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Nun ist es offiziell: Wir sind alle Satoshi – nur Craig Wright nicht

Der goldene Drache ist das Wappentier von Bitcoin Satoshi Vision (BSV). Hat ein britisches Gericht ihn nun geschlachtet?

Das höchste Gericht Großbritanniens hat sein Urteil zum Falle Craig Wright gegen die „Crypto Open Patent Alliance“ (COPA) gefällt. Seine Anhänger müssen eine bittere Pille schlucken – die Wahrheit holt jeden irgendwann ein.

Im COPA-Fall ging es um die Frage der Fragen zu Craig Wright: Ist er, wie er selbst beansprucht, Satoshi Nakamoto, der Erfinder von Bitcoin – oder doch nur ein Hochstapler und Betrüger? Für Wright hängt davon alles ab. Seine gesamte Existenz – persönlich wie beruflich – bau darauf auf, Satoshi zu sein oder zumindest als er anerkannt zu werden. Ohne Satoshi bleibt nicht mehr viel von ihm übrig.

COPA, ein Zusammenschluss mehrerer Krypto-Unternehmen und -Persönlichkeiten, darunter Jack Dorsey, die Börse Coinbase, das Magazin TheBlock, MicroStrategy und andere, hat diese Frage vors höchste Gericht von Großbritannien gebracht, das Hight Court of Justice.

Eigentlich ging es im Gerichtsprozess bloß um die Patente, die Craig Wright auf diverse Technologien um Bitcoin beanspruchte. Mit einer wahren Patentflut haben Wright und seine Firma nChain versucht, ein Imperium der Rechtsansprüche auf Blockchain-Technologien zu errichten, das für freie Entwickler zunehmend zur Bedrohung wurde.

Um diese Patente zu bestreiten, hat COPA Craig Wright vorgeworfen, eine Masse an Dokumenten gefälscht zu haben, darunter auch diejenigen, die beweisen sollten, dass er Satoshi Nakamoto ist. So drang der Prozess eher en passant in den Kern vor. Die Klageseite präsentierte Nachweis um Nachweis für gefälschte Dokumente, weshalb der Anwalt von COPA, Jonathan Hough, schlussfolgerte, Wrights Ansprüche basierten auf „dreisten Lügen und kunstvoll geknüpften falschen Narrativen, die durch Fälschungen im industriellen Maßstab gestützt werden.“

Wrights Seite hingegen wirkte fast schon bedrückend still und personell ausgedünnt. Während prominente Bitcoiner wie Martti Malmi oder Gregory Maxwell bereitwillig gegen ihn aussagten, schien ihm kaum noch jemand aus dem BSV-Lager zu Hilfe zu kommen. Weder der ehemalige nChain-CTO Steve Shadders oder MoneyButton-Gründer Ryan X. Charles – zwei seiner technisch kompetentesten Anhänger – noch sein langjähriger Sponsor Calvin Ayre oder sein früher enger Vertrauter Jimmy Nguyen wollten sich für ihn in den Ring werfen. Selbst in der BSV-Community hat Wright offenbar das Vertrauen verloren.

Das Ende des einige Monate andauernden Prozesses dürfte kaum jemanden überrascht haben.

Damit ist es offiziell

Erstaunlich war allerdings die Deutlichkeit, mit der sich der Richter James Mellor äußerte. Während ein schriftliches Urteil noch aussteht, lässt die mündliche Erklärung nicht den geringsten Raum für Zweifel.

Nachdem er alle eingebrachten Beweise und Unterlagen berücksichtigt habe, „kam ich zur Schlussfolgerung, dass die Beweise erschlagend sind. Erstens, Doktor Wright ist nicht der Autor des Bitcoin-Whitepapers. Zweitens, Doktor Wright ist nicht die Person, die das Pseudonym Satoshi Nakamoto zwischen 2008 und 2011 angenommen und verwendet hat. Drittens, Doktor Wright ist nicht die Person, die das Bitcoin-System erschaffen hat. Und viertens, er ist nicht der Autor der initialen Version der Bitcoin-Software.“

Damit ist es also offiziell: Jeder kann von sich behaupten, Satoshi zu sein – außer Craigh Wright. Er ist damit die einzige Person der Welt, die juristisch hieb- und stichfest nicht Satoshi ist.

