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Bless Jah Rasta-NFT – die ersten Reggae-Token auf Ethereum!

Die CryptoRastas auf OpenSea

Ein Soundsystem legt eine CryptoRasta-NFT-Reihe auf, die eine eigene offbeatlastige Playlist hat. Die Erlöse sollen zum Teil der Rastafari- und Reggae-Szene zugute kommen. Finden NFTs ihr Plätzchen in Wohltätigkeit und im Musik-Merchandise? Oder führen die Token das System Babylons durch die Hintertüre wieder ein?

Manche Sätze kann man einfach nicht übersetzen. Aber ich bin sicher, dass jeder, der den folgenden Satz versteht, auch diesen Artikel interessant finden wird:

„Greetings breddas and sistrens, I & I present to you the Cryptorastas!“ Dies sei mehr als nur eine weitere NFT-Kollektion: „It’s a community of love and I-nity!“

So begrüßt die Webseite von CryptoRastas die Besucher. Mit den CryptoRastas trifft Reggae bzw. die Rasta-Kultur nun auf die Blockchain.

Die beiden Szenen sind, um es vorsichtig auszudrücken, extrem gegensätzlich. Hier wächst die Natur, dort türmt sich die Technik, hier wird Gott besungen, dort um das goldene Kalb getanzt. Vielleicht verkörpert „Krypto“ mit der maßlosen Gier, der Besessenheit mit aufsteigenden Zahlen und dem epidemischen Betrug eben jenes System Babylon, das die Rastas in ihren Liedern beklagen und niederbrennen wollen?

In jedem Fall verbinden die CryptoRastas Reggae und Blockchain. Es handelt sich dabei um 10.400 Rasta-Figuren, die als NFT, also Non-Fungible Token, verewigt sind. Die Rastas unterscheiden sich durch Bärte, Mützen, Dreadlocks, Brillen, Ohrringe, Joints im Mund und einigen weiteren Details, die ein Algorithmus zufällig unter ihnen verteilt hat. Und sie haben eine eigene Playlist!

Wer sich die Token auf einem NFT-Marktplatz wie OpenSea kauft, erwirbt damit mehrere Rechte: Er kann sie als Avatar in sozialen Medien verwenden, sie handeln, auszudrucken und so weiter. Vor allem aber unterstützt er, direkt oder indirekt, jene karibische Kultur, die die Welt so reich mit Musik beschenkt, aber so wenig dafür zurück bekommt: Die Kultur der Rastas.

Besser gut geklaut als schlecht erfunden

Das Konzept ist natürlich gnadenlos abgekupfert von den CryptoPunks. Die CryptoPunks waren eine jener Ideen, die, ohne es wirklich geplant zu haben, einen neuen Markt schufen: Einen  Markt für algorithmisch gebildete, mengenmäßig begrenzte Bilder von Figuren, die sich als Avatar in sozialen Medien eignen.

Die natürliche Funktion von solchen NFTs sind Sammelstücke. Aber sie eignen sich auch dazu, etwas zu finanzieren bzw. wohltätige Zwecke zu erfüllen. Das zeigt sich mit den CryptoRastas.

Der Urheber ist Digital Dubs, ein Soundsystem aus Brasilien, das eng mit der Szene auf Jamaika verbunden ist. Sie haben sich für die CryptoRastas einige Neuerungen ausgedacht: Zum einen, auf der technischen Seite, generiert der Algorithmus nicht nur verschiedene Rastas mit verschiedenen Eigenschaften, sondern für jeden auch eine kleine Geschichte.

Zum Beispiel CryptoRasta 07938: „Chance Campbell is a designer from Kingston, Jamaica and is crazy for series.“ Oder 08418: „Angel Bhing is a producer from São Paulo, Brazil and loves sound clash“.

Zum zweiten hat es Digital Dubs geschafft, zahlreiche prominente Reggae-Musiker als Partner zu gewinnen: Die Dub-Legenden Lee Scratch Perry, Sly & Robbie und Augustus Pablo; die Klassiker Sugar Minott, Bushman und Macka B; die neuen Reggae-Sternchen Jah9, Kabaka Pyramid und weitere.

Aber wie konkret profitieren die Partner von den CryptoRastas? Auf welchem Wege fließt das Geld auch tatsächlich nach Jamaika, anstatt in den Wallets von Digital Dubs zu versickern?

200 individuelle NFTs von echten Reggae-Künstlern

Die Webseite erklärt, die Künstler, die Musik-Szene und die Fans würden „direkt profitieren“, und ein Teil der Profite werde Künstlern in Jamaika und der Diaspora, Rasta-Organisationen und Jugendprojekten zufließen. Aber wie konkret?

Zum einen sind nur 10.220 der NFTs durch den Algorithmus generiert. Weitere etwa 200 werden auf pixelige Weise die Partner abbilden, wenn sie in einigen Wochen erscheinen. Diese erhalten dann, erklärt Digital Dubs per E-Mail, den größten Teil der Verkaufserlöse und Lizenzgebühren, was bei NFTs meint, dass sie bei jedem Verkauf einen kleinen Anteil bekommen.

Mit diesen Partnern plane man, erzählt Digital Dubs, auch Veranstaltungen im Metaverse, also in jener virtuellen Welt, die derzeit rund um den Cyberspace, um Blockchain und NFTs entsteht. So kann man exklusive Konzerte besuchen, die Reggae-Künstler direkt von Jamaika aus spielen.

Darüber hinaus unterstützt Digital Dubs Wohltätigkeitsorganisationen, etwa WorldSoundPowerCollective, das Rastafaris in Jamaika und der Diaspora hilft. Mit weiteren Hilfsorganisationen in Jamaika, Äthiopien, Brasilien und Haiti sei man im Gespräch.

Über Christoph Bergmann (2148 Artikel)
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1 Kommentar zu Bless Jah Rasta-NFT – die ersten Reggae-Token auf Ethereum!

  1. Cooler Blog..
    Sehr informativer Beitrag.
    Gerne mehr davon.

    MfG

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