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Wie Irans Bitcoin-Strategie zurückschlägt

Die zeremonielle Flagge der Islamischen Revolutionsgarde. Bild vbon SpinnerLaserz über wikipedia.org, Lizenz: Creative Commons

Der Iran nutzt Bitcoin-Mining, um die Sanktionen zu umgehen. Dies verschärft aber die Energiekrise, bereichert Chameneis Revolutionsgarde – und befördert die Kapitalflucht. Das Regime lernt auf die harte Weise, dass es Bitcoin nicht kontrollieren kann.

Was als „vom Staat genehmigter Behelf gegen die Sanktionen“ begonnen habe, schreibt das Middle East Forum, „mutierte in ein Sicherheitsproblem.“

Gemeint ist das Bitcoin-Mining. Auf dieses hatte sich der Iran eingelassen, nachdem die US ab 2018 die Sanktionen anzog: Bitcoin sollte ein Werkzeug werden, um die Außenwirtschaft mit Devisen zu versorgen und Terrorgruppen in der Region zu finanzieren. Die Strategie war längst nicht so erfolgreich, wie erhofft – und rächt sich nun. Wie alle autokratischen Regime sah die Islamische Republik in Bitcoin ein Werkzeug, das es, wie alles im Land, kontrollieren kann. Nun realisiert sie, dass sich Bitcoin der Kontrolle entzieht.

Vielleicht könnte Bitcoin sogar dazu beitragen, den Niedergang der theokratischen Diktatur zu beschleunigen.

Bitcoin-Mining, um Sanktionen zu umgehen

Bitcoin ist ein Geld der Freiheit: Jeder kann es schöpfen, speichern und überweisen, niemand kann es kontrollieren, zensieren und vereinnahmen. Deswegen verkörpert Bitcoin – ob man es will oder nicht – auch für Tyrannen, wie sie in der Islamischen Republik Iran herrschen, eine Chance, sich aus den drückenden Finanzsanktionen zu befreien. Das macht es seit jeher interessant, zu beobachten, wie es um Bitcoin im Iran steht.

Zunächst folgte das Land der chinesischen Linie: Bitcoin und andere Kryptowährungen waren zwar legal, aber es war verboten, sie als Zahlungsmittel zu verwenden. Aber um die 2020er Jahre herum öffnete es sich. Zunächst legalisierte es Krypto-Zahlungen, wenn auch nur für Importe, dann legalisierte es das Mining und entwickelte ein System der Lizenzvergabe.

Bitcoin war und ist für den Iran ein Werkzeug, die Sanktionen zu durchstoßen, und zwar mit einem Geld, das das Land aus Gas und anderen Energierohstoffen selbst erzeugen kann, anstatt diese durch den Export gegen Devisen zu tauschen.

Bereits 2021 schöpfte der Iran anscheinend fast fünf Prozent aller neuen Bitcoins. 2022 vergab das Regime Lizenzen für mehr als 10.000 Farmen und erlaubte den Betrieb von rund 90 Krypto-Börsen. 2024 haben Analysten zufolge 4,18 Milliarden Dollar in Kryptowährungen den Iran verlassen, 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Plan scheint aufzugehen: Bitcoin versorgt die grenzübergreifenden Kapitalflüsse des sanktionierten Landes mit Liquidität. Bitcoin bewässert die ausgetrockneten Geldströme.

Doch wenn man nur ein kleines Stückchen genauer hinschaut, trübt sich das Bild. Denn Bitcoin wird zum Stachel in den wunden Stellen der Islamischen Republik.

Engpässe in der Stromversorgung

Zunächst einmal verschärft das Mining die Engpässe der Stromversorgung. Das Land leidet seit etwa 2018 an regelmäßigen, immer häufiger auftretenden Blackouts.

Heute scheint die Stromversorgung kurz vor dem Kollaps zu stehen. In Teherans Vorstädten fällt zweimal am Tag der Strom für Stunden aus, es fehlt die Spannung, um Wasser in höhere Stockwerke zu pumpen, und der öffentliche Dienst, einschließlich des Nahverkehrs, macht in Stoßzeiten Pause.

Teheran. Bild von Giorgio Montersino via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Das Land behauptete zwar, 85 Gigawatt zu produzieren, doch laut Statistiken des Energieministeriums von 2021 beträgt die Kapazität nur 64 Gigawatt. Viele Kraftwerke, die in die offizielle Statistik einfließen, sind längst außer Betrieb, und die Regierung ist nicht in der Lage, ihre Zubau-Ziele auch nur annährend zu erfüllen, während der Verbrauch konstant wächst. Das ist das erste Problem. Das zweite ist der zunehmende Verschleiss des Netzes. Laut einer Schätzung vor einigen Jahren verliert das Netz etwa 13 Prozent des Stroms (in Deutschland sind es knapp sechs Prozent). Schon diese beiden Probleme haben regelmäßige Blackouts verursacht.

Nun kommt als drittes Problem der Klimawandel hinzu. Von diesem ist der Iran wie kaum ein anderes Land betroffen. Nirgendwo in Asien steigen die Temperaturen schneller, kaum wo trocknen die Böden so rasant aus. Weite Teile des Landes verwüsten, was bereits eine innere Massenmigration ausgelöst hat.