Die COPA begrüßt das Urteil natürlich. Es sei „ein Sieg für die Entwickler, für die gesamte Open Source Community, und für die Wahrheit.“ Craig Wright und seine Geldgeber haben „mehr als acht Jahre lang gelogen und Lügen benutzt, um Entwickler der Community zu schikanieren und zu bedrohen. Das nimmt heute ein Ende.“

Gute und weniger gute Verlierer

In der BSV-Community nimmt man das Urteil mit getrennten Gefühlen auf. Kaum jemand macht sich die Mühe, es zu bestreiten oder Craig sonstwie in Schutz zu nehmen.

Noch nicht mal Calvin Ayre, der über Jahre hin felsenfest hinter Wright stand. Der kanadisch-karibische Unternehmer, der mit seinem Poker-Imperium zum mutmaßlichen Milliardär wurde, gilt als der Mann, der für Craig die Rechnungen bezahlt hatte. Er gibt nun implizit zu, sich verzockt zu haben:

„Good Bye Everyone,“ schreibt er auf Twitter, „das ist mein letztes Post, bevor ich in ein Abenteuer aufbreche, das ich das letzte Jahr über geplant habe. Ich habe diesen Account einem Team übergeben, das …“ – Er sei aber stolz auf das, was man geschaffen habe, und freut sich, zuzuschauen, wie die Technologie Früchte trage.“ Sein Magazin, CoinGeek, firmiert sich als Magazin für Blockchain und KI um, während Calvin wohl auf einer Abenteuerreise verdaut, über Jahre hin einem Betrüger aufgesessen zu sein.

Ehrlicher äußert sich Steve Shadders. Der ehemalige Chefentwickler von nChain hatte eng mit Craig Wright zusammen gearbeitet. Er hatte vor einigen Jahren gesagt, es gebe für ihn keinen Zweifel, dass Wright Satoshi sei. Nun sagt er: „Wenn du an diesem Punkt nicht wenigstens Zweifel an Craigs Behauptungen hast, dann bist du ein Idiot und ich kann dir nicht weiterhelfen,“ erklärte er einen Tag vor dem Urteil. Es sei schon seit langem offensichtlich gewesen, werde aber mit jedem Tag des Prozesses schwerer zu ignorieren. Es wird für Wrights Anhänger immer schwieriger, zu verdrängen, sich verrannt zu haben.

Am konsequentesten gehtRyan X. Charles mit sich selbst ins Gericht. Als Entwickler von MoneyButton war er eine tragende Säule von Bitcoin SV (BSV). Er bekennt „wie ich durch Craigh Wright betrogen wurde“: Craig habe niemals einen Beweis dafür vorgelegt, Satoshi zu sein, habe aber mit seinem Eintreten für „Big Blocks und das Original-Protokoll“ Ryans Verständnis von Satoshis Schriften entsprochen.

„Es gab viele Gründe, warum ich den Betrug geglaubt habe. Einer ist, dass es mir unglaubwürdig vorkam, dass jemand alles auf einen so großen Betrug setzt. Warum sollte jemand alle um sich herum und letzten Endes auch sich selbst derart schaden?“ Ryan gesteht sich aber nicht nur ein, sich geirrt zu haben. Er gesteht auch ein, anderen Menschen geschadet zu haben, indem er Craigs „Satoshiness“ auf Youtube und Twitter verteidigt habe. „Ich hatte unrecht […] Ich weiß nicht, ob es möglich ist, das wieder gutzumachen, aber ich bin offen für Vorschläge.“ Zunächst aber ist er erleichtert, dass das Drama zu Ende geht und er sich neuen Dingen zuwenden kann.

