Irkutsk plant dauerhaftes Verbot für Krypto-Mining
Der Baikalsee. Bild von Lone Wanderer@ via flickr.com. Lizenz: Creative Commons
Nachdem die russische Oblast Irkutsk Bitcoin-Mining bereits während der Winter-Monate verboten hat, soll das Verbot nun verlängert werden. Grund ist die angebliche Überlastung der Stromnetze.
Irkutsk, eine Oblast im südlichen Sibirien, gilt als Mining-Hotsport in Russland. Die günstigen Strompreise von etwa 6 Cent je Kilowattstunde und angenehm kühlen Temperaturen machen den Standort attraktiv. Laut Behörden verbrauchen die Miner breits heute ein gutes Gigawatt Energie, haben aber schon weitere 1,2 Gigawatt reserviert.
Wie das kremlnahe Magazin Kommersant berichtet, leidet die Oblast zunehmend unter den Minern. Im Lauf der letzten fünf Jahre sei der Stromverbrauch um 28 Prozent gestiegen, sagte Governeur Ignor Kobzev, und dies liege vor allem an den Minern. Greife man nicht ein, werde das Strom-Defizit bis 2030 auf 2,9 Gigawatt steigen. Irkutsk steht mit diesem Problem nicht alleine, auch zahlreiche andere Oblaste leiden darunter, dass vor allem während der Wintermonate der Strom knapp wird. Darum wurde bereits Anfang des Jahres für einige Regionen ein Mining-Verbot für den Winter erlassen.
Doch offenbar reicht dies nicht, um den Strommangel in Irkutsk zu beheben. Dieser sei im Süden Irkurtsks, wo sich die meisten Großstädte befinden, mittlerweile kritisch geworden, warnt Kobzev. Der Governeur plädiert daher dafür, das Mining-Verbot durchgehend für ein Jahr zu verlängern, mit Beginn am 1. April. Laut Kommersant hat Präsident Wladimir Putin die Anfrage positiv aufgenommen, er werde „das Interesse der Regionen unterstützen“.
Ausgenommen von dem Verbot sollen offenbar die Miner im dünn besiedelten Norden der Oblast werden. Hier scheint es bisher zu keinen Engpässen im Stromnetz gekommen zu sein. Irkutsk wird also auch nach dem Verbot ein Mining-Standort bleiben.
Russland hat sich bereits 2021, als China das Mining verboten hat, als ein neues Zentrum des Bitcoin-Minings etabliert. Irkutsk galt bereits damals als idealer Ort wegen des Überflusses an Hydroenergie aus dem Baikal-See. Bereits 2021 klagte Kobzev, dass der Stromverbrauch in der Oblast um 159 Prozent angestiegen sei. Nichtsdestoweniger blühte die Mining-Industrie in Irkutsks und anderen Oblasts auf, so dass Russland laut einem Branchenverband 2023 54.000 Bitcoin oder jedeen sechsten Coin geschürft hatte.
Für die Stromversorgung in Russland ist Mining gleichzeitig Chance und Herausforderung. Auf der einen Seite erkennen Stromversorger wie die Rosseti-Gruppe, dass Bitcoin-Mining ein nützliches Werkzeug ist, um Überkapazitäten zu verwerten. Auf der anderen Seite bringt ein wild wucherndes Mining die Stromversorgung oft an ihre Grenzen. Nicht nur in Irkutsk wurde Mining im Winter verboten, sondern auch in Burjatien und Transbaikalien, während viele weitere Oblasts, Dagestan, Nord-Ossetien, Inguschetien, Tschetschenien, Kabardino-Balkarien, Karatschai-Tscherkessien sowie Lugansk, Donezk, Saporischschja und Cherson in der Ukraine, den Minern im Winter Restriktionen auferlegen.
Im vergangenen Frühjahr hatte sich sogar Präsident Putin über den Stromverbrauch der Miner beklagt. Einer Schätzung zufolge verbrauche das Mining in Russland 16 Milliarden Kilowattstunden oder 1,5 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Nach Stromausfällen in Dagestan ging die Regierung der Oblast gegen illegale Miner vor. Laut der regierungskritischen Moscow Times verursachte aber weniger Bitcoin-Miner oder ein Mangel an Strom die Ausfälle, sondern ein veraltetes Stromnetzwerk, wofür die Regierung einen Sündenbock suche.
