„Wenn der Preis gesunken wäre, wäre es ja richtig gewesen, oder?“
Zusammengeknüllte EU-Flagge. Bild von Marco Verch via flickr.com. Lizenz: Creative Commons
Die Krypto-Revolution nimmt gewaltig an Fahrt auf. Bitcoin wird zur strategischen Reserve, Stablecoins zu Fiatgeld 2.0. Wenn Europa sich jetzt nicht endlich wachrüttelt, wird es finanziell bald völlig abgehängt sein. Geben wir uns wirklich damit zufrieden, wie es ist?
Ich fange mal damit an, dass ich euch ein paar der Meldungen entgegen knalle, die ich in den letzten ein bis zwei Wochen gesammelt habe. Meldungen zu Bitcoin und Stablecoins, zwar nicht von mir geprüft, aber, geht es nach der Überschrift, eine Sensation nach der anderen:
- Floridas Chief Financial Officer denkt darüber nach, Kryptowährungen ins Rentensystem einzuführen.
- Argentinische Zentralbank stellt Bitcoin-Miner aus
- Tether führt im Auftrag der Vereinigten Arabischen Emirate einen Dirham-Stablecoin ein.
- Metaplanet wird dank Bitcoin-Reserve zur erfolgreichsten Aktie Japans in diesem Jahr
- Tether finanziert Ölhandel
- Laut David Bailey kauft mindens ein großes Land bereits aktiv Bitcoin und gehört nun zu den Top-5-Haltern, möglicherweise Katar oder Saudi-Arabien
Und so weiter. Das ist nur ein Ausschnitt von dem, wofür mir die Zeit gefehlt hat. Wir ertrinken gerade in bombastischen Nachrichten. Die Erkenntnis, dass Stablecoins Fiatgeld 2.0 sind und Bitcoin Gold 2.0 ist, reift langsam bis in die höchsten Schaltzentralen der Macht hinein. Nun aber, liebe Leser, die EU …
Die EU hat … hat vor, bis 2029 einen digitalen Euro zu schaffen! Sie weiß zwar nicht exakt, warum, aber sie hat es offiziell vor.
Hallo?! Geben wir uns damit wirklich zufrieden?
Es steht so viel auf dem Spiel
Das ist kein Luxusproblem, sondern überlebenswichtig. Man muss sich nur anschauen, welches Beraterteam zu Krypto sich langsam um den neuen US-Präsidenten Donald Trump formt:
- David Bayley, Herausgeber des Bitcoin Magazines, ein Bitcoin-Maximalist, wie er im Buche steht, war Trumps Krypto-Berater im Wahlkampf. Er wird vermutlich weiterhin Einfluss haben.
- Charles Hoskinson, Miterfinder von Cardano (ADA), eine schillernde, umstrittene Persönlichkeit, ein Shitcoiner, aber ein sehr erfolgreicher, ist im Gespräch als einer von Trumps Krypto-Beratern
- Trumps Sohn, Donald Junior, leitet World Liberty Financial, eine DeFi-Plattform, die US-Bürgern helfen soll, den Weg in Stablecoins zu finden
- Robert Kennedy Junior, Trumps Verbündeter für Gesundheit und Umwelt, hält ebenfalls hohe Stücke auf Bitcoin.
- Und schließlich Elon Musk, der Bitcoiner zwar gerne trollt und vor allem Dogecoin liebt, aber in jedem Fall versteht, was derzeit passiert.
Ein solches Personal begreift, was auf Blockchains funktioniert: Stablecoins auf Smart Contract Plattformen, die Fiatgeld upgraden, und Wertspeicher wie Bitcoin. Wenn sie skrupellos genug sind, dies für die USA auszunutzen, werden sie das folgende tun:
Sie werden durch Stablecoins die globale Hyperdollarisierung vorantreiben. Sie werden Bitcoin-Reserven anhäufen, die den digitalisierten Dollar decken, wie einst das Gold, und den Dollar damit zu einer stabilen Weltwährung machen. Viele Länder, vor allem Entwicklungsländer, werden denk der Stablecoins einfach den Dollar zu ihrer Währung machen – sie brauchen dank DeFi noch nicht mal ein eigenes Bankwesen -, andere, die eigene Währungen herausgeben, werden sie durch Dollar oder Bitcoins decken müssen, um nicht gegen den Dollar abzuwerten und damit eine Kapitalflucht auszulösen.
