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Bitcoin und Altcoins: „Wenn man es ändern kann, ist es eine Security.“

Bild von Claudio Marinangeli via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Michael Saylor und andere Bitcoiner fordern, dass Bitcoin als Rohstoff gilt, aber alle anderen Kryptowährungen als Wertpapier. Einschließlich Ethereum. Denn nur Bitcoin sei unveränderbar. Wie erklären und diskutieren diese wichtige Unterscheidung.

Michael Saylor hat viele Probleme, aber Ethereum ist keines davon.

Der Boss von MicroStrategy hat Wohl und Wehe seines Unternehmens auf Bitcoin gesetzt und beinah 130.000 Bitcoins akumuliert. Mit ihnen ist er nun rund 1,5 Milliarden Dollar im Minus. Kein einziger anderer Mensch hat so massive (unrealisierte) Verluste mit Bitcoin gemacht wie er. Dennoch spricht er in einem Interview ausgiebig über — Ethereum.

Es sei „offensichtlich“, dass Ethereum eine Security sei, und nicht, wie Bitcoin, eine Commodity. Das klingt nach definitorischer Erbsenzählerei, ist aber alles andere als irrelevant.

Die beiden Begriffe lassen sich grob als Aktie und Rohstoff übersetzen. Der Unterschied ist vor allem regulatorisch: Securities werden strenger reguliert, Börsen benötigen andere Lizenzen, um sie zu listen, und in den USA beaufsichtigt sie die SEC (Security and Exchange Commission) anstelle der CFTC (Commodity Futures Trading Commission).

Die CFTC hat der Chicago Börse grünes Licht für Bitcoin Futures gegeben; die SEC blockt nach wie vor jeden Spot-Bitcoin-ETF. Vermutlich dürfen Kryptobörsen in den USA Commodities anbieten, aber keine Securities.

Alles hängt an dieser Definition.

Warum Ethereum ein Security ist

Warum meint Saylor nun, Ethereum sei ein Security? Der CEO hat mehrere Argumente:

Erstens war da die ICO und das Premining. Ein signifikanter Anteil der Token wurde vorab durch eine zentrale Organisation verkauft.

Zweites – und vor allem darauf reitet Saylor herum — ändern die Ethereum-Entwickler das Protokoll immer wieder per Hardfork. Upgrade für Upgrade soll der finale Zustand von ETH2.0 erreicht werden.

Für Saylor ist dies das grundsätzliche Kriterium: „Wenn man es ändern kann, ist es eine Security.“ Punkt.

Dabei geht es nicht darum, dass Entwickler Bugs beseitigen. Das ist in Ordnung. Aber wenn die Entwickler neue Funktionen einführen oder die Performance verbessern, werden sie zu einer Software-Unternehmung, die keine Token herausgeben, sondern an die Börse gehen sollte.

Warum Bitcoin ein Commodity ist

Bitcoin dagegen sei anders. Denn es gebe keine Instanz, die Bitcoin ändern könne. „Wenn du dir Bitcoin anschaust, dann hatten wir das monetäre Protokoll im Jahr 2009, und es ist immer noch dasselbe.“

Daher schaffe Bitcoin etwas wie digitales Gold. „Kein Goldschürfer kann die physikalischen Eigenschaften von Gold verändern.“ Daher ist Gold keine Security, sondern ein Commodity, und dasselbe sollte für Bitcoin gelten.

Eine ähnliche Diskussion gibt es auch anderswo. In Deutschland plädieren der Blocktrainer und Joe Martin in einem offenem Brief an die EU dafür, Bitcoin anders als andere Kryptowährungen zu regulieren. Auch sie verstehen die Unveränderbarkei als zentrales Kriterium: Alle Blockchains außer Bitcoin seien „in sich instabil“, und Änderungen unterliegen der „Kontrolle einiger weniger Personen, die die Bedingungen jederzeit nach ihren Vorlieben verändern können.“ Daher seien alle Coins außer Bitcoin „im Grunde genommen FinTech Produkte, die allenfalls den gleichen Stellenwert besitzen können, wie exotische Derivate der klassischen Finanzindustrie.“

Die Folge, erklärt Saylor genüsslich, ist diese: Altcoins „sind allesamt nur Securities, und das Problem ist, dass sie auf Börsen gehandelt werden, die keine Lizenz haben, Securities zu handeln, und von Teams gemanagt werden, die keine Erlaubnis haben, an die Börse zu gehen.“ Wie es weitergeht, wisse er nicht.

