Donald Trump Junior plant womöglich, Bankwesen durch DeFi zu reformieren
Dezentrale Finanzen (DeFI) sind ohne Zweifel ebenso sehr die Zukunft des Finanzwesens wie Internet-Nachrichten die der Kommunikation. Donald Trumps ältester Sohn, Don Junior, hat das offenbar erkannt.
Es fällt schwer, es zuzugeben, aber was Krypto angeht kommen aus der schmuddeligen Ecke die spannenderen Nachrichten. Während sich Donald Trump himself mit Plänen einer strategischen Reserve an die Bitcoin-Szene anschmiegt, lockt sein Ältester, Donald Trump Junior, die Krypto-Branche mit vagen, aber irre faszinierenden Ambitionen.
Am 8. August gab Don Junior, der seit der Präsidentschaft seines Vaters den Trump-Konzern führt, eine Art digitale Pressekonferenz. Darin wurde er auch zu seinen Krypto-Plänen gefragt, im Speziellen, ob er einen Memecoin wie MAGA (TRUMP) oder Restore the Republic (RTR) starten werde. Die Spannung war groß, weil sein jüngerer Bruder, Eric Trump, zuvor getwittert hatte, er habe sich „in Krypto / DeFi verliebt. Seid bereit für eine große Ankündigung“ – und das Publikum einen weiteren Shitcoin erwartet hatte.
Don Junior antwortete nun:
Nein, wir reden von einer größeren Art von Plattform, kein … – es ist ganz anders, es ist kein Memecoin, über das wir reden. Wir brauchen noch einige Zeit, aber was wir tun wollen, ist, einen großen Teil der Banking-Welt zu übernehmen. Ich denke, da sind sehr viele Ungleichheiten, nur bestimmte Menschen bekommen Finanzdienstleistungen, nur bestimmte Leute können diese Art von Sachen machen. Dezentrale Finanzen (DeFi) sind dafür offensichtlich sehr attraktiv, für Menschen wie mich, die debanked wurden. So dass jeder in der Lage ist, Versicherungen zu erhalten, Arbeit bekommen … ich denke, da ist eine große Sache, über die wir reden können.
Mehr sagte er leider nicht. Die Aussage ist konkret genug, um die Phantasie anzuregen, aber so vage, dass man nur wild spekulieren kann. Wenn der nächste Präsident – bzw. sein Sohn – tatsächlich versuchen würde, Teile der Bankenwelt durch DeFi zu ersetzen, wäre das eine riesige, eine gigantische Sache.
„Dezentrale Finanzen“ (DeFi), dieser weite Begriff, der gerne mit „Voodoo-Tokenomics“ verunglimpft wird, umfasst zahlreiche Finanzdienstleistungen, Transaktionen, Wechsel, Darlehen, Derivate und mehr. DeFi dezentralisiert und demokratiert sie, schafft für die einen Nutzer Barrieren ab, lässt die anderen an den Profiten teilhaben, die eigentlich die Banken einstreichen, und macht alles bis ins Detail hinein transparent.
DeFi kann viele Aufgaben der Banken nicht ersetzen. Aber richtig gemacht kann es einen wesentlichen Teil davon effizienter, günstiger, fairer, zugangsoffener, sicherer und transparenter machen. DeFi wird durch „Dezentrale Autonome Organisationen (DAOs)“ regiert, was die konsequente Weiterentwicklung der klassischen Organisation ist, und gerade im Bereich von Finanzen und transnationalen Körperschaften ein naheliegender nächster Schritt hin in eine bessere Zukunft wäre. Wie wir es schon lange sagen, wäre es eine große Enttäuschung, wenn in einigen Jahrzehnten nicht die eine oder andere Organisation zur DAO geworden wäre. Es gibt zum Beispiel keinen plausiblen Grund, warum Organisationen wie der WWF noch keine DAO sind.
Dass Don Junior, als Präsident des Trump-Konzerns und Sohn eines ehemaligen und möglicherweise künftigen Präsidenten, über Ungleichheit klagt und angeblich „debanked“, also von Banken mit dem Entzug der Leistungen bestraft wurde, sollte man eher ironisch verstehen, vielleicht sogar als zynisch.
Die konkreten DeFi-Pläne der Trumps bleiben jedoch vage. Ebenso vage bleibt, wer der nächste US-Präsident wird. Auf Polymarket, dem großen Prediction-Market, war Biden weit abgeschlagen, und eine zweite Präsidentschaft von Trump schien unvermeidbar. Durch die Nominierung von Kamala Harris hat sich das Spiel jedoch geändert. Laut Polymarket hat die Demokratin nun mit 52 Prozent leicht bessere Chancen als Trump mit 45 Prozent.
Auch bei den einschlägigen Memecoins sieht die Lage ähnlich aus. MAGA, TRUMPCOIN, RTR – sie alle haben im Lauf des vergangenen Monats gewaltig an Wert verloren. Ob sie den Wert verloren haben, weil es, Trump hin oder her, eben Meme- oder Shitcoins sind, die selbst bei einem Wahlsieg von Trump wertlos bleiben, oder weil sich die Aussichten von Donald Trump verdüstert haben, sei mal dahin gestellt.
Klar ist aber, dass es noch keinen Wahlkampf in der Weltgeschichte gab, in dem Bitcoin und Krypto so präsent waren. Und dafür kann man Trump, egal ob man ihn furchtbar oder nur miserabal findet, dankbar sein.
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Genau darum geht es. Vor der nächsten Wahl die Phantasie anregen, damit man von unschlüssigen Leuten gewählt wird, aber nach der Wahl nichts umsetzen müssen, weil man dafür ja zum Glück doch vage genug geblieben ist.
Wir sind da ja schon alle ein bisschen anfällig für, aber leidet die Kryptoszene wirklich soo sehr an „phantastischem Wunschdenken im Endstadium“?
da sollten aber die Alarmglocken sturmläuten:
… aber was wir tun wollen, ist, einen großen Teil der Banking-Welt zu übernehmen…
Und das zudammen mit anderen Phantasien seines Vaters …..