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Wie die BRICS-Staaten versuchen, vom Dollar wegzukommen

Samarkand, die wunderschöne Hauptstadt Usbekistans. Bild von Digital Aestetica via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Der Dollar ist das globale Maß aller Dinge. Ländern wie Russland und China ist das seit langem ein Dorn im Auge. Beschleunigt Russlands Krieg gegen die Ukraine die De-Dollarisierung? Und welche Rolle können Bitcoin und Kryptowährungen dabei spielen?

„Es werden Möglichkeit und Aussicht diskutiert.“

Das sagte Pawel Knyzew Ende September im usbekischen Samarkand. Diskutiert werden Möglichkeiten, „eine gemeinsame einheitliche Währung aufzusetzen, die auf einem Korb an Währungen der BRICS-Länder basiert.“

Knyzew sagte dies am Gipfeltreffen der Shanghai Cooperation Organization (SCO). Noch nie zuvor war ein Riss im Weltwährungssystem so deutlich, und noch nie wurde die De-Dollarisierung des Welthandels so greifbar.

Zur SCO gehören China, Indien, Iran, Kasachstan, Kirgisien, Pakistan, Russland, Tadschikistan und Usbekistan. Sie allein vertritt 40 Prozent der Weltbevölkerung. Dazu kommen noch die BRICS-Staaten Brasilien und Südafrika, sowie die mit den BRICS verbundenen Länder und Beitrittskandidaten: Bangladesh, Ägypten, Vereinigte Arabische Emirate, Uruguay, Argentinien, Mexiko, Nigeria, Sudan, Syrien, die Türkei und Venezuela.

Im Prinzip handelt es sich um die ganze Welt außer dem „Westen“. Und dieser Teil der Welt strebt offenbar danach, vom Dollar wegzukommen.

Unser Artikel

Wir werden in diesem Artikel die „De-Dollarisierung“ ausloten. Wir werden

  • zeigen, wie Russland, China und andere Staaten versuchen, die Abhängigkeit vom Dollar zu reduzieren,
  • ergründen, auf welche Hindernisse sie dabei stoßen, und
  • darüber nachdenken, welche Rolle Bitcoin und Krypto spielen können.

Zuerst aber geht es um die Sache, von der alle weg wollen: um den Dollar.

Das Maß aller Dinge

Der Dollar dominiert den internationalen Handel. Wenn man international über Preise redet, redet man gewöhnlich über Dollar.

Im Grunde ist der Dollar das einzige echte Geld der Welt. Denn er allein erfüllt diese eine, elementare Eigenschaft von Geld, über die Philosophen und Ökonomen aller Zeiten einig sind: Geld ist ein Maß. So wie ein Meter die Länge, ein Kilo das Gewicht oder eine Stunde die Zeit misst, misst Geld den Wert.

Was der „Wert“ ist, ist wiederum Gegenstand ewiger Diskussionen. Ich mag die Formulierung von Christian Wolff, der den Wert eine „erdichtete“ oder „moralische Größe“ nannte.

Für eine lange Zeit waren Edelmetalle das Maß aller Dinge. All die „Währungen“ – Shekel, Solidus, Gulden, Taler, Pfennig, Groschen und so weiter – verkörperten lediglich eine bestimmte Einheit Gold oder Silber. Sie waren nicht das Maß, sondern das Maßband. Sie dienten als Interface für Edelmetalle.

Wir der Dollar zum Maß aller Dinge wurde

Im Prinzip blieb Gold bis 1971 das Maß aller Dinge. Dann übernahm der Dollar diese Stellung.

Der Dollar hat sich diese Funktion erschlichen. Eigentlich war er, wie jede andere Währung auch, nur ein Interface für Gold. Im System von Bretton Woods, das die monetäre Nachkriegsordnung definierte, monopolisierte der Dollar diese Interface-Funktion. Er blieb gegen eine bestimmte Menge Gold konvertierbar, doch die anderen Währungen, Franc, Yen, Mark, Pfund, Lira und so weiter, waren innerhalb eines Korridors an den Dollar gebunden.

Der Dollar war das Interface für Gold, die anderen Währungen das Interface für den Dollar.