Anfang Mai 2025 schlugen Behörden Alarm, dass die Dürre bereits 44 große Staudämme beeinträchtige. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Wasserreservoires um 37 Prozent abgenommen. Manche, etwa in der Provinz Teheran, sind nur zu 24 Prozent gefüllt. Die Schneereserven in den Bergen, welche die Gewässer im Frühjahr gewöhnlich füllen, sind im Lauf des Jahres um fast 50 Prozent zurückgegangen.

Wegen der Dürre fallen rund 12,5 Gigawatt aus. Dies kommt zu den bestehenden Problemen der Energieversorgung hinzu.

Blackouts

Zeitschriften wie Iran International schreiben schon lange über Stromausfälle. Aber in diesem Jahr hat die Taktrate erheblich zugenommen. Seit März gab es fast ein Dutzend Artikel zu Problemen der Stromversorgung.

Blackouts seien, klagt ein Kommentar, „nun ein tägliches Übel. Sie treffen Unternehmen, Fabriken und Haushalte.“ Im Mai haben im ganzen Land Bäcker demonstriert, weil die steigenden Betriebskosten und regelmäßigen Blackouts ihre Geschäfte ruinieren. „Eine weit verbreitete Unzufriedenheit wächst, da das Leben von Millionen von Menschen durch die Blackouts gestört wird.“ Die sozialen Medien sind voller Videos mit Leuten, „die in Aufzügen gefangen sind, Ampeln, die ausfallen und massive Staus verursachen, und Wasser, das die höheren Stockwerke nicht erreicht, weil die Pumpen nicht mehr funktionieren.“

Sogar die mobilen Daten fallen aus, „weil Netzbetreiber gezwungen werden, Funktürme auszuschalten, um Schäden zu verhindern, wenn sich die Backup-Batterien leeren.“ Viele kleine Unternehmen, „darunter Bäckereien, Restaurants und Cafés, berichten, dass Lebensmittel verderben.“

Der Strom fällt in Teheran so regelmäßig aus, dass es Statistiken gibt, welche Viertel häufiger abgeschalten werden. Natürlich die ärmeren, die Vorstädte im Süden. Die Elektrizitätswerke verteilen zwar Blackout-Pläne, doch Bewohner der Vororte berichten von weiteren, unvorhersehbaren Stromausfällen. „Wir haben zwei Blackouts am Tag, manchmal für jeweils zwei Stunden.“

Blackouts sind im Iran seit Jahren ein Thema. Diese Breite und Intensität ist aber neu. Das Stromnetz des Landes scheint kurz vor dem Kollaps zu stehen.

Mining und die Revolutionsgarde

Das Bitcoin-Mining ist nicht die Ursache für die Engpässe der Stromversorgung. Laut Statistiken verbraucht es etwa zwei Gigawatt, was bei einem Mangel von maximal 25 Gigawatt nur ein Tropfen auf dem heißen Sand ist.

Allerdings verschärft das Mining die Probleme, und erschwert es, sie zu lösen. Daher versucht das Energieministerium seit langem, es besser zu kontrollieren. Doch die Probleme dabei zeigen, wie schwer es sein kann, einen Geist zu bändigen, den man sich ins Haus gerufen hat.

Zuerst einmal sind da die Subventionen. Ein gewaltiges Problem: Der Iran subventioniert Strom wie kein anderes Land. Eine Kilowattstunde kostet 0,2 Cent. Es existieren weder Anreize, zu haushalten – wegen der Blackouts eher im Gegenteil — noch ein Markt, der knappe Ressourcen effektiv verteilt. Einen Bitcoin zu erzeugen kostet zwischen 1.000 und 2.000 Dollar Strom. Dies, meint das Middle East Forum, „macht es nahezu unmöglich, Restriktionen durchzusetzen.“ Es ist schlicht zu profitabel, aus den Subventionen Bitcoins zu extrahieren, als dass es zu unterbinden wäre.

Dazu kommt die politische Problematik. In der Islamischen Republik verschränken sich säkulare und theokratische Elemente, im Militär steht den regulären, weltlichen Kräften, den Artesch, das Korps der Islamischen Revolutionsgarde gegenüber, das direkt dem Religionsführer Ali Chamenei untersteht. Diese Garde schaltet nicht nur Gegner im Inneren aus, sondern organisiert auch den „schwarzen Außenhandel“, umgeht also die Sanktionen. Sie wurde „abhängig von Krypto-Mining und priorisiert dessen Betrieb über die nationale Wohlfahrt.“

Das Matschles, das iranische Parlament. Bild von سید محمود جوادی via wikipedia.org. Lizenz: Creative Commons

Dies zeigte sich etwa 2021: Das Energieministerium wollte eine illegale Farm abschalten, doch die Revolutionsgarde marschierte auf und verhinderte dies, offenbar durch den Gebrauch von Schusswaffen. Als das Energieministerium anschließend beim Geheimdienst- und Sicherheitsministerium um Hilfe bat, verweigerte dieses seine Unterstützung. Bitcoin scheidet die Institutionen des iranischen Staatswesens.

2022 erlaubte die Regierung den militärischen Institutionen, eigene Stromleitungen zu unterhalten. Damit kann sich die Revolutionsgarde nicht nur den subventionierten Strom sichern, sondern auch Teile der kostenlosen Elektrizität für den öffentlichen Dienst abgreifen. Sie kann mehr oder weniger umsonst minen.

Mitrade zufolge sind die Revolutionsgarden der Kern einer Art „Kartell“, welches „staatliche Ressourcen für persönliche Profite umleitet“, was auch zu Korruption in der Garde führt. Schätzungen zufolge gehören rund 100.000 der 180.000 Mining-Geräten im Land diesem Kartell und seinen Unternehmen.