Darin schwingt unverkennbar eine Hoffnung mit, die man unter Bitcoin-Maximalisten erstaunlich häufig antrifft: dass die Obrigkeit all die Altcoins, die wie Unkraut um Bitcoin herum wuchern, samt und sonders ausreisst.

Naiv und kurzsichtig

Das alles ist so ungewohnt obrigkeitshörig für die Bitcoin-Szene, dass man nur den Kopf schütteln kann. Was wurde aus den anarcho-kapitalistischen Idealen? Seit wann rufen Bitcoiner nach dem Staat, anstatt auf die Selbstheilungskräfte des Marktes zu vertrauen?

Daneben ist es kurzsichtig. Denn so, wie eine Pflanze nicht in Isolation, sondern nur in einem Biotop gedeiht, machen Altcoins Bitcoin seit mindestens 2013 stärker und besser. Das ersehnte Krypto-Armageddon würde auch Bitcoin hart treffen. Denn das Wertversprechen von Bitcoin beruht auch darauf, der Anker eines Ökosystems digitaler Währungen zu sein.

Vor allem aber ist es naiv zu denken, die vorgebrachten Kriterien würden Bitcoin nicht auf die Füße fallen. Denn eine Aufsicht, die sie ernst nimmt, könnte erkennen, dass auch das Bitcoin-Protokoll verändert wurde. Einige Beispiele:

  • 2012 wurde P2SH eingeführt (und damit Multisig-Transaktionen),
  • 2014 wurde der Raum für OP_Return-Transaktionen verkleinert
  • 2017 SegWit aktiviert (was die Kapazität erhöhte und Lightning ermöglichte), und
  • 2022 Taproot (das die Privatsphäre verbessert und etwa Taro ermöglicht).

Das sind ziemlich viele Änderungen, die neue Funktionen freischalten und andere beschränken oder die Performance verbessern. Wie kann man nach all dem behaupten, Bitcoin habe sich nicht verändert?

Von Softforks und Hardforks

Bitcoin-Maximalisten beharren auf dem Unterschied von Hardfork und Softfork. Dies ist eine der großen Selbstlügen der Szene: Sie behaupten, eine Softfork sei keine Änderung, weil sie abwärtskompatibel ist, so dass die Full Nodes das Update nicht mittragen müssen.

Man könnte darauf hoffen, dass die Regulierer diese eher esoterische Sichtweise nachvollziehen. Aber sie könnten es auch exakt andersherum sehen: Um eine Hardfork durchzubringen, benötigen die Entwickler die Zustimmung aller Knoten. Dies entledigt sie davon, Entscheider zu sein. Eine Softfork hingegen kann mit einem Kartell von Entwicklern und Minern leicht durchgesetzt werden, auch gegen den Widerstand der Full Nodes. Erst sie, könnte man argumentieren, macht die Entwickler zu einer Software-Unternehmung.

Es gibt natürlich Theorien, wie die Full Nodes eine Softfork abwehren können. Aber vergleichbare Theorien kann man auch zu Hardforks bei Ethereum bilden, trotz der Difficulty Bomb. Würde die Aufsicht so gnadenlos auf Bitcoin schauen wie Saylor auf Ethereum – sie würde Bitcoin gewiss als Security einordnen.

Wie der Howey-Test entscheidet, was eine Security ist

Diese Kritik an Saylors Standpunkt bedeutet aber nicht, dass man nicht darauf pochen sollte, dass Bitcoin ein Commodity ist. Es heißt auch nicht, dass jeder Altcoins ebenfalls Commodity ist.