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Ein zu wertvolles Thema, dass eine intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten erforderlich macht und allen zum Vorteil bringen sollte.
Dass das Stromnetz dort dem Ruin nahe ist, wundert niemanden… Ich kann mir gut vorstellen, dass seitdem der Zar Peter I. abedankt hat, das dortige Leben recht nahe an den Zuständen im Mittelalter nahe kommt.
Hinterm Ural ist ja die Welt weite Ebene 🙂
Es treibt einen Menschen halt nicht freiwillig in diese Gegenden…
Ich kann Dir durchaus empfehlen, mal „hinter den Ural“ zu reisen. Du wirst dort Energietechnik finden, die es in D nicht gibt.
Russland hat Atomreaktoren (z.B. den BN-800 in Belojarsk), die Atommüll als Brennstoff einsetzen und damit eine Kreislaufwirtschaft ermöglichen. In D denkt man ja heute noch, man braucht ein Endlager…
In der Nähe von Irkutsk betreibt Russland eines der größten Wasserkraftwerke der Welt (Sajano-Schuschenskaja), dessen installierte Leistung größer ist, als alle Wasserkraftwerke D zusammen…
Von den Öl-, Gas- und Kohlevorkommen brauchen wir gar nicht zu reden…
Mal sehen also, wer in ein paar Jahren neben seinen Windturbinen hockt und das Gefühl hat, im Mittelalter angekommen zu sein…
Was macht man ansonsten mit Öl, Gas und Kohle wenn man es nicht mehr verkaufen kann? Kann man das essen? 😉
BTC-Mining wäre durchaus eine Alternative, aber jedem das Seine. Dann doch lieber unterm Windrad sitzen und Mining aus regenerativen Energien betreiben (die zu Spitzenzeiten dann sogar im Überfluss vorhanden sein werden).
Hm, tatsächlich. Laut Wikipedia:
Auffällig ist hier der Konjuktiv. Bevor man als das Ende der Erneuerbaren groß ankündigt und abfeiert, sollte man doch erstmal abwarten, ob sich der Forschungsreaktor (es ist der erste seiner Art in Russland) im Betrieb überhaupt bewährt und auch wirtschaftlich ist.
Sonst fliegt man doch bloss mit Energie aus Sams Wunschpunkten durch die Realität.
Nur weils theoretisch denkbar ist, ist es in der Realität noch lange nicht wirklich durchhaltbar und wirtschaftlich.
So wird uns seit Jahren der Durchbruch der Kernfusion versprochen. Ich finde ja gut, dass jemand daran forscht, aber damit planen sollten wir doch erst, wenn klar ist, dass wir das im großen Stil machen können und ohne das neue globale Risiken entstehen.
Die Erneuerbaren stehen hingegen jetzt zur Verfügung und werden von Jahr zu Jahr günstiger in konkretem echtem und flächendeckendem Betrieb.
Genau in dem Kraftwerk gab es übrigens zahlreiche Störfälle aufgrund des extrem reaktionsfreudigen Natrium als Kühlmittel.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Belojarsk#St%C3%B6rf%C3%A4lle_3)
Leute, Leute! Bildet Euch außerhalb des deutschen Schulsystems oder Wikiblödia, sonst lebt ihr wirklich bald im Mittelalter…
@Kranich:
> Was macht man ansonsten mit Öl, Gas und Kohle wenn man es nicht mehr verkaufen kann?
Russland verkauft den (ehemals) europäischen Export jetzt nahezu vollständig an Indien und China. Deshalb sind ja auch die Ölimporte D aus Indien so angestiegen…
> Dann doch lieber […] Mining aus regenerativen Energien betreiben.
Selbst wenn man überhaupt keine Betriebskosten am Windrad hätte, lohnt sich Mining in D nicht, weil Du die Hardware-Kosten bei den geringen Betriebszeiten nicht verdienen könntest…
@Andres:
> ob sich der Forschungsreaktor […] im Betrieb überhaupt bewährt und auch wirtschaftlich ist.