Das Middle East Forum schlussfolgert: „Die Beziehung der Islamischen Revolutionsgarde zur Regierung wird zunehmend parasitär anstatt symbiotisch. Die Revolutionsgarde bereichert sich selbst, während sie Kapitalflucht und Blackouts verursacht und die Kontrolle der Regierung über die Wirtschaft löst.“

Kapitalflucht

Damit hätten wir das zweite große Problem, das Bitcoin der Islamischen Republik bereitet: die Kapitalflucht.

Eigentlich sollten Kryptowährungen den darniederliegenden internationalen Handel beleben. Doch dies habe bisher kaum Erfolg gehabt, meint das Middle East Forum. Laut einem Bericht müssen iranische Händler Geld in die Vereinigten Arabischen Emirate überweisen, um es in Kryptowährungen zu konvertieren, wobei Gebühren von mehr als 20 Prozent anfielen.

Hilfreich sind Kryptowährungen hingegen in der Kapitalflucht. „Börsen im Iran erleben derzeit einen Anstieg von Usern und Abflüssen, mit Transaktionsmustern, welche für Kapitalflucht sprechen“, erklärt der Blockchain-Analyst Chainalysis. Wenn man sich die Kapitalflüsse genauer anschaue, „weisen sie weniger auf illegale Finanzen oder staatliche Aktivitäten hin, sondern eher darauf, dass die Bürger des Landes ihrer Regierung immer weiter misstrauen und ein drängendes Bedürfnis haben, ihr Vermögen aus dem Land zu schaffen.“

Die Kapitalflucht im Iran nimmt derzeit explosiv zu. Seit 2018 ist sie um 450 Prozent gestiegen, in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres sind 14 Milliarden Dollar aus dem Land geflohen.

Ein wesentlicher Grund dürfte die Inflation sein. Die offiziellen Wechselkurse, denen zufolge ein Dollar seit Jahren stabil rund 42.000 Rial kostet, sind pure Fantasie, da es niemanden gibt, der offiziell Dollar gegen Rial tauscht. Auf Schwarzmärkten sankt der Kurs im Lauf des vergangenen Jahres von rund 577.000 Rial je Dollar auf etwa 830.000, mit einer Spitze über einer Million im April. Die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich weiter; für 2025 erwartet der IWF ein Wachstum von nur noch 0,3 Prozent.

Bitcoin und andere Kryptowährungen spielen in der Kapitalflucht keine geringe Rolle. Denn so, wie der Westen den Iran durch Sanktionen daran hindert, Geld ins Ausland zu überweisen, hindert das Regime seine Bürger, ihr Geld aus dem Land abzuziehen. Und so wie Bitcoin es dem Iran erlaubt, Sanktionen zu umgehen, können sich Bürger durch Bitcoin den Kapitalkontrollen entziehen. Für viele Iraner, erklärt Chainalysis, „repräsentieren Kryptowährungen ein alternatives finanzielles System“, das immer mehr Bürger nutzen, „um ihren Wohlstand zu schützen und finanzielle Restriktionen zu umgehen.“

Sicherlich stellen nicht die gesamten 4,18 Milliarden Dollar in Krypto, die aus dem Land abfließen, eine Kapitalflucht dar; und sicherlich machen Kryptowährungen nur einen Teil der Kapitalflucht von 14 Milliarden aus. Aber sie sind aus dem Geschehen ebenso wenig wegzudenken wie die Miner aus den Stromproblemen – und wie dort machen sie es schwierig bis unmöglich, die Probleme in den Griff zu bekommen.


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Über Christoph Bergmann (3247 Artikel)
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23 Kommentare zu Wie Irans Bitcoin-Strategie zurückschlägt

  1. Frank Müller // 21. Mai 2025 um 22:11 // Antworten

    Hm, für klassische Staaten bleibt Bitcoin wohl immer ein zweischneidiges Schwert. Deswegen wird es nach einigen Versuchen der Öffnung, dann doch wieder bekämpft.

    Einzig Länder die sowieso keine Kontrolle über ihre eigene Währung haben, profitieren viel eher als das sie verlieren.

  2. Vielen Dank für die interessanten Einblicke, lieber Christoph.

    Ich möchte gern anmerken, dass die abfälligen Bemerkungen über den Iran, von wegen „autokratisches Regime“ und so, aus meiner Sicht unnötig sind. Das betrifft auch ein paar andere Artikel von dir über andere „Regimes“.

    Nicht, dass ich die iranische Regierung prima fände, aber solche Bemerkungen von westlichen Menschen kommen oft aus einer Art Überheblichkeit heraus. Überspitzt: „Wir sind die Guten, wir sind demokratisch!“.

    Ich vermute, du weißt, welche „Kollateralschäden“ unser relativer Wohlstand in der Welt verursacht. Und der Unterschied zwischen einer „Demokratie“ und einer „repräsentativen Demokratie“ (= Fassadendemokratie) ist dir sicher auch bekannt. Er ist nicht ganz unerheblich bei der Behauptung oder Annahme, wir würden in einer Demokratie leben – und daraus resultierenden Bemerkungen über irgendwelche „Regimes“.

    • Danke für das Feedback.

      Ich hatte schon häufig das Vergnügen, Perser kennen zu lernen. Es waren in jedem einzelnen Fall intelligente, freundliche und starke Menschen.

