Dirk Müller hält Bitcoin für ein Trojanisches Pferd

Trojanisches Pferd. Bild von Ming-yen Hsu via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Laut einem Webinar meint der Börsenexperte Dirk Müller, dass Bitcoin nur der Türöffner für eine vollüberwachte digitale Zentralbankwährung ist. Ist etwas dran an dieser Theorie?

Der Focus hat letztens ein Webinar veranstaltet, bei dem „Mr. Dax“ Dirk Müller über die gesellschaftlichen Folgen von Corona referiert hat. Dabei ging es erstaunlicherweise auch um Kryptowährungen.

Müller ist überzeugt, „dass Kryptowährungen unsere künftige Währung“ sein werden, wenn „die Krise“ vorbei ist. Damit meint er nicht die Corona-Krise, sondern eher eine generelle Krise des Finanzsystems, die „so um 2030“ in eine „Reset-Phase“ übergeht. Nach dieser großen Krise werde man dann alles neu aufbauen, und zwar mit einer digitalen Währung. Die werde jedoch lediglich alten Wein in neuen Schläuchen servieren: einen digitalen Euro oder digitalen Dollar, in jedem Fall eine „digitale Zentralbankwährung“.

Bitcoin als Trojanisches Pferd

Anders als die „Freunde von Bitcoin“ und Kryptowährungen sich das wünschen, so Müller, werden diese neuen digitalen Währungen „keine privaten Zahlungsmittel“ sein, sondern vollkommen überwacht und kontrolliert. „Jeder Euro und jeder Cent“, den man jemals ausgegeben hat, wird „in diesen Ledgers“ dokumentiert. Die digitalen Währungen werden jegliche finanzielle Privatsphäre mit Stumpf und Stil ausrotten.

Schuld daran ist Bitcoin. Denn die erste Kryptowährung war der „Türöffner“. Für Müller war Bitcoin niemals mehr als „ein Marketinginstrument, mit dem man die Menschen auf so etwas vorbereitet“. Jeder mag Bitcoin, doch nicht Bitcoin wird das Weltgeld, sondern das, was im nächsten Schritt kommt: die digitalen Währungen der Zentralbanken. Diese werden dann natürlich Bargeld ersetzen. Anstatt den Weg in die Freiheit – oder in eine Kryptoanarchie – zu ebnen, wird Bitcoin zum ersten Glied einer Kette, die in die Massenüberwachung führt.

Hat Müller womöglich recht? Oder ist das nur ein Nachwort zu seinem „Machtbeben“, in dem er schon darüber spekuliert, dass Bitcoin von der NSA oder einem anderen US-Geheimdienst erfunden wurde, um die große globale Bargeldabschaffung vorzubereiten? Oder gar die soundsovieltste Fußnote zu seinem ersten Artikel über Bitcoin, in dem er die Kryptowährung Ende 2013 als Blase abgetan hat?

Drei Schritte zurück, um einen Schritt vorwärts zu gehen

Die Hypothese von Müller klingt etwas absurd: Ein Staat schafft Bitcoin um etwa zwanzig Jahre später eine eigene digitale Währung einzuführen, die genau das Gegenteil von Bitcoin ist, aber sich dennoch genau deswegen durchsetzt, weil Bitcoin den Weg gebahnt hat. Bitcoin selbst wird sich vermutlich irgendwie mitsamt seinem Ökosystem und seinen technischen Kindern in Luft auflösen.

Das Schaffen einer beispiellosen monetären Freiheit durch Bitcoin, könnte man die Theorie abkürzen, war lediglich der ersten Schritt eines Plans, der die monetäre Versklavung aller zum Ziel hat. Um sein Ziel zu erreichen, muss man erst mal drei Schritte zurückgehen.

Aber schauen wir uns die einzelnen Bausteine von Müllers Theorie an und versuchen, daraus ein konsistentes Gebäude zu bilden.

Ein merkwürdiger Plan

Da man nicht weiß, wer Bitcoin erfunden hat – oder es zumindest höchst umstritten ist – ist Müllers Vermutung, die NSA oder ein anderer Geheimdienst habe Bitcoin entwickelt, natürlich nicht zu widerlegen. Aber sie wäre dennoch absurd.

