Bitcoin und Co. erreichen weitere Schweizer Banken

"Schweizer Fahne" von Martin Abegglen. Lizenz nach Creative Commons 2.0

Die Schweizer Bank Maerki Baumann wird ab Juni für ihre Kunden Kryptowährungen handeln und verwahren. Dahinter steht ein Service der Transaktionsbank InCore, der das Potenzial hat, Kryptowährungen im Bankkonto künftig so normal zu machen wie Fremdwährungen.

Es sei ein „Meilenstein“ in der Entwicklung des Angebots für Privatkunden, so die Pressemitteilung der Schweizer Bank Maerki Baumann. Ab Juni wird die Bank ihren Kunden den Handel und die Verwahrung von Kryptowährungen und weiteren digitalen Assets anbieten. Zunächst werden es Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum, Litecoin und Ripple sein. Dank des ERC20-Standards kann die Bank aber auf Wunsch viele Token hinzufügen. Sie plant zudem, das Spektrum handelbarer Währungen in „naher Zukunft“ zu erweitern. Möglich macht dies eine kürzlich erhaltene Genehmigung der Schweizer Finanzaufsicht Finma.

Die private, eher kleinere Bank hat bereits Erfahrung mit Kryptowährungen. Da diese das Potenzial haben, „die Finanzwelt und das Private Banking nachhaltig zu verändern“, verfolgt Maerki Baumann seit Anfang 2019 eine „Krypto-Strategie“. Dafür bot sie erst Blockchain-Unternehmen Geschäftskonten an und begleitete sie bei Initial Coin Offerings (ICOs) sowie Security Token Offerings (STO). Mit dem Handel von Kryptowährungen geht die Strategie nun in die nächste Stufe.

Einen Schritt weiter sind bereits die Banken Seba und Sygnum. Diese „Krypto-Banken“ verbinden bereits seit Ende 2019 Bankkonten mit Kryptowährungen. Auch die Trading-Plattform Swissquote führt bereits Kryptowährungen, während die Züricher Privatbank Vontobel weiterhin ihre Krypto-Zertifikate anbietet. Maerki Baumann ist zwar nicht die erste Bank, die den Schritt zu Krypto geht, aber eine der ersten.

Der interessanteste Teil der Nachricht verbirgt sich jedoch hinter ihr – bei der mit Verwahrung und Handel beauftragten Institution. Denn dies erledigt InCore, eine Tochtergesellschaft von Maerki Baumann. Diese Bank ist nicht im Endkundengeschäft aktiv, sondern stellt anderen Banken Infrastruktur- und Handelsleistungen zur Verfügung. Wie die Mutterbank hat InCore von der Finma die Erlaubnis für „den Handel, die Verwahrung, den Transfer und die Schaffung (Tokenisierung) von digitalen Assets“ erhalten. Damit wird InCore zur „ersten Schweizer Business-to-Business-Bank“, die auch Kryptodienstleistungen anbietet.

Die Kunden von InCore – also andere Schweizer Banken – können nun „auf einen Schlag“, so CEO Mark Dambacher, „von der Erweiterung auf die neue Anlageklasse“ profitieren, ohne selber in Infrastruktur und neue Prozesse investieren zu müssen. Dabei arbeitet InCore mit der Crypto Finance AG zusammen. Für deren CEO Jan Brzezek ist das natürlich ein großer Schritt – aber auch lediglich der Anfang: „Wir sind überzeugt davon, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Bitcoin ins normale Repertoire einer Bank gehört.“

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3 Kommentare zu Bitcoin und Co. erreichen weitere Schweizer Banken

  1. Was werden wohl die Banken mit den vielen Bitcoins tun, die bei ihnen verwahrt werden, damit sie mehr wert werden?

    Als Banken würde ich damit „lightningen“.

    • Paul Janowitz // 7. Juni 2020 um 18:02 // Antworten

      Warum sollten sie diese ins LN bewegen? Mit Paper oder Hardware Wallets gibt es eine sehr sichere Möglichkeit, sie vor Diebstahl zu schützen, im Lightning Network dagegen muss man das Netzwerk und seine Channels ständig beobachten, ob niemand einen alten State publiziert… Computersysteme sind fehleranfällig und auch Banken schaffen es immer wieder, dass sie ihre Server für einige Tage abschalten müssen, sie müssten also auf zusätzliche Dienstleister setzen und die Motivation, durch eventuelle Fees im LN etwas einzunehmen dürfte in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.

  2. Was sollen sie den sonst machen, um Bitcoin wertvoller zu machen?

    In einem dürften sich alle einig sein: Ein rege benutztes Geld wird mehr wert. Also, Bitcoins versichern und ein Offchain-Zahlungssystem mit Lightning und Co auf die Beine stellen. Natürlich kostenlos! Es wird mit vielen Daten bezahlt.

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