Diese Erleichterung, dass mit dem Urteil immerhin Klarheit herrscht, scheint in der Szene zu überwiegen, so ähnlich, wie wenn man zuviel Alkohol ausspeit oder einen Blasenstein herausdrückt. Es tut so gut, endlich anzuerkennen, dass man sich geirrt hat, anstatt in steter Furcht davor den Geist anzuspannen. Allerdings ist nicht jeder so hart zu sich selbst wie Ryan und Steve. Jerry Chan, Kurz Wuckert und andere nehmen das Urteil zwar zur Kenntnis, betonen aber im selben Atemzug, dass es bei Bitcoin SV niemals um Craig Wright gegangen sei, sondern um die Bitcoin-Variante, die dem, was Satoshi anvisiert hatte, am nächsten kommt: ein Bitcoin, der massiv skaliert. Craigs Satoshi-Allüren mögen unterhaltsam gewesen sein, waren aber niemals mehr als eine Randnotiz.

Dies mag wie eine Ausflucht wirken, um dem Geständnis zu entkommen, einen Fehler gemacht zu haben, und zu vermeiden, sich öffentlich Asche aufs Haupt zu streuen. Doch der Kursverlauf bestätigt, dass die Community tatsächlich bereit ist, Craig fallen zu lassen, ohne BSV gleich mit zu verbrennen. BSV ist zwar nach dem Urteil um etwa 25 Prozent gefallen, doch auch Bitcoin selbst gab im selben Zeitraum gut fünf Prozent nach. Der Verlust hält sich in Grenzhen. Im Verlauf eines Monats ist BSV noch immer deutlich im Plus, und im 1-Jahres-Chart sogar mit mehr als 100 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von fast 1,5 Milliarden Euro bleibt BSV also auch ohne Craig Wright ein Milliardenprojekt.


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Über Christoph Bergmann (3247 Artikel)
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8 Kommentare zu Nun ist es offiziell: Wir sind alle Satoshi – nur Craig Wright nicht

  1. Wolfgang Lohmann // 18. März 2024 um 14:39 // Antworten

    Die Existenz von CSW bestand nur für diejenigen aus der Frage nach der Identität von Satoshi, die nur diesen Aspekt sehen wollten. In seiner Arbeit, bei fachlichen Themen, spielte es keine Rolle. (Ja, natürlich kann (wird?) dies Urteil seine ganze Existenz zerstören.) Die Namen der Autoren der Patente von nChain tragen den Namen Craig S Wright (+ weitere), nicht Satoshi. Sie wurden geprüft und gewährt. Nein, Prior Art verhindert ein Patent. Diese Patente sind mit hoher Sicherheit ebenso legitim wie die von Jack Dorsey, oder META und Co. Patente sind in unserer Welt sinnvoll. (FYI: Die nChain Lizenzen sind innerhalb des BSV Ökosystems mW. übrigens kostenlos, auch für OpenSource Entwickler). Bzgl des Prozesses: Da kann nicht einfach jeder aussagen (sowohl auf COPA Seite als auch Wright). Auch bei den Reliance Dokumenten und anderen gab es Beschränkungen, obwohl der Richter wohl ziemlich offen war für einige neue Indizien. Ein wichtiger Zeuge, Wrights Onkel ist aufgrund schwerer Krankheit nicht verfügbar gewesen. Dazu kommt mglw., dass einige auch ihr Leben/Familie schützen wollen. Wer einmal einen kurzen Shitstorm erlebt hat, bekommt eine Vorstellung von der Macht des Konformitätsdrucks. Shadders ist nicht gerade ein Anhänger von Wright, Charles auch nicht so recht, er hatte sich ebenfalls schon länger ausgeklinkt. Und tatsächlich hat das Ende dieses Prozesses einige doch überrascht, aus unterschiedlichen Gründen. (Aber diese Möglichkeit war – ohne Confirmation Bias – immer durchaus realistisch.) Weitere Korrektur: Ayre schrieb am 14.3. „I know he is Satoshi…but that is moot.“. Was soll man auch machen. Ein Gericht hat entschieden, und das gilt, zumindest rechtlich.
    Es wäre schade, wenn die Frage nach der Fiduciary Responsibility dadurch jetzt nicht mehr gestellt werden dürfte. Die Antwort hätte mich schon sehr interessiert. Ich erhoffe mir jetzt aber, dass Diskussionen um die Technologie in und basierend auf BSV nicht mehr gleich mit Hinweis auf Personen abgewürgt werden. Jetzt werden hoffentlich echte Argumente gebracht.