Bitcoin HAT den Regierungen die Hoheit über das Geld entrissen. Das ist ein Fakt. Menschen können dank Bitcoin Geld auf eine Weise besitzen, dass Regierungen sie nicht über die Netzwerke der Banken enteignen können, und sie können Werte in einer geldähnlichen Form speichern, die nicht der Inflation der Geldpolitik unterliegt. Bitcoin selbst mag zwar nicht so privat sein, wie viele anfangs gedacht haben, aber viele Weiterentwicklungen, von Mixern bis Monero, sorgen dafür, dass Geldströme doch wieder privat werden.

Sollte Bitcoin eine Erfindung der Geheimdienste sein, haben diese sich damit tief ins eigene Fleisch geschnitten. Geheimdienste und Regierungen wollen Kontrolle. Bitcoin nimmt ihnen diese. Sollte Bitcoin tatsächlich eine staatliche Erfindung sein, dann ging der Plan spätestens dann in die Hose, als sich Mixer und Privacy-Coins gebildet haben.

Inflation oder Deflation?

Auch die Idee, dass Bitcoin nur der Türöffner ist, überzeugt nicht so recht. Wenn sich Bitcoin als Alternative zu Euro und Dollar etabliert – weshalb sollten die Leute dann wieder die Hoheit über das Geld an die Regierungen abgeben? Es kann sein, dass man im Alltag Stablecoins verwenden wird. Aber mit Bitcoin ist die Flucht aus dem Fiat-Geld immer nur einen Klick weit weg. Warum sollte eine naheliegende Alternative dem digitalen Fiatgeld helfen?

Vielleicht kommt man der Antwort näher, wenn man sich fragt, welche Krise und welchen Reset Dirk Müller meint. Da ich sein Buch nicht gelesen habe, kenne ich die Antwort nicht. Sollte es sich um eine Krise handeln, bei der Euro und Dollar und so weiter massiv an Wert verlieren, würde dies das Vertrauen in diese Währungen natürlich untergraben – und Bitcoin als Alternative noch attraktiver machen. Wie sollte nach einer solchen Krise ein als digitaler Zentralbankcoin herausgegebener Dollar und Euro das notwendige Vertrauen gewinnen? Und wie sollte er sich beim großen „Reset“ gegen Bitcoin oder andere Kryptowährungen durchsetzen? Wäre es nicht viel wahrscheinlicher, dass der nächste richtig große Knall damit endet, dass Zentralbankgeld nur noch eine Währung unter vielen ist?

Sinnvoll wäre die Prophezeiung von Dirk Müller dagegen, wenn die große Krise deflationär wäre. In dem Fall würde nämlich das Vertrauen in Euro und Dollar als Wertspeicher erhalten bleiben und womöglich noch ansteigen, während das tatsächliche ökonomische Problem im mangelhaften Umlauf des Geldes liegen würde. Dieses Problem könnte eine digitale Zentralbankwährung womöglich lösen, da sie den Umlauf erhöht und vielleicht bei Bedarf negative Zinsen durchsetzt.

Allerdings hat Dirk Müller offenbar erst vor einigen Monaten deutlich vor den Gefahren einer nahenden Inflation gewarnt. Daher dürfte diese Vermutung wohl falsch sein.

Viel Vertrauen in Kompetenz der Regierung

Als Börsenmarkler verdient Müller seinen Lebensunterhalt dadurch, dass er in die Schaffenskraft von Unternehmern investiert. Daran gemessen ist sein Vertrauen in die Kreativität der Individuen erstaunlich gering: Er glaubt nicht, dass ein Einzelner Bitcoin erfunden haben kann. Er glaubt auch nicht, dass die Bitcoin-Szene es schafft, Bitcoin in zehn Jahren als Währung zu etablieren. Und er glaubt nicht, dass die Individuen dieser Welt sich bewusst für Bitcoin entscheiden werden, um der (von ihm vorhergesagten) Wertvernichtung durch ein politisch instrumentalisiertes Geld zu entfliehen.

Stattdessen demonstriert Müller ein beeindruckendes Vertrauen in die Kompetenz staatlicher Institutionen: Er vertraut darauf, dass staatliche Organe in der Lage waren, Bitcoin zu erfinden, und er vertraut darauf, dass sie es schaffen werden, ein funktionierendes digitales Zentralbankgeld herauszugeben.

Die Wirklichkeit zeigt, dass Müller den Individuen zuwenig und den Staaten zuviel zutraut. Die Privatwirtschaft rund um Bitcoin ist den staatlichen Stellen sowie dem etablierten Bankensystem um Jahre voraus: Während die Banken erst anfangen, über einen digitalen Euro nachzudenken, geben Bitcoin-Unternehmen schon längst Stablecoins heraus; und nachdem die staatlichen Überwacher langsam verstehen, wie man Bitcoins beobachtet, ändert die Szene mit Mixern, CoinJoins und Privacy-Coins die Regeln.

