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Celsius-Netzwerk steht vor Pleite – und der Krypto-Markt brennt mit

Bild von Roman Piera via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Das Celsius-Netzwerk (CEL) stoppt Auszahlungen der Kunden. Die Online-Wallet, die Zinsen auf Bitcoin, Ether, Stablecoins und andere Token bezahlt, steht offenbar vor der Insolvenz. Dies strahlt so stark auf den gesamten Markt aus, dass auch diese Woche mit zweistelligen Verlusten anbricht.

Ein Bärenmarkt ist erst echt, wenn es Pleiten und Insolvenzen gibt. Der Kollaps von Terra (LUNA) war ein guter Anfang, aber er hat den Hunger der Bären nach Blut und Verzweiflung noch nicht gestillt.

Mit Celsius bahnt sich nun der nächste große Bankrott an. Zumindest wenn man einen Bankrott so versteht, dass ein Unternehmen nicht mehr in der Lage ist, ausstehende Verbindlichkeiten zu bedienen.

„Wegen der extremem Markt-Umstände kündigen wir heute an, dass Celsius alle Auszahlungen, Swaps und Transfers zwischen Accounts aussetzt,“ erklärt die Plattform, „Wir tun dies, um Celsius in eine bessere Position zu setzen, langfristig den Auszahlungspflichten nachzukommen.“

Das Celsius-Token CEL ist ziemlich heftig eingebrochen, wenn auch nicht unbedingt über Nacht.

Der Kursverlauf des Celsius-Token im Jahr 2022 nach coinmarketcap.com

Vom Höhepunkt aus, im Sommer letztes Jahr bei knapp 6 Euro, bleibt kaum etwas übrig – nur 19 Cent. Nur wenige Token sind so rapide und kontinuierlich gefallen. Der Vertrauensverlust in Celsius baut sich seit Monaten auf.

CeFi mit mehr als 20 Milliarden Dollar unter Kontrolle

Celius ist ein sogenanntes „CeFi“, ein Centralized Finance, also ein fast normaler Finanzdienstleister.

Es handelt sich um eine Online-Wallet, auf der man Kryptowährungen und Stablecoins speichern kann. Das Besondere: Man kann die Coins verzinsen, entweder durch Staking oder indem man sie verleiht. So konnte man passiv 5-17 Prozent Zinsen erwirtschaften.

Ein solches Programm funktioniert sehr gut in einem Bullenmarkt der steigenden Preise. Daher wuchs Celsius auch rasant. Im Sommer 2021 verwaltete die Plattform für fast eine Million User mehr als 20 Milliarden Dollar in 43 Kryptowährungen.

Problematisch wird das Geschäftsmodell aber, wenn sich die Märkte wie derzeit zusammenfalten. Wenn alle Verluste machen, wird es schwer, Zinsen abzuräumen. So sanken die Assets unter Kontrolle von Celsius bis Mai auf nur noch 12 Milliarden Dollar, während der Betrieb, zumindest formell, weiterging wie zuvor.

Wende in fünf Tagen

Schon der Zusammenfall von Terra war eine Herausforderung. Als der auch auf Celsius verfügbare Coins kollabierte, kamen Gerüchte auf, dass die Plattform ihre User ungefragt mit dem „HOLD-Mode“ beglückte, der Auszahlungen erschwerte und verzögerte.

„Über die letzten Wochen hin hat die gesamte Krypto-Community eine herausfordende Zeit durchlebt,“ gab die Plattform vor fünf Tagen zu. Doch der HODL-Mode, versicherte sie ihren Usern, sei einzig dafür da, „die Konten der User zu schützen, mit der Regulierung konform zu gehen und rechtliche Anforderungen zu erfüllen.“

Celsius erkärte, dass viele Misinformationen über das Unternehmen gestreut wurden. „Sie versuchen, zum Beispiel, Celsius mit dem Kollaps von Luna in Verbindung zu bringen und behaupten irreführenderweise, dass Celsius dadurch signifikante Verluste gemacht hat.“ Dies sei falsch. Celsius habe das Problem mit UST und Luna frühzeitig erkannt und rasch gehandelt, um die Kunden zu schützen.