Indem die USA Bitcoin zur Reserve macht, erzwingt sie ein Rattenrennen aller anderen Staaten in Bitcoin (oder, als Substitut, den Dollar) hinein. Ihre eigenen Reserven werden damit unendlich viel mehr wert – und sie kann noch unendlich viel mehr Dollar herausgeben … Versteht ihr, was auf dem Spiel setzt? Was es bedeutet, wenn die EU einen digitalen Euro ab 2029 herausgeben will? Sie setzt einen Plan von vorgestern übermorgen um. Zu wenig, zu spät. Viel zu wenig.
Geben wir uns wirklich damit zufrieden?
Und bis dahin, bis dieser digitale Euro igendwann soweit ist, sorgt die EU durch die MiCA-Regulierung dafür, dass es für private Akteure schwierig bis unmöglich ist, in Europa einen relevanten Stablecoin zu schaffen, oder auch nur eine Plattform zu gründen, die den Euro und unser Bankwesen mit den Dollar-Stablecoins verbindet – während dieser, wild verteilt auf Smart-Contract-Blockchains, auf Ethereum, Arbitrum, Binance, Solana, Cardano, Celo, Tron, Ton, die Welt überrollt.
Oder: Was es bedeutet, wenn das Land Sachsen 50.000 Bitcoins beschlagnahmt und damit, wie die Junfrau zum Kind, eine strategische Bitcoin-Reserve als GESCHENK bekommt, um die es einige Nationalstaaten beneidet hätten — es dann aber nichts anderes zu tun hat, als diesen Schatz wie eine heiße Kartoffel so schnell wie möglich, nach wenigen Wochen und per Notverordnung, bis auf den letzten Satoshi zu verkaufen? Noch nicht mal geschenkt will Sachsen eine Bitcoin-Reserve haben!
Hätte man nicht ein wenig abwarten oder sich beraten können? Wurde jemand gefeuert? Hat man sich gefragt, welche Regel schuld war? Denkt man darüber nach, wie es künftig anders laufen kann? Ob das Parlement oder Experten mitreden können?
Oder sagen wir, niemand hat etwas falsch gemacht, weil alle nach den Regeln gehandelt haben? Es hätte ja auch anders kommen können, oder? Wenn der Preis gesunken wäre, wären ja auch alle froh?
Geben wir uns damit zufrieden? Zucken wir mit den Schultern und sagen, nun, es hätte nicht anders kommen dürfen? Sachsen hat mit dem Verkauf schon jetzt mehr als eine Milliarde Euro Verlust gemacht. Wir müssen, wie ein Schicksal, wie den Willen Gottes, hinnehmen, was uns die Regeln aufzwingen? Hören wir auf, das Handeln des Staatswesens an seinem Ergebnis zu messen? Ist so etwas überhaupt noch eine relevante Kategorie? Sind wir zu nett, um zu sagen, dass jemand versagt hat?
Ich weiß, das sind arg viele Fragen. Aber wenn es mit Bitcoin und Stablecoins nur zur Hälfte so kommt, wie es kommen kann, haben wir nicht mehr viel Zeit, die Einstellung zu ändern, die aus ihnen spricht.
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Weise gesprochen. Es ist einfach nur traurig zu sehen, wie Europa DIE Chance ihrer Geschichte verpasst sich strategisch für die kommenden Jahrzehnte auf sichere Beine zu stellen. Und Sachsens Verslust wird noch in die Geschichte eingehen. Ich denke, dass wir in den nächsten 10-15 Jahren eine Bitcoin-Preis von 1Mio/BTC sehen werden. 50.000 wären dann seeeehr viel Geld wert. Unglaublich wie man dieses Bundesland damit hätte modernisieren können. Aber nein, lieber blinder Aktionismus. Schnell verkaufen und kurz glücklich sein.
Bitcoin wird keine 2 Jahre benötigen, um die Million zu knacken. Es liegt nicht an den Regeln der Akteure, es ist die Unwissenheit der Regierung. Regeln kann man einfach ändern, das haben die während Covid doch auch gemacht. Die EU mit ihren Demokraten/Bürokraten (ist für mich das gleiche) ist so was von am Ende, die arbeiten noch mit Faxgeräten! X wird die Medienlandschaft extrem verändern. Zeitungen und diese GEZ Kanäle werden mit der Zeit komplett verschwinden. Elon hat absolut recht, wenn der Scholz und Habeck als Narren bezeichnet.
… Demokraten/Bürokraten: peinliche Gleichstellung.