Damit Müllers Prognose Wirklichkeit wird, müssen die Regierungen gegenüber den privaten Akteuren eine Menge Land gutmachen. Aber wie sollen sie das schaffen?

Wird Bitcoin verboten werden?

Natürlich könnten die Regierungen Bitcoin einfach verbieten. Aber gerade nach einer inflationären Krise wird das ziemlich problematisch. Schließlich wird ein gewisser Teil der Bürger dann voraussichtlich seine Werte in Bitcoins erhalten haben, und darunter werden vermutlich auch – vielleicht gerade – Politiker und Banker sein. Im Rahmen einer Demokratie dürfte das kaum durchsetzbar sein. Wird das „Reset“ also auch gleich die Demokratie abschaffen?

Oder geht Müller davon aus, dass Bitcoin auch in zehn Jahren noch eine Nischenwährung sein wird? Dass die Welt nun diese Technologie hat, aber brav darauf wartet, dass die Zentralbanken sie auf die Weise einsetzen, die für die Bürger maximal ungünstig ist? Und selbst wenn würden Bitcoin und andere Kryptowährungen weiterhin als privatere und inflationsresistente Alternative fortbestehen.

Ein seltsamer Mix

Es bedürfte also eines seltsamen Mixes, um Müllers Prophezeiung wahrwerden zu lassen: Erstens müsste die große Krise, die er voraussagt, nicht inflationär sein, sondern – irgendwie – das Vertrauen in das Fiatgeld dauerhaft erhalten. Zweitens dürfte sich weder Bitcoin noch eine andere Kryptowährung bis 2030 flächendeckend als Zahlungsmittel durchsetzen, und wenn, dann ohne die Verbesserungen der Privatsphäre mitzunehmen, die wir schon heute haben. Drittens müssten die Menschen sehenden Auges in ein vollüberwachtes Geldsystem rennen und Bargeld aufgeben, ohne auch nur daran zu denken, in Bitcoin und andere Kryptowährungen auszuweichen.

Vielleicht wird das passieren. Aber viel eher wirft dies die Frage auf, wie eine staatlichen Organisation, die einen so wackeligen Plan geschmiedet hat, die Kompetenz haben soll, so etwas Brillantes wie Bitcoin zu erfinden. Oder ob Dirk Müller sich wirklich genug mit Bitcoin beschäftigt hat.

Über Christoph Bergmann (1877 Beiträge)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder. Christoph hat vor kurzem ein Buch geschrieben: Bitcoin: Die verrückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes. Das Buch stellt Bitcoin in seiner ganzen Pracht dar. Ihr könnt es direkt auf der Webseite Bitcoin-Buch.org bestellen - natürlich auch mit Bitcoin - oder auch per Amazon. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden in Bitcoin, Bitcoin Cash oder Bitcoin SV an die folgende Adresse: 1BergmanNpFqZwALMRe8GHJqGhtEFD3xMw. Wer will, kann uns auch Hier mit Lightning spenden. Tipps für Stories sind an christoph.bergmann@mailbox.org immer erwünscht. Wer dies privat machen möchte, sollte meinen PGP-Schlüssel verwenden.

24 Kommentare zu Dirk Müller hält Bitcoin für ein Trojanisches Pferd

  1. M_Praetorius // 20. Juli 2020 um 20:09 // Antworten

    Schuster, bleib bei deinen Leisten… Dirk Müller mag eine gewisse Expertise im Umgang mit den konventionellen Finanzmärkten haben, wobei selbst die in Finanzkreisen auch bisweilen in Zweifel gezogen wird.

    Bezüglich Kryptowährungen scheint sein (Halb-) Wissen aber eher entsprechenden Artikeln aus Finanzmagazinen zu entspringen. Die beschäftigen sich meist weniger mit technischen Details von Kryptowährungen sondern viel mehr mit dem nächsten Krypto-Supergeheimtipp der schnelles Geld mit geringem Aufwand verheißt.