Heute hat Celsius die Auszahlungen gestoppt. Was ist in den letzten fünf Tagen passiert? War die Versicherung der Kunden auf dem Blog nur heiße Luft, durch die Celsius retten wollte, was (nicht mehr) zu retten war? Gab es einen Plan, die Liquidität herzustellen, der nun gescheitert ist? Oder stürzte ein weiterer, äußerer Anlass Celsius in die Insolvenz?

Man kann an dieser Stelle fast nur spekulieren. Es gibt wenig konkrete, öffentliche Hinweise darauf, was genau geschah.

sETH != ETH

Unter Umständen spielte die Wechselwirkung mit einem anderen Token ein Schlüsselrolle.

Celsius hält Berichten zufolge etwa eine Million Ether, von denen knapp ein Drittel gestaked werden. Das bedeutet: Sie sind in einem Smart Contract eingefroren, in dem sie Zinsen erwirtschaften, aber erst wieder liquide werden, wenn ETH2 vollständig aktiv ist. Wann genau das ist, weiß derzeit noch keiner so richtig.

Um den Usern zu erlauben, dennoch über die gestakten Ether zu verfügen, geben manche Staking-Pool Token heraus, die durch die gestakten Ether gedeckt sind und den Wert zu Ether 1:1 abbilden sollen. Im Falle von Lido, dem von Celsius verwendeten Staking-Pool, waren dies die sETH.

Lido verwaltet etwa ein Drittel der gut 12 Millionen gestakten Ether. Daher ist es nicht ganz unwichtig, dass die rund 4 Millionen sETH-Token die Parität zu Ether halten. Dafür sorgen in der Regel Liquiditätspool, wie bei der DeFi-Plattform Curve.Fi. Doch eben diese Pools haben im Laufe der letzten Woche das Gleichgewicht verloren. Die sETH verloren die Parität und sanken auf etwa 0,94 Ether.

Für Celsius war dies ein Problem: Die Coins, in denen User ihre verzinsten Ether auszahlen konnten, waren plötzlich weniger wert als die Ether. Anstatt mehr bekamen sie weniger, und Celsius schlitterte womöglich in Probleme, Auszahlungsanforderungen zu bedienen.

Aber inwieweit das tatsächlich relevant war, ist schwer zu sagen. Vielleicht war es der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Eine Plattform wie Celsius ist so sehr mit dem kompletten Ökosystem verflochten, dass es von jeder Bodenwelle erschüttert wird, über die der Bärenmarkt zwingendermaßen poltert. Vielleicht ist es, nach mehreren großen und kleinen Unfällen, nun schlicht am Ende seiner Reserven angelangt.

Tether: Immer irgendwie dabei

Aber auch andersherum ist die Verflechtung zu spüren: Wenn Celsius fällt, fallen andere mit. Man kann in einem extrem vernetzten Ökosystem nicht einfach einen 12-Milliarden-Dollar-Akteur herausschneiden und hoffen, dass es niemanden betrifft.

Wie so oft richten sich die Spekulationen gegen Tether, die Herausgeberin der berüchtigten, aber immer noch dominierenden Stablecoins USDT. Tether ist mehrfach mit Celsius verflochten: Zum einen hat Tether in das Startup investiert, zum anderen hat es ihm etwa eine Milliarde USDT geliehen.

Diese Verbindung war schon früher Anlass zu Mutmaßungen, dass Celsius die ausgezahlten Zinsen nicht wirklich verdient, sondern durch aus heißer Luft geschöpften USDT bezahlt, während Tether froh ist, einen Abnehmer für Tether zu finden und durch die Kredite die Bilanzen aufzuhübschen. Ist ja auch zu verlockend: Tether erzeugt USDT für nichts, und bekommt dafür Verbindlichkeiten, die zu Eigenkapital werden, wodurch sie mehr Deckung für mehr USDT haben, und so weiter.