      Das Regime in Teheran, das diesen wundervollen Menschen das antut, ist eine geopolitische Katastrophe. Ich habe nicht genügend Schimpfwörter, um zu beschreiben, was für eine ekelhafte, widerliche, menschenverachtende soziopolitische Missbildung diese „Regierung“ ist.

      Sich zu verbieten, die eigene Demokratie besser als dieses Monstrum zu finden, ist ein Symptom des westlichen Selbsthasses, dem ich mich nicht anschließen werde. Ich liebe Europa, ich liebe die Demokratie, ich liebe die Freiheit, die wir hier haben und leben.

      • Nun, die Feststellung, dass wir eine „repräsentative Demokratie“ haben, ist nicht von mir. 😉
        Ich betrachte mich ebenfalls als Verfechter der Demokratie im ursprünglichen Sinne.

        Ob unsere Form der „Demokratie“ besser oder schlechter ist, als das, was im Iran, los ist, kann ich nicht beurteilen. Ich kenne auch leider keinen einzigen Perser persönlich. Ich mutmaße, dass ich durchaus viel lieber in unserem Land lebe, in Europa. Aber ich bin mir dessen bewusst, dass auch wir sehr viel durch farbige Brillen sehen.

        Dass Länder wie der Iran vermutlich noch verdorbenere Regierungen haben, als wir selbst, liegt sicherlich auch mit daran, dass gerade im nahen und mittleren Osten seit Jahrzehnten der „demokratische Westen“ seine Finger im Spiel hat. Diverse Stellvertreterkriege, Farbrevolutionen, Terrorfinanzierung usw.

        Was ich nur sagen wollte: Man kann auch sachlich kritisch über Länder wie den Iran schreiben, ohne abfällige Bemerkungen. 😉

        • Lieber Marc,

          was ist denn an der Bezeichnung „autokratisches Regime“ abwertend?
          Es ist eben eine Beschreibung der Tatsachen. Nur weil in der Vergangenheit sich viele autokratische Regime als schlecht für die eigene und umgebende Bevölkerung herausgestellt haben, ist die reine Bezeichnung ja nicht beleidigend oder abwertend, sondern durchaus sachlich.

          Ob unsere Form der „Demokratie“ besser oder schlechter ist, als das, was im Iran, los ist, kann ich nicht beurteilen.

          Warum nicht? Kannst du keine Nachrichten verfolgen und deren Inhalte bewerten?

          Ich kenne Perser und Christen aus dem Iran und habe den allergrößten Respekt vor ihnen und dem was sie mitgemacht haben. Aber in deiner etwas voreingenommenen Art, wirst du auch dies als Sicht durch die „farbige Brille“ auslegen. Wenn du etwas mehr Klarheit in deine Weltansicht bringen möchtest, dann rate ich dir, einfach mal längere Zeit in verschiedenen anderen Ländern und Kulturen zu leben. Dann wirst du auch die zähe und teils ineffiziente „westliche Demokratie“ mit anderen Augen sehen.

        • „Ob unsere Form der „Demokratie“ besser oder schlechter ist, als das, was im Iran, los ist, kann ich nicht beurteilen. Ich kenne auch leider keinen einzigen Perser persönlich. Ich mutmaße, dass ich durchaus viel lieber in unserem Land lebe, in Europa. Aber ich bin mir dessen bewusst, dass auch wir sehr viel durch farbige Brillen sehen.“

          Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl relativ objektiver Indikatoren dafür, in welchem System Menschen besser leben, etwa die Lebenserwartung oder die Richtung von Fluchtbewegungen. Die vielen fliehen Perser sprechen dafür, dass sie viel lieber in Europa als im Iran leben, was auch unter anderem durch Ausreiseverbote belegt wird.

          Man kennt das von der DDR. Damals gab es auch eine Mauer und Soldaten, die auf Bürger geschossen haben, die in den Westen geflohen sind. Kann man besser beweisen, dass nicht alles eine farbige Brille ist, sondern es Systeme gibt, in denen Menschen lieber als in anderen leben?

          „liegt sicherlich auch mit daran, dass gerade im nahen und mittleren Osten seit Jahrzehnten der „demokratische Westen“ seine Finger im Spiel hat“

          Der demokratische Westen hat nicht den Schah gestürzt und die Tyrannei der Fanatiker eingerichtet, sondern eine Koalition aus Kommunisten und Islamisten. Dazu waren die Lebensstandards so gut wie nirgendwo höher, bevor der „demokratische Westen“ ins Spiel kam. Menschliche Kollektive sind durchaus in der Lage, sich selbst zu misorganisieren, daran krampfhaft „dem Westen“ die Schuld zu geben, ist erneut ein seltsames Symptom von Selbsthass auf Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit.

          „Was ich nur sagen wollte: Man kann auch sachlich kritisch über Länder wie den Iran schreiben, ohne abfällige Bemerkungen.“

          Kann man sicherlich, aber es wäre eine innere Selbstzensur, ein Regime nicht ein Regime und eine Tyrannei nicht eine Tyrannei zu nennen. Eine solche innere Selbstzensur lege ich mir nicht auf, weder bei Texten über Deutschland, die EU oder islamofaschistische Tyranneien wie die Islamische Republik. Alles andere wäre eine Beleidigung für jeden Menschen, der von dort geflohen ist.

          Wenn ich zudem nur kritisch bin, wenn es ums eigene Haus geht, aber nicht im Ausland, betreibe ich Propaganda für Tyranneien und Diktaturen.