    Die Thesen sind so krude, dass man in ihm beinahe schon einen Verschwörungsgläubigen erkennen könnte. Selbst wenn Bitcoin von Geheimdiensten zu dem von Herrn Müller kolportierten Zwecken erschaffen worden wären, hätte sich das Experiment angesichts der Vielzahl an Altcoins mittlerweile gegen seine Erschaffer gewandt. Analog zum Hausrat in Goethes Zauberlehrling…

    Möglich, dass es bald digitales Zentralbankgeld geben wird – das wird sich aber immer einer Phalanx aus privaten Alternativen gegenübersehen, die privater, vielseitiger, werthaltiger oder alles drei zur gleichen Zeit sind. Eine starke Konkurrenz, angesichts derer das Zentralbankgeld unter Umständen einem erheblichen Innovationsdruck unterliegen wird.

  2. Wer zum Teufel ist Dirk Müller?..Dieser gehört in die Psychatrie! 🙂

  3. Ist doch egal, wo es her kommt. Hauptsache Bitcoin ist und erettet mich vom „Es-seie-es-Geld“.

    • „Dies sei es jetzt: Das Kryptogeld!“ sprachen die Zentralbanken. Aber es war schon zu spät…

    • ohje spätestens bei dem Satz „Sein Buch habe ich nicht gelesen“ sollte klar sein dass es sich hier nicht um einen journalistischen Artikel handelt. Allein die „Widerlegungen“ sind teilweise amüsant und liest sich wie „aber Bitcoin“ ist toll. Wie viele Menschen beschäftigen sich den mit den cryptos? dieser Punkt wird komplett außer Acht gelassen und das ist glaub auch der größte Fehler des Autors.

  4. M.Gottschalk // 20. Juli 2020 um 21:08 // Antworten

    Ich halte Hr Müller für ziemlich überbewertet. Allerdings ist er im Marketing seiner eigenen Person offensichtlich sehr erfolgreich. Vom „Gesicht des DAX“ zum Börsenexperten und Fondmanager find ich nicht schlecht…und da er sich nun auch noch ziemlich erfolgreich mit seinem Fond, durch hedging, geschlagen hat wird die Fangemeinde bestimmt nicht kleiner. Mit dem „Reset“ muss er eigentlich auch irgendwann recht behalten.Jedem der hier liest oder schreibt sollte klar sein das die pemanente Ausweitung der Geldmenge ( erst die new economy Krise dann Subprime und nun Corona ) nicht ewig gut gehen kann. Obwohl wahrscheinlich nun bald die meisten glauben das es nun endlos so weitergehen kann, ganz nach dem bekannten Motto „Diesmal ist alles anders“. Es wird kommen wie es kommen muss…..nur wann ist die Frage. Ich glaube das dieses System der permanenten Geldmengenausweitung nun möglicherweise zum letzten Mal funktioniert und somit tatsächlich nach 2000, 2008 und 2020 um 2030 rum kollabiert ….das hat eine gewisse Logik die auch ich so schon länger vertrete. Zum Thema Bitcoin gibt es aber Personen mit besserem Background und somit auch besseren Prognosen und Einschätzungen.

  5. „Und nun sei es Kryptogeld.“ sprachen die Zentralbanken. Dumm gelaufen: Zu spät!

  6. Echt unglaublich, wie wenig AHNUNG dieser Mann hat und trotzdem mit seinem halb wissen über Bitcoin und Kryptowährungen Kommentieren darf.
    Ich hoffe mal, dass diese Leute die ihm gegenüber stehen und seine Aussagen anhören, sich ein eigenes Bild über Bitcoin machen und das ganze Bullshit was er von sich gibt nicht für real halten. #Bitcoin

  7. Den Leuten würde es in der Mehrheit ziemlich schnuppe sein, dass ihr Geld zentral überwacht wird, wenn die Nutzerfreundlichkeit beim digitalen Zentralbank-Geld entschieden höher ist als bei Bitcoin etc.
    Auch, wenn sich BTC als Wertspeicher langsam einen Namen macht, ist die Nutzerfreundlichkeit das, womit die Massenverbreitung steht und fällt.

  8. Christine Kaufmann // 21. Juli 2020 um 1:46 // Antworten

    Am Beispiel Müllers sieht man sehr schön, wie Verschwörungstheoretiker arbeiten. Man nehme einen Schuss Wahrheit, um den Leuten absurde Thesen schmackhaft zu machen: „Ein Staat schafft Bitcoin um etwa zwanzig Jahre später eine eigene digitale Währung einzuführen“. Ich frage mich bei solchen Leuten, welchen Nutzen sie daraus ziehen wollen. Und gelange oft zu der Einschätzung, dass es Ihnen vor allem um Aufmerksamkeit für die eigene Person geht. Damit lässt sich schließlich auch Geld machen.