Für Tether ist die mutmaßlichen Insolvenz von Celsius immerhin wichtig genug, um eine Pressemitteilung herauszugeben. Die Ereignisse seien „ein unglückliches Resultat von Marktvolatilität und extremen Marktbedingungen.“ Tethers Investment-Portfolio beinhalte auch ein Investment in das Unternehmen, doch dies sei nur ein sehr kleiner Anteil des Eigenkapitals, und es gebe „keine Korrelation zwischen diesem Investment und unseren eigenen Reserven“. Auch die Kredite an Celsius seien überkollateralisiert gewesen und haben daher keinen Einfluss auf die Reserven.

Zu diesem Zeitpunkt gibt es wenig Gründe, dies zu bezweifeln. Tether ist einfach zu groß, als dass Celsius es ohne andere Faktoren mit sich ziehen kann. Ein Wal mag ein Schlauchboot in die Tiefe reissen können; ein Karpfen kann es nicht.

Nuri: Berliner Krypto-Startup mitbetroffen

Unangenehmer könnte es für andere Unternehmen werden, darunter auch das Berliner Startup Nuri (ehemals Bitwala). Dort dürfte man die Nachrichten rund um Celsius mit einer Mischung aus Beunruhigung und Panik verfolgen.

Nuri bietet Kunden an, Bitcoins in eine Art Sparbuch zu legen, um für sie Zinsen zu bekommen. Im Backend verwendet Nuri aber die Celsius-API – die Bitcoins liegen effektiv in der Wallet von Celsius und sind damit ebenfalls von der Auszahlungssperre betroffen. Wenn es zum Zahlungsausfall von Celsius kommt, können Nuri-Kunden ebenfalls betroffen sein.

Ein Mitarbeiter bestätigt dies. Man stehe bereits in Verhandlungen mit Celsius, um die Coins der Kunden so schnell wie möglich wieder aus den Wallets zu kriegen, und man habe das Sparprodukt für Neukunden bereits deaktiviert.

Nexo: Kippt als nächstes – oder wird Marktführer

Ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen sind Anbieter vergleichbarer Produkte. Sie sind denselben ungünstigen Marktumständen ausgesetzt, und mit dem Zusammenbruch von Celsius drohen sie auch das Vertrauen der Kunden zu verlieren.

Der nach Celsius größte Anbieter ist Nexo, ein Startup, dass im Baltikum gegründet wurde aber aus regulatorischen Gründen in der Schweiz registriert ist. Wie Celsius erlaubt Nexo es, Kryptowährungen und Stablecoins bzw. Fiat-Währungen einzuzahlen, zu tauschen und zu verzinsen.

Im Großen und Ganzen scheint Nexo allerdings etwas konservativer vorzugehen als Celsius. Es gibt etwas weniger Coins, Nexo kümmert sich stärker um Bankeinlagen, etwa in Euro, und hat einen Teil der Einlagen auch versichert. Das Unternehmen sei, erkärt es auf Twitter, „in einer starken Liquiditäts- und Eigenkapitalsposition“, was ein Echtzeit-Audit bestätige: Die beinah 6,2 Milliarden Dollar, die Kunden bei Nexo eingelegt haben, seien zu mehr als 100 Prozent gedeckt.

Tatsächlich steht Nexo den eigenen Angaben zufolge so gut da, dass es anbietet, einige Assets von Celsius zu kaufen, etwa kollateralisierte Darlehen inklusive der Assets, die sie decken, aber auch die Marke und die Kundendatenbank. Dies könne helfen, wieder Liquidität für die Kunden von Celsius zu schaffen.

Allerdings scheint dies die Panik, die auch auf Nexo überschwappt, nicht wirklich aufhalten zu können. Es gibt bereits Berichte darüber, dass sich Auszahlungen auf Nexo verzögern, was eventuell an einem gestiegenen Bedürfnis der User liegt, ihre Werte von solchen Plattformen zu entfernen.

