Wie Bidens Krypto-Politik Trumps Chancen stärkt
Der (noch) amtierende US-Präsident Joe Biden. Bild von Gage Skidmore, Titel: Joe Biden. Heruntergeladen von flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0 Deed
Kryptowährungen könnten in der US-Präsidentschaftswahl 2024 zum ersten Mal das Zünglein an der Waage werden. Die harte Haltung der Regierung Biden, die sich in diesem Jahr zuspitzt, wird für Trump zum willkommenen Geschenk.
„Dies ist eine Warnung an den Kongress: Krypto-Holder werden in dieser Wahl gehört werden.“
So schreibt es Mark Cuban, Unternehmer, Investor, Promi, Milliardär und Krypto-Fan. Und tatsächlich sollte man sich auf die unangenehme Tatsache einstellen: Kryptowährungen könnten in der Präsidentschaftswahl im Novemer 2024 zwar nicht das große, entscheidende Thema sein – aber sehr wohl das Zünglein an der Waage.
If @joebiden loses, there is a good chance you will be able to thank @GaryGensler and the @NewYork_SEC
Crypto is a mainstay with younger and independent voters. Gensler HAS NOT PROTECTED A SINGLE INVESTOR AGAINST FRAUDAll he has done is make it nearly impossible for… https://t.co/uBKupxLhS9
— Mark Cuban (@mcuban) May 10, 2024
Und dieses Zünglein an der Waage wird nicht für Joe Biden, sondern seinen Widersacher Donald Trump ausschlagen. Denn die gegenwärtige Regierung demonstriert gegen Kryptowährungen eine Haltung, die nicht nur unnötig hart erscheint, sondern sich auch noch gerade jetzt, im Wahljahr, zuspitzt.
So gilt der von Biden eingesetzte SEC-Kommissar Gary Gensler schon lange als eingefleischter Gegner von Krypto. Zwar wurde unter ihm ein Bitcoin-ETF durchgewunken, doch er hat schon jetzt angekündigt, dass er einen Ethereum-ETF ablehnen wird, da er Ethereum – Achtung! – für ein Wertpapier hält. Die Konsequenzen daraus sind kaum zu überschauen und dürften die Ethereum-Community, die tendenziell eher progressiv als konservativ ist, kaum für weitere vier Jahre Biden begeistern.
Gary Genslers von der Regierung Trump eingesetzte Kollegin und Gegenspielerin bei der SEC, Hester „Crypto Mom“ Peirce, gilt dagegen als außergewöhnlich kryptofreundlich. Eine Stärkung ihres Einflusses, der von einer Präsidentschaft Trumps zu erwarten wäre, wird für den Kryptomarkt ein Geschenk des Himmels sein.
Dazu kommen noch die laufenden Gerichtsprozesse in den USA, in denen Aufsichtsbehörden und Staatsanwälte darauf drängen, Softwareentwickler in die Haftung zu nehmen, obwohl sie keinerlei Kryptowerte treuhänderische verwahren. Damit rütteln sie an einer regulatorischen Grundannahme der Krypto-Szene.
Und schließlich hat Joe Biden selbst erst vor kurzem angekündigt, einen Gesetzesentwurf des Kongresses durch ein Veto zu blockieren. Das vorgeschlagene Gesetz soll regulierten Finanzinstituten das Recht geben, auch Kryptowerte zu verwahren — nicht viel anders als in Europa – anstatt zuvor die harten Sonderauflagen der SEC zu erfüllen, was mit enormen, teilweise sogar prohobitiven Kosten einhergehen würde.
Vielleicht war es unvermeidbar, dass die Regierung gegen Kryptowährungen härter vorgehen würde. Doch dass dieser Konflikt gerade im Wahljahr auf eine Eskalation zusteuert, könnte die Chancen von Joe Biden deutlich reduzieren. Er könnte, wie Mark Cuban meint, der erste Präsident sein, der wegen Krypto verliert.
Kryptowährungen sind in den USA kein beherrschendes Thema, aber deutlich präsenter als hierzulande. Laut neuen Umfragen halten 15-20 Prozent der wahlberechtigten Amerikaner Kryptowährungen, und immer mehr Finanzinstitute und auch die ersten Pensionskassen investieren Geld in Krypto. Das Thema ist längst in der Breite angekommen.