          • @Christoph
            Sehr treffend und gut geschrieben bzw. argumentiert. Da bin ich voll bei dir.

  3. Alles andere wäre eine Beleidigung für jeden Menschen, der von dort geflohen ist.

    Eine Beleidigung wäre zu sagen, dass seine/ihre Beschreibung der Lage ganz sicher falsch und erfunden und schon alles nicht so schlimm sei.

    Wenn man hingegen lediglich einmal die ständigen kategorisierenden Adjektive weglässt, vermeidet man nur die zu beleidigen, die mitdenken wollen.

    Und die anderen – die gedanklichen Mitläufer – fordert man mal zum Mitdenken heraus.

    • Eine Beleidigung wäre zu sagen, dass seine/ihre Beschreibung der Lage ganz sicher falsch und erfunden und schon alles nicht so schlimm sei.

      Genau, und deshalb wäre es für die Opfer durchaus eine Beleidigung, den Iran z.B. als demokratischen Rechtsstaat zu bezeichnen. Auch andere gemäßigtere Staatsformen wären noch immer eine Verharmlosung und stellten dadurch eine Beleidigung der Opfer dar.

      Offenbar das Einzige was in unserer gesellschaftlichen Cancel-Culture noch korrekt wäre, wäre gar nichts dazu zu sagen, und am besten keine Meinung zu besitzen. Nach dem Motto, nix genaues weiß man nicht. Armes Deutschland, wenn es sich selbst das Mitdenken und „Meinung haben“ verbietet. Es ist meist typisch, dass jene, die sich selbst oft ungerecht behandelt fühlen (z.B. Meinungsfreiheit), am wenigsten anderen die Rechte zustehen würden, und diese anstatt dessen gleich abkanzeln lassen. Donald Trump ist dafür auch ein gutes Beispiel.

      • Nun, man darf durchaus Kritik üben, aber halt nur an europäischen und westlichen Ländern ausgenommen der Parteien und Politiker, die die demokratische, rechtsstaatliche, freiheitliche Ordnung abschaffen oder beschneiden wollen.

      • Genau, und deshalb wäre es für die Opfer durchaus eine Beleidigung, den Iran z.B. als demokratischen Rechtsstaat zu bezeichnen.

        Und genau das hat Marc oben doch gar nicht getan.

        In Zeiten gegensätzlicher Pole scheint es mir schwer für alle geworden zu sein eine Position in der Mitte überhaupt noch als solche zu erkennen.

        Marc hat im ersten Post lediglich die ständigen Einordnungen bemängelt, wo es der Sache doch auch keinen Abbruch täte, wenn man einfach nur das vorträgt, was zur Sache beiträgt, ohne ständig signalisieren zu müssen, dass man auf der richtigen Seite der Geschichte steht.

        Ich muss dazu sagen, grundsätzlich erfolgt das in diesem Artikel nur an einer einzigen Stelle, der Rest ist absolut sachlich und neutral vorgetragen, und über das eine mal müsste man eigentlich drüber wegsehen können, wenn man an einem Dialog mit leider unperfekten Menschen interssiert ist.

        Nun, man darf durchaus Kritik üben, aber halt nur an europäischen und westlichen Ländern ausgenommen der Parteien und Politiker, die die demokratische, rechtsstaatliche, freiheitliche Ordnung abschaffen oder beschneiden wollen.

        Hm, das liegt doch einfach nur daran, dass man sich im eigenen Feld einfach am Besten auskennt. Es ist eine Tugend bei anderen Kulturen damit etwas vorsichter zu sein.

        Aber wie gesagt finde ich Deinen Artikel hier klar eins von den positiven Beispielen, Christoph. Ich glaube Marc sah das nach seinem Post zu urteilen genauso, ihn störte nur ein kleines Detail.

        Die anschliessende Debatte ist heisser geworden als sie das eigentlich verdient hatte, da wir hier alle noch mit Verletzungen aus früheren Debatten rumlaufen.

        • Lieber Tom,
          einen Moment, … jetzt wird’s kompliziert und ich hoffe wir reden da nicht aneinander vorbei 😉

          Und genau das hat Marc oben doch gar nicht getan.

          Richtig, er hat nicht behauptet dass der Iran ein demokratischer Rechtsstaat wäre. Ich habe aber auch nicht behauptet, dass er das gesagt haben soll (meine Aussage bezieht sich auf dein Zitat, dass du auf ein Zitat von Christoph gegeben hast)

          Zitat von Marc:

          Man kann auch sachlich kritisch über Länder wie den Iran schreiben, ohne abfällige Bemerkungen.

          Marc hätte gerne, dass jegliche kritischen und möglicherweise abfälligen Bemerkungen zum Iran unterlassen werden (weil ist ja aus seiner Sicht so wie so nichts bewiesen, und nur durch unsere angeblich farbige Brille wahrgenommen). Jetzt ist aber nun mal der Iran ein autokratisches Regime mit tyrannischen Elementen. Dann kann man doch nicht in einem Artikel über den Iran verlangen, es als etwas anderes zu bezeichnen, als es ist.

          Marc macht es mit Westeuropa ja auch nicht anders. Er kritisiert unser eigenes politisches System als „überheblich“ und „Kollateralschäden“ verursachend. Er ist dabei selbst nicht sachlich geblieben, obwohl er so vehement Sachlichkeit einfordert. Dieses scheinheilige und oft gegen die eigene Gesellschaft gerichtete Rumgemotze geht mir mittlerweile sowas von auf den Keks, dass ich mich von solchen Leuten am liebsten fern halte.