    • Du versuchst gerade Craig Wright zu legitimieren, auch das Patentrecht stellst Du als gegeben hin. Beides ist falsch. Immerhin läuft das Patentrecht in Deutschland „nur“ 20 Jahre, das Urheberrecht läuft 70 Jahre nach dem Ableben des Urhebers weiter…

      Mir war klar, dass CSW nicht Satoshi sein kann, seit er behauptet hat, dass Bitcoin nie als anonymes Geld im Sinne der Cypherpunks gedacht war und wurde während des Gerichtsprozesses und der veröffentlichten Mails wo er sich bei jemandem bedankt, der sein Projekt in einem anarcho-Forum publiziert hat.

      Dass er in gewissen Punkten Recht hat wie der Erhöhung der Blocksize oder der Entfernung der Beschränkung, die irgendwann leider Einzug gehalten hat, gibt das alles keinen Abbruch. CSW ist jetzt proven Scammer, sein bisheriger Geldgeber CA war es schon zuvor.

      • Wolfgang Lohmann // 19. März 2024 um 13:09 // Antworten

        „Du versuchst gerade Craig Wright zu legitimieren“
        Was bedeutet diese Aussage? Ich kritisiere absolute Aussagen, die in der Form falsch sind.

        „[..] Patentrecht stellst Du als gegeben hin [..]“
        In vielen Staaten der Welt gibt es ein Patentrecht, dass sich die Staaten gegeben haben. Nach diesem Recht werden Patente vergeben. Ein Patent bekommt man i.d.R. nicht mal eben so. Obiger Text „ein Imperium der Rechtsansprüche auf Blockchain-Technologien zu errichten, das für freie Entwickler zunehmend zur Bedrohung wurde“ insinuiert, dass Wright existierende Technologie durch Patente für sich reklamiert und für andere unzugänglich macht. Das ist so eben nicht richtig. Patente sind i.d.R. nicht prior Art, solche Patente werden nicht vergeben oder sind rechtlich angreifbar. Patente erzeugen für den Inhaber auch laufende Kosten. Patente laufen aus, ja. Manchmal auch erheblich früher.

        Ich habe weder die Entscheidung für oder gegen kritisiert, noch kritisiere ich, dass der Post darüber berichtet. Ich kritisiere unvollständige oder falsche Berichte, und reichere sie um zusätzliche Info an. Ich erhebe auch nicht den Anspruch darauf, im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein. Das wird in den meisten meiner Posts hier wahrscheinlich nicht anders sein.

        „Mir war klar, dass CSW nicht Satoshi sein kann, seit er behauptet hat, dass Bitcoin nie als anonymes Geld im Sinne der Cypherpunks gedacht war und wurde während des Gerichtsprozesses und der veröffentlichten Mails wo er sich bei jemandem bedankt, der sein Projekt in einem anarcho-Forum publiziert hat.“ .. und sich über deren Anti-Fiat-Fokus lustig macht ;-). In meinem Verständnis ist die fehlende Anonymität bewusst eingebaut.