Es heißt lediglich, dass Bitcoiner aufhören sollten, ein äußerst wackeliges und realitätsfremdes Merkmal herauszupicken, um Bitcoin zur Commodity zu erklären, aber den Rest des Marktes der SEC vorzuwerfen.

Man kann den Howey-Test, der entscheidet, ob etwas eine Security ist, auch anders auslegen. Ich habe vor gut zwei Jahren dies über ihn geschrieben:

Eine Security sei „ein Vertrag, eine Transaktion oder eine Struktur, durch die eine Person Geld in ein öffentliches Unternehmen investiert und erwartet, Profite allein durch die Bemühungen des Verkäufers oder einer dritten Partei zu erhalten.“

Damit etwas als Security gilt, müssen also vier Bedingungen erfüllt sein: 1.) muss es sich um ein Investment von Geld handeln, das 2.) mit der Erwartung von Profiten getätigt wird, 3.) in ein öffentliches Unternehmen fließt, und 4.) einen Profit durch die Bemühungen einer dritten Partei erwirtschaftet.“

Das entscheidende Merkmal sollte sein, ob es eine Organisation gibt, von deren Performance es abhängt, dass ein Coin im Kurs steigt.

Bei Ripple könnte man dies leicht in Ripple Labs sehen. Wenn der Wert von ETH darauf basiert, dass den Entwicklern der Umstieg auf Proof of Stake gelingt, könnte man, vielleicht, auch die Ethereum Foundation als solche verstehen. Aber man kann auch weitergehen: Wenn es für den Kurs einer Kryptowährung essenziell ist, dass kompetente Entwickler Bugs finden und fixen – dann wäre auch Bitcoin Core eine solche Organisation.

Die Frage ist komplex und vielschichtig. Vereinfachende Antworten wie „Bitcoin ist eine Commodity, alles andere eine Security“ stiften nur unnötige Verwirrung und spalten das Ökosystem. Anstatt gemeinsam zu lobbyieren, lobbyiert man gegeneinander.

Sinnvoller ist eine individuelle, multidimensionale Betrachtung. So haben sich etwa einige amerikanische Krypto-Unternehmen schon 2019 zum Crypto Rating Council zusammengeschlossen, um Kryptowährungen und Token danach zu bewerten, wie „securityartig“ sie sind. Dies ergibt ein durchaus gemischtes Bild, das manche Token in die Nähe von Securities rückt, ohne gleich den ganzen Markt niederzubrennen — wie Saylor und andere es wünschen.


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15 Kommentare zu Bitcoin und Altcoins: „Wenn man es ändern kann, ist es eine Security.“

  1. Die ganze Diskussion darüber, ob es sich bei einer bestimmten Kryptowährung eher um eine Commodity oder Security handelt, ist nicht zielführend und stellt einen allzu simplen Ansatz dar, der die vielzähligen Anwendungsfälle der Coins/Tokens nicht Rechnung trägt. Charles Hoskinson hat es in seiner Rede vor dem US Kongress vor wenigen Wochen zu eben diesem Thema sehr gut zusammengefasst. Kryptos sollten vielmehr als finanzielle Stammzellen betrachtet werden, die grundlegender sind als eine Währung oder eine Ware. Ich lade euch ein die 2.5 minütige Rede von CH selber zu schauen. Hier der Link: https://youtu.be/gvHbUlX0164

  2. >2012 wurde P2SH eingeführt (und damit Multisig-Transaktionen),
    >2014 wurde der Raum für OP_Return-Transaktionen verkleinert
    >2017 SegWit aktiviert (was die Kapazität erhöhte und Lightning ermöglichte), und
    >2022 Taproot (das die Privatsphäre verbessert und etwa Taro ermöglicht).