Also der BN-600 läuft seit 1980 und der BN-800 seit 2016. An der Leistung erkennst Du, dass das keine Forschungsreaktoren sind, sondern dass sie im kommerziellen Betrieb laufen. Geschätzte Strompreise liegen bei 4-6 Cent/kWh. Ich zahle in meinem aktuellen Stromtarif 45 Cent/kWh …
> Die Erneuerbaren […] werden von Jahr zu Jahr günstiger
Sonne und Wind werden in D NIEMALS konkurrenzfähig sein, weil sie nicht grundlastfähig sind und Du immer einen konventionellen Kraftwerkspark daneben vorhalten musst. Diese sog. Systemkosten werden natürlich von den grünen Traumtänzern nie dem eigentlichen Verursacher zugeschrieben…
Hahaha, Meinungsfreiheit hin oder her, Leute wie du sollten am besten freiwillig in ihr „gelobtes Land“ ziehen. In Russland würden sie irgendwann vom Balkon geschubst. Dagegen wäre eine Abschiebung von solch verbohrten Verschwörungstheoretikern ja fast noch human 😉
Setzen 6, weil nicht kapiert dass China massiv in regenerative Energien investiert und irgendwann als Großabnehmer von Öl und Gas ausfallen wird. Das ist übrigens ein globaler Trend, den auch ein Donald Trum nicht mehr umzukehren in der Lage sein wird.
1973 lag der Anteil fossiler Energien an der weltweiten Primärenergieversorgung bei ca. 86 %. Im Jahr 2023 waren es etwa 81,5 %.
An solchen Fakten sieht man, wie dumm Du bist, Kranich. Aber alles was stört, ist natürlich Verschwörungstheorie und gehört „abgeschoben“. Ekelhaft.
Der beschleunigte Ausbau regenerativer Energien hat erst in den etwa letzten 10 Jahren begonnen. Wen interessiert da das Jahr 1973? Nenne doch mal die Zahlen für Deutschland und China für die letzten 10 Jahre und extrapoliere damit in die Zukunft.
Hahaha, ja, zumindest aus seriösen Diskussionsforen gehören solche Unsinns-Verbreiter „abgeschoben“. Ich habe schon genügend Diskussionen geführt und die typischen Unsinns-Verbreiter sind mit Argumenten ohnehin nicht zu überzeugen. Am Ende ziehen sie über die deutschen Medien und über das deutsche Bildungssystem her (wie du oben) und behaupten man selbst wäre dadurch so manipuliert, dass man die Realität nicht mehr erkennen würde. Sorry, aber es bist leider du der die physikalisch erfassbare Realität verkennt.
Ja stimmt, falsches Wording. Es sind keine Forschungsreaktoren aber es sind trotzdem bloss Leuchturmprojekte. Den Praxistest habe diese System erst dann bestanden wenn großflächig störungsfrei damit gearbeitet wird. Und Störfälle gab es bei den Reaktoren bereits reichlich, weil Natrium als Kühlmittel extrem reaktiv ist. DAzu hast Du nichts gesagt.
Und laut dem Konzept laufen sie auch keineswegs ohne Müll, nur weil ein Teil des Brennstoffes wiederaufbereitet wird.
Und den Beweis, dass sowas bisher unbekannte Naturkatastrophen ala Fukushima übersteht, kann man überhaupt nur dann erbringen, wenn diese passiert sind also zu spät. Windräder würden maximal umfallen, aber nicht gleich riesiege Areale Landschaft unbewohnbar machen wie in Tschernobyl und teilweise auch in Japan.
Kernkraft ist nur deswegen geradeso konkurrenzfähig, da diese Kosten dann immer auf die Allgemeinheit und die zukünftigen Generation verschoben wird.
Genauso wie Du im Internet mit Deinen Daten bezahlst, bezahlst Du bei Kernkraft dann mit einem deutlich erhöhten Risiko für die Zukunft.
Das mag für eine gewisse Zeit als Brückentechnologie ja i.O. sein, aber mittlerwile können wir uns das eigentlich nicht mehr leisten, da wir wissen, dass Störfälle doch um einiges häufiger sind als bisher angenommen, und wir bisher im großen und Ganzen einfach das Glück gehabt haben in einer geologisch wenig aktiven Zeit zu leben.
Darfst gerne einen eigenen Vorschlag einbringen, wie man sonst an ein gemeinsames Verständnis für die Faktenlage kommt. Bis dahin ignoriere ich im Sinne eines konstruktiven Miteinanders solche Kommentare einfach 😉
Ich schieb aber niemanden ab. Das wäre auch ziemlich vermessen.
