Bankenverband warnt (mal wieder) vor Bitcoins

Bankenverband

Die deutsche Presse funktioniert nach relativ vorausberechenbaren Regeln: Jemand, der etwas bekanntgeben will, geht zum Büro der Deutschen Presseagentur (dpa) und gibt den Redakteuren dort ein Exklusivinterview. Am nächsten Tag schickt dpa eine Meldung raus, die in jeder Redaktion der Bundesrepublik ankommt. Vor einigen Tagen war die Besucherin Liane Buchholz, die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands öffentlicher Banken in Deutschland, und sie äußerte sich zu Bitcoins. Das Ergebnis können Sie zum Beispiel im Tiroler Tagblatt oder im Gießener Anzeiger bewundern.

Also: Was hatte Frau Buchholz wichtiges zu sagen, dass es so gut wie jeder Leser jeder Feld- und Wiesenzeitung mitbekommen muss? Sie erklärt, Verbraucher müssten besser vor Risiken der “Digitalwährung Bitcoin” geschützt werden. Die Bankerin verlangt nach Verbraucherschutz, da das Vertrauen der Bürger in “Internetaktivitäten”, sei es Facebook, Whatsapp oder Bitcoins “recht groß” sei oder gewesen sei. Notwendig seien Aufklärung und Regeln. Allerdings meint Frau Buchholz, dass dies nicht im nationalen Alleingang möglich sei, sondern nur durch internationale Regeln.

Im Großen und Ganzen möchten wir der Bankerin zustimmen: Verbraucherschutz tut not, bitte, liebe Verbraucherschutzzentralen und -magazine, klärt den Bürger über die Chancen und Risiken im Zusammenhang mit Bitcoins auf, und wenn ihr offene Fragen habt, wendet euch an uns. Da wir Information für den besten Verbraucherschutz halten, haben wir einen ersten Schritt gemacht und die Bitcoin-Infothek aufgebaut. Wenn auch noch ein Stück davon entfernt, vollständig zu sein, können Sie sich dort über die meisten Aspekte des Bitcoins informieren – auch über die Risiken. Die Kurzfassung: Bitcoins sind nur etwas für fortgeschrittene Verbraucher. Sie sind selbst dafür verantwortlich, wie viel Geld Sie in Bitcoins investieren, wie Sie diese sicher aufbewahren und wem Sie diese anvertrauen. Es gibt kein Auffangnetz, falls etwas schiefläuft.

Ganz fair finden wir die Kritik von Frau Buchholz allerdings nicht. Denn es gibt kaum eine Branche, die ihre Kunden so offensiv auf die Risiken hinweist wie die Bitcoin-Branche. Gegenüber Banken, die Papiere lecker Reedereien oder windiger isländischer Banken im Angebot haben, ihren “Beratern” durch Provisionszahlungen Anreize geben, solche Papiere unbedarften Bürgern als “sichere Anlagen” für die Rente anzudrehen und auf Plakaten mit Verzinsungen werben, die es nur unter ganz bestimmten Umständen und zeitlich begrenzt gibt – googlen Sie einfach mal ein wenig – dagegen nimmt sich ein Bitcoin-Marktplatz wie bitcoin.de wie ein Musterknabe der Transparenz aus: Auf der Homepage wird ausdrücklich und sogar mithilfe des Einsatzes roter Markierungen auf folgendes hingewiesen:

Der Handel mit Bitcoins birgt ein hohes Verlustrisiko für Ihr eingesetztes Kapital bis zum Totalverlust. Setzen Sie daher nur solche finanzielle Mittel ein, deren teilweisen oder vollständigen Verlust Sie sich leisten können. Die auf bitcoin.de zum Handel angebotenen Bitcoins sind nicht für alle Investoren geeignet. Stellen Sie daher unbedingt sicher, dass Sie die mit dem Handel von Bitcoins verbundenen Risiken vollständig verstanden haben …

 

 

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4 Comments on Bankenverband warnt (mal wieder) vor Bitcoins

  1. “Die deutsche Presse funktioniert nach relativ vorausberechenbaren Regeln: Jemand, der etwas bekanntgeben will, geht zum Büro der Deutschen Presseagentur (dpa) und gibt den Redakteuren dort ein Exklusivinterview. Am nächsten Tag schickt dpa eine Meldung raus, die in jeder Redaktion der Bundesrepublik ankommt.”

    Macht ihr das doch mal!!! @Bitcoin.de, Bitcoinblog.de, coinforum usw usw…….

    hier lesen doch nur leute die mitm bitcoin was zutun haben……

    dan n seit ihr auch bald in:

    “zum Beispiel im Tiroler Tagblatt oder im Gießener Anzeiger bewundern.” – zu bewundern!!!

    MfG

  2. Ich kann meinem Vorredner nur zustimmen. Bitte macht ihr das mal.

    • Hmm, ich habe das Gefühl, die dpa würde da nicht mitmachen. Im Herbst gab es schon mal gleich zwei Meldungen nachdem ein Commerzbank-Analyst vorgesprochen hat und, was mich sehr erstaunt hat, ein Kommentar von der dpa, was ich zuvor noch nie gesehen habe

  3. Hans Wurst // 28. April 2014 at 16:26 // Reply

    Ach so ….. jetzt hab ichs verstanden …. Bitcoins sind das virtualisierte ” Böse ” ***aahhhhhh***

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