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LLoyd Fonds AG und Bankhaus von der Heydt geben LAIC-Token 21 heraus

Hamburg, die Heimat von Lloyd und LAIC. Bild von Markus Pink via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Die Lloyd Fonds AG wird zum ersten deutschen Vermögensverwalter, der ein Token herausgibt, durch das Investoren an der Wertentwicklung des Unternehmens teilhaben können.

Die Details zu einem der ersten Security Tokens der deutschen Finanzbranche sind, wie so oft im Finanzwesen, komplex.

Zunächst einmal ist die Lloyd Fonds AG ist ein Vermögensverwalter, der mehrere Fonds herausgibt. Diese Fonds verwalten etwas mehr als eine Milliarde Euro, die in europäische „Hidden Champions“, grüne Dividenden, weltweite Aktien sowie defensive Rentenerträge verteilt sind. Insgesamt zeigen die Fonds eine beachtliche Performance.

Bei dem geplanten Security Token geht es aber um die Tochterfirma LAIC. Diese ist ein digitaler Vermögensverwalter, der Anlegern durch eine KI hilft, ihr Vermögen zu erhalten und zu vermehren. Die KI beobachtet die Märkte, wägt ab, bewertet die Investments täglich neu und schichtet sie gegebenenfalls um.

Nun hat Lloyd beschlossen, 9,75 Prozent der Anteile an der LAIC Capital GmbH zu veräußern. Gemäß der Bewertung von 50 Millionen Euro entspricht dies knapp 5 Millionen Euro. Diese Anteile werden durch die „LAIC Token 21“ tokenisiert; ihre Besitzer werden zu Kommanditisten und erhalten also solche Anteile an den Erträgen der LAIC.

Allerdings kann, zumindest zunächst, nicht jeder investieren. Der Großteil der Token, 8.191 im Wert von 4,2 Millionen Euro, wird im ersten Schritt ausgewählten semi-profesionellen Anlegern angeboten; die restlichen 800.000 Euro sowie das, was nach der ersten Tranche übrig ist, gehen im zweiten Schritt ab August auf den Markt.

Sowohl die Zeichnung der Token als auch deren Verwaltung und späterer Verkauf erfolgt über eine Online-Plattform. Und an dieser Stelle kommen die beiden Partner von Lloyd ins Spiel: Das Bankhaus von der Heydt und micobo.

Micobo, ein Frankfurter Blockchain-Startup, wird die Plattform für die Token bilden und betreiben; das Bankhaus von der Heydt hingegen wird als regulierte Kryptoverwahrstelle die LAIC-Token 21 verwahren.

Über die Münchner Privatbank von der Heydt haben wir schon mehrfach berichtet. Das Bankhaus war das erste, welches begann, Finanzprodukte auf eine Blockchain zu bringen und derzeit auch dabei ist, einen Euro-Stablecoin herauszugeben. Wesentlicher Technologiepartner der Bank ist BitBond, ein Berliner Startup, das als Plattform für Bitcoin-Darlehen begann, nun aber als Blockchain-Technologieanbieter die deutsche Finanzwelt erobert.

Micoba hingegen ist ein auf die Tokenisierung spezialisiertes Entwicklungsstudio aus Frankfurt, das anbietet, etwa Immobilien, Mitarbeiter-Vorzugsrechte, Sportler oder Kapitalmarkts-Assets zu tokenisieren. Es verwendet als öffentliche Blockchain in der Regel Ethereum, bietet aber auch „Enterprise“-Modelle mit geschlossenen Blockchains an.

Da das Bankhaus von der Heydt sich über BitBond im wesentlichen auf die Stellar-Blockchain (XLM) eingeschossen hat, dürfte jedoch anzunehmen sein, dass die LAIC-Token 21 auf der Stellar-Blockchain laufen.

Das wäre einerseits schade, da sie damit all die Dinge verpassen, die Ethereum-Token so grandios machen – die Handelbarkeit auf so vielen Börsen, die Kompatibilität mit so vielen Wallets, die Integration in die vielen DeFi-Plattformen. Andererseits jedoch scheint all dies gar nicht vorgesehen zu sein. Die Token werden beim Bankhaus von der Heydt verwahrt, nicht in den Wallets der User, sie haben, wie schon bei anderen Projekten dieses Umfelds, gar nicht den Anspruch, dem User jene Unabhängigkeit zu gewähren, die Kryptowährungen erst so anziehend macht.

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