          Solche Leute sollten erst mal mit gutem Beispiel vorangehen. Das heißt, wenn er bemängelt, dass ein Land (Iran) kritisch dargestellt wird, dann darf er nicht im gleichen Satz ein anderes Land oder eine andere Region (demokratischer Westen) kritisch darstellen. Außerdem, wenn er sein eigenes Land kritisiert in dem er lebt, dann sollte er sich erst mal fragen, ob er überhaupt seine ganzen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um sich an einem politischen Wandel in seinem Sinne zu beteiligen.

          Natürlich ist es eine sich gebührende Tugend mit anderen Kulturen zunächst rücksichtsvoller und vorsichtiger umzugehen. Dies gilt jedoch nicht per se. Sobald klar wird, dass diese andere Kultur Rücksichtnahme und Toleranz nur als einseitige Verpflichtung für andere Kulturen wahrnimmt, und sich selbst davon ausnimmt (z.B. im Umgang mit Persern und Christen), ist bei mir die Geduld (bzw. Tugend) auch am Ende. 😉

        • Lieber Kranich,

          „Man kann auch sachlich kritisch über Länder wie den Iran schreiben, ohne abfällige Bemerkungen.“

          Marc hätte gerne, dass jegliche kritischen und möglicherweise abfälligen Bemerkungen zum Iran
          unterlassen werden

          Aus der Forderung nach „sachlich kritisch“ die Unterstellung „jegliche kritischen“ rauszulesen … wie kommst Du darauf?

          einen Moment, … jetzt wird’s kompliziert und ich hoffe wir reden da nicht aneinander vorbei 😉

          Nun das kann man vermeiden indem man sich ausschliesslich auf das bezieht, was jemand direkt gesagt hat und sich nicht hinter Allgemeinplätzen versteckt die man in diesem Fall nur vermutet.
          Und um es gleich zu sagen, dessen bin ich sicher auch manchmal schuldig. Man kann eigentlich nur versuchen, das ständig zu verbessern. Schliesslich sagt man doch:
          „Wie man in den Wald reinruft, so schallt es heraus“.

          Ich finde auch spannend, wieviel Worte wir jetzt alle wegen eines einziegen kritisierten Wortes im Artikel machen 😀 .

          Sobald klar wird, dass diese andere Kultur Rücksichtnahme und Toleranz nur als einseitige Verpflichtung für andere Kulturen wahrnimmt, und sich selbst davon ausnimmt

          Da stimme ich Dir zu. Daher finde ich sachliche Kritik auch absolut in Ordnung. Schwierigkeiten habe ich nur mit politiserender Kritik, die nicht wirklich als Kritik daher kommt sondern als Tatsachenfestellung getarnt neben anderen Aussagen daher kommt. Das verlässt dann einfach viel zu schnell das Feld der gebotenen Sachlichkeit.

          • Aus der Forderung nach „sachlich kritisch“ die Unterstellung „jegliche kritischen“ rauszulesen … wie kommst Du darauf?

            Ganz einfach, weil Marc sich bereits über die Bezeichnung „autokratisches Regime“ echauffiert hat, was meiner Meinung nach durchaus sachlich begründet werden kann.
            (Das hatte ich in einem Post weiter oben aber bereits beschrieben)

            Nun das kann man vermeiden indem man sich ausschliesslich auf das bezieht, was jemand direkt gesagt hat und sich nicht hinter Allgemeinplätzen versteckt die man in diesem Fall nur vermutet.

            Ok, verlassen wir das diplomatische Geplänkel und nennen es wie es ist.
            Ich habe Christoph zitiert, und du hast mir darauf hin ausgelegt, ich hätte Marc etwas vorgeworfen was er nicht getan hätte. Du hast die Zitate durcheinandergeworfen und für dich war es vielleicht etwas zu komplex. Vielleicht hast du auch nur im „Schnellverfahren“ gemeint antworten zu müssen, und dann passiert halt mal sowas. Da brauchst du dich dann aber auch nicht darüber zu beklagen, dass deine Worte nicht unkommentiert stehen gelassen werden.

            Ich finde auch spannend, wieviel Worte wir jetzt alle wegen eines einziegen kritisierten Wortes im Artikel machen

            Nein, da hast du wieder nicht richtig mitgelesen. Es geht nicht nur um das Wort „autoritäres Regime“. Marc hat von einer „überheblichen“ westlichen „Fassadendemokratie“ geschrieben, welche in der ganzen Welt „Stellvertreterkriege“ und „Terrorfinanzierung“ betreibt. Das mag vielleicht für die USA noch in Grenzen zutreffen, aber er erweckt den Eindruck, dass dies auch uneingeschränkt auf Deutschland und Europa zutrifft. Ein solch einen Blödsinn verbreitendes Geschwätz, kann nur von jemandem kommen, der sich anscheinend noch nie mit unserer Geschichte und Vergangenheit auseinandergesetzt hat. Durch so einen Unfug treibt man nur noch mehr Wähler ins Lager der politischen Extreme und erreicht genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich proklamiert gut zu finden. 🙁 🙁 🙁

            • Nein, da hast du wieder nicht richtig mitgelesen. Es geht nicht nur um das Wort „autoritäres Regime“. Marc hat von einer „überheblichen“ westlichen „Fassadendemokratie“ geschrieben, welche in der ganzen Welt „Stellvertreterkriege“ und „Terrorfinanzierung“ betreibt. Das mag vielleicht für die USA noch in Grenzen zutreffen, aber er erweckt den Eindruck, dass dies auch uneingeschränkt auf Deutschland und Europa zutrifft. Ein solch einen Blödsinn verbreitendes Geschwätz, kann nur von jemandem kommen, der sich anscheinend noch nie mit unserer Geschichte und Vergangenheit auseinandergesetzt hat. Durch so einen Unfug treibt man nur noch mehr Wähler ins Lager der politischen Extreme und erreicht genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich proklamiert gut zu finden.

