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„Bitcoin-Mining spielt eine essenzielle Rolle bei der Wiederherstellung der Energieunabhängigkeit der USA“

Die Prärie in West-Texas. Bild von Bradford Fults via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Ein US-Politiker aus Texas spricht es aus: Das Bitcoin-Mining kann eine tragende Säule einer stabilen Energieversorgung sein. Warum findet er das? Und warum sagt das niemand in der EU?

Der texanische Kongressabgeordnete Pete Sessions hat sich kürzlich voll des Lobes über Bitcoin geäußert. Bitcoin verkörpere amerikanische Ideale, mache den Dollar stärker, sei ein robuster Schutz gegen Inflation, und – vor allem: Bitcoin-Mining werde „eine essenzielle Rolle dabei spielen, die Energieunabhängigkeit der USA wieder herzustellen.“

Der Abgeordnete, der im US-Kongress einen Bezirk von Texas vertritt, scheint sich auf das Thema eingeschossen zu haben. Auf seinem Twitter-Account findet man zahlreiche Spuren von Kryptowährungen – vor allem von Bitcoin und Mining. So kündigt er beispielsweise an, an der „Empower Mining Conference“ teilzunehmen, um gute Diskussionen mit Branchenvertretern zu führen.

Natürlich ist Europa nicht die USA, und was dort funktioniert, funktioniert hier nicht, und das ist mal gut, mal schlecht. Aber der Unterschied in der Frage des Bitcoin-Minings ist schreiend groß: In der EU wurde gerade so ein Gesetz verhindert, das das Bitcoin-Mining verbieten sollte, weil es zuviel Strom braucht, also die Energieunabhängigkeit gefährdet – und in den USA machen sich Politiker dafür stark, durch Bitcoin-Mining die Energieunabhängigkeit zu erreichen.

Beides Perspektiven haben ihre Gründe. Ich – und wohl die meisten Bitcoiner – tendieren zur texanischen Variante: Bitcoin-Mining hilft, einen Überschuss an produzierter Energie so zu verwalten, dass der Betrieb lukrativ ist, aber jederzeit gestoppt werden kann, um Engpässe der Versorgung zu überwinden. In Texas scheint dies bereits zu funktionieren, und es gibt auch erste Anzeichen dafür, dass das Bitcoin-Mining den Ausbau erneuerbarer Energien – vor allem Photovoltaik und Windkraft – befördert. Warum, wie und wieso haben wir hier ausführlich beschrieben.

Am Ende wird der Gang der Wirklichkeit entscheiden, und vermutlich wird eine Seite am Ende dastehen und sagen, sie habe recht gehabt, aber die Wirklichkeit habe nicht zugehört und sei grauenhaft falsch abgebogen. Da das, was nicht passiert, per definition nicht passiert, wird man nie wissen, was besser gewesen ist, weshalb man für alle Zeiten recht behalten kann.

Aber es ist bemerkenswert, wie divers das Thema in den USA diskutiert wird – während es unter der europäischen Politik offenbar weiterhin keine sichtbaren Vertreter der Idee gibt, dass Bitcoin-Mining ein Baustein einer künftigen Stromversorgung sein kann, die gleichermaßen nachhaltig wie stabil ist.


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3 Kommentare zu „Bitcoin-Mining spielt eine essenzielle Rolle bei der Wiederherstellung der Energieunabhängigkeit der USA“

  1. Spannender als die vielen politischen Statements fände ich ja mal eine Liste von amerikanischen Projekten, die das bereits umzusetzen versuchen.
    Das wäre auch richtiges „Skin in the Game“ und liesse sich nicht mehr so einfach argumentativ wegwischen.
    Der Mensch lernt schliesslich vom Beispiel nur …

  2. Wenn der Mensch aus seinen Fehlern lernen würde, würde die Welt heute so aussehen, wie sei aussieht?

  3. Hm, da hab ich tatsächlich ein positiveres Menschenbild. Und ich meine eher das Lernen aus positiven Beispielen.
    Und wenn es dann erstmal nur um den Fakt geht, dass es grundsätzlich überhaupt funktioniert. Das kann Menschen ermutigen das ebenfalls auszuprobieren oder zumindest positiv zu sehen. Über die Zeit wächst dann eine kritische Masse – fürs Flippening – heran.

    All diese politischen Statements hingegen reflektieren erstmal nur einen von mehreren Glaubensrichtungen, die es endlich mal konkret zu verifizieren gilt. Ein paar real funktionierende Beispiele, und die Greenwashing Unterstellung ist viel wirksamer vom Tisch, als durch das Heranziehen von Aussagen mächtiger Politiker, die damit vor allem ihre eigenen Interessen vertreten.

    Es wäre als mal interessant zu wissen, was da „in texas schon zu funktionierend scheint“. Da bleibt der Author etwas nebulös.

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