Wenn die Demokratin Elizabeth Warren verspricht, eine „Anti-Krypto-Armee“ aufzubauen, erklärt sie den Finanzen von knapp jedem fünften Wähler den Krieg – ohne wahltaktisch etwas zu gewinnen. Denn es gibt so gut wie niemanden, der so sehr gegen Kryptowährungen ist, dass dies für ihn wahlentscheidend ist. So kann die harte Haltung der Demokraten ein wesentlicher Faktor werden, der unentschlossene Wähler – oder eigentlich liberale Krypto-Besitzer – zu Donald Trump treibt.
Und der ist zwar selbst nicht eben dafür bekannt, viel Sympathie für Bitcoin und Krypto zu haben. Doch das unerwartete Geschenk von Biden streicht er gerne und spielerisch ein. Er spottet, dass Biden überhaupt nicht wisse, was Krypto sein, sondern nur mache, was die Demokraten von ihm wollen – und die sind eben dagegen. Währenddessen sind in Trumps Team und in seiner Gruppe viele dafür, und er selbst habe damit kein Problem. „Wenn du für Krypto bist, dann solltest du Trump wählen.“
Donald Trump trolls President Biden about his stance on #Crypto. Trump also states Gary Gensler and the Democrates are against it. He confirms his support for crypto.#bitcoin #trump #biden #thinkingcrypto @ThinkCryptoPod pic.twitter.com/xnL7tPgd8I
— Tony Edward (Thinking Crypto Podcast) (@ThinkingCrypto1) May 9, 2024
Und so traurig es ist – er hat recht: Für diejenigen, für die Kryptowährungen ein wichtiges, vielleicht sogar ein wahlentscheidendes Thema sind, steht die Entscheidung schon heute fest, und für andere, die noch unentschieden sind, könnte es den Ausschlag geben.
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Ich bin weiß Gott kein Fan von Trump, liebe jedoch Krypto, also würde ich Trump wählen, schätze, dass in den USA alle Kryptobesitzer so agieren werden. Biden kann kaum noch eine Treppe ohne zu stolpern betreten, bei einer seiner letzten Rede sprach er von einem „stabilen Jesus“ und fragte sich dann laut, ob er das wirklich gesagt hätte! 😉 Der Mann gehört ins Altersheim. Trump wird gewinnen.
Das Zitat mit dem „stabilen Jesus“ ist fake News – wo bitte ist die Originalquelle? Russland hat starkes Interesse daran, Biden schlecht aussehen zu lassen.
Hier eine Originalquelle von vor zwei Wochen, die zeigt, dass Biden 10 Minuten frei redet, mit einem Gag nach dem anderen: https://www.youtube.com/watch?v=vBtXUXknvtE .
Gemessen an deren außenpolitischen Wirken, ist Biden für mich der beste US-Präsident, den ich bisher erleben durfte. Um weitsichtige Politik zu treiben, braucht es kein oberkörperfreies Posen in der Taiga und auch keinen Friedensnobelpreis. Im Rückblick betrachtet, waren Obama und Merkel lediglich blasse politische Zauderer, nur noch übertroffen von unserem aktuellen Kanzler, und George W. Bush ein kleines zorniges Kind, dessen beiden Spielzeugtürme in der Kita umgeschmissen wurden. Da lobe ich mir dann doch den „lieben“ Opa Biden, auch wenn er die ganze Geschichte um Krypto wohl nie richtig begreifen wird. 😉
Diesbezüglich darf natürlich jeder seine eigene Meinung haben, aber vor 4 Jahren war ich diesbezüglich skeptischer, als bei den nun anstehenden Wahlen.
Ich bin von Biden an sich auch sehr positiv überrascht und war bisher der Meinung, dass er nicht um seine Wiederwahl fürchten muss. Aber es könnte eben sein, dass er sich mit Krypto selbst ein Bein gestellt hat.
@Christoph: Ich bin immer wieder über die weitverbreitetet Egozentrik der Kryptobranche erstaunt. Als ob es weit und breit keine anderen Themen gebe.
Wenn Biden stolpert, dann doch wohl eher an seiner Haltung zum Gaza Krieg. Da reichen schon ein paar wenige Prozentpunkte unter seinen Wählern, die nicht verstehen, dass ein Trump da für eine viel viel verherrendere Politik steht, bzw. eigentlich gar keine Politik.
Krypto spielt da doch eher eine untergeordnete Rolle. Vor allem genau dann, wenn sich die Befürworter von Krypto eh eher im Trumplager verorten lassen, statt z.B. bei den viel wichtigeren Wechselwählern.
Das sich die Demokraten in der Mehrheit von Krypto eher abgestossen fühlen, liegt vor allem daran, dass die Branche bisher noch nicht gerade mit der sichtbaren Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung geglänzt hat.