1971 kappte US-Präsident Richard Nixon die Goldbindung des Dollars. Das System von Bretton Woods löste sich auf. Alle Währungen wurden frei konvertierbar.

Doch der Dollar erhielt seine Stellung. Er war ein Interface geworden, das kein Backend mehr hatte, aber dennoch funktionierte. Er blieb die einzige echte globale Recheneinheit, jede andere Währung war weiterhin ein Interface für den Dollar.

Man sieht das auf den Kryptomärkten. Alle Kurse orientieren sich am Dollar, alle relevanten Stablecoins laufen auf Dollar. Krypto hat den Dollar nicht geschwächt, sondern gestärkt. Andere Währungen sind nicht nur schwächer. Sie spielen schlicht keine Rolle.

Die Folgen der Dollar-Dominanz

Die Sonderrolle des Dollars bringt den USA einige entscheidende Vorteile.

Zum einen haben die USA ein exklusives Exportgut: Sie können Geld ausführen, welches die Federal Reserve kostenlos drucken kann.

Denn Dollar sind die Weltwährung. Sie verkörpern eine universelle Kaufkraft. Mit ihnen kann man jeden Import aus dem Ausland bezahlen. Daher besteht eine unerschöpfliche Nachfrage nach Dollar. Die USA können quasi jedes Gut importieren und dafür Papier bezahlen. Dies zementiert ihre ökonomische Vormachtstellung.

Zum anderen können die USA Kontrolle ausüben. Eine Handvoll Dollarbanken bildet den Flaschenhals der Weltwirtschaft. Durch sie können die USA Finanzsanktionen weltweit durchsetzen. Wer nicht spurt, muss fürchten, von den Blutadern des Welthandels abgeschnitten zu werden.

Und schließlich wird die US-Zentralbank Fed zur globalen Zentralbank. Wenn sie die Zinsen erhöht oder senkt, beeinflusst das die gesamte Weltwirtschaft. Die aktuelle Zinserhöhung der Fed hat fast jede andere Währung abgewertet. Sie zwingt die anderen Länder, nachzuziehen.

Dies stößt manchen Staaten übel auf. Länder wie der Iran, Venezuela, Nordkorea und Russland leiden unter den US-Sanktionen. Zugleich dürften Großmächte wie China oder Russland wenig erfreut sein, dass die USA mit dem Dollar ein fast unerschöpfbares Exportgut hat.

Mit dem Krieg von Russland gegen die Ukraine und den Finanzsanktionen des Westens erreichte das Problem mit dem Dollar eine neue Brisanz.

Versuche einer De-Dollarisierung

Die Ansage von Knyzew im usbekischen Samarkand war nicht der erste Versuch, den Dollar vom Thron zu stoßen.

Schon 2009 überlegten die BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, Regierungsbonds und Währungen auszutauschen. Dies sollte die Abhängigkeit vom Dollar als Devise verringern und den BRICS ermöglichen, sich gegenseitig in eigenen Währungen anstatt Dollar zu bezahlen.

Doch zunächst geschah nicht viel. Erst 2014, nachdem Russland 2014 die Krim annektiert hatte, bewegte sich etwas: Präsident Putin kündigte an, Öl und Gas gegen Rubel anstatt Dollar zu verkaufen.

Doch auch danach geschah – wenig. Noch 2022 war der Handel ohne Dollar unüblich. Daher bettelte Putin die „befreundeten Staaten“ geradezu an, Importe aus Russland mit Rubel zu bezahlen, alternativ auch mit Gold oder Kryptowährungen, und versprach, Importe in hiesigen Währungen, wie Yuan, Rupie und so weiter, zu begleichen.

Offenbar musste die Reserve Bank of India (RBI) dafür jedoch noch im Sommer 2022 die Voraussetzungen schaffen. Hier geht es wohl um alternative Zahlungssysteme, für welche Indien, China und Russland Angebote bereitstellen. Seitdem ist es wohl möglich, dass russische Ölimporte mit Rubel und indische Medikamente mit Rupien bezahlt werden.