Sehr schön formuliert. 🙂
Die Anspielung aufs Abschieben hatte ich mit einem 😉 Symbol versehen. 😉
Aber tatsächlich trete ich für die von mir vertretenen Werte aktuell nicht mehr so „diplomatisch“ auf, wie es vielleicht noch vor ein paar Jahren der Fall gewesen wäre. Selbst im ehemaligen demokratischen Vorzeigeland des „Freedom of Speech“ werden andersdenkende ausländische Studenten mittlerweile tatsächlich abgeschoben und von Möchtegern-Autokraten werden Strafzölle damit begründet, dass man von für einen Hungerlohn arbeitenden vietnamesischen Näherinnen ausgenutzt würde. Das Schlimme daran ist, dass mittlerweile die meisten US-Wähler dies sogar glauben.
Nach neuesten Umfragen ist die AfD, zusammen mit der CDU, die stärkste politische Kraft in Deutschland und mit Sicherheit sind nicht alle Forderung der AfD völlig aus der Luft gegriffen. Wenn man allerdings die Entwicklung in anderen ehemals sehr demokratisch geprägten Ländern anschaut (von Türkei bis USA), dann ist auch bei uns eine Aushöhlung der demokratischen Werte durchaus im Bereich des Möglichen und beginnt zu aller vorderst mit dem Streuen von Zweifeln (Diskreditierung) an einer sorgfältig recherchierten und möglichst objektiven medialen Berichterstattung. Die „Meinungsfreiheit“, die von solchen Querdenkern dabei eingefordert wird, ist in der Regel das Allererste was diese bei mehr politischem Einfluss abschaffen würden.
Es kommt nicht nur darauf an was gesagt wird, sondern auch von wem es gesagt wird. Von einem „Russland-Versteher“, dessen Land gerade ein völkerrechtlich legitimes demokratisches Land angreift, werde ich bestimmt nicht unsere Pressefreiheit und gesellschaftlichen Werte mies reden lassen. Ich denke, auch im Sinne unserer Kinder dürfen wir nicht zulassen, dass sich Geschichte wiederholt, und müssen solchen Unsinnsverbreitern auch in den sozialen Medien viel entschiedener entgegentreten.
Lieber Stromislav,
ich teile keineswegs das Statement von @Multiakademiker, dass das Leben hinterm Ural den Zuständen im Mittelalter nahe kommt. Ich habe viel mehr aller größten Respekt vor den Leuten die unter diesen Lebensumständen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Deine Äußerung gegenüber „uns“ und dem deutschen Bildungssystem ist aber respektlos und besserwisserisch. Bringe bitte, wie von @Andres geschrieben, sachliche Argumente und keine pauschalen Vorverurteilungen von Wikipedia oder dem deutschen Bildungssystem.
Mein erster Kommentar hat sich übrigens explizit auf Öl, Gas und Kohle bezogen, und mit denen möchte ich keine 1000 Jahre mehr unsere Energieversorgung decken. Ich bin der Meinung, dass man unsere bestehenden Kernkraftwerke durchaus weiterbetreiben hätte können, aber mittelfristig ist Kernspaltung eine Sackgasse.
Wie man aktuell leider wieder beobachten kann, sind Atomkraftwerke perfekte militärische Zielscheiben bzw. Druckmittel. Jeder der Blockchain verstanden hat, sollte sich im Klaren sein, dass eine dezentrale Energieversorgung diesbezüglich viel resistenter ist. Bei weiterem Ausbau der regenerativen Energien (inklusive Batterie- und Wasserstofftechnik), würden fossile Energieträger, zusammen mit der bestehenden Kernkraft, ausreichend für die globale Energieversorgung sein. In ferner Zukunft dürfen dann gerne Fusionsreaktoren die Grundlast decken, aber jetzt noch in Kernspaltung und Brütertechnologie zu investieren, finde ich daneben (auch wenn ich dafür von dir nun ins Mittelalter gesteckt werde). 😉
@Andres:
> Darfst gerne einen eigenen Vorschlag einbringen, wie man sonst an ein gemeinsames Verständnis für die Faktenlage kommt.