    Sayler hat Recht. Bitcoin ist eine unveränderliche Commodity. Allerdings gilt das nicht für BTC, sondern BSV, welcher ohne die späteren Änderungen wunderbar funktioniert. Da hilft es auch nichts, wenn die verantwortlichen BTC Entwickler einer nach dem anderen ihre Maintainer Funktion aufgeben. Dafür ist es zu spät.
    Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Regulatoren das erkennen.

    Das hat auch nichts mit Verwirrung stiften oder mit Spaltung des Ökosystems zu tun. Es gab von Anfang an nur Bitcoin, dessen Funktion, Ziel und Design klar definiert waren. Es gab keinen Grund davon abzuweichen oder zu verändern. Fast alles was danach kam sind nur billige Klone oder per definition Securities, wenn sie versuchen sich durch ständige Änderungen von Bitcoin abzugrenzen und etwas „neues/besseres“ zu schaffen.

    Nicht umsonst wird Satoshis „set in stone“ immer wieder gerne zitiert.

  3. Paul Janowitz // 13. Juli 2022 um 17:46 // Antworten

    Bezeichnend, dass ein Troll nur einen Haufen Geld ins System werfen muss, um von vielen „godlike“ hofiert zu werden. Stimmt mich traurig.

    2012 wurde P2SH eingeführt (und damit Multisig-Transaktionen),
    2014 wurde der Raum für OP_Return-Transaktionen verkleinert
    2017 SegWit aktiviert (was die Kapazität erhöhte und Lightning ermöglichte), und
    2022 Taproot (das die Privatsphäre verbessert und etwa Taro ermöglicht).

    Auch die Blocksize war nicht begrenzt, das habe ich damals, vor ca. 6 Jahren ausführlich hier im Blog dokumentiert. Das 1MB Limit wurde erst irgendwann „vorübergehend“ Ende 2010 gegen den „Spam“ von Satoshidice eingeführt. Im Bitcoinsprech auch eine Softfork, denn die Nodes ohne Limit akzeptieren auch die „bis zu 1MB“ Blöcke. Das theoretische Limit des ersten Releases war afaik bei knapp unter 32MB, da die „Message Size“ nicht mehr hergegeben hat und ein Block samt Overhead musste da reinpassen.

    Ich wünsche eigentlich niemandem etwas Böses, aber für das Bitcoin Ökosystem wäre es befreiend, wenn Geier, die nichts beitragen, wie Michael Saylor oder Elon Musk vom Markt liquidiert werden würden. Würde mir unter Umständen auch weh tun, aber seis drum, das ist es mir wert. Akteure wie er und alle, die sich diesem Narrativ anschließen wie der Blocktrainer sind schädlich für Bitcoin und das Ökosystem darum.

    • Bezeichnend, dass ein Troll nur einen Haufen Geld ins System werfen muss, um von vielen „godlike“ hofiert zu werden. Stimmt mich traurig.
      wäre es befreiend, wenn Geier, die nichts beitragen, wie Michael Saylor oder Elon Musk vom Markt liquidiert werden würden.

      Sieh es mal so, die Geier sind ein `Fact of Life`. Wo es einen Markt dafür gibt, gibt es auch immer diese Geier. Und da Bitcoin und andere Kryptowährungen die Gier der Akteure spieltheoretisch einplanen und als Faktor ausnutzen um die Stabilität des Systems zu erhöhen, gibt es bei Krypto sogar besonders viele davon. Hier müssen sie sich ja nicht so verstecken wie woanders. Ist nicht schön, aber solange es der Stabilität dient, eben auch nicht besonders schlimm.

      Gesund wäre, die Geier zu ignorieren statt liquidieren zu wollen. Mit solchen Wünschen gibt man ihnen nur zuviel Raum (und am Ende auch Macht, denn andere Akteure finden `dagegen sein` irgendwie sexy, da sie keine bessere Metrik haben).

      Das Ökosystem ist robust genug. Wenn sich etwas scheinbar Gutes nicht durchsetzt, liegt das meistens nicht an den paar Geiern.