Gelöst wäre damit aber nur ein Teil der Abhängigkeit – der von den Dollar-Banken. Der Dollar bleibt jedoch das Maß aller Dinge. Er ist weiterhin die Recheneinheit, wenn Indien Öl in Dollar oder Russland Medikamente in Rupien bezahlt.

„Beijing Woods“: Auf dem Weg zu einer eigenen BRICS-Reservewährung

Wer die Abhängigkeit vom Dollar wirklich brechen will, braucht eine alternative Rechnungseinheit.

Einen vorsichtigen Schritt in diese Richtung gingen die BRICS bereits 2015: Sie gründeten das Contingent Reserves Arrangement (CRA). Mit diesem verpflichteten sie sich dazu, einen 100-Milliarden-Dollar-Reservepool einzurichten.

Die treibende Kraft hinter dem CRA ist China. Daher wird die Initiative auch „Beijing Wood“ genannt.

Der 100-Milliarden-Pool soll es ermöglichen, Währungsswaps auszuführen und damit unkompliziert Liquidität zu schaffen, wenn ein BRICS-Staat in Zahlungsschwierigkeiten schlittert. Doch als es ernst wurde, versagte das System.

Im Juni kam Russland in den Zahlungsverzug. Das CRA konnte jedoch nicht einspringen. Denn Russland war effektiv aus dem Arrangement geflogen.

Der Grund: Die Währungsswaps basieren weiterhin auf dem Dollar als Scharnier. Eine Präsentation von Südafrika erklärt, dass zu ihnen „gehört, US-Dollar gegen die lokale Währung des Landes zu tauschen, das den Wechsel beantragt hat.“ Die Finanzsanktionen greifen auch hier.

Zugleich enthüllte sich eine bisher verdeckte Nuance der globalen Abhängigkeit vom Dollar. Die am CRA beteiligten Banken hatten das Recht, mit Russland zu kooperieren. Doch sie fürchteten, aus dem Dollarkreislauf ausgeschlossen zu werden.

Es ist für Banken weniger schmerzhaft, nicht mit Russland zu handeln, als den Zugriff auf Dollar-Transaktionen zu verlieren. Daher stellten die am CRA beteiligten Banken die Zusammenarbeit mit russischen Banken ein.

Die Finanzsanktionen ziehen Kreise, die über ihr eigentliches Ziel hinausreichen. So dürfen indische und chinesische Banken weiterhin mit Russland zusammenarbeiten. Doch auch sie setzen die Sanktionen freiwillig um. Keine Bank kann es sich leisten, das Maß aller Dinge zu verlieren.

Eine Korbwährung als Werkanker

Die BRICS planen nun, zum Kern des Problems vorzustoßen. Sie wollen eine alternative Reservewährung aufbauen, welche zu einer neuen Recheneinheit wird.

Dies sagte schon Wladimir Putin im Juni in einer Ansprache ans BRICS Business Forum: „Es wird bereits an der Aufgabe gearbeitet, eine internationale Reservewährung zu schaffen, die auf einem Korb an Währungen unserer Länder basiert.“ Ende September bestätigte dies sein Gesandter Knyzew in Samarkand.

Ein Währungskorb scheint die einzige realistische Version einer alternativen Reservewährung zu sein. Ein einzelnes BRICS-Land – sagen wir, China oder Russland – würde vermutlich selbst unter den BRICS nicht das nötige Vertrauen genießen. Unvorstellbar, dass Indien einen Yuan als neue Wertwährung akzeptiert. Man würde lediglich von der einen in die andere Abhängigkeit treten.

Dabei ist fraglich, ob ein einzelnes BRICS-Land überhaupt stark genug wäre. Denn eine Weltwährung verlangt Stärke und Verantwortung. Stärke, weil ein Maß aller Dinge zumindest einigermaßen stabil bleiben muss, und Verantwortung, weil es sich so gut ausnutzen lässt.

Ein Währungskorb ist eine solide Alternative. Nicht ein einzelnes Land, sondern die BRICS zusammen, also Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, stellen eine Reservewährung. Gemeinsam wären die BRICS die neue USA.

Eine solche, auf einem Korb basierende Währung, hat die besten Aussichten, den Dollar nicht nur aus dem Zahlungsverkehr zu verdrängen, sondern auch eine tatsächliche Rechnungseinheit zu werden. Er könnte das neue Maß aller Dinge werden.

