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Großbritannien plant ein „globaler Hub für Krypto-Assets“ zu werden – und bereitet regulatorische Stellschrauben dafür vor

Großbritanniens Finanzminister Rishi Sunak. Bild von Ministry of Housing via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Großbritannien möchte sich mit einer Reihe von geplanten Gesetzes- und Regulierungsänderungen als globales Zentrum der Krypto-Branche aufstellen – erklärt Finanzminister Rishi Sunak. Damit dürfte er bei der europäischen Krypto-Branche offene Türen einrennen.

Großbritannien kündigt eine Reihe von Maßnahmen an, die das Land zum „globalen Hub für Cryptoasset-Technologien und -Investments“ machen soll. Dies erklärte Finanzminister Rishi Sunak persönlich. Er möchte „die Unternehmen von morgen – und die Jobs, die diese schaffen – hier in Großbritannien“ haben und darum „effektiv regulieren, so dass sie das Vertrauen haben, um langfristig planen und investieren zu können.“

Detailreicher erklärte John Glen, Wirtschaftssekretär der Schatzkammer in einer Rede am „Innovate Finance Global Summit“, was die Regierung plant.

Von Bitcoin oder anderen Kryptowährungen ist dabei allerdings keine Rede. Im Fokus stehen Stablecoins, DeFi und NFTs.

Stablecoins können, wenn sie richtig reguliert werden, eine effiziente Zahlungsmethode sein und die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher erhöhen. Daher plant die Regierung, Stablecoins in die Regulierung von Zahlungsmitteln zu integrieren und die Umstände zu schaffen, damit sowohl Herausgeber von und Dienstleister um Stablecoins im Vereinigten Königreich operieren können.

Indem die Regierung das Potenzial dieser Technologie anerkenne und reguliere, so John Glen, können sie gewährleisten, dass das Finanzsystem stabil und reguliert bleibe, während Verbraucher die neuen Technologien zuverlässig und sicher verwenden können.

Darüber hinaus kündigte Glen an, dass Großbritannien proaktiv die transformativen Vorteile der „Distributed Ledger Technology (DLT)“ für die britischen Finanzmärkte erkunden werde. So ermögliche DLT – was vor allem ein anderer, weniger vorbelasteter Begriff für Blockchain ist – Daten auf dezentrale Weise zu synchronisieren und zu teilen und damit die Effizienz, Transparenz und Zuverlässigkeit zu stärken.

Die Regierung möchte zudem eine „Sandbox“ (Sandkasten) gründen, in der Unternehmen experimentieren können, um innovativ die Infrastruktur-Dienstleistungen aufzubauen, die den neuen Märkten unterliegen. Ein Forschungsprogramm soll erkunden, wie DLT als Instrument der Ausgabe und Verwaltung von Staatsschulden dienen kann.

Einhergehen soll dies mit einer Optimierung des britischen Steuersystems. Die Regierung lotet noch aus, wie dieses die weitere Entwicklung des Kryptomarktes in Großbritannien befördern kann. Ein Thema dabei sind auch DeFi-Kredite und wie diese steuerlich zu behandeln sein werden.

Darüber hinaus hat Rishi Sunak die Royal Mint genannte Münzprägeanstalt der Landes damit beauftragt, noch in diesem Sommer ein NFT (Non-Fungible Token) herauszugeben.

So gut wie alle Maßnahmen sind bisher Ankündigungen. Ob und wie die Realität ihnen folgt, wird noch zu sehen sein. Dennoch ist das Signal, das Großbritannien damit an die Krypto-Branche sendet, kaum zu überhören: Ihr seid willkommen, und wir werden euch nicht in die Arme fallen, sondern euch durch eine Regulierung mit Augenmaß unterstützen.

Die vom „Regulierungschampion“ EU mit immer neuen Auflagen und schwer vorherzusehenden Verbotsphantasien geplagte Krypto-Branche wird dieses Angebot aufmerksam wahrnehmen.


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1 Kommentar zu Großbritannien plant ein „globaler Hub für Krypto-Assets“ zu werden – und bereitet regulatorische Stellschrauben dafür vor

  1. Na denn Prost auf den dursichtigen Bürger. Je mehr Bürger, je dursichtiger. Sonst kann die Sache vom Staat nicht kontrolliert werden. Habe 2 Enkelchen, denen werde ich was erzählen können.

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