      • Paul Janowitz // 14. Juli 2022 um 11:47 //

        Sieh es mal so, die Geier sind ein `Fact of Life`. Wo es einen Markt dafür gibt, gibt es auch immer diese Geier. Und da Bitcoin und andere Kryptowährungen die Gier der Akteure spieltheoretisch einplanen und als Faktor ausnutzen um die Stabilität des Systems zu erhöhen, gibt es bei Krypto sogar besonders viele davon. Hier müssen sie sich ja nicht so verstecken wie woanders. Ist nicht schön, aber solange es der Stabilität dient, eben auch nicht besonders schlimm.

        Mag sein, dass ich diese überbewerte. Allerdings sehe ich kaum, dass diese irgendetwas zum Ökosystem beitragen, ganz sicher nicht Stabilität. Ein einmaliger (oder vielleicht mehrmaliger) Kauf, danach über Twitter verbreitet dient nur der Kursmanipulation. Wir brauchen Adoption.
        Ich würde diese Geier gerne liquidiert sehen, weil sie Bitcoin nicht im Ansatz verstanden haben und ein Sailor mittlerweile gerne als ein Jesus des Bitcoins gehandelt wird. Ich bin mir bewusst, dass ich sehr ideologisch bin, aber solche Auswüchse sind leider das Gegenteil dessen, was ich mir vor ca. 10 Jahren von Bitcoin erhofft habe.

        Und übrigens: Aus Sailors Sicht wäre Monero noch weniger angreifbar als Bitcoin, trotzdem würde ich ihn nicht willkommen heißen.

        Kann er nutzen, klar. Aber er ist wahrscheinlich ein schädlicherer Akteur als das Darknet. Es gab keinerlei Premine, keine Company oder Foundation dahinter. Moneros monetäre Grundeigenschaft hat sich nie verändert, es hatte eine etwas steilere Kurve der Emission als Bitcoin, die mittlerweile an ihrem Ende angekommen ist und es werden pro Block 0,6 neue XMR ausgeschüttet, ganz am Anfang hat man 0,3 XMR pro Block angenommen, aber damals war die Block Time bei 1 Minute und wurde ziemlich schnell auf 2 Minuten erhöht, da es zu viele orphaned Blocks gab, daher die Verdoppelung. Inflation für die nächsten 6 Jahre unter der von Bitcoin, danach etwas höher mit unter 1% jährlich. Im Vergleich zu Bitcoin wurden aber „unterwegs“ trotz aller Hard-Forks keine neuen Features eingebaut. Monero galt mit Cryptonight als ASIC-proof, bis Bitmain das Gegenteil bewiesen hat und mit RandomX hat man es tatsächlich ASIC-proof gemacht. Privatsphäre hat man mit Confidential (Ring) Transactions irgendwann verbessert, aber es hat nichts an der Grundeigenschaft Moneros geändert. Alle Hard Forks wurden bisher sowohl von Minern als auch den ca. 3.000 Nodes mitgetragen. Im Gegensatz zu Bitcoin (und auch Ethereum) braucht man tatsächlichen Konsensus unter Minern, denn es gibt keine mir bekannten Mining-Farms für Monero, denn sie sind schlicht nicht profitabel, da tatsächlich jeder partizipieren kann, der eine CPU hat. Es reicht sogar ein Smartphone…

        Unter Sailors Kriterien würde vom Kryptomarkt wahrscheinlich nur Monero überleben lol.
        Aber ich lasse den Troll mit seinen Problemen, ganz am Anfang seiner Bitcoin „Karriere“ ist er mir sogar auf Twitter gefolgt, aber ziemlich schnell entfolgt, da ich nicht in seine Blase gepasst habe 😛

      • Tom Mayer // 14. Juli 2022 um 19:36 //

        Mag sein, dass ich diese überbewerte. Allerdings sehe ich kaum, dass diese irgendetwas zum Ökosystem beitragen, ganz sicher nicht Stabilität.

        Ach naja, ohne gierige (im Sinn von „sich einen Vorteil davon erhoffende“) Akteure wäre Bitcoin nur ein theoretischer Konzeptcoin und in keinster Weise erfolgreich.

