Krypto-Firmen schließen sich mit Crypto Rating Council zur Selbstregulierung zusammen, während die SEC die EOS-Herausgeberin Block.one bestraft

Legal Gavel & Open Law Book. Bild von Blogtrepreneur via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Eine Reihe von Krypto-Börsen haben sich zum “Crypto Rating Council” (CRG) zusammengetan, um zu bewerten, welche Kryptowährungen und -token als Wertpapier (“Security”) einzustufen sind und welche nicht. Derweil macht die US-Finanzaufsicht SEC schon mal Nägel mit Köpfen und verhängt eine Strafe gegen Block.one, weil diese mit EOS ein Wertpapier ohne Erlaubnis herausgegeben habe. Für die Firma hält sich der Schaden aber in Grenzen.

Die Frage, ob eine Kryptowährung oder ein Token ein Wertpapier ist oder nicht, dürfte für viele Herausgeber und Investoren von hoher Bedeutung sein. Denn zum einen hat jedes legale Wertpapier einen Herausgeber, der die Erlaubnis der Regulierer bedarf; zum anderen werden Wertpapiere anders – und meist strenger – reguliert als Kryptowährungen.

Weil die amerikanische Finanzaufsicht aber bisher noch nicht so richtig weiß, wann eine Kryptowährung oder ein Token zum Wertpapier wird, haben einige Krypto-Unternehmen, darunter Coinbase, Bittrex, Kraken und Circle – den “Crypto Rating Council” (CRG) gegründet. Dieser ist eine Art Selbstregulierungsorgan der Branche, der helfen soll, “das Wachstum und die Reife der Kryptowährungsmärkte und mit ihr verwandter Dienstleistungen auf verantwortungsvolle Bahnen zu lenken.” Der CRG stellt ein “ein Rahmenwerk vor, das auf objektive und konsistente Weise bewertet, ob ein Krypto-Asset Eigenschaften hat, die es wahrscheinlich machen, dass es unter den US-Gesetzen als Wertpapier eingestuft wird.” Dieses Rahmenwerk sowie die dadurch gewonnenen Listen des CRG sollen es den Mitgliedern einfacher machen, mit den Gesetzen und der Regulierung konform zu gehen.

Die Bewertung basiert auf einem Punktesystem, das auf den Gesetzen der US-Börsenaufsicht SEC beruht. Eine Bewertung von 1 signalisiert, dass eine Einstufung als Wertpapier unwahrscheinlich ist, während eine Bewertung von 5 anzeigt, dass dies hochwahrscheinlich ist. Bisher hat der CRG 21 Kryptowährungen und -token bewertet. Die Minimalpunktzahl von 1.0 geht an Bitcoin, Litecoin und Monero. Diese drei Währungen sind nach Ansicht des CRG mit hoher Sicherheit kein Wertpapier. Dagegen kommen die Token MKR (Maker DAO) und Polymath auf 4,5 Punkte, was eine Einstufung als Wertpapier recht wahrscheinlich macht. Auch Ripple (4.0), Augur, Decentraland, EOS, Foam, Hedera Hashgraph, Loom Network, Stellar und Tezos (je 3,75 Punkte) scheinen in relativ großer Gefahr zu sein, als Wertpapier durchreguliert zu werden.

Die Börsenaufsicht SEC wartet derweil nicht auf die Meinung des CRG. Sie hat am exakt selben Tag, an dem der Crypto Rating Council online ging, eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie bekannt gibt, Block.one zu einer Strafe von 24 Millionen Dollar zu verurteilen. Denn Block.one habe “ein unregistriertes Initial Coin Offering (ICO) für ein Digitales Token durchgeführt, das das Äquivalent von mehreren Milliarden Dollar über etwa ein Jahr hinweg eingesammelt hat.” Block.one habe es versäumt, die ICO als “ein Wertpapier unter den Bundesgesetzen zu registrieren”, noch habe die Firma versucht, eine Befreiung der Auflagen zu erwirken. Da eine Anzahl von US-Investoren an der ICO teilgenommen haben, so die SEC, müsse Block.one konform mit den Wertpapier-Gesetzen gehen.

Damit zeigt die SEC schon mal, dass das Bewertungssystem des CRG nicht vollständig greift. Mit einer Bewertung von 3,75 Punkten sollte es immerhin eine Chance geben, nicht als Wertpapier eingestuft zu werden. Für die anderen in diesem Punktebereich genannten Blockchains und Token dürfte dies keine gute Nachricht sein. Block.one war sicherlich nicht die letzte Firma in der Branche, die sich die SEC zur Brust nimmt.

Mit einer Strafe von 24 Millionen Dollar kommt Block.one aber recht glimpflich davon. Schließlich hat die EOS-ICO mehrere Milliarden Dollar eingespielt. Die Strafe dürfte verkraftbar sein. Solange eine ICO genügend Geld einspielt, so die Lehre der Geschichte, ist es besser, nicht im Voraus um Erlaubnis zu fragen, sondern im Nachhinein die Strafe zu bezahlen.

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Ein Kommentar zu Krypto-Firmen schließen sich mit Crypto Rating Council zur Selbstregulierung zusammen, während die SEC die EOS-Herausgeberin Block.one bestraft

  1. Paul Janowitz // 2. October 2019 um 17:10 // Reply

    Ich habe einen Link dazu schon beim letzten Monero Artikel gepostet und freue mich natürlich über die Einstufung Moneros, insbesondere nach den letzten kuriosen Delistings in Korea, die rational nicht nachvollziehbar sind. Signifikant ist, dass Coinbase dabei ist, die sich im Vergleich zu z.B. anderen US-regulierten Börsen wie Kraken oder Poloniex bisher gesträubt haben, Monero zu listen.

    Auf EOS & Co. werden wahrscheinlich noch mehr Regulierungen kommen, wenn man sich deren Zentralisierung genauer ansieht. Aber Dannyboy wollte ja eh schon “Onchain” KYC einführen, also passt das gut mit den Vorgaben der SEC zusammen.

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