Japan: Wachsende Akzeptanz und ein etablierter Internet-Konzern eröffnet Börse

Lotus Blüte in Tokio. Bild von Yoshikazu TAKADA via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Bitcoin wird in Japan immer beliebter. Mit Peach Aviation akzeptiert die erste japanische Fluggesellschaft Bitcoin, während der Internetgigant GMO ankündigt, bereits Ende Mai eine Bitcoin-Börse zu eröffnen. Der Bitcoin Payment-Provider BITPoint plant derweil, die Bitcoin-Akzeptanz in hunderttausende von japanischen Läden zu bringen.

Ein Bitcoin wechselt auf den japanischen Börsen für etwa 268.000 Yen den Besitzer, was etwa 2.150 Euro entspricht und damit fast 10 Prozent über dem Preis auf den Euro-Börsen liegt. Dieser Bonus, den Bitcoin in Japan erzielt, ist stellvertretend für die Offenheit, mit der das Land der Aufgehenden Sonne Bitcoin empfängt.

Erst vor einer Woche hat Bloomberg vermeldet, dass Peach Aviation Bitcoins akzeptieren wird. Ab Ende des Jahres wird es möglich sein, Flüge mit den 18 Maschinen der Billigfluggesellschaft mit Sitz in Osaka mit Bitcoins zu buchen. Neben der Akzeptanz von Bitcoin plant die Fluggesellschaft darüber hinaus, gemeinsam mit lokalen Behörden und regionalen Unternehmen die Nutzung der Kryptowährung voranzutreiben.

Aber Aviation ist erst der Anfang. Die Bitcoin-Firma, die es der Fluglinie ermöglicht, Bitcoins zu akzeptieren, BITPoint, plant Großes. Laut erneut Bloomberg möchte BITPoint es hunderttausenden von Firmen ermöglichen, Bitcoin als Zahlungsmittel anzunehmen. Die Firma ist derzeit in Verhandlungen mit einem Herausgeber von Zahlungsterminals für den Einzelhandel, durch den sie auf einen Schlag weite Teile der japanischen Einzelhändler erreichen können. Derzeit wickelt BITPoint die Bitcoin-Zahlungen für einige Dutzend Firmen ab, wobei sie als Geldwechsler dient, so dass die Bitcoin akzeptierenden Shops direkt Yen empfangen können.

Nachdem die japanische Regierung im April die Regeln zur Verhinderung von Geldwäsche formalisiert und Standards für Sicherheit und Audits gesetzt hat, nimmt die Bitcoin-Akzeptanz im Land des Lächelns Fahrt auf. So kann man etwa über die Restaurant-Buchungsseite Gurunavi ein Abendessen mit Bitcoins bezahlen, und Big Camera, eine große Elektronik-Kette, ähnlich Media Markt, erlaubt in zwei Läden in Tokio, an der Kasse Bitcoins zu benutzen. Schon zuvor sind viele große japanische Firmen mit Offenheit gegenüber Kryptowährungen aufgefallen, etwa die große Handelsplattform Rakuten, die Online-Entertainment-Plattform DMM, oder die drei größten Banken des Landes, die bereits in eine Bitcoin-Börse investiert haben.

Am vielleicht größten ist aber die Nachricht, dass GMO Internet plant, noch bis Juni eine Bitcoin-Börse zu eröffnen. GMO ist ein großer Internet-Konzern in Japan, zu dem Dutzende von Tochterfirmen gehören, die GMO in die Bereiche Infrastruktur, Werbung, Finanzen und Mobile einteilt. Mit GMO Click besitzt der Konzern bereits eine der weltweit größten Plattformen für den Forex-Handel, also den Handel mit Währungen. Auf z.com bietet GMO den Handel mit Währungen, Edelmetallen und CFDs an.

Laut Bitcoin.com hat GMO angekündigt, über seine Tochterfirma GMO-Z.com den Handel mit Kryptowährungen zu ermöglichen. Die Tochterfirma wurde bereits 2016 gegründet und plant, entwickelt und testet seitdem eine Kryptowährungs-Plattform. Angeboten werden soll neben dem direkten Handel auch Margin Trading mit einem Hebel, zunächst nur in Bitcoin, aber in Zukunft auch mit anderen Kryptowährungen. Der Start der Plattform war für den 24. Mai geplant, wurde aber nun auf den 31. Mai verschoben. Es wird angenommen, dass es eine Integration der Krypto-Börse mit der Plattform von GMO click geben wird, womit es für Trader und Investoren der beliebten Forex-Börse ein leichtes sein wird, auch mit Bitcoins zu handeln.

Über Christoph Bergmann (1528 Beiträge)
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Ein Kommentar zu Japan: Wachsende Akzeptanz und ein etablierter Internet-Konzern eröffnet Börse

  1. Gibt es Bestrebungen der japanischen Regierung Bitcoins zu kaufen, um den Haushalt zu finanzieren? Und denken andere Staaten eventuell auch darüber nach?
    Es gibt dazu Gerüchte, aber kann man das belegen?

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