Vor allem sind in den meisten Krypto Foren, Menschen am lautesten sichtbar, die in Krypto die perfekte Entschuldigung für grenzlosen Gier sehen. Dass hinter Krypto auch sehr viele – leider sehr leise – Menschen stecken, die das alles ganz anders sehen, wird im politischen Diskurs leider nicht so sichtbar. Daher die Lagerbildung.
Es braucht in diesen Zeiten einen Ort für Menschen, die zunehmend das Gefühl haben, zwischen extrem Dafür und extrem Dagegen, die eigene politische Heimat verloren zu haben und zwischen die Fronten zu geraten.
Dieser Blog ist sicher so ein Ort. Aber davon muss es imho viel viel mehr geben.
Seit ich die Schnueffelvideos von Biden gesehen habe, Stichwort „creepy uncle joe compilation“ ist der Typ bei mir untendurch.
Die Messlatte liegt da aber m.M. nach insgesamt nicht besonders hoch.
Geht auch eher Richtung Tunnelgraben und Senkblei als Richtung Hochsprung und Messlatte.
Zu seiner Politik werde ich mich nicht weiter aeussern, aber ich bin sicherlich kein Fan.
Das Rechenexempel 15-20% in USA halten Kryptowährungen, deshalb sind diese negativ betroffen von Genslers Regulierungen, geht imho nicht auf.
Ein guter Teil der Amerikaner ist Bitcoin-only bzw. zumindest Bitcoin-heavy unterwegs.
D.h. ein guter Teil der Crypto-Halter würde zumindest gefühlt profitieren, wenn die von Anfang an für jeden zugängliche „digitale Commodity“ Bitcoin da des ärgsten Konkurrenten noch weiter entledigt würde.
ETH hat im Gegensatz zu Bitcoin nunmal knapp 60% der Coins initial in einem ICO verteilt und ist nun deflationär, wodurch die ICO-Investoren ihren Anteil/Einfluss infinit weiter vergrößern können, so lange sie nicht merklich verkaufen. Das ist eine ganz andere Welt als Bitcoin, egal ob Security oder nicht.
Von den Bitcoinern gibt es da für Gensler teils sogar Applaus, von einem weiteren Teil vermutlich zumindest ein hämisches Lächeln hinter vorgehaltener Hand.
Im Land, das den Vorreiter der Mobilitätswende mit den stärksten Lobbygruppen vereint, die den menschengemachten Klimawandel in Zweifel ziehen, ist auch die Kryptoszene deutlich komplexer und gespaltener als bei uns.
Maga.
Crypto hat Kreativität freigesetzt, das will Biden nicht sehen, z.B. lending bei aave, nfts bei rarible, networking mit Render. Eine grosse Chance für Trump.
Ich denke Krypto als Maga ist was für Träumer.
Krypto wird die USD-Dominanz untergraben und zu langfristig höheren Zinsen in den USA führen. Schulden machen wird teurer werden, und dass in einem Land das gerne auf Pump lebt. Das kann nur zu Unmut in der Bevölkerung führen. Dann würde Trump wohl am liebsten die Notenbank direkt unter seine Kontrolle stellen, und die Schuld dafür Krypto in die Schuhe schieben.
Wenn, dann lieber einen richtig überzeugten Kryptobefürworter als Präsident, wie z.B. DeSantis. Wer Trump wählt, weil er damit meint Krypto zu pushen, ist auf dem Holzweg. Trotzdem wird Trump natürlich versuchen, mit dem Thema Stimmen zu fangen. Biden macht es ihm dahingehend auch nicht wirklich schwer, weil es innenpolitisch wichtigere Themen gibt. Ich tippe, dass frühestens in 8 Jahren die Krypto-Agenda eines jeden Präsidentschaftsbewerbers, eine ausschlaggebende Bedeutung auf den Wahlausgang haben kann. Bis dahin müssen wir uns in unserem Kaninchenbau noch etwas gedulden.
Die Frage ist aber auch was bewertet man höher das Risiko dass der falsche an die Macht kommt und die Welt in Schutt und Asche legt oder sagt man sich ein paar mehr Regularien sind nicht so schlimm und wir brauchen jemand der besonnen handelt?
Nicht alle Leute die Bitcoin und Co besitzen halten solch Extremisten mit sehr krudem Weltbild aus dem Republikanischen Sektor für geeignet.
Die Frage ist ja auch ob Krypto nicht resilient genug ist einen Biden auszuhalten.
Ein Trump wäre schon insofern schlimmer, dass die Richtung die das nehmen wird, von vornherein gar nicht so klar wäre.