Auch das Nexo-Token (NEXO) hat heute bereits um rund 25 Prozent nachgegeben, womit es im Lauf dieses Jahres zwischen 60 und 75 Prozent verloren hat. Verglichen mit CEL sind diese Verluste zwar noch ziemlich moderat, aber wie Celsius dürfte das Geschäftsmodell von Nexo durch den fortgesetzten Bärenmarkt unter großem Druck stehen.

Kursverlauf des Nexo-Tokens im Jahr 2022 nach coinmarketcap.com. Nicht eben gut – aber weit ab von der Tragödie des CEL-Tokens.

Wenn Nexo die kommenden Monate übersteht, könnte es jedoch vom Kollaps von Celsius insoweit profitieren, als es nun zum Marktführer in seinem Bereich wird.

Bitcoin und Ether fallen mit

Insgesamt zieht sich der Einsturz von Celsius über das ganze Ökosystem. Der Bitcoin-Preis ist in den letzten 24 Stunden um mehr als 12 Prozent, der von Ethereum sogar um mehr als 16 Prozent abgerauscht. Diese dritte Welle des Abverkaufs seit April hat Bitcoin auf etwa 23.000 Euro und Ethereum auf weniger als 1.200 Euro gedrückt.

Der Preis von Bitcoin in Euro im 3-Jahres-Chart nach Bitcoin.de

Der Bitcoin-Preis ist damit so tief, wie er zuletzt Ende 2020 lag und nur noch etwa 4.000 Euro über dem Allzeithoch der letzten Blase Ende 2017; der Ethereum-Preis ist zwar etwa auf dem Stand Anfang 2021, aber bereits ein Stückchen unter dem Höhepunkt der Blase Ende 2017; und die Anzahl der Einhörner, also der Kryptowährungen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde Dollar, sinkt auf 41, so viel wie zuletzt im Februar 2021.

Dies alles sind einige Zeichen dafür, dass der Markt im Begriff steht, sich zu normalisieren. Die Kurse sind eingebrochen, und es gab Ketteneffekte, bei denen der einen Kollaps zur Ursache des nächsten wurde. Wenn die Infektionskette damit vorbei ist, könnte es von hier aus zu einer Marktberuhigung kommen. Aber vielleicht kommt das dicke Ende erst noch.


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8 Kommentare zu Celsius-Netzwerk steht vor Pleite – und der Krypto-Markt brennt mit

  1. schon erstaunlich wie man überhaupt Coins verlieren kann, die man den Usern schuldet ?!
    Also ich meine Celsius hätte doch lediglich nur gesicherte verzinste Kredite ausgeben (die zwangsliquidiert werden, wenn der Kurs zu stark schwankt) und Staking nutzen müssen, um risikolose Zinsen zu erwirtschaften. Jegliche Marktschwankungen wären dabei völlig egal.

    Die Hintergründe was Celsius sonst so gemacht hat, wo man tatsächlich Coins verlieren kann, würden mich interessieren. Und der nächste/andere Anbieter dieser Art sollten, wenn sie risikofreudige Produkte anbieten wollen, definitiv zwischen den Anlageprodukten differenzieren und die Kunden darüber genaustens aufklären. Wundert mich, dass alles überreguliert wird, aber sowas nicht (wobei Celsius selbst ja aus regulatorischen Gründen in Deutschland nicht verfügbar war, aber über Nuri eben doch, obwohl Nuri nichts an Sicherheit oderso beigetragen hat… komisch).

    Soweit ich weiß macht zb. binance.com es richtig, da gibt es verschiedene Earn Produkte, von denen 2 oder 3 eine sichere Sache sind, da kann man nichts verlieren, die Coins können halt nur wie üblich an Wert verlieren. Und bei anderen Produkten muss und kann man sich die Risiken durchlesen und dagegen entscheiden sie zu nutzen.

