem Zustandekommen desselbigen. Als Folge dessen dürfte jeder normal denkenden Person klar sein das Craig Wright Satoshi ist.

    • Marius Göcke // 5. September 2019 um 21:10 // Reply

      Du schreibst “Der gilt aber (fast) nur im Strafrecht (244 Abs. 2 StPO) und im Verwaltngsrecht.”. Die StPO gilt in Deutschland. Und danach verlinkst du einen Artikel, der eine juristische Situation in Deutschland beschreibt.
      Vielleicht hab ich irgendwas verpasst und jemand kann mich aufklären, aber… Sind die juristischen Maximen, die in dem Prozess, der in den USA stattfindet, vergleichbar mit den hiesigen Maximen oder warum argumentierst du mit dem deutschen Rechtswesen anstatt mit amerikanischen?

  12. Maik Richter // 3. September 2019 um 8:43 // Reply

    Sehe ich eebn anders. Das CSW bei Bitcoin früh dabei war und so an eine grosse Menge Bitcoin kommen konnte bestreitet ja keiner. Das macht ihn aber noch lange nicht zum Satoshi und trifft auch auf viele Andere zu, die nicht unbedringt den Drang zur Selbstdarstellung in dee Öffentlichkeit haben.

    • Echt? Ich bin mir absolut nicht sicher, dass CSW schon sehr früh dabei war, und kenne viele Leute, die das vehement bestreiten. Eine meiner liebsten Varianten ist, dass er als ein Unternehmer mit sehr großen Visionen Ende 2012 oder Anfang 2013 zu Bitcoin kam. Will das nicht weiter ausführen, gibt auch eine Variante, in der er Satoshi ist, eine, in der er im Umfeld von Satoshi war, und eine, in der er noch nicht mal ein echter Unternehmer war. Ich bin da immer noch unentschieden, aber grundsätzlich mag ich halt, was er mit Bitcoin (SV) macht …

      • Was wäre in dieser Theorie die Erklärung für die Beharlichkeit die CSW an den Tag legt. Wofür sollte er das machen? Das bringt ihm als einer offensichtlich vermögenden Person doch ausschließlich Nachteile. Warum sich der Öffentlichkeit aussetzen? Warum die eigene Reputation dem Risiko und einem Gericht in Florida aussetzen? Warum überhaupt Bitcoin als BitcoinSV reanimieren? Finanziell unterstützen. Konferenzen besuchen?

  13. “Wenn ein Gericht sagt, dass CSW 5 Milliarden Dollar an den Erben seines Partners bei der Schaffung von Bitcoin bezahlen muss, dann zeigt das nach außen, dass er Bitcoin erschaffen hat (auch wenn es juristisch nicht so ist).”

    Diese Darstellung wird nicht dadurch richtig, dass sie stetig wiederholt wird…

    Das hier hat der Richter zur Anzahl der coins ausgeführt:

    “The Court is also not required to decide, and does not decide, how much bitcoin, if any, Dr. Wright controls today.”

    Wo steht also, der Richter habe CSW die Herausgabe von coins im Wert von 5 Mrd. USD aufgegeben?

    Noch deutlicher als mit den Worten “if any” konnte er es gar nicht mehr machen, dass er keine Feststellungen zur Anzahl der coins im etwaig vorhandenen Tulip Trust getroffen hat.

    Selbst für juristische Laien gibt es keinen sachlichen Grund, entsprechende Mutmaßungen anzustellen.

  14. Marius Göcke // 5. September 2019 um 20:59 // Reply

    Eines muss man Wright lassen:
    Wenn er tatsächlich über derart viele Bitcoin verfügt, tut er der gesamten Kryptowelt einen unfassbar großen Gefallen damit, keine oder höchstens sehr wenige davon zu verkaufen.
    Wenn Kleiman von den 500000BTC auch nur sagen wir mal 1/5 verkaufen würde, wäre der Markt derart überflutet, dass Kleiman den Preis (ob gewollt oder ungewollt) für sehr lange Zeit auf 1USD oder weniger drückt. Hoffen wir mal, dass sie so intelligent ist, nur so wenige Bitcoin zu verkaufen, dass der Preis nicht die nächste kräftige Talfahrt macht…

  15. Maik Richter // 7. September 2019 um 18:55 // Reply

    “Wenn Kleiman von den 500000BTC auch nur sagen wir mal 1/5 verkaufen würde, wäre der Markt derart überflutet, dass Kleiman den Preis (ob gewollt oder ungewollt) für sehr lange Zeit auf 1USD oder weniger drückt. ”

    So ein Unsinn. Das ist ein 160zigstel der Gesamtmenge. Ein kleiner Platscher mehr nicht.

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