        Würde man z.B. (potentiell) einfach reich davon werden können Solarpanels und Windräder aufzustellen, hätten wir die Energiewende schon längst geschafft, ganz ohne staatliche Interventionen und Moralkeule (Spoiler: könnte man).

        Und zu Musk und den anderen Einzelpersonen im Kryptosystem … Würden sowohl Befürworter als auch Gegner dieser Leute nicht so ein Gewese um jeden Twitterpups aus dieser Richtung machen, wären sie überhaupt nicht in der Lage dazu (kurzzeitig) Märkte zu bewegen. Das eigenen Kapital reicht dafür bei weitem nicht aus. Wir geben ihnen die Macht, indem wir sie viel ernster nehmen als notwendig, nur weil sie irgendwann mal, irgendwo anders erfolgreich waren oder sich in unserem Augen amoralisch benehmen. Ich kann diesem Personenkult echt nichts abgewinnen.

        Aber wenn man diesen alten Krieg weiterführen will, der Stachel sitzt ja offensichtlich sehr tief, meinetwegen. Nur irgendwie schade, weil da echt Resourcen verschwendet werden, die man anders besser nutzen könnte.

      • Paul Janowitz // 14. Juli 2022 um 19:46 //

        Für mich ist Bitcoin tatsächlich ein „Proof of Concept“, nicht mehr und nicht weniger.

      • Tom Mayer // 14. Juli 2022 um 20:12 //

        Na dann …

    • Hm, da ist aus blockquote schnell mal blocksize geworden. Freud lässt grüßen.
      Der erste Absatz war natürlich als Zitat gemeint:

      Bezeichnend, dass ein Troll nur einen Haufen Geld ins System werfen muss, um von vielen „godlike“ hofiert zu werden. Stimmt mich traurig.

      wäre es befreiend, wenn Geier, die nichts beitragen, wie Michael Saylor oder Elon Musk vom Markt liquidiert werden würden.

    • „Ich würde diese Geier gerne liquidiert sehen“. Interessanter Standpunkt für jemanden, der sich selbst kürzlich noch als libertär eingestuft hat…

      Saylor und Musk haben in ihrer Karriere Milliarden-Unternehmen aufgebaut und sicher nicht nur, weil ihre Produkte technisch überlegen waren. Sie wissen, dass der Erfolg einer Unternehmung auch von Vermarktung, Aufbau einer Nutzer-Community, Lobbyismus bei Entscheidungsträgern und vielem mehr abhängt. Zu behaupten, Sie würden mit ihrem Investment und ihrem öffentlichen Einsatz keinen Beitrag für das Ökosystem leisten, ist gelinde gesagt naiv.

      Mit der Denke „Bitcoin hätte sich genau so entwickeln müssen, wie ich es mir vor 10 Jahren erhofft habe“ und alle, die in Bitcoin etwas anderes sehen, sind „schädliche Akteure“ und „haben Bitcoin nicht im Ansatz verstanden“ kann ich jedenfalls nichts anfangen.

      • Paul Janowitz // 14. Juli 2022 um 16:11 //

        Mit der Denke „Bitcoin hätte sich genau so entwickeln müssen, wie ich es mir vor 10 Jahren erhofft habe“ und alle, die in Bitcoin etwas anderes sehen, sind „schädliche Akteure“ und „haben Bitcoin nicht im Ansatz verstanden“ kann ich jedenfalls nichts anfangen.

        Es gibt ein Bitcoin Whitepaper, es gibt etliche Aussagen von dessen Schöpfer. Bitcoin war als elektronisches P2P Geldsystem gedacht. Was heutige „Marktakteure“ hineininterpretieren ist für mich einfach Bullshit. Nein, Saylor und Musk nutzen dem Ökosystem nichts. Letzterer macht noch ein bisschen Pump&Dump mit Doge, was komplett fern der Rationalität ist, er kann aber wahrscheinlich privat davon profitieren.

