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US-Bürgermeister setzen ein Zeichen und lassen sich in Bitcoin bezahlen

New Yorks gewählter, aber erst ab Anfang 2022 amtierender Bürgermeister Eric Adams. Bild von "Metropolitan Transportation Authority of the State New York" via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Die Bürgermeister mehrerer US-Städte, darunter New York City und Miami, wollen ihr Gehalt in Bitcoin beziehen. Damit signalisieren sie der blühenden Branche, dass ihre Stadt kryptofreundlich ist. Mittlerweile scheint eine Art Wettbewerb um den Titel der amerikanischen Krypto-Hauptstadt ausgebrochen zu sein.

Vor kurzem hat New York City mit dem Demokraten Eric Adams erstmals einen Farbigen zum Bürgermeister gewählt. Adams, Sohn eines Metzgers und einer Putzfrau, ist Veganer – und ein Fan von Kryptowährungen.

Unter seiner Führung solle New York „das Zentrum der Kryptowährungs-Branche“ werden, so Adams in einem Tweet. Wenn er im Januar 2022 in das Amt des Bürgermeisters eingesetzt werde, werde er die ersten drei Gehaltszahlungen in Bitcoin empfangen.

In einem Interview mit CNN sagte Adams, Bitcoin sei „die neue Art, für Güter und Dienstleistungen global zu bezahlen“. Er plant, das Thema in die Lehrpläne zu bringen. Schulen, so der gewählte, aber noch nicht amtierende Bürgermeister, „müssen“ die Technologie unterrichten sowie „die neue Art, zu denken.“ Ferner werde sich der ehemalige Polizist bemühen, Unternehmen in New York zu ermutigen, Bitcoin und andere Kryptowährungen zu akzeptieren.

„Ich will dafür sorgen, dass die Stadt zum Zentrum von Innovationen wird, egal, was für Innovationen, und das ist es, worum es geistig geht: sich ohne Furcht auf jede Innovaton einzulasssen, die unser Land und unsere Stadt vorwärts bringt.“

Er plant auch, eine eigene Kryptowährung für New York zu schaffen, um damit Miami Konkurrenz zu machen. Adams sagte explizit, er wolle in einen „freundlichen Wettbewerb“ mit der Stadt in Florida treten, die mit dem MiamiCoin die erste städtische Kryptowährung geschaffen hat.

Wer ist der kryptofreundlichste Bürgermeister im ganzen Land?

Überhaupt scheint unter US-Bürgermeistern eine Art Wettbewerb ausgebrochen zu sein, wer die kryptofreundlichste Stadt im ganzen Lande führt. So versucht Adams mit den drei Gehaltszahlungen seinen Kollegen aus Miami, den Bürgermeister Francis Suarez, zu übertrumpfen, der erst kürzlich angekündigt hat, seine nächste Gehaltszahlung „zu 100 Prozent in Bitcoin“ zu bekommen.

Letzten Endes wird Suarez natürlich Dollar erhalten, diese aber vollständig in Bitcoins wechseln. Dasselbe dürfte Adams planen. Miamis CIO (Chief Information Officer, IT-Manager) riet Suarez, sich bei Strike zu registrieren, um sein Gehalt automatisch vollständig oder teilweise wechseln zu lassen. Bei ihm selbst habe das für Teile des Gehalts bereits hervorragend funktioniert.

Suarez‘ offene Krypto-Politik hat Miami in relativ kurzer Zeit zu einem Krypto-Hotspot gemacht. Zahlreiche Startups und Investmentfonds haben sich in und um Miami angesiedelt, während immer mehr Miner die günstige Energie aus den Atomkraftwerken der Gegend nutzen. Es war kein Zufall, dass Miami zu dem Ort wurde, an dem mit der „Bitcoin 20221“ die größte Bitcoin-Konferenz aller Zeiten stattfand.

Suarez treibt die städtische Öffnung für Kryptowährungen entschieden voran. So hat er vor, Steuerzahlungen in Bitcoin zu ermöglichen, es auch städtischen Angestellten zu erlauben, ihr Gehalt direkt in Bitcoin zu empfangen (anstatt es nachträglich zu wechsel), und er plant, einen Teil der städtischen Finanzmittel in Bitcoin zu konvertieren.

Der unter ihm im September eingeführte MiamiCoin (MIA) gilt als Erfolg, auch wenn der Kurs noch ziemlich volatil ist. MIA läuft dank des Stacks Protokolls auf einer Schicht auf Basis von Bitcoin, die Smart Contracts ermöglicht, was auch deswegen spannend ist, weil Miami damit nicht der Technologie mit Jahren Verspätung hinterherhechelt – wie man es von staatlichen Institutionen gewohnt ist – sondern zum Pionier wird. Mit MIA kann man Miami unterstützen und dafür sorgen, dass die Stadt Kryptowährungen einnimmt, während die Halter von MIA STX-Token verdienen.

New Yorks Bürgermeister Adams betrachtet MIA als eine Art Vorbild. Der Coin laufe „sehr gut – und wir werden schauen, dass wir auch etwas ähnliches anstoßen.“

Dabei ist Adams nicht der einzige Bürgermeister, der sich von Suarez inspirieren lässt. Der Trend, schreibt NASDAQ, laufe sich warm. Auf Suarez und Adams folgen weitere Bürgermeister.

So hat etwa Scott Conger, Bürgermeister von Jackson, einer Mittelstadt in Tennessee, angekündigt, ebenfalls seine nächste Gehaltszahlung in Bitcoin zu wechseln. Ebenso deutet Jane Castor, Bürgermeisterin von Tampa, der drittgrößten Stadt in Florida, an, ihre nächste Gehaltszahlung ebenfalls zu tauschen. Tampa sei bereit, „der nächste große Hotspot für Kryptowährungen zu werden.“

Die Spieltheorie, so NASDAQ, „greife anmutig, und Bürgermeister im ganzen Land bemühen sich, ihre Stadt als die Bitcoin-freundlichste zu präsentieren.“

Und tatsächlich lässt Miamis Bürgermeister Suarez es nicht auf sich sitzen, dass sein Kollege in New York ihn übertrumpft. Er kündigt kurz darauf an, dass er nicht nur seine nächste Gehaltszahlung, sondern sein gesamtes Jahresgehalt in Bitcoin wechseln werde.

Man darf die Prognose wagen, dass der Trend in den Vereinigten Staaten anhält. Die vier Bürgermeister von New York, Miami, Jackson und Tampa werden nicht die letzten sein, die sich für Bitcoin öffnen. Hingegen wird es voraussichtlich noch eine gute Weile dauern, bis deutsche Städte sich auch diesem Trend anschließen.

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5 Kommentare zu US-Bürgermeister setzen ein Zeichen und lassen sich in Bitcoin bezahlen

  1. „Die Bürgermeister mehrerer US-Städte, darunter New York“ – New York ist keine Stadt.

  2. lustig – das wäre dann ja mindestens NYC‘s zweiter Anlauf, nachdem korrupte Regulatoren die einst dort boomende Industrie erfolgreich systematisch aus der Stadt gejagt haben. Olaf Scholz versucht es für ganz Deutschland ja gerade genauso (also alles schön totzuregulieren), irrt seinen gescheiterten Vorbildern nur verzweifelt fünf Jahre hinterher.

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