        Wie vieles andere lässt sich die Sicht auch weiterhin aus Satoshis Posts + Marttis Veröffentlichung herauslesen/hineininterpretieren. Ebenso wie andere Sichten. Du kannst Recht haben. Das muss jeder für sich selber bewerten (schon immer). Nur, dass jetzt ein professionelles Verfahren eine relevante Bewertung vornimmt, auf die man rechtlich bauen können wird.

        Zu diesem Thema habe ich hier wahrscheinlich nicht die eine oder andere Seite zu 100% als erwiesen dargestellt. Eher werde ich häufig auf mgl. logische Widersprüchlichkeiten oder auf unberücksichtigte Dinge hingewiesen haben, die, selbst wenn unwahrscheinlich, aber dennoch nicht unmöglich sind. Dabei spiele ich generell (je nach Thema) auch mal den Advocatus Diaboli, denn die jeweilig dominante Sicht muss ich nicht auch noch unterstützen. Ich bin mir den Grenzen meines Wissens oft bewusst, aber immer offen, mich entlang dieser Linien weiter zu verbessern.

        Vielleicht habe ich eine falsche Erwartungshaltung an diesen Blog. Ich sehe einen Beitrag als einen (wertvollen) Keim dafür, dass wir zusammen (Autor + Kommentatoren) uns tiefer mit dem jeweiligen Thema beschäftigen und zu weiteren Einsichten kommen. Dazu hilft es, wenn die Artikel wenig Bias, mit möglichst korrekten Informationen haben, und wir Kommentatoren uns gegenseitig aufmerksam machen auf (auch unsere) Denkfehler, auf Argumentationsfehler, auf fehlendes Wissen, auf weiterführende Gedanken, Ideen, oder auch durch in Diskussion bei sich selbst entdeckte mglw. falsche Sicht zu korrigieren. Ich will mich jedenfalls verbessern und lernen.

      • Was bedeutet diese Aussage? Ich kritisiere absolute Aussagen, die in der Form falsch sind.

        Sorry, aber ich kann einen Scammer/Lügner nach etlichen Falschaussagen nicht ernst nehmen.

        In vielen Staaten der Welt gibt es ein Patentrecht, dass sich die Staaten gegeben haben. Nach diesem Recht werden Patente vergeben. Ein Patent bekommt man i.d.R. nicht mal eben so.

        Doch, man bekommt es leider „eben so“, denn die meisten Erfinder tracken nicht die Veröffentlichungen der Patentämter um Einsprüche zu erheben. Habe ich selbst schon erlebt und dagegen zu klagen ist mir mittlerweile zu aufwändig, da die Technologie mittlerweile eh in abgewandelter Form breit genutzt wird, was mich eher freut und der Patentschutz eh bald auslaufen würde. Der Patentinhaber hat meines Wissens bis Dato auch keinen rechtlichen Anspruch darauf erhoben…

        Patente und Urheberrechte sind für mich persönlich Relikte aus vergangenen Zeiten. Sie konnten national durchgesetzt werden, aber wie gesagt gerade Urheberrechte 70 Jahre nach dem Ableben des Autors absurd. Heute veröffentlicht man virtuell und gerade im technischen Bereich gibt es sogar Verlage, die ihre Bücher in elektronischer Form kostenfrei zur Verfügung stellen. Es sind nicht ihre Bücher, sondern die der Autoren, aber der Verlag hat das wohl in seinen Vertragskonditionen entsprechend abgesichert.

        Rechteabgaben sind sehr dreist, so zum Beispiel die Gema Vermutung, die uns irgendwann als Teenager zum Verhängnis wurde weil wir eine Party mit vielleicht 50 Leuten organisiert und eigene Musik gespielt haben. Macht nichts, muss man nachweisen, sonst Gema und das war damals ein dreistelliger Betrag. Abgaben auf Speichermedien, Computer und Telefone sind uns gar nicht bewusst, trotzdem dürfen wir nicht beliebig kopieren. Das Urheberrecht ist aus dem letzten Jahrhundert und taugt nichts mehr.