    • Edit_lathi // 21. Juli 2020 um 7:37 // Antworten

      Mueller entwickelt sich immer mehr zum Verschwoerungstheoretiker und Schwurbler kruder Theorien. Waren seine Ansichten vor Jahren, zb. nach dem Immo Crash noch interessant und hilfreich, ist er seit diesen Tagen leider darauf haengen geblieben.
      Er reiht sich mit seinem Unsinn ueber Crypto in die lange Reihe der Verweigerer ein, die einfach mit dieser Technik nichts anfangen koennen und deshalb den boesen Belzebub dahinter vermuten.

  9. Dirk Müller. Muhaha. Das ist doch der Dummschwätzer, der im Boom der letzten 6 Jahre nur Verluste mit seinem Fond gemacht hat. Oh man, gibts nicht anderes zu berichten. Öde.

  10. Der letzte Satz fasst 95% der Bitcoin Kritiker zusammen und passt auch dieses Mal wie die Faust aufs Auge.

  11. Wie das Bankensystem gerade auf Defi umgebaut wird, sieht man hier:

  12. otger@rarr.de // 21. Juli 2020 um 16:02 // Antworten

    Jeder vergißt, langfristig zu denken! Ich, ich und jetzt, jetzt sind die Devise. Langfristig denken und planen ist der Unterbau von Müllers Theorie. Rumgeheule, daß BTC den Staaten irgendwas weggenommen hat. Wer etwas verändern will, muß die Leute dazu verführen, es freiwillig zu tun. Wenn die Staaten in zwehn, 15 Jahren den Hebel umlegen, sieht es eventuell so aus, daß der Besitz von BTC und alles andere was damit zusammenhängt verboten ist, um eigene Coins mit Gewalt durchzudrücken. Natürlich können die Leute insgeheim untereinander bezahlen, aber die Dinger wären nicht mehr handelbar, weil Börsen die illegale Aktivitäten betreiben, als kriminelle Vereinigungen dichtgemacht werden, vorher das Handtuch werfen oder in den Underground ausweichen müssen, wo der größte Teil der Menschheit diesen nicht folgt. Und der Rest hat ein hohes Risiko. Eventuell nicht die Tranaktionen selbst, aber absolutes Stiilschweigen und heimlichtuerei muß man erstmal können. Das Finanzamt erlangt einen nicht gerade kleinen Teil der Steuerhinterziehungs-Prüfungen dem verpfeifen: Ex-Angestellte, Ex-Lebenspartner …
    Viel Spaß, wenn Dirk Müller recht behalten sollte.
    Aber vielleicht hat er die These mit dem Geheimdienst ja von diesen Seiten? Gab es da nicht mal einen Aprilscherz?

    • absolut korrekt!!!
      deswegen ja die deutlichen parallelen zwischen em und btc bugs, nur dass man bei em am ende (e-€ & co) etwas physisches in den händen hält, was mindestens kulturrelevant einen wert hat.
      allerdings braucht man dies bzgl nicht so weit denken, denn die offizielle dlt währung wird es aller aller spätestens in 5 jahren geben!

  13. Muß man sich daran abarbeiten? Vielleicht, jedenfalls hat der Bitcoin Boom gezeigt, dass Cryptowährungen ein gelungener Proof of Concept sind, der jetzt nachgemacht wird. Von Marc Zuckerberg, als Crypto-Yuan von China und auch von den Zentralbanken. Derweil sorgt die FATF dafür, dass Stablecoins OK sind, während Privacy Coins mit AML Regeln und Regulierung Stress kriegen. Ich sehe da keinen Widerspruch zu Müllers Thesen.

    • Paul Janowitz // 21. Juli 2020 um 22:16 // Antworten

      Derweil sorgt die FATF dafür, dass Stablecoins OK sind

      Das sehe ich beim größten Stablecoin, Tether nicht wirklich, denn sobald sie nicht durch Dollarguthaben gedeckt sind, dürften sie den Regulierern ein größeres Dorn im Auge sein als jeder volatile Coin.

