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Wann der Handel der Ethereum-ETFs beginnt bleibt unsicher

Vergangene Woche war ein Durchbruch für Ethereum-ETFs in den USA. Doch die Frage, ab wann sie auf den Börsen landen werden, ist … kompliziert. Ebenso, ob die Diskussion darum, ob Ether (ETH) ein Wertpapier ist, nun tatsächlich vom Tisch ist.

Der Preis von Ethereum ist nach wie vor im ETF-Taumel: Nach einer Explosion um 20 Prozent Ende letzter Woche hat er nicht nachgegeben, sondern ist übers Wochende weiterhin gestiegen, etwas langsamer zwar, aber stetig auf nun etwa 3.600 Euro.

Die US-Börsenaufsicht SEC hatte vergangenen Donnerstag „Formular 19b-4“ für acht ETF-Anträge genehmigt. Das wurde als Durchbruch auf dem Weg zum Börsengang der ETFs gefeiert, und vermutlich ist es das auch – doch die Frage, ab wann es tatsächlich losgehen wird ist, anders als bei den Bitcoin-ETFs, viel weniger eindeutig.

7-Tages-Eurokurs von ETH nach coinmarketcap.com

Das Magazin „The Block“ zitiert den ehemaligen SEC-Boss Jay Clayton, der die Entscheidung der SEC erklärt: „Es war die Genehmigung der Handelszulassung an sich, aber nicht des Produkts selbst.“ Die Börsen dürfen an sich also Ethereum-ETFs listen, doch die ETFs selbst hat die SEC noch nicht bewillilgt. Dafür müssen deren Herausgeber nun ein weiteres Formular ausfüllen, nämlich „Formular S-1“.

Bei Bitcoin waren die Formulare S-1 an dieser Stelle bereits vorbereitet gewesen und die Börsen waren startklar für den Handel. Bei Ethereum dagegen steht das Ausfüllen der S-1-Formulare noch aus – und es wird, laut einem Insider, den The Block zitiert, eine Menge Arbeit. Er erwartet, dass die Formulare mehrfach zwischen der SEC und den Herausgebern hin und her gehen, bevor sie ein OK bekommen, und dass sich dies über mehrere Wochen hinziehen wird. Daher die Börsen noch nicht einmal begonnen, sich auf den Handel vorzubereiten.

Ählich sieht es der ehemalige SEC-Boss Clayton. Wann der Handel beginne, sei noch unsicher, dass er beginnen wird, sei nun hingegen unvermeidbar. Denn „die Frage, die nun entschieden wurde“ ist, ob die Märkte reif genug sind, um einen Ethereum-ETF zuzulassen – was zu seiner Zeit, von 2017 bis 2020, das maßgebliche Hindernis für Krypto-ETFs gewesen war.

Laut Clayton hat die Zulassung der SEC jedoch die Frage, ob Ethereum eine Security, also ein Wertpapier ist, nicht so klar entschieden, wie manche hoffen. Denn „die SEC hat noch immer nicht eindeutig gesagt, dass die Transaktionen von ETH keine Wertpapiertransaktionen sind.“ Anders als bei Bitcoin hat die SEC in dieser Frage ihren Vorbehalt noch nicht aufgegeben.

Paul Grewal, der Chief Legal Officer von Coinbase, sieht das an sich anders. Er nennt die Entscheidung der SEC einen „Wendepunkt in der langen Debatte über den rechtlichen Status von Ethereum“. Denn die Aufsicht verlange ein spezielles Formular für den ETF, S-1, und dieses setze per Definition voraus, dass nicht mehr als 40 Prozent des unterliegenden Portfolios aus Wertpapieren bestehe. Die Auswahl dieses Formulars sei Entscheidung genug.

Allerdings, räumt Grewal ein, könnte die SEC weiterhin beanspruchen, dass die speziellen Fakten und Umstände, unter denen ETH angeboten und verkauft wird, in besonderen Fällen eine Wertpapier-Transaktion konstituierten.

Ein Finanzinstrument muss nicht entweder Wertpapier oder Rohstoff sein (Commodity) – es kann auch beides sein, je nach Situation. So hat ein Gericht im Prozess der SEC gegen Ripple geurteilt: Der Coin gilt im normalen Handel als Commodity, bei manchen Transaktionen jedoch als Wertpapier, etwa wenn Ripple Labs die XRP-Token direkt an Investoren verkauft.

Anders gesagt: Die SEC kann gleichzeitig einen Ethereum-ETF zulassen und die Ethereum-Foundation des nicht genehmigten Wertpapierhandels verklagen. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen.


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