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JPMorgan meldet Krypto-Aktienkorb an

Louis-Marie Autissier: Frau mit Fruchtkorb. Lizenz: öffenliche Domäne

Die größte bank der USA, JPMorgan Chase, meldet bei der US-Börsenaufsicht ein neues Finanzprodukt an, welches Anleger indirekt am Kryptomarkt teilhaben lässt: Ein Aktienkorb von Unternehmen, die in Krypto involviert sind. Darunter sind naheliegende, aber auch überraschende Titel.

Das Verhältnis von JPMorgan Chase zu Bitcoin und Krypto ist nicht ganz unkompliziert. Die größte Bank der USA eierte in dieser Beziehung die letzten Monate umher und sendete mal positive, mal mahnende Signale. Irgendwie war klar, dass da etwas im Busch ist – aber nicht, was.

Diese Frage ist nun beantwortet. JPMorgan wird seinen Kunden derzeit nicht ermöglichen, direkt Kryptowährungen zu kaufen oder zu verwahren. Stattdessen möchte die Bank ein Finanzprodukt auflegen, welches Anleger über konventionelle Produkte am Kryptomarkt teilhaben lässt: Ein Korb von Aktien von 11 Unternehmen, die, so die Anmeldung bei der US-Börsenaufsicht SEC, „ein Geschäft betreiben, das, direkt oder indirekt, mit Kryptowährungen oder anderen digitalen Assets zusammenhängt, was auf Bitcoin-Beständen, Krypowährungstechnologien, Mining-Produkten, digitalen Zahlungen oder dem Bitcoin-Handel beruhen kann.“

Die Gewichtung der Aktien richtet sich zum Teil nach der Aussetzung in Bitcoin, der Korrelation zum Bitcoin-Preis sowie der Liquidität der Aktien. Auf diese Weise stellen vier Unternehmen 68 Prozent des Korbs: MicroStrategy mit 20 Prozent und Square mit 18 Prozent dürften keine Überraschung sein – beide Unternehmen halten erhebliche Summen Bitcoins, vor allem MicroStrategy, und Square profitiert als Verkäufer von Bitcoins in der CashApp vom Erfolg der Kryptowährung. Mit 15 Prozent folgen Riot Blockchain, eine Gesellschaft nordamerikanischer Miner, sowie – und hier wird es überraschend: der Grafikkartenhersteller Nvidia.

Eigentlich klar: Das Mining von Kryptowährungen wie Ethereum, Litecoin, Dash oder Dogecoin trägt entscheidend zur Nachfrage der Grafikkarten von Nvidia bei. Um die starke Nachfrage besser zu organisieren, hat Nvidia kürzlich die Mining-Leistung der Gaming-Grafikkarten gedrosseln und speziell fürs Mining gemachte Karten angekündigt. Dementsprechend spiegelt der Aktienkurs von Nvidia auch, zumindest zum Teil, den Kursverlauf von Bitcoin und anderen Kryptowährungen.

Nur mit fünf Prozent im Aktienkorb vertreten ist dagegen der Konkurrent AMD, dessen Grafikkarten ebenso fürs Mining verwendet werden. Weitere fünf Prozent macht TSM (Taiwan Semiconductor Manufacturing) aus, die Gießerei, aus der die meisten Mining-Chips stammen, sowohl auf Grafikkarten als auch in Asics. Diese Aktie ist übrigens die einzige, mit der der Korb die Herstellung von Bitcoin-Minern abdeckt. Ob es tatsächlich sinnvoll ist, einen so großen Teil des Korbes – Riot, Nvidia, AMD und TSM – aufs Mining zu legen, ist fraglich. Schließlich nimmt der Ertrag des Bitcoin-Minings fortlaufend ab, während Ethereum plant, auf Proof of Stake umzusteigen, womit Kryptowährungen, die durch Grafikkarten geschürft werden, eher in eine Nische herabfallen werden. Die Exposition von Nvidia und AMD ins Mining könnte, zur Freude der Gamer, rascher ein Ende finden, als die Analysten von JPMorgan erwarten.

Die weiteren Aktien des Korbes liegen im Finanzwesen. Mit 10 Prozent ist PayPal dabei, was eine überraschende starke Einschätzung der Bedeutung von Kryptowährungen fürs Geschäft des Zahlungsdienstleisters darstellt. Jeweils vier Prozent gehen an Intercontinental Exchange, die Mutterfirma von Bakkt, der New Yorker Herausgeberin von 1-Tages-Bitcoin-Futures, sowie an CME, die Börse von Chicago, auf der ebenfalls Bitcoin-Futures gehandelt werden. Mit lediglich zwei Prozent bilden der Versandhändler Overstock, der sich schon lange mit Bitcoin auseinandersetzt, sowie die kalifornische „Krypto-Bank“ Silvergate Capital, welche Dollar-Transaktionen für Investoren und Börsen bündelt, die kleinsten Gewichte im Aktienkorb.

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1 Kommentar zu JPMorgan meldet Krypto-Aktienkorb an

  1. Das ist ein ganz seltsames Produkt, weil die Performance dieser Unternehmen nur zu einem kleinen Teil von der Performance des Crypto-Marktes abhält. Vermutlich wollen sich da ein paar Banker Boni sichern, indem sie interne Belohnungen für Crypto-Projekte abkassieren oder ein paar schnelle Gebühren einfahren von ahnungslosen Kunden.

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