Ob den BRICS dies aber gelingt, ist derzeit noch offen.

Bitcoin und Krypto

Für manche Beobachter ist enttäuschend, dass weder Bitcoin noch eine andere Kryptowährung eine Rolle spielen, wenn Großmächte darüber nachdenken, wie sie die Geldordnung neu verpolen können. Denn Ansätze gäbe es durchaus.

Die naheliegendste Option wäre, schlicht Bitcoin zur Reservewährung zu machen. Durch eigene Miner könnten die BRICS-Staaten damit das Problem der Zensur lösen. Nachdem sowohl Fed als auch Europäische Zentralbank (EZB) die Währungsreserven der russischen Zentralbank eingefroren hatte, wäre dies geradezu notwendig.

Bitcoin als Reservewährung hätte einen weitere Vorteil: Es bestünde keine Sorge, dass einzelne Mitgliedsländer zu mächtig werden oder Missbrauch ausüben. Darüber hinaus dürfte Bitcoin im Westen auf mehr Akzeptanz stoßen als eine BRICS-Währung.

Das Problem ist allerdings wie gehabt die Volatilität. Eine Reservewährung, die am Tag gerne mal 2, 5 oder auch 10 Prozent steigt oder fällt, ist eine unzuverlässige Rechnungseinheit. Und wenn man weiterhin in Dollar rechnet, während man in Bitcoin bezahlt, bleibt der Dollar das Maß aller Dinge. Für den reinen Transfer von Dollar-Werten gäbe es bequemere Methoden als Bitcoin.

Eine wären Stablecoins. Der Transfer wäre ähnlich effektiv und autonom wie bei Bitcoin, doch das Problem der Volatilität wäre beseitigt. Die Länder könnten den Stablecoin halten, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass er seinen Wert zu weit verändert. Ein solcher Stablecoin würde ebenfalls im Westen weithin akzeptiert werden.

Zentralisierte Stablecoins wie Tether- oder Center-Dollar sind allerdings anfällig für Zensur. Daher wären vermutlich dezentrale Stablecoins wie DAI-Dollar besser geeignet. Eventuell könnten die BRICS auch einen eigenen Stablecoin schaffen, der in Dollar denominiert ist, aber durch Gold, Öl, Rubel, Yuan oder Rupien gedeckt ist. Damit könnten die BRICS Dollar schöpfen.

Das führt zu einem aufregenden Szenario: Der Dollar bliebe die Weltwährung, doch die USA hätten nicht länger das Monopol auf seine Erzeugung.

Eleganter wäre freilich, einen neuen Stablecoin zu schaffen, der nicht an den Dollar gebunden ist, sondern an den BRICS-Währungskorb. Auch dies wäre durch Oracles und Smart Contracts problemlos möglich.

Die BRICS-Staaten könnten sogar eine DAO bilden, die die neue Reservewährung herausgibt oder ein Arrangement wie das CRA abbildet. In dem Fall gäbe es keine Akteure, denen man unmittelbar vertrauen muss, und keine Banken, die aus dem System aussteigen können. Der Druck des Dollars würde verpuffen.

Natürlich sind solche Überlegungen futuristisch. Langfristig wird es für eine technologisch fortschrittsfreundliche Menschheit unausweichlich sein, maßgebliche globale Institutionen als DAO abzubilden, ob ein Arrangement für eine Reservewährung, einen Mechanismus zur Liquiditätsschaffung oder eine ganze Organisation wie die UNO. Es wäre zumindest sehr enttäuschend, wenn dies nicht geschähe.

Dass eine solche Wende aber von den BRICS-Staaten ausgehen wird, ist derzeit noch nicht sichtbar.

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5 Kommentare zu Wie die BRICS-Staaten versuchen, vom Dollar wegzukommen

  1. > „Im Grunde ist der Dollar das einzige echte Geld der Welt.“

    Der Dollar ist unbestreitbar Weltwährung, aber sicherlich kein Geld. Um Geld zu sein, müsste er zwingend als langfristiges Wertaufbewahrungsmittel funktionieren. Dies tut er aber ganz offensichtlich sehr schlecht.