    • Interessant auch, ob hier was dran ist:

      https://watcher.guru/news/celsius-token-moved-320-million-liquidity-to-ftx-after-pausing-withdrawals

      Könnte eine Antwort auf die Frage sein…

    • Ich habe ganz ehrlich kein Verständnis für Menschen, die ihre Coins irgendeinem dubiosen Broker / Finanzinstitut anvertrauen um ein paar Prozent APY zu bekommen. Not your Keys, not your Coins. Bei Bitcoin ging es darum, diese zentralen Finanzinstitute obsolet zu machen, wobei die in den allermeisten Fällen seriöser sein dürften als ihre Crypto-Pendants, die Wirecards sind da eher die Ausnahme, bei Crypto eher die Regel und genießen dazu auch keine Rettungsschirme.

      Auch Binance würde ich nicht vertrauen und meine Coins nur so lange wie nötig in deren Custody lassen, sicher nicht über Monate oder Jahre und sicher nicht verleihen, damit sie andere shorten können. Binance hat übrigens angekündigt, USDT aus den Futures zu nehmen, scheinbar sinkt deren Vertrauen in Tether auch… Der Bitcoin Mempool füllt sich, Panikverkäufe und wahrscheinlich zum Teil auch Flucht von Börsen, Binance konnte mehrere Stunden keine Bitcoin Auszahlungen vornehmen. Man möge sich nicht vorstellen, was passiert, wenn Microstrategy in den Margin Call kommt und liquidiert werden sollte, da sie einen großen Teil ihrer BTC auf Pump gekauft haben und die Kommunikation, wann die Liquidierung erfolgen sollte, ist mehr als dürftig. Deren CTO hat mal etwas von 21k USD gesagt, Saylor hingegen behauptet, dass es 3k seien. 21k wären schon ziemlich gefährlich nahe und sollten die 130k Coins dann von den Banken auf den Markt geworfen werden, sehen wir schnell 16k USD oder sogar 10k.

      • Serpens66 // 14. Juni 2022 um 4:08 //

        Leider ist man wegen der Regulierer in Deutschland dazu gezwungen seine Coins für Staking wem anders anzuvertrauen. Denn wenn man es selbst macht ist man direkt gewerblich. Ich selbst stake über rocketpool meine ETH, ich vermute das ist sicherer als bei einer Börse, aber sicher sein kann ich mir nicht sein =/

        binance Earn Staking und savings ist ansonsten definitiv sinnvoller, als die anderen Earn Produkte von binance oder Celsius. Denn bei den meisten dieser Produkte ist es wie bei Terra im wahrsten Sinne des Wortes vorprogrammiert, dass das irgendwann zusammenbricht. Bei Staking und Savings sollte es, wenn ich nichts überlesen habe, es nur das übliche Risiko von binance geben, aber kein zusätzliches.

        Ist und bleibt also eine Risikoabwägung, die jeder für sich selbst treffen muss, nur ist den meisten der Unterschied des Risikos zwischen den erwähnten Produkten nicht klar, das ist locker Faktor 100 oder mehr.

      • Kranich // 14. Juni 2022 um 8:59 //

        @Serpens66
        Ich bin zwar kein Steuerfachmann, aber schaue mal unter Cold Staking nach. Damit kann man seine Coins von einer Wallet (z.B. auch Hardware-Wallet) an eine Staking Node (z.B. einen Staking Pool) delegieren ohne dabei die eigene Hoheit über seine Coins abzugeben.
        z.B. https://particl.news/guide-setting-up-particl-cold-staking-f5d9073bac4/

  2. Hey Christoph,

    was denkst du über einen Artikel zu stETH und anderen Projekten dieser Art? (zb auch rETH bzgl Steuersparmodell).
    Da gibt es sicherlich sehr viele spannende Dinge (zb auch die Zentralisierungsgefahr bei POW mit sovielen gestakeden ETH in der Hand von Lido).