      Einen regulatorischen „Stress“ explizit für „Privacy Coins“ sehe ich nicht kommen, wenn dann allgemein für alle Coins und man müsste definieren, was genau wann und wie aufgezeichnet werden muss. Für Dienstleister wie Börsen wurde diese durch die FATF mit der Travel Rule definiert, die praktisch KYC für alle Kunden gleicht, Börsen müssen die Herkunft aufzeichnen (den Kunden) und die Destination (Wallet Adresse beim Withdrawal). Das geht mit jedem mir bekannten „Privacy Coin“, wenn man KYC macht. Aber auch für überwachbare Chains muss man KYC machen, um konform zu sein.
      Bei der schieren Anzahl von Coins und Technologien ist eine Unterscheidung/Definition unmöglich, was zu viel Privatsphäre ist und was noch im Rahmen. Coinjoin, Whirlpool, Stealth Adressen, zk-Snarks, Ring Signaturen, Confidential Transactions und wie sie alle heißen, zumal diese teilweise auch auf überwachbaren Chains wie Bitcoin und Ethereum anwendbar sind…

      Mit xUSD gibt es mittlerweile auch einen vollständig privaten und dezentralen Stablecoin auf dem Haven Protokoll, soll keine Empfehlung sein, denn ich halte wenig von Stablecoins allgemein, aber eine interessante Entwicklung allemal, bis das Protokoll tatsächlich nutzbar wurde:
      https://havenprotocol.org/2020/05/15/mercedes-benz-to-collect-data-using-blockchain/
      Bei der Preisabfrage über Chainlink könnte man sich streiten, ob die so dezentral und unzensierbar ist…

  14. immer wieder witzig die parallelen zwischen den gold und btc bugs zu sehen.
    trotz der bei beiden dahinterliegenden kritischen sicht bzgl des finanzsystems, fehlt jegliches wissen und verständiss ggü den zwingherren und dem konzept der macht.
    aber zum glück kann man auf digitaler ebene ja nix verbieten und auf analoger gibt es ja den schwarzmarkt…..

  15. So lange BTC von Mister Dax schlechtgemacht wird, ist das vernachlässigbar.
    Falls Dirk Müller mal BTC propagiert, wird diese Information wichtiger sein. 😉
    (Vorsicht Spoiler: Dann sollte man was verkaufen!)

  16. Im Iran sterben zur Zeit viele Menschen, weil sie keine Medikamente bekommen, weil völkerrechtswidrige Sanktionen das verhindern, weil der Iran dadurch keine Dollar verwenden kann. Daß die Sanktionen völkerrechtswidrig sind, ist leicht zu überprüfen, denn alle Sanktionen, denen die UNO nicht zugestimmt hat, sind völkerrechtswidrig. Darum hat man in Deutschland überlegt wie man die Sanktionen gegen den Iran umgehen könnte. Man hat aber keinen Weg gefunden. Die Macht über internationale Zahlungsströme liegt alleine bei den USA! Bitcoin ist offensichtlich kein Ausweg, sonst könnte der Iran medizinische Güter doch einfach mit Bitcoin bezahlen. Bitcoin hat die Macht der Staaten nunmal nicht gebrochen!

    • Paul Janowitz // 26. Juli 2020 um 19:05 // Antworten

      Bitcoin ist leider zu transparent dafür und Firmen, die mit Regimes aus der „Achse des Bösen“ Geschäfte machen, bekommen die Sanktionen der USA ebenfalls zu spüren. Wenn Monero die Liqudität von Bitcoin hätte, könnte das jedoch eine Lösung gegen die Vormachtstellung der USA als Weltpolizei mit mehr als fragwürdigen Methoden sein…

  17. Der Artikel beweist nur, wie naiv viele Kryptojünger an das Thema rangehen. Sie glauben an das Gute im Menschen und scheinen im Geschichtunterricht geschlafen zu haben. Es geht um Geld, Macht und Kontrolle was vielen Hipstern fremd erscheinen mag. Kleines Beispiel am Rand: Um diesen Kommentar schreiben zu können, wollt ihr meine Email-Adresse um zu kontrollieren, dass ich mich an die Regeln halte. Kontrolle….klingelt da was?

  18. Allein die Möglichkeit Werte in Bitcoin zu setzen, diese über eine Hardwarewallet so zu sichern, dass wirklich keiner mehr an diese rankommt, um am Schluss diese zu vernichten und zu vergessen.

    Ich sehe Bitcoins allein deswegen schon als eine persönliche Freiheit, „seine“ Werte sicher den Kreislauf zu entziehen. Anders wäre nur ein verbrennen von Bargeld möglich. Würde Fightclub 2020 neu verfilmt müsste dort nur alles in Bitcoins gesetzt werden um am Schluss feierlich den Hardwareschlüssel zu verbrennen.

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