… und diese GEZ Kanäle: peinliche Abwertung.
… Elon: peinliche Vertraulichkeitsprofilneurose.
… Elon hat absolut: peinliche Wortklasse.
… Scholz und Habeck als Narren: peinliche Abwertung, peinliche Gleichstellung, peinliches Niveau.
Gute Gedanken in dem Artikel, aber: Entgangene Gewinne sind kein Verlust! Verlust macht man, wenn man unter dem Einkaufspreis verkauft. Der Unterschied ist, dass man seinen Verlust immer genau kennt. Aber entgangene Gewinne kennt man vorher nicht, sondern erst im Nachhinein. Das ist der Unterschied zwischen Realität und Wunschdenken.
Wenn jemand kein Risiko eingehen will und auf keinen Fall etwas verlieren will, ist das o.k. Wie groß wäre das Klagen gewesen, wenn die Behörden bei fallendem Bitcoin-Preis die Hälfte verloren hätten!
Ja, das Argument ist schon bekannt. Wobei es ja kein Verlust gewesen wäre, weil Sachen die Bitcoins geschenkt bekommen hat.
Aber ich denke, wenn wir weiter sagen „lief schlecht, aber so ist es, weil alle richtig nach unseren Regeln gehandelt hatten, wir hätten gar nicht anders gekonnt“ wird uns das in den sicheren Untergang führen.
Eigentlich noch fataler als der Umgang mit Kryptowährungen ist, dass Europa keine KI-Industrie hat. Nicht einmal eine eigene Suchmaschine konnte in den letzten 20 Jahren gebaut werden.
Musks xAI hat hingegen in 19 Tagen einen Supercomputer aus 100.000 Nivdia H200 GPUs zusammengesetzt der erstmals nicht von Menschen sondern von einer AI konzipiert wurde. Angeblich hätte es 4 Jahre gedauert diesen Computer von Menschen bauen zu lassen.
Warum können wir das nicht? Warum verweigern wir uns so sehr einem technischen Fortschritt der offenbar funktioniert?
Die USA sind uns jetzt schon 1-2 Generationen voraus. Bald (1-2 Jahre?) bleibt von uns nicht mehr viel übrig als ein Museum indem sogeannte „Beamte“ mit Leitz-Ordnern hantieren und Formulare stempeln.
Denn was passiert wohl wenn man die USA den Staat wirklich verschlanken und optimiert wie es Musk mit dem DOGE-Ministerium tun will – also getrieben von AI?
Wenn Beziehungen zwischen Staat und Bürgern per Smartcontracts bestimmt werden die der Bürger kontrolliert, statt von oben herab bevormundet zu werden und bei jeder Gelegenheit „Geldwäsche“ und „Terrorfinanzierung“ unterstellt zu bekommen?
Doch alles was uns in Europa einfällt sind neue Behörden, Vermögensregister und zentrale Datenbanken zu schaffen die früher oder später gehackt werden und so den Verfall weiter antreiben werden. Die neue Form der Korruption sozusagen: alles zentral speichern und melden damit Wenige viel wissen. Das ist das gleiche Prinzip mit diese Wenigen für 500 Millionen EU-Bürger Geld drucken.
Doch eine von Blockchains getriebenen Welt kann nicht gehackt werden. Folglich muss man auch keiner Behörde mehr vertrauen. Denn eine solche Welt wird immer transparenter und durch AI intelligenter. Die USA haben das scheinbar erkannt.
Ja, oder schau mal nach China. Dort übertrumpfen sich die großen Städte damit, mit Zehntausenden Drohnen leuchtende Kunst an den Nachthimmel zu malen, und es werden schon viel mehr Roboter eingesetzt im Straßenbau oder in der Hafenabfertigung.
Zumindest gibt es Videos darüber … Amerikaner und Chinesen sind halt auch besser darin, Technik-Propaganda zu machen als Deutsche.
Trotzdem finde ich das langsam auch extrem besorgniserregend. Wir fallen gerade um eine Generation zurück.
In der nächsten Ausbaustufe soll Musks Colossus fast 500 Exaflops leisten. Das sind 5 x 10^8 Tflops. Zum Vergleich: eine Nivida 3090 hat ca. 35 Tflops.
Dieser Computer soll dann xAI’s Grok 3 antreiben das mit ChatGPT 5 konkurriert.
Da werden sich Habeck, Scholz, Merz & Co ziemlich lang machen müssen um bessere Konzepte und Ideen zu haben.