        In meinem Verständnis ist die fehlende Anonymität bewusst eingebaut.

        Glaubst Du das wirklich? Satoshi hat sich sehr früh selbst über Privacy Probleme bei Bitcoin geäußert, die er leider selbst nicht lösen konnte. Hal Finney (einer der verbliebenden Kandidaten für Satoshi) hat nach 10 Tagen seit Bitcoins erstem Block sogar gepostet, dass er für mehr Privacy in Bitcoin forscht. 10 Tage. Das ist schon zehn Jahre her…

        Zu Deinen weiteren Ausführungen kann ich nur zustimmen, ich liebe den Austausch hier in den Kommentaren.

        • Wolfgang Lohmann // 20. März 2024 um 8:49 // Antworten

          Ich akzeptiere, dass viele Hal für Satoshi halten. Für mich gibts Dinge, die mir unplausibel erscheinen. Privacy != Anonymität. Im WP wird ein neues Privacy Modell vorgestellt, in dem die Public Keys anonym gehalten werden. Warum hat Hal das dann nicht anders gebaut (chain of signatures)? (Falls jemand eine Referenz hat, wär ich dankbar, hab es leider nicht gefundne. Für Hal sollte man auch sowas wie das SatoshiInstitute basteln.) Für mich wäre es auch verwunderlich, hätte er die Diskussionen z.B. um die Erhöhung der Blockgröße extra geforged ;-), anstatt sie dann gleich so zu setzen, wie er es für richtig hielt. Er war doch sonst auch effizient. Er vertrat auch die Sicht, dass Bitcoin ein ‚Settlementsystem für Bitcoinbanken‘ werden solle, und die „soviele ‚Knoten‘ wie möglich, also widersprüchlich zu Satoshis „The design supports letting users just be users. The more burden it is to run a node, the fewer nodes there will be. Those few nodes will be big server farms. The rest will be client nodes that only do transactions and don’t generate.“ Hal wäre sicher fähig. Ich sage nicht, dass er es nicht gewesen sein kann. Mich bestärkt in meiner Skepsis allerdings auch die Aussage seiner Frau aus diesem Video (auch sonst sehenswert, finde ich): https://www.youtube.com/watch?v=rNGFlITup40 (Ab Min. 30 z.B.)

  2. Ich bin nicht Satoshi, ich bin Jesus.

    • gabriel@himmel.com // 23. März 2024 um 16:26 // Antworten

      Nein! Kapiers doch, ich bin Jesus! Verdammich.

      Das Whitepaper für die 10 Gebote war übrigens auch von mir, nur hat Mose der Depp beim Übertragen auf die Tontafeln vergessen meine Signatur mit dranzuhängen, deswegen haben’s mir die Römer später nicht geglaubt und mich dafür elendig zu Kreuze kriechen lassen.
      Aber ich hab dann einfach mein Geschäftsmodell geändert und auf Vergebung gesetzt, statt wie dieser CSW hier starr darauf zu bestehen das Whitepaper original verfasst zu haben. Das mit dem neuen (merkste, ne!) Testament war dann immerhin fast 2000 Jahre ein Renner und hat die 10 Gebote an Wichtigkeit glatt ausgestochen.

  3. Wright wurde ja auch dazu verurteilt, für ein halbes Jahr auf seiner Homepage dieses Urteil zu veröffentlichen. Inclusive einem Link auf die genaue Urteilsbegründung, inc. einer detaillierten Analyse seiner Dokumentenfälschungen. Vor allem gegen Ende muß da reine Verzweiflung geherrscht haben, weil dieses selbsternannte Genie teilweise haarsträubende Anfängerfehler beim Fälschen gemacht hat – und sich dann teilweise noch mit Ausreden auf dem Niveau „Hund hat die Hausaufgaben gefressen“ rauswinden wollte. Teilweise schon unfreiwillig komisch.

    https://craigwright.net/

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