        Dass Bitcoin als Geldsystem versagt hat und mit der Politisierung, die irgendwann 2014 mit der Gründung von Blockstream angefangen hat, ist mittlerweile offensichtlich. Man ist ständig auf der Suche eines neuen Narrativs danach. Erst war es das Settlement für alle anderen Coins, mittlerweile hat sich „digitales Gold“ durchgesetzt, was extrem bescheuert ist. „Never Hard Fork“ wurde zur Religion, die Christoph schon ganz gut auseinandergenommen hat, denn die „Soft“ Forks bei Bitcoin sind nichts anderes als Hard Forks. Das einzige, was man sich damit verbaut hat, ist Privatsphäre und eine Skalierbarkeit über Jahrzehnte.

        Bitcoin ist als „anonymes“ Internetgeld gestartet, die erste wirkliche Anwendung war Silk Road. Die wurde dann hochgenommen (nicht wegen Bitcoin), die ganzen Paymentflüsse wurden analysiert und führten auch zu weiteren Verhaftungen, die ich gar nicht in Frage stellen will. Es folgten etliche andere Marktplätze, es gab wieder Verhaftungen, es gab Exit-Scams usw. aber es hat sich etwas grundlegendes verändert: Bitcoin ist 100% nachverfolgbar. Deutlich besser als Bargeld. Mittlerweile wird Bitcoin nach guten Ansätzen von Microsoft & Co. praktisch nirgends als Zahlungsmittel eingesetzt. El Salvador stützt sich auf den Bitcoin, die Wallet dahinter dürfte aber ein paar Prozent Fractional Reserve nicht überschreiten. Mittlerweile sehe ich mehr und mehr Merchants, die zuvor Bitcoin akzeptiert haben, die Monero implementieren anstatt auf das kaputte LN zu setzen. Siehe Mullvad, siehe Coincards (haben LN aber nutzt keiner, unter 1%).

      • Michael. // 14. Juli 2022 um 18:35 //

        Alle, die von Bitcoin enttäuscht sind oder dessen Zukunftsfähigkeit bezweifeln, sollen ruhig abwandern und es mit ihren eigenen Projekten versuchen. Viel Glück und gute Reise !

        Deine Einschätzung, dass Bitcoin als „Geldsystem versagt“ hat, teile ich überhaupt nicht. Das Gegenteil ist richtig. Bitcoin hat in den vergangenen Jahren eine derart erfolgreiche Entwicklung hingelegt, dass es inzwischen von Staaten, Zentralbanken und Finanzwirtschaft äußerst ernst genommen wird. Um zu überleben und weiter an Bedeutung zu gewinnen, muss es aber jetzt die regulatorischen Hürden nehmen. Das hat Michael Saylor verstanden.

      • Paul Janowitz // 14. Juli 2022 um 19:43 //

        Danke, ich werde nicht auf den Kommentar eingehen. Die meisten (nicht-Spekulanten) sind tatsächlich schon weg.

      • Hannes // 14. Juli 2022 um 20:37 //

        @Paul. Komm zu BSV, dort befinden sich die abgewanderten Nicht-Spekulanten und wahren Verfechter, die noch an Bitcoins Grundsatz glauben. Wärst du nicht so sehr von absoluter Anonymität besessen, würdest du erkennen dass Bitcoins pseudonyme tracability der perfekte Mittelweg zw. Verbot, Legalisierung und hinreichender Anonymität ist.

  4. Ein Geschenk für Notenbanker wie Lagarde und Verbotspolitiker: möglichst alle Cryptos als Security bewerten lassen, dann wollen das zahlreiche Börsen nicht mehr zum Handeln anbieten, dann wird in Panik verkauft oder verschoben und es kommt Druck auf den Kurs. Dann Leute arm mit Coins, und die Gewinner sind Buffet und Lagarde oder Bill Gates. XRP und Ripple ist mir immer suspekt. Der ICO von Ethereum diente, das Projekt anzuschieben.,

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