    Aber vorallem könntest du dabei dann auch genauer beleuchten, ob es wirklich ein Problem darstellt, wenn stETH kurzfristig oder gar langfristig einen geringeren Marktpreis haben, als ETH. Denn sofern jeder stETH durch 1 ETH im neuen POW-System gedeckt ist, die stETH also nicht einfach so erzeugt werden, ist es völlig egal was der marktübliche Wechselkurs von stETH zu ETH ist (genauso bei allen anderen Token dieser Art). Die Abweichung der Kurse kommt einfach dadurch zustande, dass die Leute ihre ETH verkaufen wollen, diese aber in POW feststecken. Also nehmen sie einen Abschlag beim Verkauf ihrer stETH in Kauf. Und da die ETH ja im POW System stecken, gibt es auch keine Arbitragemöglichkeit um die Kurse wieder anzugleichen. Es kann nur begrenzt viel Kapital die Abweichung auffangen, weil dieses Kapital dann ja auch in POW feststeckt.
    Dh. allein dieser Mechanismus kann keinerlei negative Folgen haben. Bei Celsius wäre höchstens denkbar, dass die Kunden ETH eingelegt haben und Celsius ohne deren Wissen diese ins Staking gepackt hat und daher nun die ETH bis zum Merge nicht mehr auszahlen kann. Aber selbst dann könnten sie den Kunden stattdessen stETH zurückgeben, also kein Grund für eine Insolvenz. Aber natürlich traue ich Celsius zu noch mehr komische Dinge gemacht zu haben.

  3. @Serpens66
    „Leider ist man wegen der Regulierer in Deutschland dazu gezwungen seine Coins für Staking wem anders anzuvertrauen. Denn wenn man es selbst macht ist man direkt gewerblich. “

    Hast du dafür eine Quelle? Kann ich mir schwer vorstellen. Dachte immer es kommt nur auf die Gewinnerzielungsabsicht an um gewerblich zu handeln?
    Wo soll denn der Unterschied zwischen custodial und non-custodial liegen? Bei beiden willst du deine Coins/Token vermehren.

    Ich frage mich das auch, vor dem Hintergrund, dass ja die Spekulationsfrist von 10 Jahren beim Staking in DE gekippt wurde. Also man kann Staken und wenn man die „Einlage“ länger als 1 Jahr hält ist es bei Verkauf steuerfrei.
    ABER eben nur bei nicht gewerblichem handeln…

    Ich muss mir echt mal nen Steuerberater suchen, der mir das erklärt. Leider sind die Experten hier vor Ort auf Unternehmen spezialisiert. Als Privatmann nehmen die mich nicht…

  4. @serpens66 & Camel
    Die aktuellen Pleiten / Liquidierungen kommen doch nur von der klassischen Gewinnerzielungsabsicht (auch Gier genannt) der meisten Teilnehmer, sie sind weit entfernt von den Idealen, die das Whitepaper und die frühe Community geeint hat.

    Wer Bitcoin/Crypto als Finanzprodukt sieht, kann gleich Hex kaufen. Wir hatten 2008/2009 kein Problem mit fehlenden Finanzprodukten, wir hatten eines mit zu vielen undurchschaubaren. Dazu würde ich aktuell auch 99% der DeFi Projekte zählen und wenn man am Ende seine Keys aufgibt und in Custody stellt, kann man auch Lotto spielen. Letzteres ist zu >99% ein Totalverlust, aber zu <1% immerhin ein richtiger Gewinn statt der versprochenen paar Prozent bei irgendwelchen Ponzis.

    Ich werde am Montag 19 Uhr zum ersten Mal ein deutschsprachiges Twitter Space veranstalten, falls jemand Lust hat, kann er joinen, mein Twitter Nick ist mein Nachname. Da könnt Ihr mich zu allem befragen, zu fast allem auch eine persönliche Antwort bekommen 😉

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