Das wichtigste, um an ein gemeinsames Verständnis für die Faktenlage zu kommen, ist sich auszutauschen und auch mal über den Tellerrand (also sozusagen „hinter den Ural“) zu gucken. Debatten aus emotionalen („Russland-Versteher“) oder ideologischen Gründen („Querdenker“, „Unsinnsverbreiter“) abzuwürgen, schafft ja die Fakten nicht aus der Welt.
Du hast Recht, die BN-Reihe ist ein Leuchtturmprojekt mit dem Ziel, eine atomare Kreislaufwirtschaft aufzubauen. Die Erfahrungen aus dem BN-600 und BN-800 werden in den geplanten BN-1200 einfließen. Gleichzeitig baut Russland in der Nähe von Tomsk den BREST-OD-300, ein Blei-gekühlter schneller Brüter der vierten Generation, ebenfalls mit dem Ziel des geschlossenen Atomkreislaufs.
Wenn dies gelingt, hat die Menschheit eine sichere und saubere Energietechnik für mehrere Tausend (!) Jahre. Dieses Vorhaben klingt intelligenter, als in D die Atomkraftwerke abzuschalten, weil in Japan die Mauer für Flutwellen wissentlich zu niedrig gebaut wurde…
> aber mittlerweile können wir uns das eigentlich nicht mehr leisten
Ich weiß, Du hast das in einem anderen Kontext gesagt… Aber: Günstige Energie ist und bleibt der Grundstein für unseren Wohlstand. Jeder, der sagt „raus aus der Kernkraft UND fossilen Energieträgern“, sagt implizit „weg mit unserem Wohlstand“. Keine andere Nation wird dem Beispiel D folgen (@Kranich: China baut derzeit mehr Atomreaktoren und Kohlekraftwerke, als D jemals hatte).
spannende Diskussion, danke
Da wäre ich bei Dir. Ich kann die Technik dieser Kraftwerke leider aber nur über entsprechende Publikationen (z.B. Wikipedia) bewerten, ich bin nicht hinterm Ural vor Ort. Und auch kein Kernphysiker oder AKW Betreiber. Du?
Bei Atomkraft machen wir leider nie die richtige Rechnung auf. Es gibt sehr sehr viele versteckte Kosten (z.B. Forschungsgelder) und es gibt späte Folgekosten (z.B. Unfälle wie die hier https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Unf%C3%A4llen_in_kerntechnischen_Anlagen, die sich zum Teil bis heute nicht gänzlich beziffern lassen)
Um einen realisitschen Strompreis zu bekommen, müsste man diese Kosten auf den Strompreis umlegen. Das wird aber nicht gemacht auch nicht in Russland.
Ich kenn kein einziges privatwirtschaftlich orientiertes Unternehmen, dass so technologieoffen mit den eigenen Firmenassets umgeht, wie es den Steuerzahler da immer wieder aufgezwungen wird.
Als Bit- und Coiner müssten wir doch eigentlich starke Verfechter der Resilienz durch Dezentralität sein. Wie passt dazu das Engagement für zentralistische Formen der Energieversorgung aus dem letzten Jhdt.
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„Wissentlich“? Hast Du für den Begriff – abseits der Yellowpress – Belege, oder ist das nur eine Meinung?
Vermutlich „wissentlich“ mit dem Hinweis darauf, dass das ja so noch nie passiert sei und ansonsten den Strompreis für die Kunden einfach ungebührlich verteuern würde, was man diesen nicht zumuten könnte.
Das ist dann wie bei Kredit und Ratenzahlung. Man zahlt einfach später oder landet in der Insolvenz.
Worte wie Kreislauf sind erstmal geduldig. Was heisst das denn konkret?
Zu 100% geschlossen? Das hiesse, nach dem Starten bräuchte man kein Uran mehr dazu zu schiessen. Ausserdem fällt auch absolut gar kein radioaktiver Müll an, den man nach wie vor endlagern müsste, da er zu 100 % wiederverwendet wird.
Oder eher zu 10% geschlossen? Hast Du da eine Quelle? Muss ja nicht unbedingt wikipedia sein, nur belastbar, nicht bloss Meinung.
China 1:1 mit DE zu vergleichen funktioniert nicht. Von der Größe her wäre ein Vergleich mit den USA, Indien oder eben der ganzen EU passend. Und in dem Vergleich baut China aktuell mehr Erneuerbare dazu als die EU.
Das ist spannend, meinst Du damit das Zarentum löst diese Probleme die die Region hat, oder gar alle der Welt?