              Vielen Dank!

          • Da brauchst du dich dann aber auch nicht darüber zu beklagen, dass deine Worte nicht unkommentiert stehen gelassen werden.

            Ich beklag mich nicht 😉 Ich finde solche Diskussionen ja eher spannend. Ja das Wort Fassadendenokratie habe ich tatsächlich überlesen, genau wie im ersten Moment das Wort “ autokratischen Regime“ in Christophs Artikel. Ich mag solch polarisierenden Begriffe auch nicht.

            Dass wir (eigentlich waren es nur die Briten und eigentlich genaugenommen die BP) schon ausschliesslich in unserem ökonomisch Sinn stark im Iran interveniert haben – und in Folge das Mullah Regime irgendwie miterzeugt haben – und nicht wie in solchen Diskussionen gerne mal angenommen bloss aus Sorge vor den Menschrechten, die Ansicht teile ich, daher habe ich auf Marcs Post reagiert.
            Führt jetzt aber auch zu weit. Wie gesagt war es insgesamt schon nur ein Wort an dem sich die Diskussion entzündet hat, und das schmier ich mir in erster Linie selber aufs Brot 😉

    • „Wenn man hingegen lediglich einmal die ständigen kategorisierenden Adjektive weglässt, vermeidet man nur die zu beleidigen, die mitdenken wollen.“

      Noch nie gehört, dass jemand über kategorisierende Adjektive beleidigt war, wenn es gegen die EU, das Steuerwesen, die Bürokratie, Deutschland oder die Grünen gegangen wäre.

      „Und die anderen – die gedanklichen Mitläufer – fordert man mal zum Mitdenken heraus.“

      Der Instinkt der gedanklichen Mitläufer ist es, das eigenständige Nachdenken um jeden Preis zu verhindern. Sie dazu herauszufordern kommt einer existenzbedrohenden Kriegserklärung gleich und erntet die entsprechende Aggression.

  4. Noch nie gehört, dass jemand über kategorisierende Adjektive beleidigt war, wenn e
    s gegen die EU, das Steuerwesen, die Bürokratie, Deutschland oder die Grünen gegangen wäre.

    Also ich schon. Ich beteilige mich ja nicht mal am „Schimpfen über die Pünktlichkeit der deuts
    chen Bahn“, obwohl dieser deutsche Volkssport zienmlich harmlos ist. 😉

    Der Instinkt der gedanklichen Mitläufer ist es, das eigenständige Nachdenken um je
    den Preis zu verhindern. Sie dazu herauszufordern kommt einer existenzbedrohenden Kriegserklär
    ung gleich und erntet die entsprechende Aggression.

    Wen meinst Du denn jetzt konkret damit? Marc? Mich? Oder jemand hier gerade Unbeteiligten?

    • Wen meinst Du denn jetzt konkret damit? Marc? Mich? Oder jemand hier gerade Unbeteiligten?

      Keineswegs. Es war eher generell auf deinen Vorschlag bezogen, geistige Mitläufer zum Nachdenken heraus zu fordern. Nach rund 10 Jahren Publizieren und ebenso langer Moderation eines Forums halte ich das für ein ehrenwertes, aber vergebliches Vorhaben.

      Also ich schon. Ich beteilige mich ja nicht mal am „Schimpfen über die Pünktlichkeit der deuts
      chen Bahn“, obwohl dieser deutsche Volkssport zienmlich harmlos ist.

      Finde ich eine ehrenwerte Einstellung. Ich mag das Schimpfen über die Bahn auch nicht, auch wenn es manchmal schwer ist, zu widerstehen.

      Ich gebe hier nur die Beobachtung weiter, dass ich im Grunde niemals dafür kritisiert werde, kritische Worte über die EU oder die deutsche oder speziell sächsische Regierung zu verlieren – wobei ich hier auch oft genug polemisch werde – aber im Grunde immer, wenn es um Russland oder die AfD geht.

    • Ich gebe hier nur die Beobachtung weiter, dass ich im Grunde niemals dafür kritisiert werde, kritische Worte über die EU oder die deutsche oder speziell sächsische Regierung zu verlieren – wobei ich hier auch oft genug polemisch werde – aber im Grunde immer, wenn es um Russland oder die AfD geht.

      Ich glaube Deine Einstellung und Deinen Frust da habe ich schon länger begriffen, wir haben ja anderswo auch schonmal darüber gesprochen. Wie dort geschrieben kann ich das nicht bewerten, da ich das jetzt ja auch nicht so mitbekomme was Du Dir immer alles so anhören musst, weil Du Dich exponierst.

      Ist halt, wenn Du es so sagts, nur trotzdem schwierig auseinanderzuhalten, weil es trotzdem wie eine Antwort auf meine (bzw. Marcs) Kritik klingt und implizit die Unterstellung enthält man würde hier gerade genau dasselbe machen.