    Das einzige echte Geld der Welt ist Gold. Um sich erfolgreich vom Dollar abwenden zu können, werden die Länder ihre Reservewährung (zumindest zum Teil) mit Gold decken müssen. Dies ist vermutlich auch der Grund, warum sowohl Russland als auch China ihre Goldbestände in den letzten 10 Jahren massiv aufgestockt haben.

    Für Bitcoin wäre es natürlich der absolute Durchbruch, wenn man schon einen kleinen Teil als Währungsreserve halten würde. Dafür wäre es aber sicherlich schlauer gewesen, Bitcoin zu akkumulieren und die Miner im Land zu halten.

    • Der Dollar ist unbestreitbar Weltwährung, aber sicherlich kein Geld. Um Geld zu sein, müsste er zwingend als langfristiges Wertaufbewahrungsmittel funktionieren. Dies tut er aber ganz offensichtlich sehr schlecht.

      Ein Geld muss zwingend fungibel und zum Wertetausch geeignet sein, der Werterhalt über hunderte von Jahren ist dabei nicht zwingend.

      Das einzige echte Geld der Welt ist Gold.

      Warum eigentlich? Gold ist weder selten noch irgendwie unersetzbar. Klar, wird immer noch in der Technologie verwendet, aber fast überall ersetzbar. Nur der Glaube / Religion ist eine Erklärung für dessen „Wert“.

      Für Bitcoin wäre es natürlich der absolute Durchbruch, wenn man schon einen kleinen Teil als Währungsreserve halten würde. Dafür wäre es aber sicherlich schlauer gewesen, Bitcoin zu akkumulieren und die Miner im Land zu halten.

      Bitcoin hat mittlerweile tatsächlich eine religiöse Form angenommen, es ist nicht mehr rational. Wie bitte unterstützt man als HODLer die Miner? Ich glaube, (nicht nur) hier verstehen einige überhaupt nicht, was Bitcoin ist und wie es sich weiterentwickeln kann/wird.

      • Michael. // 29. Oktober 2022 um 20:42 //

        Es hat nichts mit Religion zu tun, dass die Menschen seit mehr als 5000 Jahren immer wieder Gold als Geld verwenden, wenn sie nicht gerade staatliche Zwangswährungen nutzen müssen. Der Grund liegt in seinen physikalischen und chemischen Eigenschaften und dass es im Vergleich zu anderen Metallen das seltenste ist. Es erfüllt wie kein anderes Medium zuvor die sechs wesentlichen Eigenschaften guten Geldes: Knappheit, Haltbarkeit, Teilbarkeit, Transportierbarkeit, Fungibilität und allgemeine Akzeptanz.

        Der Wert des Goldes speist sich somit nicht aus irgendeinem „Glauben“ oder seiner industriellen Verwendung, sondern hauptsächlich aus seiner monetären Funktion. Würde es diese bspw. an Bitcoin verlieren, würde der Goldpreis sicherlich deutlich niedriger liegen. Umgekehrt gilt das aber auch für Bitcoin. Wenn es diese monetäre Funktion nicht erlangt, wird er nicht mal sein derzeitiges Kursniveau rechtfertigen können. Ein reines Zahlungsnetzwerk gibt diese Bewertung schlicht nicht her.

        Dass es hinsichtlich Skalierbarkeit und Anreizstruktur für Miner Herausforderungen gibt, ist ja im Prinzip seit Tag 1 bekannt. So zu tun, als müssten beide Herausforderungen schon heute gelöst sein, hat schon etwas Zwanghaftes. Während die BigBlocker mit ihren Projekten BCH und BSV schon fast erbärmlich gescheitert sind, ist die Hashrate gerade wieder auf Allzeithoch, was zeigt, dass die Kompensation der Miner selbst im Bärenmarkt mehr als ausreichend sein muss.

        Von daher lasse ich mal offen, wer den Bitcoin nicht verstanden hat, Du oder die Community, die sich dezentrales, von staatlichem Einfluss losgelöstes und langfristig stabiles Geld wünscht.

  2. Wenn Bitcoin eine Reservewährung werden würde wäre er wesentlich weniger schwankungsanfällig.

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