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Bitcoin-Land El Salvador bezahlt Kredit zurück und verabschiedet Gesetz zu digitalen Assets

Der Izalco, ein Vulkan in El Salvador. Bild von Angela Rucker via wikipedia, Lizenz: Öffentliche Domäne

El Salvador bezahlt Schulden zurück und erhält einen Kredit der lateinamerikanischen CABEI. Die Gefahr eines Staatsbankrotts der Bitcoin-Nation ist damit vorerst vom Tisch. Darüber hinaus hat das Land ein Gesetz über digitale Assets verabschiedet. Damit steht den ersehnten Volcano-Bonds nichts mehr im Wege – und dem Aufstieg zum globalen Finanzzentrum der Krypto-Ökonomie?

Ha! El Salvadors bitcoinbegeisterter Präsident Nayib Bukele jubelt. So gut wie jedes internationale Medium habe den Staatsbankrott seines Landes vorausgesehen, wenn der Zeitpunkt kommt, da seine Regierung ein 800-Millionen-Dollar-Darlehen zurückzahlen muss.

Nun kam der Moment – und El Salvador bezahlt. 800 Millionen Dollar inklusive 23,4 Millionen Dollar Zinsen. „Aber, natürlich fast niemand schreibt darüber“, wettert Bukele, „Sie lügen und lügen und lügen, und wenn ihre Lügen enthüllt werden, schweigen sie.“

Damit ist schon mal das Thema Staatsbankrott erledigt. Viele Beobachter hatten tatsächlich gefürchtet, dass die Bitcoin-Politik von Bukele das Land in den Ruin treibe. Nicht allein, weil der Kauf mehrerer tausend Bitcoins durch die Staatskasse einige Millionen Dollar Verluste einbrachte – sondern vor allem, weil das „Lex Bitcoin“ die Kooperation mit internationalen Geldgebern wie IWF und Weltbank erschwert. Abgesehen von den humanitären Folgen hätte ein solcher Staatsbankrott auch ein schlechtes Licht auf Bitcoin geworfen und vermutlich einen Abschreckungseffekt auf andere Länder gehabt. Es wäre ein enormer Rückschlag auf dem Marsch von Bitcoin zur internationalen Reservewährung gewesen.

El Salvador konnte seine Schulden im Januar bezahlen und steht gut da, auch die künftigen Darlehen zurückzuzahlen. Dabei hilft ein 450-Millionen-Dollar-Kredit, den die Zentralamerikanische Bank für Wirtschaftsintegration (CABEI) dem Land im Dezember 2022 ausgestellt hatte. Der Vorsitzender der CABEI, Dante Mossi, erklärte vor kurzem, warum seine Institution El Salvador vertraue: Die Abhängigkeit von Kryptowährungen sei nach wie vor „minimal“. Trotz der wachsenden Beliebtheit Bitcoins als Zahlungsmittel, sei der Anteil der Bevölkerung, der das digitale Asset nutze, gering.

Ausgerechnet die Tatsache, dass El Salvador noch nicht weit auf dem Weg zur Bitcoin-Nation ist, gibt Präsident Bukele also die finanziellen Reserven, um diesen Weg weiterzugehen. Ein Meilenstein sollen dabei die sogenannten Bitcoin- oder Volcano-Bonds sei: Verzinste Anleihen im Umfang einer Milliarde Dollar, die als Token auf einer Blockchain laufen; die Erträge will die Regierung nutzen, um die geothermische Energie der Vulkane  am Pazifischen Feuerring fürs Bitcoin-Mining abzuzapfen, und um die „Bitcoin City“ zu gründen, eine Sonderwirtschaftszone für Kryptowährungen.

Am 11. Januar hat das Land einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu den Bonds genommen: Es hat ein Gesetz zu Herausgabe digitaler Assets verabschiedet. Dieses Gesetz setzt die Regeln für den Umlauf, Transfer und die Speicherung digitaler Assets, die öffentlich angeboten werden, wie eben die ersehnten Bitcoin Bonds, aber auch Wertpapiere und Altcoins, die in El Salvador damit vermutlich einen vollkommen anderen Status genießen als Bitcoin. Die Herausgeber solcher Assets müssen sich an bestimmte Regeln halten, gewisse Informationen veröffentlichen und demonstrieren, dass sie in der Lage sind, sowohl Cybersicherheit als auch Kundenservice zu gewährleisten.

Die globale Börse Bitfinex schwärmt auf dem Firmenblog von dem Gesetz. Mit ihm positioniere sich El Salvador aktiv „als führendes Finanzzentrum für die globale Bitcoin-Ökonomie, ähnlich zu den Rollen, die gegenwärtig die Schweiz, Luxemburg, Singapur, London oder New York für die herkömmliche Finanzwelt spielen.“

Über Christoph Bergmann (2443 Artikel)
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2 Kommentare zu Bitcoin-Land El Salvador bezahlt Kredit zurück und verabschiedet Gesetz zu digitalen Assets

  1. Sauber Herr Bergmann!
    Sehr positiver Bericht.
    Und nach wie vor meine absolute Hochachtung für Herrn Bukele.
    Die ersten haben es immer am schwersten und Venezuela scheint
    wirklich den Weg zuende zu gehen – Hut ab! Es wird zu unser aller
    Nutzen sein – denke ich 🙂

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