      Und da muss ich dann klar sagen dass mache ich hier aber gerade eben nicht.

      Und ehrlichgesagt habe ich das auch aus Marcs Post nicht rausgelesen. Er hats im ersten Post schon – um DIch nicht zu reizen nehme ich an – alles recht vorsichtig formuliert.

      Angefasst kann man an Deiner Stelle natürlich schon sein, weil der Artikel wie gesagt im großen und ganzen ziemlich in Ordnung geht. Und dass der Iran ein autoritäres System hat würde ich ja selbst auch sagen.

      Schwierig finde ich es immer dann, wenn es das dann als einzige Erklärung dafür dient warum der Iran die Dinge so macht wie er sie macht. Als würden nicht auch Iran Menschen sitzen, die versuchen Probleme zu lösen. Das ist mir dann einfach etwas zu simpel als Erklärung.

      Und ich glaube das ist was anderen – vielleicht ja auch Marc, ich kann nur für mich sprechen – auch auffällt. Der Konflikt der dann entsteht, ist dann eher so pseudo, weil man eigentlich sehr gekonnt aneinander vorbeiredet.

      Aber ja ich reagiere vielleicht hier auch auf vorangegangene Diskussion mit Dir und weniger auf Deinen Artikel, was etwas unfair ist.

      Wie gesagt ist das keine grundsätzliche Kritik an Dir Christoph. Ich finde Deine Artikel immer noch sehr um Neutralität und Ausgewogenheit bemüht. Und bis auf ein paar neuralgische Punkte, die Du halt wie jeder von uns anderen auch hast und haben darfst, habe ich mich auf Deinem Blog immer sehr wohl und willkommen gefühlt. Ich glaube, wenn das nicht so wäre würde ich mir meine Kritik sparen und einfach woanders hingehen. Dem ist aber nicht so.

      • Schwierig finde ich es immer dann, wenn es das dann als einzige Erklärung dafür dient warum der Iran die Dinge so macht wie er sie macht. Als würden nicht auch Iran Menschen sitzen, die versuchen Probleme zu lösen. Das ist mir dann einfach etwas zu simpel als Erklärung

        Das ist ein guter Punkt. Mit Sicherheit gibt es dort auch Menschen, die Probleme lösen, und die Diktatur ist nicht der einzige Grund, warum dort passiert, was passiert.

        Ich habe den Text einem Bekannten, Exil-Iraner, gesendet, und er hatte keine Einwände wegen falscher Kausalketten oder pseudo-Konflikten, sondern fand es eher treffend.

        Aber ja ich reagiere vielleicht hier auch auf vorangegangene Diskussion mit Dir und weniger auf Deinen Artikel, was etwas unfair ist.

        Wie gesagt ist das keine grundsätzliche Kritik an Dir Christoph. Ich finde Deine Artikel immer noch sehr um Neutralität und Ausgewogenheit bemüht. Und bis auf ein paar neuralgische Punkte, die Du halt wie jeder von uns anderen auch hast und haben darfst, habe ich mich auf Deinem Blog immer sehr wohl und willkommen gefühlt.

        Ich hoffe, du fühlst dich auch weiterhin wohl und willkommen. Es gibt ein paar Punkte, bei denen ich härter reagiere, ja, und mir nicht erlaube, neutral zu sein. Dennoch hoffe ich, dass man gelegentlich auch darüber diskutieren kann.

  5. Das ist (ganz faktisch, abseits jeder rechten Rethorik) übrigens damit gemeint, wenn man sagt, dass GB und USA (aka der Westen) ein starker Auslöser und Mitverursacher der iranischen Revolution waren:
    https://nsarchive2.gwu.edu/NSAEBB/NSAEBB435/docs/Doc%202%20-%201954-00-00%20Summary%20of%20Wilber%20history.pdf

    Das war auch ein Versuch eines „Regime Change“ im Iran, bei der die bestehende unliebsam gewordene Demokratie des Iran durch die Installation einer Monarchie mit dem Shah als neuer-alter Herscher abgelöst werden sollte. Bekommen haben wir dann eine Menge Antiamerikanismus und ein Theokratie als Ergebnis.

    Um die zahlreichen Parallelen zu heute zu ziehen, braucht es keinen akademischen Abschluss.

    Bevor jemand iranische Unterwanderung wittert, das verlinkte Dokument ist ein original CIA Dokument veröffentlich im National Security Archiv der USA, da es nicht mehr der Geheimhaltung unterliegt.

    Das ganze in komplett (der genaue Ablauf, mehrer Dokumente, etc) findet man unter https://nsarchive2.gwu.edu/NSAEBB/NSAEBB435/

  6. — 2. Teil —

    Oder wer es etwas einfacher möchte, kann es auch auf CNN nachlesen
    https://edition.cnn.com/2025/06/18/middleeast/us-toppled-iranian-government-before-hnk-intl

    Alle genannten Quellen sind in keinster Weise verdächtig mit dem Iranischen Regime zusammenzuarbeiten, oder es in irgendeinerweise zu verherrlichen. Es zeigt nur sehr hervorragend, was passiert, wenn jemand mal wieder so größenwahnsinnig interventionistisch wird, anstatt den Regime Change wirklich mal der ortsansässigen Bevölkerung zu überlassen.

    Was ist eigentlich aus der guten alten „Obersten Direktive“ der Sterneflotte geworden. Die sollten wir mal reaktivieren.

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